Beiträge von HHeiler

    Ich kritisiere oft, dass bei der Fahrzeit der Weg vom Start zur Haltestelle / von der Haltestelle zum Ziel nicht mitgerechnet wird. Dadurch ist gelegentlich die Straßenbahn sogar schneller als die Stadtbahn.

    Unbestreitbar ist aber das Argument der Kapazität - die Stadtbahn transportiert in einem Zug ein Mehrfaches an Fahrgästen im Vergleich zur Straßenbahn - selbst wenn man für den Vergleich einen T-40-Wagen nimmt.

    Last not least: es handelt sich beim Lückenschluss ja nicht um eine völlig neue Strecke, sondern wie der Name schon sagt, um die Verbindung von Teilstücken. Insofern kann eine Straßenbahn hier sowieso keine Alternative sein.

    Relativ gut, würd ich sagen. Allerdings sorgt diese spezielle Majer-Kompromiss-Konstruktion immer wieder für Verunsicherung. Und die gelben Streifen an den anderen Stationen (nur wer da einsteigt, kann an den beiden Kompromiss-Stationen stufenlos wieder aussteigen) müssen regelmässig erneuert werden.

    Für gehbehinderte Fahrgäste kann ein LE-Bus wirklich gefährllich werden: wer etwas länger Zeit zum Einsteigen braucht, ist dann evtl genau dann an diesen Stufen, wenn der Bus losfährt. Nicht jeder kann sich dann noch halten. Daher sind richtige Niederflur-Busse ohne Stufen im Innenraum die bessere, weil barrierefreie Lösung.

    Zum einen: ÖPNV ist ein Zuschussgeschäft. In Hessen ist der Kostendeckungsgrad (politisch gewollt) ziemlich hoch. Insofern ist alles nur eine Frage der Verlagerung: weg von den Nutzern, hin zur Steuerfinanzierung (die eben nicht nur von den ÖPNV-Nutzern finanziert wird, sondern von allen Steuerzahlern). Das ist ja alles nicht neu, das ist seit vielen Jahren, seit der Nulltarif-Debatte, auf dem Tisch.

    Tatsächlich darf man diese Maßnahme zugunsten mehr ÖPNV nicht ohne massive Kapazitätsausweitung, mehr Linien und vor allem dichtere Takte (auf dem Lande und zu Randzeiten) machen. Last not least: dazu gehört zwinigend auch ein vollständig barrierefreier ÖPNV.

    Das alles kostet Geld, und da muss genug Geld von allen Beteiligten in die Kasse. Die doofe Hierarchie von Bund, Land, und ganz unten Kommunen ist da natürlich kontraproduktiv, und die kommunalen Sonderangebote sollten dann auch irgendwann entfallen.

    Übrigens: für mich als Inhaber einer Senioren-Jahreskarte ist 49€/Monat nicht wirklich attraktiv! Im Gegenteil: ich zahle für das Deutschland-Ticket dann sogar mehr, wenn auch bei größerem Aktionsradius.

    Als Beschwerde-Adresse nutze ich für Frankfurter Bus- und U-/Straßenbahn die Email-Addresse "beratung@traffiq.de". Das hat m.E. den Vorteil, dass ich mich in Fließtext mitteilen kann und ggf. auch Fotos anhängen kann. Zugegeben: letzten Endes landet das auch wieder beim RMV.

    Das ist alles gut und schön - aber andere Städte schaffen ein deutlich höheres Tempo beim barrierefreien Umbau! So hat z.B. Karlsruhe vor ein paar Wochen die Straßenbahn in Richtung Knielingen gesperrt, um auf einen Schlag 5 Haltestellen umzubauen. Dabei ist Karlsruhe ja grad mal etwa halb so groß wie Frankfurt. Im Laufe der Jahre hab ich alle möglichen Gründe bzw. Ausreden gehört, warum es nicht vorangeht: mal fehlte angeblich das Geld, mal fehlen die Planer, und ganz am Anfang wollte man gar nicht ("zu teuer, und dafür haben wir ja auch den Sonderfahrdienst..!"). Bei der Planung der C-Strecke hatte der Architekt Aufzüge eingeplant - die wurden rausgestrichen und inzwischen für viel Geld nachträglich eingebaut. Was da in Frankfurt in den letzten 40 Jahren gelaufen ist - ein einziges Trauerspiel!

