Beiträge von Frankfurter Bub

    Seit 40 Jahren kenne ich schon das Vorhaben eine Straßenbahn nach Roßdorf zu bauen. Trotz öffentlichem Bekenntnis zur Straßenbahn wurde tatsächlich gegen die Tram gearbeitet. Linie 9 verkürzt auf die 4 und dann auf Bus umgestellt. Schienen entfernt.


    Lage ist vertrackt,

    1) weil drei Player gegeneinander kämpfen

    2) gegen öffentliches Reden gehandelt wird und

    3) das einfachste (von drei Varianten) nicht umgesetzt wird


    zu 1) Straße („A49/A661“), Schiene und Straßenbahn kämpfen gegeneinander, keiner kann sich durchsetzen. Keiner erreicht etwas.


    zu 2) Projekte und Untersuchungen gab es schon viele, aber es sieht nicht so aus, als würden Stadt oder Kreis eine schnelle Schienenlösung (RB oder Tram) unbedingt wollen. Wollen beide etwas wirklich, sieht es anders aus.


    zu 3) am realistischsten ist eine Schienenverbindung ab Ost bis Roßdorf. Ein Testbetrieb ist ja verhältnismäßig einfach zu realisieren bis Ost. Als Vorlaufbetrieb. Verfolgt aber niemand. Straßenbahn auf der langen Strecke durch den Wald ohne Halt wäre komplett unwirtschaftlich und langsamer als der Bus. Die Durchbindung zum Schloß wäre der einzige Vorteil. Beide Bahnen haben im Kreis den Nachteil, weil die Aufsplitterung der Linien nur der Bus umsetzen kann.

    Meine Einschätzung: der Bus wird noch Jahrzehnte auf der Strecke fahren und keine Bahn wird reaktiviert. Fahren die Busse mit E-Motor denkt keiner mehr an eine Bahnlösung.

    … schwierig ist halt, dass auf dem Weg nach Roßdorf auch nur Roßdorf liegt. Die anderen Orte liegen weiter weg. Im Vergleich nach Süden wachsen die Orte halt eng zusammen. Oder Wixhausen bei Arheilgen. Würde es schon immer eine Straßenbahn nach Roßdorf geben, würde sie auch betrieben werden, als Neubau ist die Hürde halt zu hoch.


    Und es gibt bestimmt andere Projekte innerhalb von Darmstadt, die eher umgesetzt werden sollten.

    Danke Bob013. Das kannte ich nicht, leuchtet aber ein.


    Sollte je eine Schienenverbindung nach Roßdorf und weiter gebaut werden, kann ich mir nur einen Ast der Odenwaldbahn vorstellen ab Darmstadt Ost. Straßenbahn wäre wahrscheinlich langsamer als die Busse heute und es müsste viel Technik in den Wald mit der Oberleitung gebaut werden. Und auf dem langen Waldabschnitt kann die Straßenbahn ihre Stärke nicht ausbauen.


    ist die Strecke derzeit gar nicht bis Roßdorf für einen Testbetrieb befahrbar? Ich weiß, vor dem Bahnhof Roßdorf steht ein Haus auf der Trasse.

    … damit kann ich leben, wenn ich die Wiederinbetriebnahme der Straßenbahn in OF und die Verlängerung der 17 nach Langen als unrealistisch und die Verlängerung von vorhandenen U-Tunnel bis zur Frankfurter Stadtgrenze vermisse. Ich sehe bzgl. der realistischen Umsetzung in für uns absehbare Zeit. Also über die Studie in Word hinaus.


    Im konkreten Fall der Strecke nach Roßdorf ist eine Verlängerung der Odenwaldbahn zum Schloss wenig realistisch. Reaktivierung der Straßenbahn und Weiterbau bis Roßdorf wünschenswert. Kenne das Thema aber auch schon 40 Jahre. Wahrscheinlich wird die Weiterentwicklung der Busantriebe aber auch dieses Projekt lösen. Ohne Schienen.


