Beiträge von HHeiler

    Studenten sollen laufen...

    Das ist ein Schlag gegen alle mobilitätsbehinderten Menschen! Ein Fußweg von 500 Metern ist da wirklich unzumutbar, entspricht auch nicht den Vorgaben des Personenbeförderungsgesetzes. Und: wie groß ist das Fahrgastpotential am Botanischen Garten, wie groß ist es mitten auf dem Uni-Campus Westend?

    Im Ernst: es ist wirklich vorsintflutlich, wie immer nur mit den jungen und fitten Fahrgästen argumentiert wird und wie gesetzliche Regelungen zugunsten von Frau Becker und eventuell zwei oder drei geschädigten Bäumen ignoriert werden. Wo kommen wir hin, wenn Bäume wichtiger sind als Menschen?

    Zur Barrierefreiheit an der Bockenheimer Warte: auf einem Umweg ist auch der Bahnsteig U6/U7 barrierefrei erreichbar: Mit dem Aufzug runter zum Bahnsteig U4 und dann mit dem Verbindungsaufzug zum Bahnsteig U6/U7.

    Das Thema Hauptbahnhof und Zugang dort zur U-Bahn ist ein ganz anderes Trauerspiel. Es hieß erst, im ersten Bauabschnitt sei der Publikumsverkehr nicht betroffen, doch dann waren die Aufzüge zur U-Bahn nicht erreichbar.

    Es ist ja nett, wenn einige alte bzw. behinderte Menschen digitale Zahlungsmittel nutzen. Aber nicht alle sind dazu in der Lage, und es gibt auch eine Menge grundsätzlicher Gründe zur Ablehnung. Insofern muss es neben den neumodischen Zahlungsmethoden immer auch eine Möglichkeit zur Barzahlung geben. Ich war gerade in Spanien, da hat die RENFE das hervorragend gelöst - an jedem Automaten hat der Kunde die Wahl zwischen Karte und Münz-Zahlung. Warum soll das hier nicht gehen?

    Beim derzeitigen Tempo wird es noch min 10 Jahre dauern, bis die gesetzliche Vorgabe erfüllt sein wird, nämlich dass alle Haltestellen barrierefrei sein werden. Es ist schon ein schlechter Deal, wenn nun ein bisschen schneller geplant und gebaut werden soll, und das um den Preis, immer nur Minimal-Lösungen zu bauen.

    Ich lese immer wieder, es gebe die Alternative Minimalausbau schnell vs. Komplettausbau irgendwann. Was ein Unsinn!

    Selbstverständlich geht es um vollständigen Ausbau im Maximaltempo.

    Der Vergleich mit der S6 ist hier m.E. unpassend, da es sich dabei um Einschränkungen für alle handelt. Dumm nur, dass der barrierefreie Ausbau der U-Bahn-Station Niddapark vom Bau der S-Bahn-Station Ginnheim abhängt.

    Die fehlende Bus- und die Straßenbahn-Haltestelle am Westbahnhof sollte zeitgleich mit den DB-Anlagen barrierefrei gemacht werden. Es ist behinderten Nutzern schwer vermittelbar, wenn an einer Station nur ein Teil der Haltepunkte barrierefrei ist, ein anderer Teil aber nicht.

    Und allgemein: Es ist schon komisch, dass denen, die eingeschränkt sind, die längeren Wege zugemutet werden, weil nur ein Minimum an Überwegen umgebaut wird.

    Sicher ist ein Fahrplan nach "Wiesbadener Vorbild" besser als unerwartete Ausfälle einzelner Kurse ohne Kommunikation. Allerdings gehen die Bemühungen letztlich in die falsche Richtung: statt den Personalmangel für quasi gottgegeben zu nehmen, sollte man die Bedingungen verbessern, um so mehr Fahrpersonal zu bekommen. Sprich: deutlich mehr Lohn, attraktivere Arbeitszeiten etc.

    Ohne solche Maßnahmen können wir uns jeglichen Ausbau des ÖPNV abschminken - selbst der Tunnel durchs Europaviertel steht eigentlich auf der Kippe.

    Ich bin auch dafür, dass DFI dazugehören sollte - aber tatsächlich ist die DFI-Nachrüstung ein extra Programm, steht nicht in die Föderbedingungen für die Zuschüsse für barrierefreien Haltestellen-Umbau. Und was da nicht drinsteht, wird in Frankfurt auch nicht gemacht. Deshalb bekommt der Westbahnhof auch keine Aufzüge am Zugang Hamburger Allee, von einem Zugang vom Schönhof-Viertel mal ganz abgesehen.

    Zur Frage, wie langsam in Frankfurt der barrierefreie Ausbau vorangeht, stehen heute Artikel mit konkreten Zahlen in Rundschau und Neuer Presse.

    Seit 2022 verspricht das Personenbeförderungsgesetz, dass der ÖPNV vollständig barrierefrei ist. Was glaubst Du, wie groß da der Unmut unter Menschen mit Behinderung ist, dass immer noch einige Fahrzeuge und zig Haltestellen nicht nutzbar sind - bis die Forderung des PBefG in Frankfurt eingelöst ist, wird es beim derzeitigen Tempo noch mindestens 10 Jahre dauern!

    Ich darf vielleicht daran erinnern, dass P-Wagen Hochflur-Fahrzeuge sind und damit absolut nicht barrierefrei. Schon deshalb müssen sie so schnell wie möglich aus dem Liniendienst verschwinden.

    Eine durchgehende Erhöhung von Bahnsteigen ist keineswegs "unfassbar teuer" - in Frankfurt wurde das an einer ganzen Reihe von Stationen gemacht. Die teilweise Erhöhung birgt immer ein Risiko, daher wurden hier wegen der U5-Stationen Musterschule und Glauburgstraße (die nur im Mittelteil barrierefrei ausgebaut wurden) an allen Stationen der U5 sowohl Bodenmarkierungen als auch Hinweisschilder angebracht. Wenn dann an einem Bahnsteig gleich mehrere Berg- und Talfahrten eingebaut werden, ist das für Fahrgäste zumindest sehr unangenehm - und am Ende wohl kaum deutlich billiger als die konsequente Anhebung des gesamten Bahnsteigs.

    Apropos Aktualisierung. Ich habe ein RMV Job Ticket. Mein Arbeitgeber hat darüber informiert, dass das Jobticket durch Auflegen auf einen Fahrkartenautomat in ein 49,- EUR Ticket gewandelt wird.
    Da ich weniger deutschlandweit unterwegs bin aber eher die "Mitnahmemöglichkeit" des Job Tickets nutze hätte ich die Frage,
    ob ein Zwang zum "Upgrade" besteht.
    Der Auskunft / Info unserer HR Abteilung traue ich nicht so ganz.

    Ich denke, da sind die konkretesten Antworten bei traffiQ zu bekommen. Ich hatte in Sachen Jobticket vor einiger Zeit da Gespräche mit einem wirklich kompetenten Menschen zu dieser Sache. Dass am Ende nix dabei herauskam, lag nicht an ihm.

    So oft, wie ich in den letzten Wochen Busse ohne funktionierende Zielanzeige an der Front und/oder defekter Haltestellen-Anzeige/ -Ansage im Bus erlebe, scheint das wirklich nebensächlich zu sein.

    Natürlich plädiere ich damit nicht dafür, eine Tour ganz ausfallen zu lassen, aber entweder müssen solche Defekte schneller repariert werden oder die Betreiber müssen deutlich mehr Reserven an intakten Bussen haben, Sonst braucht niemand mehr mit solchen Informationen hausieren gehen, wenn sie nicht zuverlässig funktionieren.