Beiträge von michah

    Spannend, was hier für meinungen kursieren.

    Grundsätzlich gilt, es gilt beim Einkauf im Laden und am Automaten der Preis, der ausgezeichnet ist, es kann aber immer noch verhandelt werden, was aber mit einem Automaten schwierig ist. Es ist das Angebot des Verkäufers an den Kunden, das der annehmen oder ablehnen kann. Ist die Ware erkennbar falsch ausgezeichnet, dann gilt der Preis nicht, siehe das Semesterticket. Darauf berufen, kann sich nur, der nachweist, das er zum erstenmal in seinem Leben einen Fahrkartenauotmaten sieht und noch nie, seit seiner Geburt, mit Fahrkarten und Preisen zu tun hatte. Für die Inhaber des Semestertickets sehe ich da schwarz. Der Fehler ist erkennbar. Liegt im Supermarkt eine große Kiste mit Hendriks Gin, normalerweise für 40,-€ bis 50,-€, mit einem Preis auf jeder Flasche von 1,-€ aus, dann kann sich der Verkäufer n icht auf Irrtum berufen sondern nur ganz schnell alles wegräumen, was bereits weg ist erfreut die Kunden.

    Pallaswiese , da wäre ich mir an Deiner Stelle nicht so sicher. Schau am auf das Datum der Betriebsaufnahme der Straßenbahn.


    Baertram das passt zu meinen Behauptungen:


    Zum einhundertjährigen Jubiläum der Eingemeindung Bessungens wurde der Bau einer Straßenbahn in Bessungen als eine der Vertragsbedingungen erwähnt. Da der Straßenbahnbetrieb am 25. August 1886 begann, kann ich da nicht so falsch liegen. Immerhin wollte das Dorf Bessungen Stadtrechte genießen, hatte ca 3 Millionen Goldmark in der Kasse und Darmstadt war pleite.


    Ich denke die haben sehr wohl schon an die Straßenbahn gedacht, schließlich war Bessungen der Wohnort für die gehobene Beamtenschaft aus der Residenz- und Landeshaupstadt und bis 1903 ist dann auch nicht mehr solang gewesen. Die Honoratioren, wollten damals chon bequem pendeln.

    Holger Koetting , du musst dich nicht wiederholen, denn es ist bekannt dass es in der Schweiz besser klappt. Ich wollte nur drauf hinweisen, dass es außerhalb der Städte anders zugeht, was von vielen ÖPNV Fans leider übersehen wird. Ich habe dies an einer Einzelbetrachtung deutlich gemacht, die aber auch viele

    ländliche Regionen in Deutschland zutrifft. Ich sehe hier erhebliche Schwierigkeiten ein überzeugendes Angebot zu machen, was die Leute auf dem Land dazu bringt freiwillig auf das Auto zu verzichten. das Hauptproblem ist in meinen Augen, dass die Busse sternförmig auf die Unter- Oberzentren ausgerichtet sind und ich als Fahrgast selten die direkte Route nehmen kann. In meinem Beispiel sind die Zentren über die alles geht in dieser Region Herzberg, Duderstadt und Göttingen. Das bedeutet, dass ich meine Fahrzeiten gegenüber dem PKW erheblich verlängern. Schlecht abgestimmte Umsteigemöglichkeiten kommen natürlich hinzu. Ich erlebe es regelmäßig, wenn ich mit Kindern aus Darmstadt im Harz bin, dass sie mit dem Bus fahren wollen und beim Studium der Fahrpläne feststellen, dass an und Abreise zu den einzelnen Zielen in der Summe 7 oder 8 Stunden dauern.


    baeuchle , vielen Dank für die Vorverurteilung im 1. Satz. Es handelt sich hier nicht um die Abwehrreaktion eines absolut überzeugten Autofahrers, sondern um eine Beschreibung dessen, was ich erlebt habe. Ich habe mir auch die Mühe gemacht nachzuprüfen, ob das inzwischen besser geworden ist, was ich aber leider nicht feststellen konnte, wenn man von einigen punktuellen Dingen absieht.

    Mir ist gerade aufgefallen, dass ich vergessen habe zu erwähnen, dass wir später nach Herzberg gezogen sind und ich von dort zur Gruppenstunde gefahren bin. Damals war ich alt genug um das mit der Mofa zu erledigen. Selbst die heutige ÖPNVverbindung braucht für diese Strecke je nach Tageszeit zwischen 20 und 75 Minuten.

