Beiträge von Chris26

    So allmählich verstehe ich die Rufe nach Depublizien veralteter Beiträge der ÖR, auch wenn dann die Mediatheken plötzlich recht leer werden.


    Zum einen wird durch bessere bzw. bereits CO2-Frei durchgeführte Herstellungsprozesse der Akkus, der CO2-Rucksack der Elektroautos ab Werk immer kleiner, zum anderen wird durch Reduktion des Kohlestromanteils der CO2-Anteil des für elektrische Antriebe benötigten Stroms immer kleiner.

    Hier ist ein aktueller Beitrag (gerade mal 1 Monat alt) des ZDF, der auch recht E-Auto kritisch ist.


    https://www.zdf.de/dokumentati…thos-elektroauto-100.html


    Zum Beispiel ab Minute 3:30 wird eine schwedische Studie von 2019 zitiert, die das Elektroauto nur deshalb umweltfreundlicher als Verbrenner berechnet hat, weil man annahm, dass die Akkus in Zukunft 100% CO2-neutral hergestellt werden könnten. Die Betonung liegt hier auf könnten. Die Realität sieht heute immer noch anders aus. Das gibt die Ko-Autorin der Studio auch ab Minute 04:50 selbst zu.

    VW hat ab Minute 8:30 berechnet, dass ein ID 3, der mit dem aktuellen deutschen Strommix 200.000 km gefahren wird, mehr CO2 freisetzt, als ein Golf 8 Diesel bei gleicher Fahrleistung. Das sind VW-Angaben aus dem Jahr 2021.

    Ich kann den Hintergedanken schon gut nachvollziehen, mindestens eine soziale und eine ökologische Komponente stecken dahinter: Der Heinerliner fährt elektrisch, das Taxi fährt mit Diesel. Der Heinerliner ist auch für Mitbürger mit durchschnittlichem Einkommen leistbar, ein Taxi ist eine ziemlich luxuriöse, wenn nicht gar dekadente, Art der privaten Fortbewegung. Nach meinen Erfahrungen kostet ein Taxi üblicherweise zwischen dem fünf- bis zehnfachen eines entsprechenden RMV-Einzelfahrttickets für dieselbe Wegstrecke.

    Mir ist die Elektromobilität etwas zu positiv besetzt. Tatsache ist doch, dass heute nur eine begrenzte Menge Ökostrom zur Verfügung steht. Aller Mehrverbrauch muss weiterhin mit fossilen Brennstoffen erzeugt werden. Die Taxis werden mit der Zeit auch auf Elektromobilität umgestellt werden. Spätestens dann fällt dieser Vorteil des Heinerlines eh weg.

    Natürlich ist ein Taxi teuer. Die Frage ist aber, ob man zusätzlich zu dem eh schon gut ausgebauten ÖPNV in Darmstadt auch noch den Heinerliner braucht. Wer gerne Luxus haben möchte, soll dann halt auch Luxus bezahlen. Es geht ja lediglich darum, dass man sich umsteigen und längere Fußwege (im Bereich von 10 Minuten) sparen möchte. Die bisherigen Fahrgastzahlen zeigen ja auch, dass der Bedarf eigentlich nicht da ist.

    Das von Kato geschilderte System in Mannheim, bei dem man nur eine begrenzte Strecke mit diesen Sammeltaxis fahren kann, finde ich insgesamt besser durchdacht. Als Zusatzangebot für mobilitätseingeschränkte Personen mag das ganze sinnvoll sein.

    Das Darmstädter Echo hatte sich in einem kostenpflichtigen Artikel mit dem Heinerliner und der Konkurrenzsituation mit den Taxiunternehmen der Stadt beschäftigt.

    https://www.echo-online.de/lok…ahrt-wieder-taxi_24656906


    Die Heag behauptet die Fahrgastzahlen wären nach dem Lockdown stark angestiegen. Die Gesamtzahlen bisher sind aber ernüchternd. In den ersten sechs Monaten gab es 8000 Registrierungen und es wurden etwa 9000 Fahrten gebucht. Das sind 50 Fahrten pro Tag. Verteilt auf die 35 Kleinbusse wären das ca. 1,5 Fahrten pro Fahrzeug. Von der Option auf 15 weitere Fahrzeuge (siehe erster Beitrag diese Themas) ist wohl keine Rede mehr.


