Beiträge von zip-drive

    Nix. Schon gewusst? Du bist nicht der einzige, der hier Beiträge schreibt

    Noch nicht bemerkt? Nach deiner Antwort aus #60 habe ich mich ausgeklinkt. Man kann gerne unterschiedlicher Meinung sein, aber persönliche Angriffe sind eine andere Geschichte!


    John2 scheint mir aber auch zu wissen, um was es geht. Vielleicht hat er mehr Durchhaltevermögen...

    Schade, dass du nicht auf Skitobi's Beitrag eingehst, der für mich der beste in dieser Diskussion ist.

    Auf diesen Beitrag bin ich nicht eingegangen, da dieser die betroffenen Bürger in keiner Weise weiterbringen würde. Er beschreibt rein die rechtliche Situation hierzulande und nimmt damit den weiteren Verlauf voraus. Du darfst durchaus davon ausgehen, dass mir klar ist, wie das weitere Vorgehen aussehen wird: Entweder verläuft die ganze Aktion im Sande oder notfalls entscheiden die Gerichte gegen die Bürger. Es würde mich jedenfalls sehr wundern, wenn es anders wäre, denn ich lebe immerhin auch schon ein paar Tage in Deutschland...


    Aber all das ist mir bewusst und falls nicht, könnte ich es nachlesen. Die ganzen Gesetze sind im Internet verfügbar. Irgendwie scheint der Eindruck zu bestehen, dass ich den Wahrheitsgehalt der Texte bestreiten würde. Dem ist aber nicht so, ich würde keiner Schilderung der Tatsachen widersprechen.


    Daher wollte ich auch nicht den Eindruck entstehen lasssen, Skitobis Beitrag nicht gelesen/gewürdigt zu haben. Sorry, falls das so aufgefasst wurde.

    aber vielleicht ist das das Grundproblem an der Diskussion: Es ist einfach nicht möglich, dass die Anwohner ihren Willen durchsetzen. Dabei ist es unerheblich, mit welchen Mitteln sie es zu welchem Zeitpunkt versucht haben.

    Jetzt hast du nicht nur das Grundproblem der Diskussion, sondern das Grundproblem auch der Anwohner vor Ort erkannt: Es ist alles nutzlos. Sie können tun, was sie wollen, es wird sich nichts in ihre Richtung bewegen. Andere entscheiden darüber, was sie dürfen oder nicht, selbst wenn sie in der Mehrheit wären. Unter Artikel 20 des Grundgesetzes steht: "Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus." Dem widerspricht sicherlich der Bürger vor Ort.


    Du schreibst ja selbst, dass es sogar unerheblich ist, ob sie zuvor Mittel eingesetzt haben - egal welche. Wenn die Bürger diese Erfahrung machen (schlimmstenfalls gar mehrfach) dann entsteht schnell das Bild "die da oben" und "wir da unten". Das Ergebnis sind dann zweistellige Wahlergebnisse für die AfD und "Wir sind das Volk!"-Rufe in Ostdeutschland. Dort ging es den Leuten doch ähnlich: Sie wollten die Flüchtlinge nicht, haben sie dennoch bekommen und nun ist die Gesellschaft gespalten. Aber auch hier sage ich nicht, dass die Menschen Recht in der Sache (also im Sinne ihrer Forderung) gehabt hätten, aber wieso sie nun frustriert sind, kann ich absolut nachvollziehen, da man nicht gemacht hat, was sie wollten - dabei ist es egal, dass ich Forderungen selbst schrecklich fand.


    Soll das das Ziel sein? Rundherum in den anderen EU-Staaten haben die rechten Parteien bereits Mehrheiten. In Polen oder Ungarn regieren sie, in den USA wird Trump vielleicht sogar Präsident und UK hat den Brexit gewählt. Jetzt sei bitte mal ganz unvoreingenommen: Siehst du hierbei wirklich keinerlei Zusammenhang?


    Ich kann nur wiederholen, dass mir diese Entwicklung Angst macht. In meinen Augen fördert man mit solchen herabwürdigenden Vorgehensweisen einerseits den gesellschaftlichen Zusammenhalt und andererseits die liberale Gesellschaft insgesamt.

    Zu sagen, daß die Bürger keine Wahl haben ist so nicht ganz richtig. Wer hindert denn diese daran, wen diese
    keine Eisenbahn hören wollen an eine Stelle zu ziehen (bzw gar nicht erst hinziehen), wo keine Eisenbahn fährt?
    Ich wüsste nicht, daß es eine Zwangpflicht in Deutschland gibt an einer bestimmten Stelle wohnen zu müssen.

