Beiträge von Hajü

    Ich will dieses Thema nochmal aufgreifen hinsichtlich der aktuellen Fahrtausfälle im Frankfurter Osten. Eigentlich dürfte es dann keine Abweichungen bei Betriebshöfen der ICB hinsichtlich Urlaub geben. Wenn für das Personal aus der Flischstrasse "andere" Regeln gelten, dann kann es auch nicht stimmen, dass die Mainmobil jetzt zu 100 % ICB ist. Zwei unterschiedliche Tarifverträge in einem Betrieb wäre schon sehr merkwürdig.

    Aber irgendwie steigt bei dem Firmengeflecht keiner mehr so recht durch.

    Eigentlich sollte man so langsam mal ein Statement von Traffiq erwarten, wir sind bei komplett eingestellten Linien bzw nahezu kompletter Stadtteil ohne Busverkehr. Einzelne Ausfälle waren angekündigt, das jetzt fühlt sich wie ein richtiger Streik an. Es gibt auch keinerlei Info, wie lange…..

    So braucht sich keiner zu wundern (in Kombination mit Streiks, Kürzungen und neuer Preiserhöhung), wenn der alternative Individualverkehr die Verkehrswende sein wird.😉

    Frankfurter Osten - klingt nach Flinschstrasse. Da müsste doch eigentlich Mainmobil sein (oder was davon übrig geblieben ist und bei ICB untergekommen ist, vielleicht gibts da noch andere Tarifverträge aus Offenbacher Zeiten). Auf der 43 zumindest fahren ein paar Kurse vom Rebstock. Die Fahrpläne sind schon ausgedünnt (insbesondere die 40). Einzig die 551 dürfte dann halbwegs verlässlich fahren (Alpina bzw. deren Sub Umbrella (!)).

    Bei Vias vermisst man jegliche Bemühungen. Es ist ja im Odenwald wie Rheingau die selbe Situation. Ein Gedanke wäre, die Zwischentakte Wiesbaden-FFM für einen gewissen Zeitraum an Dritte zu beauftragen. TRI, WFL & Co …. da gibt es genug. Würde Personal und Fahrzeuge einsparen. Lieber n-Wagen als komplette Ausfälle und überfüllte verbleibende Züge. Aber weder Vias selbst noch RMV (könnte hier Druck auf Vias ausüben) haben ein Interesse …..

    In einem Parallelthread wurdest Du bereits gebeten, weniger polemisch zu agitieren und Alternativen aufzuzeigen. Was wäre denn, wenn der RMV die Reißleine zieht, wie es andere Aufgabenträger schon getan haben? Dann gibt es irgendeine Notvergabe, mit dem Ergebnis, dass noch weniger Leistungen gefahren werden und irgendwelche zusammengeramschten Ersatzgarnituren zum Einsatz gelangen. Also: Was sieht Dein Konzept nach dem Ziehen der Reißleine vor?


    Außerdem ist Deine Argumentation schon ein Widerspruch in sich: Wenn andere Aufgabenträger die Reißleine ziehen würden (bzw. es ja sogar schon getan haben), muss in deren Ausschreibung auch schon irgendetwas schief gelaufen sein. D. h. der RMV steht nicht als einziger Aufgabenträger vor der Problematik. Damit kann es gar kein Schuldeingeständnis 1. Klasse sein, weil den Offenbarungseid bereits andere geleistet haben.

    Schonmal was von Vertragskündigung gehört? Bei Vias bleibt das Personal nach der Ausbildung nicht lange und das ist seit der letzten Übernahme Dauerzustand. Wer will schon lebenslang die gleiche Strecke immer auf und ab fahren. Aber das kann man eben nicht in die Pressemitteilung schreiben. Leihpersonal wäre eine Option, aber sowas ist bei Vias ein Fremdwort (im Gegensatz zur HLB). Die Fehler liegen meiner Meinung nach auch im Management.


    SEV scheint Vias gut zu können. Man hat eigene spezielle SEV Busse in lila (Fahrer aus Düren, müssen dann im Hotel übernachten). Aber SEV kann nicht Dauerzustand sein.

    So nebenbei nicht zu vergessen, dass es auch werkstattmässig drunter und drüber geht. Klimaanlagen und WCs sind meistens defekt. Der RMV kümmert sich da leider nicht um Belange der Fahrgäste. In anderen Bundesländern würden Aufgabenträger möglicherweise die Reissleine ziehen. Das wäre aber für den RMV eine Schuldeingeständnis 1. Güteklasse.

    Beim Main-Spessart-Express ist ca 1/3 der Fahrzeuge (445) nicht einsatzbereit und steht in Würzburg neben unzähligen 440 und 425 rund um das Wagenwerk auf Halde (vermutlich warten auf Repa). In S-H ist die Situation nicht anders, nur fahren dort Ersatzzüge mit 112 bzw 146.2 und Dostos. Alleine die Tatsache, dass es gefühlt 50 % 3-Teiler 446 auf Main-Neckar gibt, ist doch schon ein Kardinalfehler bei der Anschaffung gewesen. Aber warum sollen die Pendler hier verschont bleiben, auf anderen Strecken muss man genauso leiden (Dreiechbahn, RB 58 & Co lassen grüssen).

    Nett wären eigene Fahrzeuge für den X61 auf jeden Fall, vor allem Gepäckablagen mit Verzurrmöglichkeiten wären sinnvoll.

