Beiträge von F.-Fighter

    Allerdings legt die GDL auch keine Beweise dafür vor, dass seitens der DB etwas an die Bild durchgestochen wurde. Aufgeführt sind "Tagungsort und beteiligte Dritte", beides könnte die Bild durchaus auch auf anderem Weg erfahren haben. Dafür reicht es ja, einem der bekannten Teilnehmer zu folgen. Das Paparazzi so etwas tun, ist ja spätestens seit einem Vorfall in einem Pariser Autotunnel kein Geheimnis mehr.

    Es war auch vereinbart, bis Sonntag zu verhandeln. Ob mit dem Abbruch der Verhandlungen auch die Schweigepflicht erloschen ist, darüber kann man diskutieren. Persönlich finde ich ja. Zumal die Argumentation der GDL auch unlogisch ist. Sie begründet den Abbruch der Verhandlungen mit dem Vertragsbruch der DB durch das durchstechen der Informationen. Wenn der Vertrag also von ihr also als gescheitert angesehen wird, wieso soll dann die im selben Vertrag festgehaltene Schweigepflicht noch gelten? Oder anders herum betrachtet, wieso hebt das Durchstechen der Information nur die Pflicht zur Verhandlung auf, aber nicht die Schweigepflicht?

    Wie so oft in den Tarifkonflikten zwischen DB und GDL weiß man also mal wieder gar nichts gesichertes, sondern bekommt nur taktische Schuldzuweisungen vorgelegt. Vielleicht brauchen wir ja keine Einschränkung des Streikrechtes, sondern eine "Veröffentlichung" der Verhandlungen in Sektoren von gesellschaftlicher Bedeutung (Verkehrssektor, Gesundheitswesen, öffentliche Verwaltung). Wenn wie bei politischen Versammlungen bei den Verhandlungen immer auch die Presse zugegen wäre, würden viele der Spielchen nicht mehr funktionieren

    Edit: Hat jemand den kritisierten Bild-Artikel gefunden? Suche bei der Bild nach "GDL" liefert nur einen Bericht über den Abbruch und davor etwas vom 27.01.

    Einige Änderungen begrüße ich sehr und halte ich auch für sinnvoll. Schade finde ich, dass es überhaupt keine 4er-Sitzgruppen mehr gibt. Das stelle ich mir grade bei den doch teilweise längeren Fahrzeiten im Teilnetz Kleyer nicht schön vor.

    Die weniger Sitzplätze finde ich bei den längeren Fahrstrecken auch nicht schön. Vor allem Stadtauswärts in der HVZ wird man noch häufiger als heute erstmal 20 Min stehen müssen um dann für die letzten 20 Min doch einen Platz ergattern zu können.
    Aus dem selben Grund finde ich auch den Wegfall der 1. Klasse schade, weil man darüber für die längeren Fahrten sich zumindest (fast) einen Sitzplatzgarantie erkaufen konnte. Beide 1. Klasse-Bereiche in einem Zug voll belegt, gibt es fast nie. Ich bin gespannt, ob die Zuschlags-Tickets dann wenigstens auf S-Bahn-Strecken im Automaten gesperrt werden. Genauso zahle ich heute im Vor-/Nachlauf zum 1. Klasse-Fernverkehr auch in der S-Bahn diese, ob ich will oder nicht. (z.B. Eschborn - Berlin) Bin gespannt, ob der S-Bahn-Anteil des Tickets dann billiger wird oder man einfach weniger Leistung fürs gleiche Geld bekommt. (Frankfurt - Berlin und Eschborn - Frankfurt separat zu kaufen, wird wahrscheinlich nach wie vor teurer sein)

    Ja, Schichtarbeit wird weiterhin unattraktiv bleiben. Allerdings wäre sie zumindest attraktiver, wenn a) der Lohn höher wäre und b) die Wochenarbeitszeit geringer. Im Kampf um Arbeitskräfte ist die Bahn als unveräußerliche Grunddienstleistung in der Pflicht, möglichst viele Mitarbeiter einzustellen. So blutig, wie dieser Kampf aktuell ausgetragen wird, muss die Bahn zusehen, sich als Arbeitgeber so attraktiv wie möglich zu machen, auch durch Lohnerhöhung und Arbeitszeitenabsenkung. Wenn die Bahn die Arbeitszeit absenkt und den Lohn erhöht, wird sie attraktiver als jedes andere Unternehmen, dass dies nicht tut. So werden Arbeitskräfte dazu motiviert, zur Bahn zu wechseln. Das geht nicht auf ein Mal, aber soetwas verlangt im aktuellen Tarifstreit tatsächlich auch niemand.