    Natürlich könnten sie wegziehen. Aber das ist deren Land, das haben die gekauft, dafür bezahlen sie jedes Jahr ihre Steuern. Würdest du für dich das in Kauf nehmen (also das Wegziehen)? Fahre doch einmal dorthin und schlage es ihnen vor - wenn du Pech hast, holen sie vielleicht noch etwas anderes als nur den Wasserschlauch. Was ich sagen will: Mit solchen Argumenten eskaliert man eine Situation!

    aber USA nicht wirklich

    Die Diskussion hatten wir schon: Wie gesagt, es liegt im Auge des Betrachters. Gewählte Richter und eine Jury sind für mich eher "im Namen des Volkes" als durch den Staat ernannte Berufsjuristen, die eben nicht aus dem Bauch heraus entscheiden (wie es die Bürger täten), sondern streng objektiv agieren. Die sprechen somit vielleicht Recht, aber nicht unbedingt Gerechtigkeit.

    dafür sorgen, daß es nicht zu Verbesserungen
    kommt (Steuererhöhungen zur Haushaltssanierung, weniger Schusswaffentote,...)

    Gerade das ist aber demokratisch: Die Bürger in den USA wollen mehrheitlich die Schusswaffen. Mir würde das zwar auch nicht gefallen, wenn es hier so viele Schusswaffen wie in den USA gäbe, aber ich bewundere, wie die es dort schaffen, ihre Vorstellungen gegen jeden Reformversuch zu verteidigen.

    Warum setzt du dich eigentlich nicht mit dem gleichen Eifer für die Fluglärmgegner ein? Die hat auch keiner gefragt!

    Ich setze mich mit dem gleichen Eifer überall dort ein, wo ich eine Ungerechtigkeit sehe. (Und bevor du mir wieder das Wort herumdrehst: Recht und Gerechtigkeit ist nicht dasselbe! Es ist kann hundert mal etwas in einem Gesetz stehen, aber das muss ich oder jemand anderes noch lange nicht als gerecht ansehen.)

    Ach stimmt ja, da ist dir ja das uneingeschränkte Fliegen wichtiger als die paar Hanseln. Bin ich wirklich überrascht von der widerlichen Doppelmoral wieder einmal? Nein. Und ebenfalls nein, es geht nicht darum, dass du deine Interessen währst, sondern dass du mit der gleichen Argumentation in einem anderen Fall genau in die entgegengesetzte Richtung läufst!


    Den Widerspruch, den du mal wieder zu erkennen glaubst, kann ich ganz einfach ausräumen: Die Fluglärmgegner haben es bereits geschafft, durch das Nachtflugverbot wirtschaftlichen Schaden zu generieren. Da bin ich strikt dagegen, ich würde es genau so auch niemals begrüßen den Güterverkehr auf der linken oder rechten Rheinstrecke einzuschränken, obwohl die Bürger dort das fordern. Und wenn eine Bürgerinitiative im Kahlgrund die Einstellung des Bahnverkehrs fordern würde, wäre ich genau so dagegen.


    Ich habe schon immer geschrieben, dass ich mir eine Kosten-Nutzen-Berechnung wünsche. Der Verstoß gegen eine x-beliebige Regel bekommt einen monetären Betrag beigemessen und der Nutzen einen anderen. Jetzt kommt es nur noch darauf an, welche Seite mehr wiegt. Ein Flug mitten in der Nacht kostet x Euro, eine "P"-Signaltafel y Euro und ein außerplanmäßiger ICE-Halt im Provinznest z Euro. So einfach ist das. Gerne kann man bestimmte Obergrenzen (nein, ich bin/war kein CSU-Mitglied/Wähler) definieren, damit die Ausnahme nicht zur Regel wird - aber es sollte keine Regel ohne Ausnahme geben.

    Da fehlt dir gravierend der (oder die Breitschaft zum) Blick über den Tellerrand...

    Gerade den behaupte ich zu haben, denn ich konnte in bislang jeder Diskussion, die wir führten, die Argumente der anderen Seite nachvollziehen, die du immer als alleinig schuldig ansieht. Ein Beispiel: Würde die Situation im Kahlgrund eskalieren - was ich ausdrücklich nicht hoffe - würdest du wieder sagen, dass die Bürger schuld sind, obwohl diese vorher mit den hier diskutierten Mitteln versucht hätten, ihren Willen durchzusetzen.

