Beiträge von tunnelklick

    Solche Vorgänge sind imho oft (nicht: immer) ein Indiz für eine miserable bis katastrophale Fehlerkultur in Unternehmen.

    Was soll das denn heißen? Dass jetzt die Bahn auch noch für Fehlleistungen ihrer Fahrdienstleiter verantwortlich ist? Es gibt bestimmte Funktionsstellen, die absolut fehlerintolerant sind. Dazu zählt nach meinem laienhaften Verständnis die Fahrdienstleitung bei der Bahn (oder die Funktion der Fluglotsen). Wenn dort Fehler passieren, liegt es nicht im Ermessen der Beteiligten, sie auf die eine oder andere Weise zu beheben. Und selbst wenn der Fahrdienstleiter sich erklären müsste und vielleicht auch einen Anschiss bekäme, so was darf er sich nicht leisten; schon allein, dass er seinen Posten verlassen hat, ist grob fahrlässig, der Rest ist einfach nur bescheuert.

    Die Trasse verläuft auf etwa 600 m auf Kelsterbacher Gebiet in einem Streifen zwischen B40 und einer Starkstromleitung, der als Ackerland genutzt wird. Etwas nördlich des Kelsterbacher Sportparks schwenkt die Trasse schon wieder auf Frankfurter Gemarkung. Auf der Frankfurter Seite, also östlich der B40 liegt eine Wasserschutzzone, westlich davon nicht. In der Summe fällt die Inanspruchnahme von geschützten Bereichen westlich der B40 deutlich geringer aus. Insofern wird die Abwägung nicht zu einer Verlegung auf die Ostseite

    führen.


    Verlauf Gemarkung Kelsterbach


    Das Lärmargument ist schnell eingeworfen. Aber die Kelsterbacher Wohnhäuser sind mindestens 400 m von der Trasse entfernt. Wenn über diese Distanz dort noch mit Immissionen zu rechnen wäre, wird die RTW entsprechende Vorsorge treffen.

    Dazu muss gesagt werden, dass der stadteigene Betrieb "Bahnen der Stadt Monheim" bereits heute, d.h. bei Umsatzerlösen von rd. 4,5 Mio € (= Fahrgeldeinnahmen) einen Verlust von rd. 3 Mio € erwirtschaftet; wenn 3 Mio Fahrgeldeinnahmen entfallen, erhöht sich der Fehlbetrag auf 6 Mio €. Der drückt zunächst das Ergebnis der Monheimer Versorgungs- und Verkehrs-GmbH, welche als Holding alle städtischen Beteiligungen hält; am Ende macht die Holding einen Verlust (2017: 7 Mio €), den am Ende der Eigentümer, die Stadt Monheim trägt. Fragt sich, wie lange das gut geht.

    Die FAZ versteigt sich heute zu der Überschrift "Grüne Welle für Bus und Bahn", um weiter unten den großspurigen Titel auf Normalmaß einzudampfen.


    830 Ampelanlagen gibt es in der Stadt, davon 417 mit ÖPNV-Berührung. In dem vom Magistrat jetzt beschlossenen Paket geht es um 24 Anlagen. Die Maßnahmen reichen von kleinen Anpassungen der Technik (5 Anlagen) über umfangreiche Updates (9 Anlagen) bis zum kompletten Ersatzneubau (10 Anlagen). 2,4 Mio € ist das Pakt schwer, 1,8 Mio € trägt die Stadt, 0,6 Mio € sind Bundeszuschuss, vermutlich GFVG-Mittel. Welche Anlagen das sind, wird nicht berichtet.

    Immerhin, am 1.7. hat der Magistrat an Siemens Mobility diesen Auftrag vergeben:


    Zitat

    ÖPNV Bschleunigung - Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme Phase II Stadtgebiet Frankfurt am Main

    Näheres ist leider nicht auszumachen, es handelte sich um eine sog. freihändige Vergabe, vermutlich weil überall Siemens-Technik verbaut ist. Vermutlich war die Auftragsvergabe auch der Anlaß für die eingangs zitierte Pressemitteilung.

    Auch wenn sich noch keine Fahrzeitverkürzung über die gesamte Distanz ergeben hat, so scheinen die Ausbaumaßnahmen (einschließlich etwa optimierter Ampelschaltungen) zu einer Stabilisierung des Fahrplans beigetragen zu haben. Eigene Erfahrungen sind natürlich immer sehr subjektiv, aber ich habe den Eindruck, dass die U5 nicht mehr so störungsanfällig ist wie früher. Das wär' ja schon mal was....