    Ich wiederhole nochmal die Frage: Woher sollen die zusätzlichen Mitarbeiter kommen? Auf dem Arbeitsmarkt gibt es aktuell kaum freie Kräfte.
    Zumal man über Lohn kaum jemand zur Schichtarbeit motivieren können wird. Natürlich gibt es "Wohlstand-Jobs", die sich eine Gesellschaft nur leisten kann, wenn es ihr (zu) gut geht. Beispiele: Influencer, Hundefrisöre, Haustierpsychiater... Aber sind wir realistisch, so viel kann einem Tf gar nicht gezahlt werden, dass jemand aus einer solchen Berufsgruppe zum Wechsel bewegt werden kann.

    Mit schlechter Bezahlung und schlechten Rahmenbedingugen (Schicht- und Ruhezeiten, Wochendienste) ist es aber auch schwierig, Personal zu bekommen.

    Das stimmt. Wobei schlechte Bezahlung immer relativ ist. Im Vergleich zu vielen anderen Jobs mit Schichten verdienen Tf nicht schlecht. Eine generelle Änderung der Gesellschaftsstruktur kann man über einen Streik / Tarifvertrag aber auch nicht erreichen. Beispiel: Die EVG hat ja eine pauschale Erhöhung durchgesetzt, was dann auch prompt von denen kritisiert wurde, die in höheren Tarifgruppen sind. Aber ist doch klar, wenn man die Geringverdiener stärker erhöhen will, wird der Abstand zu den höheren Gruppen geringer. Alles andere wäre die Quadratur des Kreises. Mit der von der GDL geforderten Lohnerhöhung habe ich aber auch keine Schmerzen.
    Am Grundlegenden Problem der Schicht- und Wochenendarbeit lässt sich nichts ändern. Die wird immer unattraktiv bleiben. In wieweit sich die Schichtpläne optimieren lassen, dass Ruhezeiten besser am Stück liegen etc. kann ich nicht beurteilen, da ich die Pläne nicht kenne. Diese Forderung stellt die GDL aber diesmal auch gar nicht. Was sich daran optimieren lässt, sollte man natürlich auch optimieren.

    musste die IG Metall das damals eigentlich auch?

    Du meinst als es um den arbeitsfreien Samstag ging? Ich sehe da mehrere wesentliche Unterschiede. "Samstags gehört Vati mir" zeigt ja schon deutlich, dass es hier nicht schwerpunktmäßig um Schichtarbeit ging. In Berufen, wo es darum geht eine bestimmte Menge Arbeit zu erledigen, kann man durch Effizienzsteigerung oder Reduktion des Outputs natürlich die Stundenzahl reduzieren. Da bei den Tf aber 24/7 abgedeckt werden müssen und die Zahl der Fahrten nicht reduziert, sondern eher erhöht werden soll, gibt es diese Option hier nicht. Zum anderen wurde zu Zeiten von Vollbeschäftigung damals stark auf Gastarbeiter gesetzt. Auch eine Variante, die heute nicht mehr so gerne gesehen ist. Die grundlegenden Probleme von damals wurden auch bis heute nicht gelöst. Ohne Deutschkenntnisse ist eine Integration schwierig. Bleiben die Einwanderer unter sich lernen auch deren Kinder schlecht Deutsch und haben wenig Chancen auf gute Jobs. Als Erwachsener parallel zu einem Vollzeitjob noch eine neue Sprache zu lernen ist aber auch schwer und nicht für jeden machbar. Ganz davon abgesehen, dass eine Anpassung an eine andere Kultur auch schwierig ist.

    Der Einigungsvorschlag der GDL ignoriert doch wieder völlig die Realität. Es werden wieder die 3000€ Inflationsausgleichsprämie gefordert, die die Bahn so gar nicht mehr zahlen kann. Es wurden 2022 schon 150€ ausbezahlt, mehr als 2850€ sind steuerfrei also nicht mehr machbar.

