Beiträge von barnyk

    Bei allen Gehalts- und Mitbestimmungswünschen ... wer glaubt denn auch daran, dass eine Elektronik, die in immer mehr Autos verbaut ist und die Sicherung von Straßen und autonomes Fahren in zwei DImensionen leisten kann, auch in Zügen verbaut werden kann und "nur" eindimensionale Bewegung steuern muss? Je höher die "Betriebskosten" menschlicher Natur umso früher wird das Berufsbild Lokführer sterben.

    Zitat

    Mit den Uhren unterstelle ich der S-Bahn inzwischen Absicht. Keine echte Uhr mehr auf dem Bahnsteig und die ZZA zeigen nur relative Abfahrten an.

    Nicht das man am Ende noch merkt, wie sehr alles nach dem Mond fährt...

    Aber ist das nicht am Ende egal? Ob absolute Zeitm die heute jeder auf dem Smartphone ohnehin dabei hat oder auch nicht - der nächste Zug kommt dadurch auch nicht früher. Es gibt Städte in denen es keine fixen Abfahrtpläne gibt, sondern nur Betriebszeiten und Taktungen. Reich ja auch eigentlich aus.

    Im Prinzip beschreibst Du dieses Dilemma ganz gut.


    Du kannst es nachvollziehen, dass ein Friseurbesuch (je nach Haarpracht) zwischen 10 und 30 Minuten dauern kann, Du kannst sicherlich nachvollziehen, das rund 50% der EInnahmen über Steuern und Abgaben verschwinden, Du kannst auch nachvollziehen, dass (Warm-)Wasser und Strom auch bezahlt werden müssen und ebenso Miete für das Ladengeschäft des Friseurs. Deshalb fällt es Dir auch nicht schwer, 3 € als ungerechtfertigt niedrigen Preis für einen Haarschnitt zu erkennen. Beim Bierchen oder Wein, würde ich die Frage eher umgestellt stellen - was denkst Du, müsste der Preis sein, dass sowohl Inhaber wie Angestellte einen auskömmlichen Lohn (wo liegt der überhaupt - 2000 € Brutto?) erhalten, alle Kosten gedeckt sind und eine leichte Rücklage für anstehende Reparaturen oder den nächsten Corona-Lockdown beiseite gelegt werden können? Aber das führt hier sicherlich zu weit.


    Schwieriger wird es dann bei einer Dienstleistung wie im öffentlichen Personen-Transportwesen. Es ist keine ganz so einfache Aufgabe die Kosten zu ermitteln, noch ist es einfach hieraus einen Preis zu machen. Ich möchte mal die These in den Raum stellen, dass 365€ Karten nicht ansatzweise die Kosten decken werden. Hier sind auch vermutlich keine Skaleneffekte im besonderen Maße angebracht, denn mit steigender Nachfrage wären auch entsprechend teure Infrastruktur-Maßnahmen nötig werden. Wenn man einmal zusammen hat, was der Spaß kostet, kommen wir auf den wichtigen Punkt des "wer bezahlt die Musik?" Am Endeffekt ist das aber nur eine Frage der Verteilung. Wenn man politisch will, dass PKW und individueller Verkehr zu gunsten des öffentlichen Verkehr reduziert wird, ist das eine staatliche Angelegenheit, die auch dort hauptsächlich bezahlt werden muss (aus dem Säckel, dass wir alle irgendwie füttern). Die leidige Diskussion um "es gibt Leute, die es sich nicht leisten können" lässt sich mit etwas Willen auch lösen.