    Kommt drauf an, es gibt zur Verlängerung der U5 zwei Varianten:


    Schon älter ist eine als "vorläufige Verkehrsplanung" gezeigte Variante, die eine Verlängerung auf Straßenniveau um ca. 1,3 km vorsieht, mit einer Station unmittelbar östlich des heutigen Römerhofkreisels, einer Station vor dem Gymnasium und einer 4-gleisigen Abstell- und Wendeanlage westlich der Station (dort, wo heute der Gebrauchstwagenhändler residiert). So könnte man's machen, muss man aber nicht. Das sah auf einem powerpoint so aus:


    u5_vorl_ges_rohj2jjn.jpg


    Ich hab da mal etwas montiert, dann sieht's so aus:


    u5_vorl_gesamta9jvu.jpg


    Leider etwas unscharf, da auf eine tapezierte Wand gebeamt.


    Kennzeichen dieser als "vorläufig" titulierten Planung ist, dass sie nur die Stadtbahn zeigt, aber keinerlei Bebauung. Die ergibt sich aus anderen Skizzen und Plänen. Ein Workshop von Studierenden des Deutschen Instituts für Stadtbaukunst zeigte am Ende der Europaallee, in der Sichtachse, ein Hochhaus mit Loch, durch das hindurch (in dunkelrot) die Stadtbahntrasse in Hochlage geführt wurde. Eine fortentwickelte städtebauliche Planung zeigt gar keine Stadtbahn mehr, weil jetzt deren Führung amtsintern abgestimmt werden muss. Die Stadtplaner präferieren städtebaulich die Trasse in Hochlage an der Nordkante des alten Bahndamms.


    rmerhof_workshopssktj.jpg


    Die vorgeschlagene Einfassung des Römerhofplatzes auf der Südseite lässt eine Stadtbahn auf Straßenniveau eigentlich nicht zu:


    rmerhof_zwischen_1k4kqp.jpg


    Auch das ist nur ein vorläufiger Zwischenstand, d.h. beschlossen ist noch gar nichts, es wird sich noch was ändern.


    (Handyfotos von mir)

    Seit einiger Zeit - wie lange genau weiß ich nicht, habs erst kürzlich bemerkt - sind einige R-Wagen der zweiten Bauserie hiermit bestückt:


    assistenzrwagen6fk0i.jpg


    Es handelt sich dabei um das Fahrersassistenzsystem, Version R-Wagen. Bei den S-Wagen sind die Sensoren bekanntlich an den Innenseiten der Frontscheiben oberhalb und unterhalb des Fahrersichtfeldes angebracht. Die R-Wagen haben solche Sensoren nicht, stattdessen dieses Kästchen; das helle Quadrat oben ist ein Spiegel.

    Zu den Vilbeler Bahnhöfen schreibt die Bahn auf der Projektseite dies;


    Zitat

    Bahnhof Bad Vilbel


    Im Bahnhofsgelände wird zwischen den neuen Gleisen 1 und 3 ein neuer Inselbahnsteig gebaut. Die vorhandene Bahnsteigunterführung wurde bereits durch eine neue Unterführung, die knapp 37 Meter weiter südlich der vorhandenen liegt, ersetzt. Die neue Fußgängerunterführung dient als Bahnsteigzugang sowohl für den neuen S-Bahnsteig als auch für die beiden vorhandenen Bahnsteige. Der neue S-Bahnsteig und die beiden vorhandenen Bahnsteige werden mit einer Treppe und einem Aufzug ausgestattet. Die Aufgangsbereiche werden überdacht. Die Unterführung führt von der Seite des Empfangsgebäudes auf die Seite des neuen Baugebiets „Quellenpark“. In der Flucht der Unterführungsausgänge wurden auf beiden Seiten jeweils eine Treppe und seitlich eine Rampe angelegt. Der Nordkopf des Bahnhofs wird umgebaut, um die Niddertalbahn neu einzubinden sowie die Anfahrt des neuen S-Bahnsteigs und das viergleisige Herausführen der Strecke aus dem Bahnhof zu ermöglichen. Im Bereich des zukünftigen Bahnsteigs werden die Gleise für die Niddertalbahn neu verlegt, zudem muss das Gleis in dem Bereich angehoben werden.


    Zitat

    Haltepunkt Bad Vilbel Süd


    Als Ersatz für die vorhandene Fußgängerüberführung und die Unterführung bei der Kläranlage ist eine neue Fuß- und Radwegunterführung geplant. Von der Nidda kommend ist der Zugang in die Unterführung künftig über eine barrierefreie Rampe möglich. Der Mittelbahnsteig wird mit einem Aufzug und einer Treppe ausgestattet. Von der Unterführung aus führt eine Treppe zum Bahnsteig am Empfangsgebäude; auf den Vorplatz gelangen Fußgänger über eine Treppe und eine Rampe.


