Beiträge von tohoku91

    Gut, wenn Du solche Angebote zum Vergleich nimmst, dann aber bitte auch beim RMV das Jahr 2022 ansetzen. Und da würden die 6 km in Deinem Beispiel per Smarttarif 3,80 kosten.

    Der Smart Tarif steht aber auch im Jahr 2022 nur einem begrenzten Nutzerkreis zur Verfügung (limitiert auf 30.000 Plätze). Die Angebote in der DB App sind ohne weiteres von jedem nutzbar. Also nein, den beziehe ich hier nicht ein.


    Aber ein weiteres tolles Beispiel wie wenig kundenorientiert und intransparent die Preisgestaltung des RMV ist.

    Selbst wenn der erste Satz stimmte (not taking any sides here), ist der zweite davon nicht richtig. Wer von Fechenheim nach Offenbach pendelt, für diejenige wird die Fahrt nach Oberrad deutlich attraktiver. Wer als Schüler*in, Bedienstete*r des Landes oder Student*in sowieso ein Ticket hat, für diejenige ist es attraktiv.


    Und letzten Endes: Tarifstrukturen sind nicht in Stein gemeißelt. Wegen ungünstiger heutiger Tarife nicht in die Zukunft zu investieren, lässt viel Intelligenz ungenutzt.

    Ich habe selbst ein Landesticket Hessen und nutze sehr gerne den ÖPNV. Für viele Leute in meinem Verwandten- bzw Freundeskreis kommt der Nahverkehr in der Regel jedoch nicht in Frage. Mein Bruder zum Beispiel fährt von Offenbach zum Zahnarzt nach Sachsenhausen mit dem Auto, weil es halt eh da steht und es somit günstiger ist (er fährt ja nicht regelmäßig nach Frankfurt) auch in die Innenstadt würde er das Auto nehmen und im Parkhaus parken. Nun haben wir zur Zeit das 9€ Ticket und was passiert? Statt mit dem Auto erledigt er in Frankfurt alles mit Bus und Bahn und findet es sogar angenehmer. Er würde also bei einem attraktiveren Angebot nicht auf die Idee kommen, mit dem Auto nach Frankfurt zu fahren. Er erzählte mir auch Mal, zu zweit sei es günstiger gewesen mit einem ShareNow Fahrzeug nach Frankfurt zu fahren, weil es an der Hauptwache wohl eine Station für deren Autos gäbe.


    Natürlich sind die Tarife nicht in Stein gemeißelt aber der RMV ist nicht dafür bekannt Zugeständnisse an Reisende zu machen. Ich hoffe wirklich sehr, dass RMV und NVV aufgelöst und langfristig von einer hessenweiten Nachfolgeorganisation abgelöst werden.

    Wieder so eine halbgare Behauptung. Also wenn Du schon Vergleiche anstellen willst, dann bitte richtig, nämlich Bartarif gegen Bartarif.

    ach diese Haarspalterei ist ja lächerlich. Das waren alles die Tarife, die ich in der DB App bekommen würde. Weil wir im Jahr 2022 leben ist das durchaus repräsentativ.


    Frankfurt Offenbach ist überteuert, sieh's halt ein. Und eine Straßenbahn ist einfach nur unnötig, weil tariflich so unattraktiv. Wer würde von Fechenheim nach Oberrad schon die Straßenbahn nehmen, wenn es via Offenbach so viel teurer ist?

    oh und weil es so schön war hier gerne nochmal:


    Ein Vergleich der Einzelfahrt Tarife zwischen einigen Nachbarstädten in Deutschland. Man beachte, bis auf Ludwigshafen und Mannheim liegen die Stadtzentren aller anderen Pärchen deutlich weiter auseinander als Frankfurt und Offenbach.


    Offenbach > Frankfurt 4,60€


    Potsdam > Berlin 3,80€

    Leverkusen > Köln 3,80€

    Grünwald > München 3,50€

    Neu Wulmstorf> Hamburg 3,26€

    Ludwigshafen> Mannheim 2,80€

    Fürth > Nürnberg 2,75€

    Gut anderes Beispiel: Zürich, eine Fahrt von Winterthur nach Zürich kostet 13 Euro (24 km) zwischen OF und Frankfurt (6 km) sind's 4,60€ jetzt Mal auf den Kilometer runter rechnen. Zwischen Fürth und Nürnberg (ca 10 km Fürth Rathaus nach Nbg Hbf) für 2,75€ in beiden Fällen ist das Angebot vergleichsweise gut ausgebaut wie im RMV Gebiet.


    Abgesehen davon hätten die Städte auch längst eine Expressbuslinie zwischen Sachsenhausen und Offenbach einrichten können um zu sehen ob überhaupt Potential vorhanden ist. Es gibt ja nicht Mal eine normale Buslinie die von Fechenheim nach Oberrad fährt.