    Die größere Stellfläche bei Solobussen sowie die zweite Stellfläche bei Gelenkbussen sind beschlossen, waren auch dringend nötig. Selbst wenn weit und breit niemand mit Fahrrad reinwollte, wurden es doch immer mehr Menschen mit Rollstuhl, Rollator und den immer größer werdenden Kinderwagen. Die großen Stellflächen müssen bleiben.

    Es gibt ja auch den Effekt, dass Haltestellen wegen der Kurvenfahrt des Busses (Schleppkurve) im hinteren Bereich nicht auf 20 bzw. 22cm gebaut werden können. In diesem Zusammenhang bitte ich, nicht von "Hochbahnsteigen" zu reden - die gibt es nur an oberirdischen U-Bahn-Stationen. Bei einer Bushaltestelle mit 20 oder 22cm Höhe über Asphalt würde ich nicht gleich von "Hoch-" sprechen.

    Das kannst Du bei genügend Baufreiheit so machen. An vielen Stellen hast Du aber bisher vergleichsweise schmale Bahnsteige und die sind nicht so einfach umzubauen. Erstens, weil dann durch den höheren Bahnsteig auch auf der Nicht-Bahnseite auf einmal eine "Absturzsicherung" erforderlich ist, für die dann logischerweise irgendwo Platz geschaffen werden muß. Zweitens bringt die Umrüstung auf Hochbahnsteig nichts, wenn der Bahnsteig nicht breiter wird. Dann käme der Rolli zwar ebenerdig aus der Bahn raus, könnte sich aber nicht drehen und den Bahnsteig verlassen, weil dafür die Breite fehlt. Beuthener Straße könnte z. B. beispielsweise so ein Problem werden oder Stresemannallee/Mörfelder. Die sind bereits jetzt viel zu schmal. Also geht ein Umbau dort nur mit Eingriff in die Straßeninfrastruktur. Und selbst "nur" einen Masten zu versetzen, bringt einen deutlichen Planungsaufwand.


    Kannst Du Deine Aussage mal beziffern (und damit belegen)? Wieviele Haltestellen wurden denn jeweils in den letzten Jahren pro Jahr umgerüstet?

    Aus der Hüfte kann ich das nicht genau belegen. Aber noch vor 4 oder 5 Jahren waren es noch mehr als 10 Straßenbahn-Haltestellen pro Jahr.

    Die notwendige Verlängerung von Haltestellen für T40-Wagen ist ein eigenes Problem. So wird die Galluswarte zwar verlängert, aber die Haltestellen-Umgebung nicht barrierefrei umgebaut (das kommt dann wohl erst am Sankt-Nimmerleins-Tag).

    Von Jahr zu Jahr werden weniger Haltestellen barrierefrei umgebaut. So sind für nächstes Jahr grad mal 5 straßenbahn-Haltestellen zum Umbau vorgesehen. Wenn es in diesem Tempo weitergeht, wird es noch mindestens bis zum Jahr 2035 dauern, bis alles barrierefrei sein wird!

    Korrektur: da immer mal wieder neue Haltestellen eingerichtet werden, die nicht barrierefrei sind (z.B. Kornmarktarkaden/Karmeliterkloster auf der Alstadt-Strecke), wird es doch noch viel länger dauern...

    Längere barrierefreie Haltestellen sind aus verschiedenen Gründen nötig:

    - wer weiß, welche Bus-Typen in 5 Jahren auf welcher Linie eingesetzt werden?

    - Es gibt auch Haltestellen, die von mehreren Linien angefahren werden - und auch wenn es im Fahrplan anders steht, treffen dann gleichzeitig 2 Busse ein (häufig zu beobachten an der Bockenheimer Warte, Linie M36/32).