    Wenn mit Schiene. Dann als Ast der Odenwaldbahn auf der alten Bahnstrecke ohne Verbindung Ostbahnhof-Schloss.

    … es ist doch einfacher bestehende Gleise zu erneuern als diese zu entfernen und irgendwann neu einzubauen. Würdest Du so vorgehen, wenn eine Reaktivierung vorgesehen ist? Nein. Auch, wenn wahrscheinlich die Wiederinbetriebnahme Planrechtsverfahren erfordert. Der untere Abschnitt wirkte auf mich wie ein separater Bereich, weil mindestens auf der stadtauswärts Fahrbahn eine Bordsteinkante zur Straßenbahn eingebaut war.


    Mal unter uns beiden: ich nahm an, dass hier Meinungen und Wissen ausgetauscht wird. Unterschiedliche Meinungen sollten ertragen werden. Das sehe ich hier als sehr positiv. So Wertungen wie „nicht mitbekommen“ über andere Teilnehmer, empfinde ich als unhöflich.

    … in Zwickau fahren Diesel-Triebwagen auf einem 3-Schienengleis in die Innenstadt als „Straßenbahn“ auf den letzten Metern. Ich habe das selber gesehen, gehört und erlebt. Dort gab es diese Strecke schon als Industriegleis auf einem Abschnitt. Undenkbar für Darmstadt und Schloß. Dafür müsste eine Strecke in die Straße „gelegt“ werden. Genauso utopisch wie die anderen Dauerbrenner „Seilbahn nach Roßdorf“.


    ich verstehe allerdings nicht, weshalb die alten Straßenbahnschienen bis Ostbahnhof entfernt wurden, obwohl „man“ doch unbedingt die Straßenbahn reaktivieren will. Im unteren Abschnitt war der Ausbau doch schon fast wie bei einer Stadtbahn.

    … es gibt in Darmstadt noch Stadtteile und Nachbarorte bei denen die Straßenbahn fehlt. Und die Busse voll sind. Wenn die 1,5 km nach Wixhausen kommen sollten, wäre es schon ein enormer Kraftakt. Die Verbindung der Orte bis Langen übernimmt die S-Bahn.

    … der Vergleich mit der Taunusbahn passt doch auf die Dreieichbahn. Basis ist eine beliebte vorhandene (!) Dieselstrecke. Im Eigentum des Kreises (oder Land?). Wurde weiter entwickelt und ausgebaut. Schwer genug, aber sicher lohnenswert.


    Ich habe nichts gegen Straßenbahnen. Wo es passt. Für Darmstadt würden mir noch drei Verlängerungen einfallen. Wichtig ist, dass es zum Verkehrsaufkommen passt. Also U-Bahnen für Großstädte wie in Nürnberg, Wien und Barcelona. Busse für Städte wie Wiesbaden.


    Fazit zur 17 nach Weibelfeld: wir haben unsere Meinungen ausgetauscht. Wenn so viele Argumente für das Projekt sprechen wie ich hier gelesen habe, dann werden wir schon bald von weiteren Fortschritten lesen.

    … ich habe es versucht, aber es lag an mir, dass meine Argumente (hohe Investitionen für die Kommunen/Eigenmittel, hohe Betriebskosten, sicher Ablehnung in der Bevölkerung/Anlieger, zu wenig Persönlichkeiten, die es durchkämpfen etc.) wahrgenommen wurden.


    Dass in einem Nahverkehrsforum die Teilnehmer sehr positiv neuen Straßenbahn-Strecken gegenüber stehen, ist nickt überraschend. Im Kreise Gleichgesinnter macht es Spaß mögliche Trassen durchzuspielen.

    Die Begeisterung über neue Strecken in Wohngebieten und Geschäftsstraßen hält sich erfahrungsgemäß in Grenzen. Wer die Diskussionen in Wiesbaden und Darmstadt mitbekommen hat, wird es verstehen. Deutliche Ablehnung in Wiesbaden.


    Selbst in Darmstadt, wo die Lichtwiesenbahn nur an ein Studenwohnungen vorbei führt und sonst über die Wiese, waren alle Darmstädter begeistert.