    Und die GDL soll bitte auch endlich mal erklären, woher die zusätzlichen Tf kommen sollen, die bei einer Stundenreduktion zwangsweise benötigt werden. Klar man kann es machen wie die Privatbahnen (und die DB auch) und dann einfach Züge wegen kurzfristigem Personalausfall ausfallen lassen. Ob bei START jetzt 10% mehr ausfallen, weil die Tf 10% weniger arbeiten, macht den Braten auch nicht mehr fett. Aber eine wirkliche Lösung ist das nicht. Solang wir in D (nahezu) Vollbeschäftigung haben, woher sollen die neuen Mitarbeiter kommen? Aus anderen Berufen abwerben ist keine Lösung, dann fehlt nur dort (noch mehr) Personal. Das grundlegende Problem des Fachkräftemangels muss natürlich die Politik lösen, aber wer eine Forderung stellt, die das Problem noch verschärft, muss in meinen Augen auch erklären, wie die Verschärfung wieder aufgefangen wird.

    Die Reduzierung der Stunden ist einfach eine weltfremde Forderung. Im Büro oder einer Produktion ist eine 4-Tage-Woche eventuell umsetzbar, weil durch die längere Arbeitszeit an den 4 Tagen Rüstzeiten wegfallen und so die Produktivität nicht sinkt. Aber das geht bei den Tf, FDL etc. nicht, weil die max. Schichtzeiten aktuell schon erreicht werden.

    Bei allen Berufen, die eine Abdeckung bestimmter Zeiten erfordern, fehlt es inzwischen aber massiv an Personal. Seien es Kellner, Arzthelfer, Lokführer etc. . Es gibt auf dem Arbeitsmarkt aber auch keine freien Kräfte, die man anwerben könnte. Jede Reduzierung der Arbeitszeit führt somit zwangsweise nur zu einer noch größeren Lücke in der Personaldecke.

    Das man Arbeitnehmer aus "weniger wichtigen" Bereichen motivieren könnte zu wechseln, halte ich für ausgeschlossen. Wirklich "überflüssig" sind doch höchstens Influencer und Co. Jeder andere Job trägt auch seinen Teil zum Funktionieren der Gesellschaft bei. Und jemand, der einen wirklich überflüssigen Job hat, zum Umschulen auf Tf (Kellner, Arzthelfer, Müllmann etc.) zu bewegen schafft man nicht durch ne 35h Woche. Ich wage zu behaupten, selbst mit einer 100% Lohnsteigerung würde kaum einer wechseln.

    Arbeitskräfte aus dem Ausland anzuwerben, ist auch ein heißes Eisen. (Persönliche Meinung: Wir kommen aktuell wohl kaum drum herum. Aber die Gastarbeiterwellen der 1950er/1960er haben auch Probleme geschaffen, an denen wir bis heute leiden. Stichwort mangelnde Integration)

    Also ja, man muss diese Jobs attraktiver machen, aber gleichzeitig auch anerkennen, dass es nicht mehr Arbeitskräfte gibt.

    Im Fall von Ausschreibungen würde dies einen starken wirtschaftlichen Anreiz darstellen, die tatsächlich erwarteten Kosten und keine unrealistischen Billigst-Kampfpreise zur Grundlage des eigenen Gebots zu machen.

    Entweder habe ich das Prinzip nicht verstanden oder mir erschließt sich deine Schlussfolgerung nicht.
    Ich hätte doch erst Recht den Anreiz, ein zu niedriges Angebot abzugeben. Annahme: ich gebe ein Angebot über 1€ ab, dann bekomme ich als Günstigster den Zuschlag, erhalte am Ende aber doch den Betrag, den ein anderer wirtschaftlich kalkuliert hat.
    Geben mehrere Dumpingangebote ab, erfolgt der Zuschlag immer noch zu einem unrealistischen Preis und es gibt die selben Probleme wie heute.

    Sollte der Abschnitt nach Bad Soden nicht auf BoStrab umgebaut werden? Im Erläuterungsbericht steht jetzt, dass zwischen der Einmündung der Neubaustrecke und Bad Soden keine baulichen Änderungen vorgenommen werden.

    Heißt das, dass der Abschnitt zwischen Höchst und dem Abzweig BoStrab mit 15kV wird, ab dem Abzweig dann EBO 15kV? Das würde zumindest in Soden im Störungsfall nach wie vor der Nutzung beider Bahnsteige durch S-Bahn und RTW ermöglichen.