    Ein Taxiunternehmen berichtete von einer Testfahrt, bei der der Fahrer den Fahrgast bis von die Haustüre gefahren hatte. Ebenso wurde berichtet, dass Fahrgäste spontan am Straßenrand mitgenommen worden wären. Beides ist nicht erlaubt und sollten den Taxi-Unternehmen vorbehalten sein.



    Insgesamt finde ich den Sinn und Zweck des Heinerliners in einer Stadt wie Darmstadt fraglich. Nach meiner Erfahrung kommt man in Darmstadt mit dem bisherigen ÖPNV überall hin. Wem das Laufen zur nächsten Haltestelle zu beschwerlich ist, der kann sich ein Taxi rufen. Diese Quersubventionierung von Großraum-Taxis in direkter Konkurrenz zu Bus und Straßenbahn finde ich nicht gut. Zumal die Fahrgäste nicht nur bis zur nächsten oder übernächsten Haltestelle gefahren werden.

    Und eine Umsteigemöglichkeit für Fahrgäste der Odenwaldbahn in die Straßenbahn, die man ja leider durch die Lichtwiesenbahn nicht hergestellt hat.

    Das Fahrgastaufkommen zwischen der Lichtwiese und der Haltestelle der Odenwaldbahn dürft außerhalb der Fahrtzeiten der Odenwaldbahn gegen 0 gehen. Dort gibt es sonst nur Wald und Wiese. Vielleicht würde der ein oder andere Spaziergänger mitfahren, aber die können ihren Spaziergang dann auch an der TU Endhaltestelle beginnen. Also würde so eine Straßenbahn meist leer fahren, da die Odenwaldbahn nur ein mal pro Stunde je Richtung dort hält.

    Die Fahrtzeit in die Innenstadt wäre auch unattraktiv, da der Fahrweg doch recht lang ist würde die Fahrtzeit ca. 10-12 Minuten betragen. Dagegen scheint es mir für Fahrgäste wesentlich attraktiver bis zum Ostbahnhof zu fahren und dort auf einen Bus umzusteigen. Die 3-4 Haltestellen sind mit dem Bus OK. Wer gern mit einer Straßenbahn in die Innenstadt fahren möchte, kann heute schon bis zum Nordbahnhof fahren und dort umsteigen. Die Fahrtzeit wäre ähnlich wie die Variante über die Lichtwiese:

    6 Minuten längere Fahrt mit der Odenwaldbahn + 5-6 Minuten Fahrt mit der Straßenbahn Nordbahnhof-Luisenplatz.

    So kann ich noch ein Bild im Ist-Zustand liefern.

    Ich habe mich zuerst gefragt, was der graue VW Passat auf dem Bild mit der Baustelle zu tun hat. Aber ja - im Hintergrund ist die Haltestelle zu sehen. Vielleicht das nächste mal kein großes Objekt im Vordergrund mit fotografieren.

    Bei hoher Fertigungsqualität hast du auch bei einem Verbrennungsmotor heutzutage kaum noch Vibrationen und Motorengeräusche im Fahrgastraum.

    Ich empfehle mal eine Fahrt auf der Rückbank eines modernen Citaro Gelenkbuses (oder vergleichbare Modelle). Und dann erzähl mir mal, dass du da kaum noch Motorgeräusche wahrnimmst.