    Man sieht, dass du genauso verschwindend wenig Ahnung hast wie er. (Wissen wir ja schon aus Dettingen.)

    Wieso du nun auch noch persönlich wirst, weiß ich nicht. Wie kommst du eigentlich dazu meine Kompetenz beurteilen zu wollen? Ich bin Geschäftsmann und stehe mit beiden Füßen im Leben. Dies nur als Randnotiz. Bislang konnten wir doch immer anständig zueinander sein, ich würde es daher begrüßen, wenn du von solchen Behauptungen Abstand nehmen würdest!


    Du sagst also, dass automatisch jeder Tf "mehr Ahnung" (um bei deinen pauschalen Worten zu bleiben) besitzt als ich. Nun gut: Es gibt Tf (bei den EVU die man landläufig als "Privatbahnen" kennt), die sind Anfang 20 und deren Ausbildung umfasste zwei oder drei Monate. Die werden anschließend in so einen Dieseltriebwagen gesetzt und dürfen einzig und alleine dieses Gefährt über eine genau definierte Strecke fahren - bevor du mich der Unwahrheit beschuldigst: Ich kenne jemanden, der genau so sein Geld verdient. Umgekehrt kann ich behaupten, seit mindestens 20 Jahren (also praktisch deren gesamte bisherige Lebenszeit) "bahn-affin" zu sein. Ich kenne zwar nicht das gesamte Regelwerk auswendig und bin auch nicht immer auf dem letzten Stand (wie kürzlich bei der Diskussion zu den linksseitigen Trapeztafeln gesehen), weiß auch nicht, wie man eine bestimmte Baureihe fährt, kenne dafür aber auch Baureihen (wie E03, E41, V100, VT98) aus dem täglichen Einsatz, die diese Tf höchstens noch aus dem Museum kennen.


    Die Gesetze der klassischen Mechanik sind mindestens seit Isaac Newton bekannt, ich kann rechnen, behaupte etwas Physikverständnis zu haben und habe auch die eine oder andere Vorlesung zu höherer Mathematik besucht, traue mir also zu, die gegebenen Werte (so ein leichter Dieseltriebwagen hat eine Magnetschienenbremse!) in eine Gleichung einzusetzen und einen Wert zu errechnen. Im Zuge meiner beruflichen Tätigkeit hatte ich auch schon mit Steuerungssystemen zu tun, die Zeit-/Weg-Berechnungen erfordern. Sowohl die Zeit, die vom Beginn des Verzögerns bis zum Stillstand erforderlich ist, als auch die Wegstrecke, die innerhalb dieser Zeit zurückgelegt würde, lässt sich ermitteln. Glaube mir, das weiß ich aus Erfahrung.


    Und wie dein eigener Einwand zeigt, kann sogar ein ICE, der langsam unterwegs ist, noch rechtzeitig halten ohne die Personen im Gleis totzufahren (damals waren jedenfalls keine solchen zu beklagen).


    So viel zu meiner nicht vorhandenen (bzw. "verschwindend wenigen") Ahnung.


    Und damit der Kulturschock für dich komplett ist: In Ostdeutschland gibt es Verkehrsunternehmen (ich meine Leipzig, oder war es Dresden?), dort kann man stundenweise Straßenbahnen mieten zum Selbstfahren (dies hat ein Bekannter von mir beispielsweise schon einmal gemacht, es wurde nur ein Kfz-Führerschein verlangt). Es sitzt zwar ein(e) Fahrlehrer(in) als Gouvernante dabei, aber die Einschätzung des Bremsweges wurde da nicht gelehrt, trotzdem wurde der auf viel befahrene Kreuzungen losgelassen. Jetzt kommst du. Übrigens gab es wohl auch hierbei keine Toten...

    In welcher Welt ist das nicht die sinnvollste Seite, die man sehen sollte?

    In jeder Welt, in der man mit Menschen zu tun hat, mit diesen interagiert und von denen Freundlichkeit zurück erwartet. Wieso denkst du sind gerade solche Bahnthemen in der medialen Berichterstattung so präsent? Weil man hierbei offenbar jedem Mitbürger, sobald es um Bahnen geht, seinen gesunden Menschenverstand abzusprechen versucht. Aber auch Passanten von der Straße haben ein Recht auf ihre Meinung - selbst wenn diese nicht gesetzeskonform ist.