    Andererseits: Jeder fehlende Sitzplatz bringt o.g. Probleme zu Pendlerzeiten mit sich. Wie man es macht, macht man es also verkehrt ;)

    Daher denke ich, machts Sinn hier etwas grössere Transportgefässe einzusetzen. Bei den Solarien fällt durch den Turmmotor schon einiges an Plätzen weg. LE wäre hier die bessere Alternative. Und eine 3. Tür erachte ich auf dieser Linie nicht als zwingend notwendig.

    Eigene Fahrzeuge -> dann könnte man auch die X-Beklebung vom RMV anbringen.

    Und auf was wirst Du da gespannt sein? Es ist so sicher wie das Amen in der Kirche, dass es Tage gibt, an denen alles in die Hose geht. Das haben natürlich alle vorhergesagt und alle werden dann ob der Unfähigkeit der Bahn(en) schimpfen. Ich bin aber mal gespannt, ob irgendjemand umgekehrt das Konzept loben wird, wenn es funktioniert. Ich bin so dreist und behaupte: nein.

    Das Konzept ist zum Scheitern verurteilt. Es gibt keinerlei Reserve-Optionen bzw Kapazitäten hinsichlich Ausweichstrecken im Störungsfall. Dazu kommt das Problem mit unbesetzten Stellwerken, was wir sicherlich öfter sehen werden. Ludwigshafen lässt grüssen. Dann dürfte der Verkehr wohl richtig zusammenbrechen, wie im letzten Sommer als die Brücke am Stadionbad beschädigt wurde.

    Wenn wir gerade über die Ausmusterung der ehemaligen VGF-Busse sprechen, stellt sich mir das Thema X61.

    Momentan fahren da Solos aller Baujahre (von 2009er Solarien bis zu den neusten MAN / Solaris mit Voith-Getriebe). Hatte vor ein paar Wochen ein Erlebnis, das nachdenklich macht. Fahrt mit einigen stehenden Fahrgästen im Solaris (200er Nummer aus der ersten Beschaffungsserie der ICB, mit dem großen EU6-DAF-Motor). Die Fahrerin hatte es sehr eilig und fuhr 100 km/h auf der Schnellstrasse zwischen Flughafen und Stadion. Da ich vorne stand, konnte ich es daher gut sehen. Wusste bis dahin gar nicht, dass es Fahrzeuge gibt, die erst bei 100 km/h abgeriegelt sind. Die neueren MAN / Solarien mit Voith-Getriebe kommen nicht über 80 km/h.

    Mit stehenden Fahrgästen gilt max. 60 km/h (da halten sich aber die wenigstens Fahrer dran), bei > 80 km/h gilt Gurtpflicht (die gibt es in den aktuellen Bussen nicht). In Hamburg gibt es in den Bussen bei Fahrt über Schnellstrasse / Autobahn zuvor eine Durchsage "wir fahren in Kürze auf die Autobahn ... bitte Sitzplätze einnehmen und Anschnallgurte anlegen". Für solche Strecken hat man dann auch entsprechende Busse mit Überlandsitzen & Gurten.

    Wenn man es schon nicht schafft, zu den Spitzenzeiten Gelenkbusse einzusetzen (zum Schichtwechsel z. B.), um Sitzplätze für alle Fahrgäste zu schaffen (dass wenigstens die 80 km/h möglich sind) - würde es doch Sinn machen, dass man im Zuge neuer Busbestellungen hier entsprechende Fahrzeuge ausschreibt. 13 m-LE-Fahrzeuge wären da eine gute Sache. Man hätte 50 Sitzplätze, könnte im Stehplatzbereich noch ein Kofferregal unterbringen und bräuchte kein Gelenkfahrzeug. Setra, MAN (analog den SEV-Fahrzeugen) bieten das auch mit Mild-Hybrid an. E-Busse denke ich, kommen aufgrund der Tages-Kilometer (300 - 400 km) in den Umläufen hier nicht infrage. Kinderwagen / Rollstühle trifft man im X61 äußerst selten, zu 90 % sind es Flughafenpassagiere (mit diversen Koffern) bzw. am Flughafen tätige Fahrgäste.

    Vor ein paar Tagen durfte ich die gleiche Strecke mit einem 2010-er Solaris zurücklegen, auf dem Stück im Wald in der Mörfelder Landstrasse ging es im Schleichtempo voran. Man hatte das Gefühl, dass im nächsten Moment die Türen herausfallen (so sehr klapperte es an allen Ecken und Enden). Da wunderts dann schon, dass man 2013er Citaros verkauft (vor gut 3 Wochen noch auf der X61 gehabt), aber die ältesten Kisten noch bis zum Anschlag laufen müssen.

    Es sind noch Solarien der Jahre 2009-2011 im Einsatz, auch noch G-Solarien aus 2009. Die Fahrzeuge sind inzwischen verschlissen und knapp 15 Jahre alt. Soweit mir bekannt, gilt bei Traffiq Maximalalter für Busse von 15 Jahren. Dazu noch die MAN LC G und die C2 G (Euro 5) aus 2011. Die wurden alle von der VGF gekauft.

    ICB Busse haben alle Kennzeichrn F-IC 8XXX.


    Wenn man alle ex VGF-Fahrzeuge ersetzen wollte, gäbe es eine grosse Ausschreibung. Was man neu bestellt, ist aber ehr Stückwerk und nur linienbezogen.