Beiträge von tunnelklick

    So wie es verstanden habe, hat sich die RTW PG ausdrücklich weder gegen eine Anbindung von Langen noch der Dreieichbahn ausgesprochen, sie sagen nur, das sei nicht ihre Planungsauftrag, weshalb sie sich damit nicht befassen kann. Im Ergebnisbericht zur frühen Öffentlichkeitsbeteiligung schreiben sie:


    Zitat

    Der Betrieb der RTW wurde durch eine Eisenbahnbetriebswissenschaftliche Untersuchung simuliert. Hier wurden auch die Auswirkungen auf die bereits bestehenden Verkehre, also auch auf die Verkehre der Dreieichbahn untersucht. Das Ergebnis der EBWU zeigt, dass keine negativen Auswirkungen durch die RTW auf die Dreieichbahn zukommen werden. Der Vorhabenträger kann schließlich im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens kein weitergehendes Verkehrskonzept entwickeln. Diese Aufgabe ist gesetzlich den Kommunen zugewiesen. ...


    Zur Anbindung von Langen sagen sie:


    Zitat

    Die vorgeschlagenen Erweiterungen der Infrastruktur liegen nicht innerhalb des Planungsraums der RTW und sind nicht vom Vorhabenziel der RTW umfasst. Entsprechende Verlängerungen bzw. Erweiterungen der RTW sind daher aktuell nicht Gegenstand der Planfeststellung im PfA Süd 1.


    Ob die Anbindung von Langen gut oder schlecht ist, möglich oder nicht möglich ist, mag ja sein, aber ich finde es völlig nachvollziehbar, vor allem aus der Sicht der übrigen RTW-Gesellschafter, dass sich die RTW PG auf ihr Kerngeschäft konzentriert und hinsichtlich ihres Auftrages mal zu Potte kommt, sprich Baurecht schafft.


    Ich verstehe den Ansatz des Kreises Offenbach, aber ich wäre strikt dagegen, deswegen weitere Verzögerungen in Kauf zu nehmen. Ich meine, die RTW mit ihrer Führung nach Buchschlag ist seit 1998 (!) im Gespräch. Ich meine der Kreis Offenbach kann das ganz entspannt diskutieren, aber man sollte etwaige Erweiterung vom jetzigen Projektstand strikt entkoppeln (im Sinne von Redzierung der Komplexität).

    Nach einer weiteren Ausschreibung gibt ICB den geplanten Einkauf von Diesel-Gelenkbussen bekannt:




    Die Kruppstraße wäre, wenn sie tatsächlich von der Borsigallee nach Süden verlängert worden wäre, gegenüber von Ernst-Heinkel-/Hugo-Junkers-Straße auf die Hanauer gestoßen. An dieser Kreuzung, d.h. vorm Hornbach-Baumarkt, gibt es aber tatsächlich eine Unterführung für Fußgänger und Radfahrer; auf nachstehendem Bild sind Zugänge gelb markiert:


    unterfhrunghornbachvjk7d.jpg

    © Stadtvermessungsamt Frankfurt am Main, Stand 09.2019,© Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation

    Die Kruppstraße würde von links oben kommen (was aussieht wie das Ende eines großen Zebrastreifens ist das Hornbach-Gartencenter), genau dort soll es eine Straße zur künftigen S-Bahn-Station Fechenheim der Nordmainischen geben. Es stimmt schon, was in diesem Buch geschrieben steht...

    Die Bahn-Tochter Deutsche Bahn Connect will das von ihr betriebene Fahrrad-Mietsystem "Call a Bike" ausbauen. Kurzfristig sollen in drei Losen 3.000 Fahrräder, 300 Pedelcs und 50 Lastenräder beschafft werden, längerfristig geht es aber um eine Liefermenge von bis zu 20.000 Einheiten bis 2022. Die Ausschreibung offenbart interessante Einblicke in das "Call a Bike"-System.


    Dass die Bahn ihre Stellwerktechnik erneuert ist an sich nicht besonderes, aber auf der Riedbahn scheint sich ein größeres Projekt anzubahnen:



    Zitat

    Die Stellwerke Lampertheim, Biblis incl. Hofheim (Ried) mit dem Bahnhof Groß Rohrheim, Gernsheim mit dem Bahnhof Biebesheim, Riedstadt Goddelau, Groß GerauDornberg und Walldorf mit den Bahnhöfen Mörfelden und Zeppelinheim, sowie alle Blocksignale auf den umliegenden Strecken (Mannheim-Waldhof – Lampertheim – Biblis Groß Rohrheim – Gernsheim – Biebesheim – Riedstadt Goddelau – Groß Gerau-Dornberg – Mörfelden – Walldorf (Hess) – Zeppelinheim, Groß Gerau-Dornberg –

    Groß Gerau und Groß Gerau Dornberg - Abzw. Eichmühle) sind durch ein ESTW (mit mehreren ESTW-A) mit einer ESTW-Unterzentrale in Gernsheim zu ersetzten. Da der Bahnhof Hofheim (Ried) von Biblis ferngestellt wird, müssen auch die Signalanlagen des Bahnhofs Hofheim (Ried) und die der Strecken von und nach Bürstadt sowie von Worms Hbf nach Biblis durch dieses ESTW ersetzt werden.