    Und viele Bahnunternehmen täten gut daran, dies in jedem ihrer Geschäftsvorgänge ausreichend zu würdigen und auch zu berücksichtigen, sonst brauchen die sich über den Eindruck, den die Öffentlichkeit von ihnen hat, nicht zu wundern. (Siehe die diversen Berichterstattungen zu dem teils unmöglichen Art und Weisen wie mit fehlenden/falschen/ungültigen Tickets umgegangen wird.) So etwas nennt sich beispielsweise Kulanz.


    So eine Eisenbahn ist doch keine Raketenwissenschaft. Ich muss doch auch nicht Medizin studiert haben um eine Erkältung von einem Krebstumor unterscheiden zu können...

    Falsche Frage! Andersherum stimmts: wer oder was gibt den Anwohnern das Recht, den Betrieb der Bahn einschränken zu wollen?

    Die wollen ja (noch) gar nicht den Betrieb der Bahn (also das Fahren) einschränken - sondern nur das "Hupen". Für dich ist das untrennbar, da Bahn und Reglwerk eines sind, für die Bürger dort hingegen nicht.

    Es ist nicht irgendjemand, der das Hupen und Pfeifen anordnet, sondern die für den Bahnbetrieb zuständige Aufsichtsbehörde, die das Signalwesen verantwortet. Das Gesetz legitimiert ihr Handeln. Es handelt sich deshalb nicht um einen autokratischen oder gar diktatorischen Akt von irgendwem.

    Wir bezweifeln doch gar nicht, dass die Regeln von der zuständigen Aufsichtsbehörde kommen. Der Unterschied ist nur, dass die für mich nicht "gottgleich" ist. Ich behaupte, dass man die genau so für ihr Tun kritisieren darf, wie jeden anderen auch. Mehr noch: Da die für die Kosten ihrer Entscheidungen gar nicht haften müssen, da legitimiert, sollten die mehr als jede Wirtschaftsperson kritisiert werden. Gesetze kann man auch ändern und wechselnde politische Mehrheiten haben in der Vergangenheit bereits zu mehr als einem "Sinneswandel" geführt (genügend Beispiele hatte ich genannt).


    Übrigens kann auch eine Demokratie autokratisch oder gar diktatorisch sein - nämlich dann, wenn die Hürden um eine Änderung herbeiführen zu können, so umfangreich oder komplex sind, dass ein normaler Bürger sich gar nicht gegenüber dem Staatsapparat behaupten kann. (Eine Partei, die nur so ein Thema forcieren würde, würde niemals gewählt werden und etablierte Partei befassen sich nicht mit solchen Spezialfällen!)

    dann erklär doch bitte mal wieso das die Anwohner nicht machen sollen, sondern
    ausschliesslich die Bahn?!

    Die Anwohner sind für die Änderung des Verhaltens nicht verantwortlich. Außerdem sagte der eine Anwohner im Video gar, dass das Grundstück seit mehr als 200 Jahren im Familienbesitz sei. Wer hat hier mehr "Bestandsrecht"? (Nicht im juristischen Sinne.)

    Volksabstimmung schön und gut....wie soll die Frage denn aussehen?
    Ich hätte eine Idee: "Sollen die Züge an dem Bahnübergang künftig nicht mehr pfeifen, dafür nehmen wir eine
    höheres Risiko hin, daß dort ein Mensch durch einen Unfall getötet wird?" Ja [ ] Nein [ ] <-- zip-drive, bitte abkreuzen
    (Neugier wie deine Wahl ausfällt)

    Ich würde für so einen Unsinn gar nicht erst zur Wahlurne gehen... (Wie damals beim Minarettverbot in der Schweiz zum Beispiel - selbst wenn ich schweizerischer Bürger gewesen wäre.)


    Nochmal: Es geht nicht darum, dass ich das für mich möchte. Mich stören weder Flugzeuge noch hupende Züge. Mich stört es, dass pauschal die Bürger gar nicht erst die Wahl haben zu entscheiden, was sie wollen. Und falls doch: Wenn die Mehrheit in diesem Ort mit "Ja" gestimmt hätte, dann müsste das auch so umgesetzt werden (egal was die anderen außen herum in der großen, weiten Welt denken).



    Ich würde mich auch nicht ins Gleis stellen um den ICE anzuhalten, mir wäre die Gefahr persönlich zu hoch.