    Natürlich können die Verkehrsträger nicht für 3 Monate mal eben noch den Fahrzeugpark aufstocken und Personal anstellen. Das ist utopisch. Aber bei ohnehin geplanten bestehenden Leistung (nach Fahrplan) die Zuglängen bilden, die auch im Berufsverkehr genutzt werden, sollte sich für den Laien als keine zu große Herausforderung beweisen. Es ist ja auch nicht so, als ob die Fahrzeuge dann automatisch alle in einer Wartung wären. die meisten stehen rum. Und ob eine S8/S9 aus allen Nähten platzt mit einem Vollzug (2 Einheiten) oder eine dritte Einheit angehängt wird, macht schon noch mal einen Unterschied. Auf den anderen S-Bahn Linien war ja hier auch nicht das Problem.


    Ich vermute mal bestehenden Fahrzeugpark mitlaufen zu lassen, wäre auf vielen Strecken möglich gewesen.

    Umlaufpläne sind etwas komplizierter. Die zusätzlichen KM sorgen dafür, dass die Einheiten dann früher als geplant zur nächsten Wartung müssen. Dann fehlt der Wagen halt ein paar Tage später im Berufsverkehr.

    Von den Bahnsteigen an der Galluswarte kommt man aber nicht zur Camberger Brücke.

    Vom stadteinwärtigen Gleis wäre eine Weichenverbindung vielleicht physikalisch noch möglich, von der Brücke zum auswärtigen Gleis kommt man aber definitiv nur mit aufwendigen Umbauten. Und auch dann nur niveaugleich über die Einfahrt der Main-Weser-Bahn in den HBF. Damit würde man sich ein katastrophales Nadelöhr bauen.

    Für einen weiteren Bahnsteig an den Zufahrtsgleisen zur Camberger Brücke ist kein Platz. Dafür müsste die erste Reihe Häuser auf dieser Seite weichen. Möchte man dann auch noch an der Messe halten, kommt wieder das Problem der niveaugleichen Kreutzung der Main-Weser-Bahn dazu. Im Torhaus der Messe geht definitiv kein weiterer Bahnsteig. Verzichtet man auf den Halt an der Messe ginge es eher, würde aber auch die Entflechtung der S-Bahn vom restlichen Verkehr auf der MWB ad absurdum führen. Auch wär ein West ein weiterer Bahnsteig am unteren Verbindungsgleis nach Rödelheim notwendig, wofür ohne Verzicht auf eines der Gütergleise auch kein Platz ist. Immerhin könnte man die Anbindung der Gleisbauwerkstatt nutzen um eine Einfädellung Richtung Rödelheim zu realisieren.

    Unter Berufung auf GG Art 14 (2) und (3) könnte man natürlich Platz schaffen, bis dahin ist dann aber auch die RTW gebaut.

    Und, Umbau hin oder her: zusätzliche Weichen, Signale und mehrere Kilometer Gleis sollen für was nochmal genau auf Dauer unterhalten werden!?

    Ehrlich gesagt, erschließt sich mir langsam die Argumentationskette nicht mehr.

    Auf der einen Seite wird Main-Weser-Bahn 4-gleisig ausgebaut, um einer echten S-Bahn auf eigenen Gleisen näher zu kommen. Auf der anderen Seite wird hier ein komplett neuer Streckenabschnitt gebaut und wieder im Mischbetrieb.

    Der Abschnitt ist bekanntlich jetzt schon überlastet und wird mit der RTW noch mehr Verkehr abbekommen. Es wird imme rund überall kritisiert, dass die Bahn in den letzten Jahrzehnten Überholgleise abgebaut hat. Dabei sind Überholgleise eigentlich eine Krücke: Der zu überholende Zug muss langsam abbiegen, anhalten und danach unter Wechselblinken wieder auf die Strecke zurück schleichen, was ihm alles noch mehr Verspätung einbringt. Je nach Kapazität der nievaugleichen Kreuzung im Tunnel wären hier fliegende Überholungen problemlos möglich. Für dieses Betriebskonzept wäre aber besser ein Überwerfungsbauwerk im Tunnel gebaut worden, was in der Tat die Baukosten massiv gesteigert hätte. Letztlich hätte dies aber in Summe auch deutlich mehr Verspätungsminuten im Jahr verhindert, als viele der rückgebauten Überholgleise.

    Natürlich ist mit dem Flughafenbahnhof ein ähnlicher Engpass direkt dahinter, dessen Ausbau sich sehr schwierig gestaltet, aber irgendwann in Angriff genommen werden muss. So geht die ganze Diskussion dann auch auf dem Abschnitt zum Stadion wieder von vorne los, auch mit Eingriff in das FFH-Gebiet etc.