    JeLuF hat absolut Recht. Die Subventionen gehen weiterhin in das Auto. Das E-Auto wird massiv gefördert. 1,33 Mrd. Euro Elektroautos Prämien wurden dieses Jahr schon bis Ende Juni ausbezahlt und kürzlich wurde beschlossen diese Subvention bis Ende 2025 zu verlängern. Bis zu 9000 Euro für ein neues E-Auto oder Hybrid. Da immer mehr E-Autos verkauft werden, werden hier zig Milliarden Euros jedes Jahr indirekt an die Automobilindustrie ausgezahlt werden. Ende offen.

    https://www.spiegel.de/wirtsch…00d-aee1-62cb18fbf338-amp

    Die entscheidende Frage ist. ob die immer wieder hier geschilderten Störungen der Itinos grundsätzlicher Natur sind oder jetzt nur vorübergehend gehäuft auftreten. Wenn die geschilderten Schwächen sich nur gerade zufällig häufen, gehören sie in den gesonderten Störungs-Thread. Wenn sie grundsätzlicher Natur sind, könnte das ein Zeichen für mangelhafte Wartung etc. sein - oder bereits jetzt für "Altersschwäche".

    Ich denke mal es dürfte schwer sein Ersatzteile zu beschaffen, da die Itinos bekanntlich kaum gebaut wurden. Außer der Odenwaldbahn hatte bekanntlich kein anderes Unternehmen in Deutschland diesen Fahrzeugtyp gekauft (von dem einen Itino der Erfurter Bahn mal abgesehen). Je weniger so ein Fahrzeug gebaut wurde, desto unattraktiver ist es für Hersteller und Zulieferer noch Jahre später Ersatzteile vorzuhalten. Wenn mal etwas kaputt geht, dürfte es dann entsprechend lange dauern, bis man ein passendes Ersatzteil erhält.

    Service ist halt das, was sich am einfachsten einsparen lässt...


    Dass eine Fahrt in solchen Fahrzeugen bei den bekannten sommerlichen Verhältnissen in diesem Land keine Freude bereitet, sollte man schon im Hinterkopf haben, wenn man sich vormacht Geld "gespart" zu haben. Ob dieser Verzicht an Komfort und Lebenszeit die Ersparnis aufwiegt, sollte jeder individuell für sich ausmachen.


    Sind die finanziellen Mittel wirklich so knapp, kann man auch im (klimatisierten) Nahverkehr für wenig Geld durch Deutschland reisen!

    Klimatisiert vielleicht schon. Aber wie lange dauert die Fahrt dann? Vom Service der DB Regio z.B. auf der Main-Neckar-Bahn habe ich auch schon einiges unfreundliches mitbekommen.

    Ich muß aber gestehen: Das da ein Inselbetrieb Kranichstein <-> Arheilgen während der Vollsperrung der Frankfurter Straße stattfinden soll, habe ich so auch nicht herausgelesen. Ich denke eher, das das Gleisdreieck Alsfelder Straße eher für eine Adhock-Maßnahme bei einem Unfall in der Frankfurter Straße dienen soll.

    Doch, der Inselbetrieb soll laut Auskunft der Heag in folgenden kostenpflichtigen Echo-Artikel während der Bauarbeiten an der Frankfurter Straße so stattfinden. Die Fahrgäste sollen dann an der Haltestelle Messplatz in Busse umsteigen. Natürlich soll das Gleisdreieck auch mehr Flexibilität für den regulären Betrieb bringen.


    https://www.echo-online.de/lok…nkfurter-strasse_23724351

    Damit hat man nun schon einiges aus dem neuen Nahverkehrsplan umgesetzt. Etwas seltsam finde ich aber, dass es auf der Linie 7/8 keinerlei Änderungen gibt (außer der späteren letzten Fahrt). Gerade dort wäre die Verlängerung des 15 Minuten Takt nach 19 Uhr am Wochenende sehr sinnvoll gewesen, dort ist insbesondere in Richtung Eberstadt wesentlich mehr los als auf der Linie 9.

    Auch eine Ausweitung des 7,5 Minuten-Taktes Mo-Fr Abends wäre auf der Linie 6/7/8 mehr als angebracht gewesen. Letzte Abfahrt der Linie 6 in Eberstadt: 18:16 Uhr. Danach 15 Minuten-Takt. Dagegen hat man ab Griesheim bis 21 Uhr 7,5 Minuten-Takt. Ich vermute hier politische Gründe. Man möchte hier wegen der geplanten Änderungen auf der Linie 6 (siehe Beiträge weiter oben) keine Angebots-Verbesserungen für die Fahrgäste auf dieser Linie mehr machen, bis man in einem Rutsch den Fahrgästen die Verbesserungen zusammen mit den Kröten als Paket verkaufen kann.