    Freiheit umfasst für mich aber auch das Recht, die falschen Entscheidungen zu treffen. Und unter Demokratie verstehe ich persönlich etwas anderes, als hierzulande derzeit praktiziert wird. Ein Kreuzchen alle vier oder fünf Jahre kann in meinen Augen unmöglich sämtliche Mitsprache aufwiegen. Aus meiner Sicht resultiert daraus auch die "Politikverdrossenheit", die die Politiker zwar bemängeln aber letztlich auch nichts dagegen tun. Die USA, die Schweiz und einige anderen Staaten sind hier deutlich weiter als die Bundesrepublik.

    und Dampfloks sind die einzigen mir bekannten
    Fahrzeuge mit Läutwerk.....

    V100 hatten, meine ich, auch die Bimmel.

    Du berufst dich also auf den Fortschritt. Der Fortschritt im Verkehr sieht so aus: Stärker motorisierte und vor allem viel mehr Fahrzeuge als zur Dampflokzeit. Stärker gedämmte Innenräume (Häuser, Fahrzeuge). Präsentere Musik (Fahrzeuge, Kopfhörer). So sieht's aus.

    Der Fortschritt mag so aussehen. Was gibt aber irgendjemandem das Recht einfach zu sagen, dass die Anwohner die Lärmbelästigung in Kauf zu nehmen haben? Es geht darum, dass man die Anwohner nicht gefragt hat, ob sie das überhaupt so haben wollen.

    Und für diesen Fortschritt forderst du wie die Anwohner auch (die sich ohne jegliche Erfahrung im Führen von Schienenfahrzeugen anmaßen, Bremswege abschätzen zu können) riskantere Sicherheitstegeln?

    Der Anwohner, der sich im Video anmaßte zu behaupten, dass der Zug ja in Schrittgeschwindigkeit aus dem Haltepunkt heraus anfahren könnte, braucht sicherlich keinerlei Erfahrung im Führen von Schienenfahrzeugen zu haben, um abschätzen zu können, das der Bremsweg in diesem Falle minimal wäre.


    Davon abgesehen befahren die Züge Bahnübergänge bei gestörter technischer Sicherung ebenfalls in Schrittgeschwindigkeit - tagtäglich in Deutschland. Wäre das so riskant, wäre die Weiterfahrt sicherlich schon längst pauschal verboten.

    Klar, wenn was passieren würde, hättest du ja mit dem Tf den besten Schuldigen (war ja beim Ausstieg ohne Bahnsteig ebenso).

    Darauf habe ich ja wieder gewartet. Nein, überhaupt nicht. Ich habe erstens schon zu Beginn in diesem Thread geschrieben, dass eine vernünftige Haftpflichtversicherung vorhanden sein müsste, die auch bei grober Fahrlässigkeit haftet und zweitens habe ich, auch bereits in anderen Threads, immer geschrieben, dass sich Verantwortung an der Höhe der Bezahlung messen lassen muss. Die Tf verdienen so wenig, dass diese die letzten wären, denen man so etwas anlasten dürfte.

    Die ganze Forderung ist irgendwie auch nur der Wunsch nach Gleichbehandlung im Unrecht.

    Eine abweichende Haltung im Einzelfalle ist in meinen Augen eher das Gegenteil von Gleichbehandlung. Es kommt ganz einfach auf den Einzelfall an, will man alles über einen Kamm scheren, kann es nur Unfrieden geben. Gegen eine generelle Vorgabe ist an sich auch überhaupt nichts einzuwenden, solange die örtlichen Vertreter im Bedarfsfalle die Möglichkeit haben, von dieser Vorgabe unkompliziert per Ratsbeschluss abweichen zu können.


    Bei der "Alles-oder-nichts"-Haltung, die manche hier vertreten, frage ich mich bloß, wie da nur ein Familienleben funktionieren kann. Da müsste es ja jeden Tag Streit geben.

    Eigentlich sollte ich auf Deinen gequirlten Krempel gar nicht mehr eingehen. Nur soviel: Der neue Betreiber hat keine "neue" Vorgehensweise, sondern wendet nur die seit Jahrzehnten korrekte Vorgehensweise an, die zudem noch nicht mal von ihm stammt, sondern per Gesetzeskraft vorgegeben ist.