    Es ist natürlich auch eine Frage der persönlichen Motivation. Wieso ist es jemanden wichtiger, Tabak, Alkohol, Süßwaren, Energy-Drings oder das neueste Trikot des Lieblings-Vereins/-Spielers zu besitzen und zu konsumieren, als für eine Fahrkahrte den Preis auszugeben, damit auch der Nachbar, der dort in dem Sektore arbeitet, den gleichen/gerechten Lohn erhält? Und wenn man sich mal fragt, ob auf die gesundheitlich ja auch negativ auswirkenden Genussmittel verzichtet werden könnte, schaut der Satz des verfügbaren Geldes schon wieder anders aus, den man für gute Produkte mit guter Bezahlung erhalten kann (und damit auch der Umwelt etwas gutes tun kann). Ebenso muss man sich auch überlegen, was denn ein Auto wirklich kostet - und damit meine ich nicht nur das Geld, was an der Tankstelle ausgegeben wird. Und 200-300€ pro Monat wird man bei einer Vollkosten-Rechnung nicht ernsthafterweise landen. Macht mal den ehrlichen Selbst-Test - und dann kann die Frage gerne wieder aufkommen, ob - jetzt verwende ich die Analogie der Sklaverei doch - die Sklaven nicht im Endeffekt ihre eigenen Sklavenhalter sind. Den berühmten Teufelskreis zu durchbrechen, das obliegt jedoch dem staatlichen Korrektiv in der Politik. Aber - was freiwillig nicht geht - wird auch nicht besonders populär sein und entsprechende Forderungen wieder keine Mehrheiten finden. Die Wahrheit ist bitter und tut weh, aber es ändert nichts an ihr.

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    Also findest du die Sklaverei gut ?

    Sorry ,daß ist absolut unverständlich und Aso....

    Das habe ich mit keinem Wort gesagt. Finde es eine Frechheit mir soetwas zu unterstellen! Und der Begriff asozial kann man sicherlich auf einige Menschen anwenden - Geschäftsführer, die aus Profitgier ihren Mitarbeitern keine gescheiten Löhne zahlen; Politiker, die nach Überzeugungsarbeit durch Lobbyisten es für opportun erachten, dass Berufe ohne Lobby und mit hohem Grad an Substituierbarkeit der einzelnen Menschen, nicht wertgeschätzt werden.


    Der Begriff Sklaverei wird an dieser Stelle gerne genutzt, ich tue mich damit aber schwer. Denn niemand wird in ein solches Leben vorbestimmt geboren, es gibt genügend Arbeitgeber, die noch ein Mindestmaß an Wertschätzung haben, und es gibt Gewerkschaften und Mitbestimmung, die richtig angewendet auch einiges erreichen könnte.


    Nein, ich habe auf das Dilemma hinweisen wollen - man schaue auch gerne DIskussionen zu Fahrpreis-Erhöhungen - zwischen der Empörung über Arbeitsbedingungen und der Bereitschaft für ein ordentliches Produkt und ordentlich bezahlte Mitarbeiter entsprechende Preise zu bezahlen. Die Beiträge "die Fahrscheingebühren sind zu niedrig" sind schon in der Unterzahl. Solange als unsere Politiker dier Erbringung des öffentlichen Nahverkehrs nicht als öffentliche/hoheitliche Aufgabe ansieht oder zumindest entsprechende Regeln erbracht werden, ist die Diskussion nur über die Einnahmenseite regelbar.


    Also bitte zukünftig nicht gleich irgendetwas unterstellen! Danke

    $Dinge kosten $Geld - dessen muss man sich immer bewusst sein. Wer hier im Forum (einschließlich mir) bereits ist mehr Geld auszugeben für gerechte Löhne und Arbeitsbedingunen, werfe den ersten Fahrschein ...

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    Welche corona- und klimagerechte Alternative gäbs denn? E-Scooter austeilen? Oder Fahrräder? Ansonsten gilt: der gesündeste Weg zum Ziel ist er Fußweg.


    Im Beispiel Oberrad: Bau einer gleichnamigen S-Bahn Station ;)

    Mal ganz davon abgesehen, das hätte ja nichts sinnhaftes mehr und dient ja nur der eigenen Eitelkeit. Eine T(ram) dient dem öffentlichen Beförderungsauftrag und keinem Künstler-Ego. Nichts dagegen, dass Künstler ihr geistiges Eigentum schützen wollen - siehe auch Kommentar von zip-drive - aber wenn es um Verbesserungen für den Fahrgast geht gehört bvei einem Veto dessen dieser in einen richtig weich gepolsterten Raum - oder besser - einen solchen Habitus von Anfang an vertraglich ausschließen.