    Hallo!
    ich habe mit großem Interesse eure Beiträge gelesen. Allerdings bemerke ich, dass sich die wenigsten von euch mit dem Leben auf dem Land als Fahrschüler oder Arbeitnehmer auskennen. Um das Ganze ein bisschen genauer darzustellen, möchte ich etwas detaillierter werden. Meine Jugendjahre habe ich in den Landkreisen Osterode am Harz und Duderstadt verbracht, die heute beide Bestandteil des Landkreises Göttingen sind. wir haben damals an der Ruhmequelle gewohnt, die Schule war in Herzberg und eine Freizeitaktivität in die Gieboldehausen. Ich halte mich auch heute noch in der Gegend regelmäßig auf und fahre mit Pfadfindergruppen zu lagern und Wanderungen in diese Gegend. Wir machen dort ein Winterlager. wir möchten einen Tagesausflug auf den Brocken machen und müssen dazu von Gieboldhausen Torfhaus rausfahren. Ich habe diese Tour im Fahrplan des Verkehrsverbundes Süd Niedersachsen gesucht und dabei festgestellt, dass die Fahrtdauer 3 Stunden beträgt. Mit dem PKW benötigen wir für die Strecke 47 Minuten. Die Fahrtstrecke des ÖPNV führt mich zuerst nach Westen bis Göttingen, dann über Northeim, Einbeck, Bad Gandersheim, Seesen und Langelsheim bis Torhaus, sprich einmal um den Harz herum. Damit ist die Dauer der Fahrtstrecke geklärt. Die Fahrtdauer spricht gegen den ÖPNV. O. k. ich gebe zu dies ist eine Ausflugstour und keine tägliche Tour.


    Wir haben früher an der Ruhmequelle gewohnt und ich bin mit dem Bus täglich zur Schule nach Herzberg gefahren. Einmal in der Woche bin ich zur Gruppenstunde bei den Pfadfindern nach die Gieboldehausen gefahren. Die Gruppenstunde begann um 17:00 Uhr und war um 19:00 Uhr zu Ende. Ich bin die Strecke damals ganzjährig , bei Wind und Wetter, mit dem Fahrrad gefahren, da kein Bus fuhr. Schauen wir mal wie das heute ist:

    Es gibt inzwischen eine Busverbindung. Der Bus fährt eine Strecke von 11 km und es werden zwischen 23 bis 39 Minuten benötigt. Um pünktlich um 17:00 Uhr da zu sein, müsste ich um 15:46 Uhr abfahren, käme um 16:06 Uhr an und müsste bis 17:00 Uhr warten. Nehme ich einen Bus später komme ich um 17:04 Uhr an, müsste dann noch 10 Minuten laufen und wäre zu spät gekommen.


    Betrachten wir nun die Rückfahrt: Ich hätte 2 Möglichkeiten, entweder um 18:49 Uhr oder exakt 1 Stunde später um 19:49 Uhr den Bus nach Hause zu nehmen. Bei der 1. Möglichkeit hätte dies bedeutet, dass sich die Gruppenstunde 20 Minuten vor Schluss verlassen hätte, um nach Hause zu kommen. Der andere Fall hätte bedeutet 49 Minuten zu warten, bis der Bus geht.


    Was ich in dieser Betrachtung noch nicht erwähnt habe, ist die Tatsache, dass damals der Unterricht in Herzberg oft mit der 6. Stunde um 13:15 Uhr endete. D.h. der Bus nach Hause fuhr erst um 14:30 Uhr ab und ich war ca 20 Minuten später an der Rhumequelle. Diese Busverbindung hat sich gegenüber meiner Jugendzeit verbessert. Damals gab es einen Bus um 13:05 Uhr und keine Möglichkeit wie heute um 13:30 Uhr.


    Was die Busanbindung angeht ist festzustellen dass sich einiges grundsätzlich verbessert hat. Allerdings muss man feststellen, dass ich als 14-jähriger Schüler für meine Freizeit auch heute noch mit dem Fahrrad unterwegs wäre, da dies besser zu meinem Freizeitverhalten und dem Zeitaufwand gepasst hätte. Allerdings hätte ich Eltern von heute, die viel zu viel Angst um mich, und würden mich niemals mit dem Fahrrad fahren lassen sondern das Elterntaxi bemühen, dass die Strecke von 9 km in 11 Minuten erledigt. D.h. damit ich zur Gruppenstunde kommen könnte würden also 36 km mit dem Auto zurückgelegt. Gesamte Fahrtdauer mit dem PKW 36 Minuten.