    Gleichzeitig ist die Dreieichbahn eben nicht irgendeine ganz andere Bahn (im Verhältnis zur 17 bis Weibelfeld). Die Dreieichbahn ist doch mit der Berührung aller Stadtteile von Dreieich sogar eine Stadtbahn. Und diese Bahn muss erst mal entwickelt werden.

    … die Trasse bis Weibelfeld (ca. 6 km) bzw. bis Langen (10 km) kenne ich fussläufig. Ja, bin mir bewusst, dass es ohne die 4 km nach Langen weniger kosten wird. Wer die Ortsdurchfahrten kennt, wird ahnen, dass der Kilometer Strecke nicht deutlich unter 15 Mio. Euro kosten wird.


    Wenn wie Baeuchle meint, dass Frankfurt ohne Betriebskostenzuschuss Straßenbahnen bis Weibelfeld mit Personal fahren wird und die kostenlos warten und betreiben wird, dann wäre es für das Projekt ja positiv. Ich bleibe bei einem 7-stelligen Betrag je Jahr und Kommune.


    Auch die Dreieichbahn kenne ich vom parallel verlaufenden Weg. Zweigleisige Abschnitte sind dort noch umsetzbar, wenn Bedarf und freie Fläche zusammenpassen natürlich. Da sollte die Energie eingesetzt werden.


    Die RTW ist „der Motor“ für die Region im SPNV. Wenn die Oberleitung in Betrieb ist, kann diese Bahn auch zum Hauptbahnhof fahren. Mehr Flexibilität.

    … weshalb nicht? Nach Planrechtsverfahren ist noch der Ast ab dem Tunnel NI geplant mit dem Stumpfgleis in Buchschlag. Gleichzeitig wird geprüft, wie eine Wendeanlage in Langen geplant werden kann.


    Letztlich wird es zwei Lösungen geben. Politik wird entscheiden was gebaut wird.


    Für die Dreieichbahn wird es aber die umsetzbare Lösung geben, die RTW bis Ober-Roden zu verlängern.


    Mein Fazit ist doch, dass erst einmal bestehende Strecken entwickelt werden müssen, bevor Ideen für Neubaustrecken durch 2-3 Städte verfolgt werden.

    … mit den Ast Sprendlingen - Offenbach meine ich ein Vorhaben einer Überlandstrassenbahn, die ungefähr um 1900, welches als Verlängerung der Offenbacher Straßenbahn gedacht war. Ist ja nicht so abwegig. Verbindung fehlt ja, obwohl so nah. Ich weiß aber nicht mehr wo ich das gelesen habe. Wisst Ihr es?

    … mit „visionär“ umschreibe ich die Wahrscheinlichkeit, wie viel von diesem Projekt umgesetzt wird. Im Forum mit Fachleuten gehört dies dazu. Was wird das Projekt kosten? Schätzen wir mal 100 Mio. EUR. Eigenmittel um 40%, weil Zusammenhangsarbeiten (Kanäle, Begrünung etc.) dazukommen. Dann wird Langen schon mal draußen sein, weil sie mit RE, S-Bahn und RTW schon gut versorgt sind.


    Den Rest müssen sich NI und Dreieich teilen. Dazu wird ein jährlicher Betriebskostenzusschuss von bestimmt 1 Mio.EUR/Kommune bezahlt werden müssen.
    Das Projekt muss bei den vielen Anliegern durchgesetzt werden. Parkplätze fallen weg und Lärm an den Stationen kommt hinzu.
    Lauft doch mal die Trasse und zählt/schätzt die Hauseigentümer. Den Ärger wird sich kein Politiker antun. Realistisch bleibt von der Linienführung ein RTW-Abzweig vom IZ bis zum OBI. Dort ist die Trasse in Sprendlingen freigehalten.


    Die Entscheider, die hier über ein 100 Mio. Euro-Projekt nachdenken sind auch für die Dreieichbahn verantwortlich. Hier könnte sofort mit der Planung für Oberleitung und 2-gleisige Abschnitte begonnen werden. Es liegt doch für vernünftige Fachleute und Entscheider auf der Hand, dass erst einmal eine bestehende Strecke entwickelt werden muss, bevor eine Neubaustrecke durch dicht besiedelte Stadtteile geplant werden.