    Wie kommst Du darauf? Für 4,60 bekommst Du eine Tageskarte Strasbourg aber mitnichten für das gesamte Elsaß.

    Am Wochenende gab es dort eine Aktion, man konnte auch ter Züge benutzen um nach Straßburg zu fahren. Aber auch das normale angebot ist in Straßburg ja noch deutlich besser als hier. Der Punkt ist halt, wer braucht schon tolle Stadtgrenzen übergreifende Verkehrsmittel, wenn die Tarife so extrem unattraktiv sind. Ich kann mich nicht erinnern in den letzten Jahren in einer Region gewesen zu sein, in der ich mehr Geld für eine Einzelfahrt ausgegeben habe als in Rhein Main.

    Der Nahverkehr in der Region wird halt nicht regional geplant. Bei einer Einzelfahrt zwischen Offenbach und Frankfurt sind wir derweilen bei 4,60€ angekommen. Vom Ledermuseum zur Konstablerwache, weniger als 6 kilometer Luftlinie. In Straßburg gäbe es dafür ein 24h Ticket fürs ganze Elsass. So absurde Preise gibt es auch nur im Rhein-Main-Gebiet und solange es in Hessen kein politisches Umdenken in Sachen ÖPNV Finanzierung gibt, werden solche Projekte kaum realisierbar sein. Die hohen Preise machen den Nahverkehr höllisch unattraktiv, kein Wunder also, dass Pendler Frankfurt hauptsächlich mit dem Auto ansteuern.

    Das wäre doch ab Obertshausen Parallelverkehr zur S-Bahn.

    Was spricht dagegen in Obertshausen die S1 für 3 Stationen zu nehmen?

    Die S1 ist leider oft unzuverlässig und in Offenbach Ost gibt es halt viel häufiger einen Abschluss in Richtung Frankfurt. Direkte Züge fahren leider auch selten von Seligenstadt bis Frankfurt und der Übergang zwischen VIAS/S9 ist auch immer sehr knapp. Vor allem der Rückweg von Frankfurt nach Seligenstadt ist immer sehr frustrierend. Es wäre wesentlich weniger stressig wenn man eine der vielen Linien nach OF Ost nehmen und dort mit dem Bus weiter fahren könnte. Der Umstieg in Offenbach wäre außerdem einfacher und barrierefrei (in Obertshausen aufgrund fehlender Aufzüge nur barrierearm)

    Ich fürchte, am Kaiserlei hat sich nicht viel getan. Am Marktplatz gab es die größten Änderungen, dort sind die alten ZZA gegen die großen ZIM (ZugInfo Monitore) ausgetauscht worden. Auf der B-Ebene am Marktplatz wurde zudem eine große zentrale Anzeigetafel für Bus- und Bahnabfahrten, sowie am Rathaus zwei Infomonitore in DB-typisch blauen Stehlen aufgebaut. Dort ist man also bestens informiert. Es gibt außerdem neue Geschäfte, gratis WLAN (zusätzlich zu dem aus dem RMV Automaten noch von der Deutschen Bahn) und USB Steckdosen an den neuen Wartemöbeln. Beim Ledermuseum wurden hingegen nur die Wände gereinigt und die Beleuchtung instand gesetzt. Die neuen Wartemöbeln kommen dort ohne Ladebuchsen. Insgesamt aber sehr viel heller und fast ein bisschen wie zur Eröffnung. Würde man den Zustand jetzt auch noch erhalten wären es echt gute Stationen. Ich hoffe in Frankfurt wird man da auch Mal mehr machen. Die Ostendstraße finde ich nach den Malerarbeiten jedoch noch gruseliger als vorher. Total dunkel und abschreckend. Dagegen ist der Tunnel in Offenbach fast eine Wohlfühlzone.

    Schaut man sich auf der anderen Seite an, was in Offenbach die letzten Jahre passiert ist, habe ich Zweifel daran, ob das Angebot wirklich erst stark ausgebaut werden muss. Dort hat man ja den Busverkehr schrittweise stark verbessert. Mehr Fahrgäste gab es nicht, stattdessen muss nun gespart werden und das Angebot wird auf ein Langzeit Minimum heruntergefahren. Preisliche Attraktivität ist also durchaus auch ein wichtiger Punkt für die Gewinnung von Fahrgästen. Gut, wir wissen natürlich nicht in wie weit Corona diese Maßnahmen beeinflusst hat und in Offenbach sind die Ticketpreise im Vergleich zu Frankfurt auch extrem hoch.