    Richtig, das habe ich nie angezweifelt. Aber für den Kahlgrund ist diese Vorgehensweise eben "neu", die vorherige "alt". Dass die Gesetzeskraft bereits zuvor schon bestand, interessiert die Bürger aber doch gar nicht.

    Was Du gerade machst: Du bist in der Tempo 30-Zone mit 40 geblitzt worden und beschwerst Dich nun, daß der alte Dorfpolizist da nie gestanden und Leute aufgeschrieben hätte. Mag sein, daß er das nie aus Faulheit getan hat, aber nichtsdestotrotz gelten und galten die 30 auch für Dich. Und wenn Du zu schnell fährst, ist das alleine Dein Problem. Und deswegen steht der Blitzer da korrekt. Da gibt es keine "Diskussions- und Kompromissbereit[schaft]".

    Richtig, auch diese Analogie ist korrekt. Aber auch hier könnte es passieren, dass sich die Bürger über die Knöllchen beschweren, wenn plötzlich ein neuer Dorfpolizist auftaucht. Es könnte auch ein Parkverbot sein, welches nun durchgesetzt wird und früher nicht oder sonst was. Sicherlich ließen sich Dutzende Beispiele finden.


    Ein Jurist sähe das sicherlich genau so wie du (oder auch wie ich wenn ich rein das Rechtliche betrachten würde). Aber glaubst du ernsthaft, dass solch eine, rein auf rechtliche Aspekte beschränkte, Diskussion hier auch nur irgendwie etwas weiterbringen würde? Ich nicht, weil hier kein rechtliches Problem vorliegt. Die Leute sind einfach "wütend" (wenn man es so nennen will) und dafür gibt es kein Gesetz.


    Außerdem gab es in der Vergangenheit auch bereits Gesetze die Geschlechter (Männer durften Frauen züchtigen), bestimmte Rassen (Apartheid in Südafrika), Religionen (Juden im Dritten Reich) oder Sexualitäten (§ 175) ganz unverholen diskriminiert haben. Heute besteht die Auffassung, dass dies Unrecht war. Mit deiner, alleine rechtlichen Argumentation, müsste man hingegen jedem dieser (Rechts-)Opfer nachwievor sagen, dass dies alles richtig war, so wie es gehandhabt wurde, bloß weil es seinerzeit ein entsprechendes Gesetz gab, dass dies bekräftigte.

    Wo? Und bevor Du jetzt mit Odenwaldbahn kommst: Meinst Du Schilder oder Signale im Sinne der ESO?

    Ich meinte Schilder - sonst hätte ich Signaltafel geschrieben. Nein, ich hatte eine andere Strecke vor Augen. Im Falle der Odenwaldbahn wüsste ich nur diese kleinen (< 30 cm) Schildchen, die die Halteposition anzeigen sollen. Was meinst du?

    Ansonsten kannst Du Dir die gesamte Diskussion bezüglich länger oder kürzer Pfeifen schlicht sparen, weil sowohl ESO als auch 301 in diesem Punkt eine eindeutige Handlungsweise des Tf vorgeben: "Signal Bü 4: Etwa 3 Sekunden lang pfeifen!"

    Wenn man sich die Diskussion spart, dann kommt das heraus, was man dort nun vor Ort hat. Ich denke überhaupt, dass den meisten, die sich darüber beschweren, diese Vorschriftensammlungen gar nicht bekannt sind.


    Ich weiß nicht, was sich in den letzten Jahren geändert hat, aber es war mal üblich, dass man miteinander gesprochen hat, wenn es Probleme gibt. Heute besteht offenbar jeder nur noch auf seinem Standpunkt ist noch nicht einmal mehr gewillt, sich die Meinungen der Anderen anzuhören. Falls die nicht ruhig sind, werden sie halt öffentlich diffamiert.


    Es geht hierbei doch auch gar nicht um diese Vorschrift, sondern um etwas viel einfacheres:


    "Normalerweise" (ich weiß, was ist heute noch normal) schaut man sich die neue Umgebung an und stellt sich auf die Situation ein. Sei es nun ein neuer Mitarbeiter im Unternehmen, ein neuer Nachbar im Wohngebiet oder sonst wo.