    Und die Entwicklung der Dreieichbahn könnte RTW bis Ober-Roden sein und die Verlängerung der S1 bis Dieburg. S2-Verlängerung ist wieder visionär. ;)

    … schon interessant, welches Engagement in diese Vision investiert wird. Und welche Ideen hat „man“ für die Dreieichbahn? Hier plant „man“ mit 100 Millionen, hat aber das Geld nicht die RTW-Endstation in Buchschlag mit dem Bahnsteig 1 zu verknüpfen oder die Oberleitung zu planen auf der Dreieichbahn. (ich gebe zu etwas unsachlich, aber der E-Highway soll wieder um 5 oder 7 km verlängert werden. „Man“ muss nur wollen“).


    Da fehlt noch die Machbarkeit für einen Ast von Sprendlingen nach Offenbach. Ich hatte das mal gelesen, ich weiß nicht mehr wo, dass das um 1900 sogar mal angedacht war.

    … bin natürlich auch für den Ausbau des ÖPNV, aber hier werden doch immer wieder visionäre Projekte untersucht. Langen will hier auch dabei sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass einer Politiker die Kraft hat durch zwei Städte „durchzuhauen“. Realistisch ist maximal ein Abzweig der RTW beim IZ nach Süden auf der drei gehaltenen Trasse bis ca. OBI.


    Und zur Dreieichbahn. Hier ist eine Strecke vorhanden, die nicht entwickelt wird. Wenn das schon nicht passiert, wird keiner durch Sprendlingen durchbauen. Eine Dieselinsel so dicht an Frankfurt mit drei Verknüpfungen zu Oberleitungsstrecken.


    Und zur S-Bahn nach Dieburg. Ja, die gehört verlängert. Ein Blick auf P&R in Ober-Roden reicht. Soll der jetzige Zustand bleiben?

    Nicht nachvollziehen kann ich, weshalb mit so großer Euphorie visionäre Projekte wie die „17 bis Langen“ verfolgt werden, aber Maßnahmen, die auf der Hand liegen, wo die Schiene schon liegt, nicht voran kommen. Siehe S-Bahn bis Dieburg und Oberleitung für die Dreieichbahn (RTW bis Ober-Roden).
    Gleichzeitig kann Frankfurt nicht mal die Stadtbahn 1,2 km über den Acker zum Rasthof Taunusblick verlängern (als P&R).


    Wenn Bahnbau so einfach ist, immerhin sollen hier zwei Städte durchquert werden, dann dort erst einmal bei Neubaustrecken über den Acker oder Aufwertung bei Bestandsstrecken anfangen.

    … zur Nutzung der SFS nach Norden. Die Fahrzeiten mit Ländchesbahn nach Norden sind deutlich länger als mit der SFS. BR 403 benötigt 19 Minuten bis Limburg, BR Diesel eine Stunde 06. Derzeit verkehrt ein Zug um 6.23 Uhr täglich nach Norden auf SFS.


    Und das Angebot direkter Verbindungen (mit Kopf machen) nach F-Höchst oder F-Flughafen ist schneller als Umsteigen (Niedernhausen, nicht barrierefrei) und komfortabler.

    … ja, lieber Holger, ich bin das Forumsmitglied, welches die Verlängerung bestehender U-Bahn-Linien - wie ursprünglich vorgesehen - als sinnvoller ansieht, als Umsteigen in Busse und Bahnen 2 km vor der Stadtgrenze. Sind die Verlängerungen zum Atzelberg (B-Strecke), Sachsenhäuser Warte/Henninger Areal (A), Hanauer (C), Mainzer (B) nicht sinnvoll? Trotz erheblicher Bauvorleistungen. Dann empfehle ich Spaziergänge in diese dicht besiedelten Bereiche.


    P.S. Darmstadt braucht keine U-Bahn