    Ich würde mich jetzt gar nicht so darauf einschießen, ob nun Google oder RMV hier der Bösewicht ist. Google hat halt eine große Marktgewalt im Kartensegment und für die Nutzenden wäre eine Implementierung der Haltestellen Standorte und Abfahrtzeiten sicher nützlich. Da könnte man schon erwarten, dass der RMV sich kundenorientiert verhält. Wenn ich in anderen Städten unterwegs bin benutze ich zumindest häufig und gerne Google Maps zur Navigation. In Japan wird einem da sogar der Preis für die jeweiligen Verbindungen gezeigt, super praktisch. Aber vielleicht hat Frankfurt auch nicht so viele Touristen, als das es sich lohnen würde?

    Oh das ist wirklich ein spannendes Thema. Rhein-Main ist im Sachen Untergrundstationen im wahrsten Sinne unterirdisch. Gut, Bahnhöfe haben in Deutschland keine so große Priorität wie in anderen Ländern, aber die Verwahrlosung ist nicht nachvollziehbar. Vom Prinzip her wurden die Stationen in Offenbach ja allesamt so gestaltet, dass sie sehr übersichtlich sind und wenn die Beleuchtung nicht zur Hälfte abgeschaltet ist, sind sie auch ausreichend hell (temporär kann man das zur Zeit in der Station Ledermuseum beobachten). Nur dann kommt der Verfall. DB denkt sich, mit Eröffnung ist es getan. Wartung, Pflege und Schutz der Anlage? Nur auf Sparflamme. Es gibt in Offenbach nicht einmal richtige Videoüberwachung (die meisten Kameras sind Fake). Am Mühlberg in Frankfurt kann man dann sehen wie schnell die Sprayer alles beschmieren. Nach der Grundreinigung ist kein halbes Jahr vergangen, bis neue "Kunstwerke" das Bild der Station dominierten. In jedem Fall ist es sehr peinlich, wenn man Besuch von Außerhalb empfängt. Gab es nicht früher Stationsaufsichten? Muss ja nicht an jeder Station sein, aber wenn man eine Gruppe von Bahnhöfen zentral überwachen könnte (mit Videoüberwachung) und direkt Lautsprecherdurchsagen oder Alarmgeräusche in den Stationen auslösen könnte, wäre das schon abschreckend.

    So ein Redesign für die S-Bahn ist sicher nicht verkehrt. Es gibt schon ein paar Punkte, die verbesserungswürdig sind. Zum Beispiel die Fahrgastinformation im Innenraum. Die Bildschirme sind etwas ungünstig angebracht und das Format ist auch nicht mehr so zeitgemäß. Die Breitbildschirme wie sie bei der S-Bahn München eingebaut wurden sind deutlich besser einsehbar und bieten auch eine bessere Darstellung, vor allem bei den Anschlussinformationen. Generell könnte der RMV sich was das angeht Mal mehr bemühen. Bei den X-Bussen wurde das ja versucht, bisher überzeugt es aber noch nicht. Statt X83 wird nur 83 angezeigt, im Fahrtverlauf wurden keine Anschlussinformationen angezeigt (nicht einmal am OF Hbf oder Isenburgzentrum).

    Wieder zu den S-Bahnen, farbige Außenanzeigen wären sicher auch zeitgemäß. Da die neuen Zugzielanzeiger ja nun auch die Linienfarben berücksichtigen wäre das nur einheitlich (ok einheitlich ist es in Frankfurt natürlich nicht wirklich, weil an den VGF Stationen alle S-Bahnlinien grün sind und am Frankfurter Hauptbahnhof der falsche Farbcode aus Berlin übernommen wurde) aber hey, irgendwann muss man ja mit Aufräumen anfangen.

    Diese Offenbacher Politik wird über kurz oder lang auch die Frankfurter Verkehrspolitik beeinflussen müssen. Denn irgendwie werden es die Frankfurter hinkriegen müssen, nicht diese Automassen, die die Offenbacher nun neu erzeugen wollen, die Frankfurter Straßen verstopfen. Vielleicht wären Pförtnerampelschaltungen an den Kreuzungen Gerbermühlstraße/Wehrstraße sowie Offenbacher Landstraße/Wiener Straße schonmal einfach umsetzbare, pragmatische, erste Schritte.

    Ich denke genau diese "jede-Kommune-macht-ihr-eigenes-Ding-Politik" ist das Problem an der Sache. Offenbach und Frankfurt liegen so nah beieinander, dass man schon vor Jahrzehnten das Nahverkehrsgeschäft und die Planung hätte zusammenlegen sollen. Es braucht ein ganzheitliches Konzept für die Mobilitätswende. Für die Frankfurter Betriebe wäre es sicher nicht so aufwendig, 8 weitere Buslinien zu verwalten. Da könnte man die ganze Stadtwerke Gesellschaft in Offenbach einsparen. Da würde man an der richtigen Stelle sparen und könnte Synergien nutzen.