    Und am Ende des Tages werden wieder neue Sicherheitsrichtlinien erlassen unter denen dann wieder alle leiden müssen. Es ist wirklich eine Schande, dass Menschen aus Profitgier (denn nichts anderes ist das ja schlussendlich) auch in diesen Zeiten sich zu so einer Dummheit hinreissen lassen. Das Mitgefühl mit den Hinterbliebenen ist da noch höher, denn das ist genauso vermeidbar wie Opfer bei illegalen Autorennen.

    Bei aller Befürwortung des Ausbaus der Bahn, finde ich die Vergleiche Frankreich/Spanien als zentralistische Länder mit dem föderalen System in Deutschland als nicht angemessen. Hierzulande gibt es Genehmigungen nur, wenn in der Provinz auch jede Milchkanne den gleichberechtigten Anschluss hat, wie die Großstädte. Stelle man sich nur mal vor, wie das wäre mit 500km/h eine Magsitrale London-Paris/Brüssel/Amsterdam-Köln-Frankfurt-Wien und eine zweite Berlin-Frankfurt-Zürich-Mailand zu haben. Damit spare man sich viel Beton für Autobahnen und noch mehr Kerosin für Flugzeuge.


    Dafür bräuchte es eine Technik, die solche Geschwindigkeiten erlaubt, den politischen Willen und das Geld. Ich habe gehört, die Chinesen setzen eine solche Technologie ein ;) und die beteiligten europäischen Länder sollen zu den reichsten dieser Erde gehören. Woran das jetzt wohl scheitern könnte?

    Wirklich jammerschade. Bin ich der Meinung, dass Lokführer und auch andere Angestellte im operativen Bereich der Bahn zu wenig verdienen? Ja! Aber man muss die Augen auch einmal für die Realität offen haben. Eine Forderung nach mehr Sicherheit ist absolut berechtigt, auch im Sinne der Fahrgäste. Darüber muss man nicht diskutieren. Aber bei "nur" wenigen Prozent Unterschied in den beiden Angeboten eine Verhandlung kategorisch auszuschließen finde ich nicht in Ordnung.


    Zudem wissend, dass

    ... die Bahn ein nahezu volles Angebot trotz nahezu keinen Buchungen aufrecht erhalten hat und damit Verluste eingefahren hat.

    ... Ausschreibungen im Nahverkehr nahezu nur noch über die Personalkosten gewonnen werden können.

    ... die Digitalisierung immer weiter zu nimmt und damit der Berufsstand früher oder später aussterben wird - je höher der Kostenblock und damit umso geringer die Opptorunitätskosten, um so früher.


    Das eine Gewerkschaft dies fordert und so handelt, kann ich ja noch verstehen. Das dem aber dann auch noch so viele Mitarbeiter folgen ...


    Und ganz ehrlich ... Corona Einmalzahlung? Was hat sich denn für den Lokführer durch Corona verschlechtert für die Lokführer? Sitzen sie jetzt neuerdings unter den Fahrgästen? Da gäbe es so viele Berufe mit Publikumsverkehr wo das deutlich angesagter wäre.

    Ich finde eine Strecke von 2 km in Wiesbaden bedingt fußläufig, bei schönem Wetter eine Alternative zum Bus. Grüße an das Forum Lgog

    Ich durfte mal vor einiger Zeit - Sport sei dank - den ÖPNV mit Krücken bereisen. Jede Entfernung >500m machen dann keinen Spaß mehr, unabhängig vom Wetter. Die Fahr"künste" mancher Chauffeure neben bei gemerkt auch nicht. Solange man gesund ist, hören sich Entfernungen alle als machbar an. Nur leider wird keiner jünger und adäquate Alternativen in gleichem Preissegment gibt es dann auch nicht, Und die Elektroroller sind für mich keine ernsthafte Akternative ;)