    Bei Betrachtung aller guten Argumente für den ÖPNV bleibt mir letztendlich nur ein Fazit: In Ballungsräumen mit entsprechenden Taktfahrplänen sind Bus, Straßenbahn usw. die sinnvolle Alternative solange ich mich mit den Hauptverkehrsströmen bewege. Auf dem Land kann man eine vergleichbare Struktur nur anbieten, wenn viele Busse nur mit einem oder 2 Fahrgästen in der Masse aber leer unterwegs sind. Anders ausgedrückt es ist wie früher zu meiner Jugendzeit, als der Bus von Rentnern benutzt wurde, denn die hatten die Zeit und haben gleichzeitig ihre Bekannten im Bus getroffen und konnten so den neuesten Klatsch austauschen. Bleibt zum Schluss noch festzustellen, dass heute wie damals das die Themen Fahrzeit und Wartezeit wichtige, wenn nicht sogar dieHauptargumente sind. Außen vor gelassen habe ich Dinge wie 2 Jahre Konfirmandenunterricht in Hilkerode, Tennisspielen in Herzberg und andere Freizeitaktivitäten. Das Treffen von Mitschülern, aus Herzberg, Scharzfeld, Bad Lauterberg, Barbis usw. mal ganz außen vor gelassen.


    Ich hoffe dies ist ein interessantes Beispiel für die weitere Diskussion.

    Ich habe mir das mal soweit durchgelesen und finde das ganze sehr spannend. Was aber fehlt ist der Hinweis, das der Staat von der Automobilindustrie jedes Jahr in Deutschland 93,4 Mrd € (Stand 2020) an Steuern einnimmt Quelle: Verband der europäischen Automobilhersteller (ACEA).

    Was außerdem fehlt ist die Unterscheidung zwischen Stadt und Land, da es außerhalb der Städte im ländlichen Bereich oft unmöglich ist einen sinnvollen ÖPNV aufzubauen. Wenn ich an meine Zeit als Fahrschüler anfang der 1970er Jahre im südlichen Niedersachsen (Harz) denke dann war das schon mehr schlecht als recht mit den Bahnbussen. Vor allem hat sich bis heute nichts daran geändert. Ich bin deshalb lieber mit dem Fahrrad und später, ab 15 Jahren, mit der Mofa, auch bei -20°C, und ab 18 mit dem Auto zu meinen verschieden Terminen in den unterschiedlichen Dörfern gefahren, wobei meistens Strecken (hin und zurück) von 20 km zusammen kamen. Denn der Bus fuhr nur in eine Richtung. Das Auto habe ich finanziert, in dem ich jeden Morgen 170 Zeitungen ausgetragen habe.

    Das ist auch eine Betrachtung wert. Gerade bei der Übschrift und einigen Beiträgen.

    Es geht nicht darum, welche Strecke zumutbar ist. Es muss ein attraktives Angebot da sein, das dem Fahrgast Vorteile bietet. 300 m sind nun mal attraktiver als 500m. Die alte Bahnstrecke wurde stillgelegt, weil sie nicht attarktiv genug war. Alle die diskutieren sind mehr oder weniger Strassenbahnfans, das macht Blind für andere Sichtweisen.

    Denkt mal aus Sicht des normalen Kunden/ Fahrgast der den ÖPNV als notwendiges Übel sieht und lieber im eigenen Mief im eigenen Auto sitzt, als neben dem häßlichen, furzenden, rülpsenden und stinkenden Sitznachbarn. Die überlegen sich zweimal ob Sie 500m oder 300m laufen. Die müssen aber gewonnen werden, damit die Straßenbahn voll wird.

    Hätte zumindest den Vorteil, das zwei Weichen entfallen und in jede Richtung ein Gleis zur verfügung steht, das dem gleichen Verschleiß unterliegt wie die übrige Strecke. Das könnte sich rechnen. Auf der Linie 3 wird ja auch mit einer Gleiverschlingung an der Kreuzung Ludwigshöstraße/ Landskonstraße geplant.