    Hach, was eine schöne Theorie! Ja, eigentlich ist Barrierefreiheit selbstverständlich und im Personenbeförderungsgesetz ja auch festgeschrieben. Aber die Praxis zeigt: es gibt immer wieder Ausreden, Ideenwettbewerbe und andere "Argumente", warum Barrierefreiheit in der Praxis alles andere als selbstverständlich ist. Also: Barrierefreiheit ist nicht selbstverständlich und sollte daher nicht ausgeklammert werden!

    Nach meinen Informationen wird die Straßenbahn-Haltestelle Schweizer-/Gartenstraße für beide Fahrtrichtungen in die Gartenstraße verlegt. Dafür gibt es immerhin Vorplanungen. Ich erinnere mich allerdings nicht, wie das ohne Gleisverschwenkung realisiert werden soll.

    Die Ringtram beginnt ja quasi mit dem Neubau der Station Markuskrankenhaus. Gibt es in den Schubladen des Dezernats auch eine Umbauplanung für die restliche Bockenheimer Strecke?

    Also vor allem der barrierefreie Ausbau der Stationen Frauenfriedenskirche, Juliusstraße, Warte und Adalbert/Schloßstraße interessiert mich.

    Und ja, alle 4 Haltestellen haben sehr unterschiedliche Gegebenheiten.

    Leider sind mir da keinerlei Planungen für diese Stationen, vom Abschluss eines barrierefreien Umbaus mal ganz zu schweigen. Jahrelang wurde das damit begründet, dass die Linie 16 mit dem Lückenschluss D2 entfallen würde. Dieses Argument zählt inzwischen nicht mehr, der Umbau liegt dennoch in weiter Ferne.

    Das stimmt nicht. Die Aufkleber gibt es bei der ICB weiterhin und auch ich öffne zum aussteigen nur hinten.

    Ich habe extra bei traffiQ nachgefragt: es gibt keine Regelung, die das Aussteigen an Tür 1 verbieten würde. Diese Aufkleber gibt es auch nur an einem kleinen Teil der ICB-Busse. Bei den neuen Bussen habe ich sie noch nirgends gesehen. Der Fahrer hat also - insbesondere für blinde Fahrgäste - die 1.Tür auch zum Aussteigen zu öffnen.

    Bei Fahrzeugen mit einem Mehrzweckabteil ist in der Regel aus Sicherheitsgründen nur ein Rollstuhlfahrer Platz vorgesehen (Rückwärts in Fahrtrichtung). In der Realität sieht es natürlich anders aus. Theoretisch wäre bei mitfahrenden Rolli auch die Mitnahme von Kinderwagen eingeschränkt (Sicherheitsaspekt).

    Ansonsten passen meißt 3 Kinderwagen in die Standartabteile, wenn entsprechend ordentlich geparkt wird.

    Was willst Du zu Menschen im Rollstuhl sagen, wenn sie mit Blick in Fahrtrichtung stehen wollen, weil ihnen andersherum schlecht werden würde?

    Mit gutem Willen und Augenmaß passen notfalls auch zwei Kinderwagen, ein Mensch mit Rollator und ein Mensch im Rollstuhl auf die Sondernutzungsfläche der aktuellen Größe.

    Einstiegspendel sind diese Sperren neben dem Fahrer. Da u.a. blinde Menschen bevorzugt an Tür 1 ein- und aussteigen, machen diese Sperren immer wieder Ärger. Ausserdem gibt es je nach Hersteller auch noch Pendel, die keinen korrekten Anschlag haben und u.U. Menschen auf dem ersten Sitz hinter Tür 1 treffen.

    Einige Zeit gab es in den Bussen auch Aufkleber, man solle nur an Tür 2 oder 3 aussteigen. Dafür gab es aber keinerlei Grundlage, und inzwischen sind diese Aufkleber auch wieder weitgehend verschwunden. Ein- und Aussteigen darf man in Frankfurt also an allen Türen.