    Derzeit wird die EÜ Homburger Straße (liegt am Südkopf des Bf Bad Vilbel) auf der Westseite für die Aufnahme eines weiteren Gleises verbreitert (drei Gleise liegt dort schon, etwas südlich davon wird die Strecke 2-gleisig.


    IMG_1960.jpg


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    Fotos: DB/Keith Egloff


    Ein stück weiter südlich liegt die Niddabrücke. Dazu schreibt die Bahn:


    Zitat

    Bei der Brücke handelt es sich um ein historisches Bauwerk, das zu Beginn dieses Jahrhunderts errichtet wurde. Mitte der achtziger Jahre erhielt die Brücke eine den derzeitigen Verkehrsverhältnissen angepasste Fahrbahn aus Stahlbeton, wobei das sichtbare bogenförmige Tragwerk aus Natursteinblöcken erhalten blieb. Die bestehende Brücke bleibt bis auf geringfügige Abbrucharbeiten an den Rändern erhalten. Für die beiden hinzukommenden Gleise wird rechts und links ein neues Brückenbauwerk für je ein neues Gleis errichtet, das in der Form an den Bestand angepasst wird. Die westliche Brückenansicht wird nach dem Bau dem Bestand nachempfunden, wobei weitestgehend die vorhandenen Natursteinverkleidungen genutzt werden.



    Im weiteren Verlauf der Strecke Richtung Frankfurt wird der Bahndamm auf der Niddaseite verbreitert; das kann man auf aktuellen Luftbildern bereits gut erkennen.

    Bauarbeiten-Update


    Zwischen F-West und Bad Vilbel tut sich einiges:


    Am langen Wochenende um Fronleichnam wurden im Bereich des Bahnhofs Bad Vilbel (Nordkopf) vier Weichen eingebaut sowie alte Stahlschwellen durch neue Betonschwellen ersetzt. Die neuen Weichen, die erst im August nächsten Jahres in den tatsächlichen Betrieb gehen, ermöglichen im künftigen betrieblichen Zustand der S6 bessere Fahrbeziehungen der S-Bahnen von und nach Richtung Friedberg.


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    Fotos: INGE Bauüberwachung S6


    Berkersheim: im Bereich der Eisenbahnüberführung (EÜ) Wiesengarten wird großflächig der Baugrund im Rüttelstopfverfahren verbessert. Kies bzw. Schotter wird in den gering bis mäßig steifen Boden durch Rüttelstopfsäulen eingebracht. Diese ermöglichen im Verbund mit dem verdichteten Boden, die Lasten des Bauwerks zu tragen.


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    Fotos: DB/Keith Egloff


    In der Gemarkung Eschersheim muss zunächst der Bestandsdamm gesichert werden, bevor er verbritert werden kann. Dazu werden bis zu acht Meter lange Bodennägel eingebracht und unter Hochdruck eine Zementsuspension eingepresst. Diese breitet sich im Damm wie eine Wurzel aus und gibt dem Damm zusätzlichen Halt. Danach wird der neue Damm mit dem Bestandsdamm verzahnt, um einen stabilen und einheitlichen Dammkörper zu erhalten.


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    Fotos: DB/Keith Egloff


    Im Bereich Ginnheimer Wäldchen kann man bereits die Lage der neuen Gleise für die S 6 erahnen: Links die bestehende Trasse, in der Mitte die Baustraße und rechts daneben (unter den Bewehrungskörben) das Schotterbett für das künftige äußere Gleis. Für das Fundament der neuen Eisenbahnüberführung „Reichelstraße“ werden Bohrpfähle hergestellt. Damit während der Gründungsarbeiten an der Unterführung keine Schäden entstehen, wird diese mittels einer Holzkonstruktion ausgesteift.


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    Fotos: DB/Keith Egloff


    Diese kleine Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, im Bereich Frankfurter Berg etwa sind die weiter oben schon mal gezeigten Erdarbeiten fortgesetzt worden. In Eschersheim ist die nächste große Maßnahme der Bau einer Straßenunterführung anstelle des BÜ 102 (Lachweg/Berkehrsheimer Weg); das wird ein Projekt des städtischen Straßenbauamtes sein. Außerdem stehen große Erdbaumaßnahmen zwischen dem BÜ 102 und der A661 an.