    Im Zusammenhang mit der Errichtung der ESTW`s auf der Riedbahn wird die LZB durch das innovative Zugsicherungssystem ETCS ersetzt werden. Im Rahmen des Neubaus ESTW Riedbahn werden auch die Weichenheizungen in den Bahnhöfen Biblis, Gernsheim, Gros Gerau Dornberg, Groß Rohrheim, Lampertheim, Mörfelden und Walldorf, sowie die BÜ Posten 28, 32, 34, 86, 87 und die Fernwirktechnik der DB Energie für die Strecke 4010 erneuert.


    Die Ausschreibung bestimmter Planungsleistungen ist sozusagen der Startschuss für diese Maßnahme. Der eigentliche Baubeginn ist erst Herbst 2022, dafür muss aber jetzt der Baubetrieb geplant werden, um evtl. erforderliche Sperrpausen und Betriebseinschränkungen, Umleitungen usw. in den Fahrplänen zu berücksichtigen.


    Wenn man dieses Projekt, den Bau der Abstellanlage in Kranichstein, das ESTW Kanichstein (das bahnintern als Großprojekt geführt wird), die Raumplanung für die NBS F <> MA im Zusammenhang sieht, scheint Südhessen derzeit ein Schwerpunkt der DB-Netz-Aktivitäten zu sein.

    Im PFA Nord wird's anscheinend konkreter: die RTW PG hat für einige Bauwerke Planungsleistungen ausgeschrieben, die sich an die Genehmigungsplanung anschließen.


    Die Planungsleistungen umfassen nachfolgend aufgeführte Leistungen:

    Objektplanung Ingenieurbauwerke

    Tragwerksplanung Ingenieurbauwerke

    Baulogistikplanung

    Leistungen zur Baubetriebsplanung


    Das betrifft sechs Brücken (EÜs A5, S5, Lorscher Str., Westerbach, HP Eschborn-Süd, EÜ Wilhelm-Fay-Str.) und Abstützungen von Hochspannungsmasten. Bestellt wird die Ausführungsplanung und die Vorbereitung der Vergabe. Wir können draus wohl schließen, dass der PFB für den Abschnitt Nord schon erlassen wurde und in Kürze veröffentlich wird.



    Holger Koetting (zu #20):

    Das sehe ich anders: der Beförderungsfall ist absolut vergleichbar. Der RMV verkauft mir seinen Fahrschein im Namen und für Rechnung des RMV, d.h. mein Vertragspartner im Beförderungsvertrag ist der RMV. Zum Erbringer der Verkehrsleistung, der S-Bahn-Rhein-Main, DB Regio, HLB, VIAS oder wem auch immer stehe ich als Fahrgast in keiner vertraglichen Beziehung. Meine Fahrgastrechte im Falle der Schlechtleistung (Verspätung, Zugausfall) mache ich auch beim RMV geltend und nicht beim EVU.


    Genauso ist es im Fall Rheinjet: die verkaufen mir das Ticket im Namen und für Rechnung von Rheinjet und nicht für Hectorrail oder wen auch immer, zu denen ich keinerlei vertragliche Beziehung habe. Wer die Verkehrsleistung für Rheinjet erbringt, kann mir doch egal sein, solange Rheinjet mir gegenüber seine vertragliche Beförderungspflicht erfüllt.


    Das EBA hat mit meinem Vertrag zum RMV, zu Rheinjet, L’Tur, Flixtrain oder beim wem sonst ich meine Fahrkarte kaufe nichts zu tun. Das EBA steht nur in einer unmittelbaren öffentlichen-rechtlichen Beziehung zum EVU, aber nicht zu dessen Vertragspartnern; woher das EVU sein Geld bekommt, ob von der BASF (z.B. im Güterverkehr), vom RMV (z.B. S-Bahn, Vias, HLB), von Flixtrain oder Rheinjet (z.B. Hectorrail) oder vom Eigentümer (Bundesrepublik Deutschland im Fall DB Fernverkehr AG) ist dem EBA wurscht.

    Warum, baeuchle, muss das Geschäftsmodell in Frage gestellt werden? Was macht L'Tur anderes? Sie verscherbeln DB-Tickets. Jedes Reisebüro kann Bus-, Bahn- oder Flugreisen anbieten. Um Bahnreisen anzubieten muss ich doch nicht EVU sein. Wenn ich ein EVU an der Hand habe, das entsprechende Züge hat, eine Trasse gebucht ist, ist doch nichts verwerfliches daran, dass ich die freien Plätze verkaufe. Kann sein, dass das Verkaufsziel nicht erreicht wird, der Zug mehr oder weniger leer fährt und das Geschäft floppt.