    Hier ist noch ein Artikel der Frankfurter Rundschau zur neuen Trasse, der auch die Beweggründe hinter der neuen Wendeschleife erläutert:

    Zitat

    (...) Der geplante Neubau der Wendeschleife diene dazu, dass bei Verkehrsstörungen auf der Heidelberger Straße die Bahnen über das geplante neue Gleisdreieck an der Einmündung der Cooperstraße in die Heidelberger Straße durch das Ludwigshöhviertel zum Wenden oder zur Umleitung über Bessungen fahren könnten. Mit der Vorzugsvariante könne zugleich der Baumbestand größtmöglich geschützt werden. Eine aus betrieblichen Gründen noch vorteilhaftere Wendeschleife an der Heidelberger Straße hätte einen erheblichen Eingriff in Natur und Umwelt zur Folge gehabt. „Der Waldverlust wäre mehr als dreimal so hoch gewesen“, heißt es in der Mitteilung.

    Quelle: https://www.fr.de/rhein-main/d…hoehviertel-90170754.html

    In Zukunft kann man dann bei Störungen oder einer Baustelle zwischen Marienhöhe und Eberstadt die Bahnen der Linien 1, 6, 7 und 8 an der neuen Wendeschleife wenden lassen und so den Verkehr zwischen Marienhöhe und Arheilgen bzw. Hauptbahnhof, zumindest teilweise, aufrechterhalten.

    Ich wundere mich, dass die Vorzugsvariante so festgelegt wurde, ohne dass man sich dazu geäußert hat, wie die Linie 3 nun an der Marienhöhe weitergeführt werden soll. Es liegen meiner Meinung nach zwei Möglichkeiten auf der Hand.

    1. Weiterführung über die Rhein/Neckar-Straße und Berliner Allee bis zum Hauptbahnhof.

    2. Weiterführung nach Eberstadt.


    Ich vermute, man wird das neue Linienkonzept dann nochmal überarbeiten müssen. Ich glaube ja nicht, dass man einen 10 Minuten Takt der Linie 6 + 10 Minuten-Takt der Linie 7/8 + 20 Minuten Takt der Linie 1 und dann noch eine Weiterführung der Linie 3 bis Eberstadt ebenfalls im 10 Minuten-Takt macht. Zumal man die Linie 6 dann wirklich nicht mehr als Schnellline fahren könnte.

    Ebenso scheint mir die Strecke Marienhöhe-Hauptbahnhof mit der Linie 1 im 20-Minuten-Takt + Linie 3 im 10-Minuten-Takt in der HVZ dann überversorgt.

    Ob man auch die Möglichkeit nutzen wird, entlang der Südanbindung die S3 bis zur Heimstättensiedlung zu verlängern? Wo ja die Gleise eh gelegt werden?

    Die Beste Möglichkeit die Heimstättensiedlung an die S3 anzubinden wäre die Verlängerung zum Südbahnhof. Der liegt nämlich heute schon direkt an der Heimstädtensiedlung. Die Vorteile eines weiteren Bahnhofs an der (eingleisigen) ICE-Strecke erschließt sich mir nicht, zumal die ICE-Stecke bekanntlich im Tunnel verläuft.

    Gerade was Weiterstadt angeht hält sich mein Mitleid bezüglich Lärm in Grenzen. Man hat sich doch selbst genügend Extra-Lärm geschaffen, als man vor einigen Jahren das eigene Gewerbegebiet mit Großansiedlungen wie Seegmüller, Loop5 Shopping Center & Co vollgestellt hat, was Massen an Autofahrern dazu bewegt genau dort hinzufahren. Deshalb musste dann z.B. die Autobahnausfahrt Weiterstadt zum vollständigen Kleeblatt ausgebaut werden, um die Massen an zusätzlichen Fahrzeugen aufzunehmen. Jetzt sieht man sich auf einmal als lärmgeplagtes Opfer.