    Was macht der RMV anderes? Er bietet Bahnverbindungen an, ohne Eigentümer der Züge zu sein, er kauft die entsprechenden Verkehrsleistungen auch "nur" ein, im Unterschied zu Rheinjet allerdings aufgrund einer auf Jahre angelegten Dauergeschäftsbeziehungen zu den EVU und mit dem Unterschied, dass die öffentliche Hand das Defizit ausgleicht, wenn die Fahrgeldeinnahmen die Kosten nicht decken; das ist die Folge des gemeinwirtschaftlichen Auftrages, dem der RMV verpflichtet ist; Rheinjet und das von ihm unter Vertrag genommene EVU operieren eigenwirtschaftlich. ÖBB Nightjet tut auch nichts anderes; die DB Fernverkehrs AG tut auch nichts anderes, nur dass es dort niemanden juckt, wenn sie Miese machen. Insofern kann ich die allgemeine Erregung nicht nachvollziehen.

    Es gibt noch zwei Aspekte, die vielleicht eine Rolle spielen:

    - bei den heutigen Planungen liegen die Punkte, an denen die Fahrleitung befestigt wird weiter auseinander als früher; ich meine, in den Unterlagen zur Erneuerung der Fahrleitung in der Rheinstraße hätte ich mal eine solche "Bilanz" gesehen. Wenn die Gesamtlast auf weniger Befestigungen verteilt wird und die Gesamtlast auch noch höher ist als früher, nehmen die Zugkräfte am einzelnen Befestigungspunkt zu;

    - in beidseitig angebauten Straßen, vor allem mit mehrgeschossigen Häusern, hat die Feuerwehr ein Wörtchen mitzureden; ich glaube, früher wurde sie nicht gefragt. Es werden auch Anleiterversuche gefahren und wenn sich herausstellt, dass die Drehleitern durch die über die Fahrbahn gespannten Querseile nicht aufgefahren werden können, muss abholfen werden; gelegentlich gibt kumulative Problem durch Querseile und Straßenbäume. Das könnte auch eine Rolle spielen.


    Andererseits gibt es heute Zweigleisausleger in Leichtbauweise, die nur eine Mastreihe erfordern.

    Anknüpfend an den Vorbeitrag ist heute auf einen längeren Beitrag in der FAZ zu verweisen (2.9.19, Wirtschaft, S. 19). Es geht um das französische Unternehmen BlaBlaBus, der es auf das Quasi-Monopol von Flixbus in Deutschland abgesehen hat.


    2006 verkaufte die SNCF ihr Fernbusgeschäft, das unter der Marke "OuiBus" liefe an die Online-Mitfahrzentrale Comuto, die in Frankreich jeder nur als BlaBlaCar kennt (der Name geht darauf zurück, dass die Nutzer sich im Buchungsprozess als stiller (bla), mittelmäßig gesprächiger (blabla) oder als Plappermaul (blablabla) einstufen konnten). Die Muttergesellschaft hat ihrer Mitfahrzentrale das Busgeschäft BlaBlaBus zur Seite gestellt. Die Mitfahrzentrale ist in 22 Ländern aktiv und bezeichnet sich als die größte Mitfahrzentrale der Welt.


    Flixbus hatte, als Ouibus an BlaBlaCar ging, von Transdev das Fernbusunternehmen Isilines übernommen. Jetzt gibt es in Frankreich nur noch die beiden übriggeblieben Unternehmen, die in einem aggressiven Wettbewerb stehen, den BlaBlaBus jetzt auf Deutschland ausweiten will. Seit einem Monat etwa bedient es die Strecken Berlin > Dortmund sowie Düsseldorf > Hamburg.


    Flixbus beantwortet diesen Schritt mit der Ankündigung, im kommenden Jahr auch als Mitfahrzentrale aufzutreten. Außerdem hat sich Flixtrain für die im kommenden Jahr anstehende Öffnung des französischen Schienennetzes Trassen im Fernverkehr reserviert, und zwar für die Strecken von Paris nach Bordeaux, Toulouse, Nizza, Lyon und Brüssel. Ob die Verbidnung auch wirklich angeboten werden, steht noch nicht fest, weil noch nicht alle Konditionen der Netzgesellschaft bekannt sind. Auch die Fahrzeiten und Leasingkosten für die Züge stehen noch nicht fest.

    Nach Flixtrain will ein weiteren Anbieter ins Eisenbahn-Fernverkehrsgeschäft einsteigen. Das Unternehmen Rheinjet aus Meerbusch, das vor allem private Charterflüge vermittelt, will ab dem 8.11.2019 im 2-Wochen-Turnus die Städte Frankfurt, Stuttgart und München verbinden. Der 2-Wochen-Turnus hat damit zu tun, dass die Verbindung dann als Gelegenheitsverkehr gilt, für den andere Trassenpreise gelten. Seit einer Woche sollen die Fahrten buchbar sein.


    Der FAZ-Bericht von heute (RMZ, S. 36) nennt ein paar interessante Zahlen: für das Fahrplanjahr 2020 gibt rd. 72.000 Trassenanmeldungen, davon rd. 5.000 im Fernverkehr, davon wiederum rd. 400 von externen EVU; dazu dürften dann Anbieter wie Flixtrain, die ÖBB mit ihren Nachtzügen und jetzt Rheinjet zählen. Das seien doppelt soviele externe Trassenanmeldungen wie im Vorjahr.