    Die Leute hatten an der Bahn offenbar nichts auszusetzen, als sie noch vom alten Betreiber betrieben wurde. Der neue Betreiber hat jedoch nicht vorher geschaut, wie der Betrieb bei ihm ablief, sondern einfach seine neue Vorgehensweise durchgesetzt. Hätte er sich an das Verhalten seines Vorgängers angepasst, wäre es sicherlich nicht zu solchen Beschwerden gekommen. Als er auf die Unterschiede aufmerksam gemacht wurde, hat er sich nun aber nicht diskussions- und kompromissbereit gezeigt, sondern gesagt: "So ist es nun richtig - was früher war ist uns doch egal." Da wundert dich die Reaktion?


    Im Umgang zwischen Menschen gibt es deutlich mehr Facetten als nur die rechtlichen. Kein Mensch zweifelt bestimmt daran, dass das Verhalten des neuen Betriebes rechtlich begründbar ist, jedoch sind Recht haben und Recht bekommen (bei den Anwohnern) zwei völlig verschiedene Sachverhalte.


    Wenn man jetzt auch noch weiß, wie heikel gerade solche Themen (wie Infrastruktur, Bahn, Autobahn, Stromleitungen, Windräder usw.) heute geworden sind, frage ich mich immer wieder, wieso man so offen die Eskalation sucht. Wem bringt solch eine Eskalation einen monetären Vorteil?


    Du siehst bei vielen Dingen immer nur eine Seite, meist die objektiv begründbare. Was die Menschen wollen, kann aber durchaus völlig unterschiedlich sein. Ich selbst finde viele Forderungen überzogen und würde sie mir nicht wünschen, dennoch kann ich die Argumente derer verstehen und nachvollziehen, wie sie zu Stande gekommen sind, die das wollen.

    Zu HLB-Zeiten und vor allem zu KVG-Zeiten nahmen es die Zugführer (warum auch immer) mit dem Hupen nicht so genau. Hier setzt das Unverstädnis der Bürger ein.

    Ich denke, dass genau das Gegenteil der Fall ist: Die Bürger hatten Verständnis für das Nicht-so-genau-nehmen.

    Die Art und Weise wie die betroffenen Bürger dieses Unverständnis vorbringen und teilweise Selbstjustiz mit dem Wasserschlauch betreiben ist natürlich völlig unabgebracht.

    Wenn man den Bürgern die entsprechenden Möglichkeiten aufzeigen würde, wie sie zu ihrem Ziel kommen können, wäre diese Selbstjustiz sicherlich nicht entstanden. So erinnert das doch an einen "Kampf gegen Windmühlen", meinst du nicht?


    Mittlerweile sind viele Sachverhalte einfach kolossal abstrahiert. Es muss für Alles eine allgemein gültige Patentlösung geben. Wollte man im Einzelfall heutzutage etwas ändern, müsste das Gesamtsystem geändert werden, was sich auch auf alle anderen Orte auswirken würde, wo dies Anwendung findet. Aber solch eine Änderung des Gesamtsystems ist praktisch unmöglich. Nehmen wir doch einfach die Bürger aus der BI aus dem Kahlgrund: Das Thema ist so lokal, man bekäme doch niemals eine bundes- oder gar EU-weite Zustimmung für so etwas auf die Beine.


    Aus diesem Grunde gibt es hier doch auch keine wirklichen Volksabstimmungen. Es ist alles so unflexibel geworden, dass man bezogen auf einen Anwendungsfall gar keine abweichende Behandlung mehr etablieren kann.

    Ach so. Weil Du Dich ja so gut mit Deinen Vermutungen auskennst: Wie heißt denn der neue Betreiber der Infrastruktur? Mir war bislang nämlich nicht geläufig, daß die Kahlgrundbahn von der KVG verkauft wurde. Bitte bringe Licht ins Dunkel und sage mir, wem die Gleisanlagen jetzt gehören.

    Die Gleisanlagen gehören sicherlich immer noch der KVG.


    Ich persönlich bin auch überhaupt nicht betroffen und selbst wenn es so wäre, würde ich mich nicht über die Bahn aufregen (es gibt andere Dinge, die wesentlich störender sind - wie rasende Autofahrer mitten in der Nacht).


    Das Problem, welches ich hier bei dieser Diskussion sehe bzw. allgemein hier im Forum, ist, dass jeglichen Bürgern, die aufbegehren, immer fehlendes (Regel-)Verständnis, fehlende Mitwirkung, fehlende Einsicht, fehlendes Verständnis , gar Kriminalität oder was auch immer angelastet wird. Und hier sehe ich einfach eine Lebensweisheit: Verständnis kann man nicht einfordern, das muss man sich verdienen!


    Man kann sich aber nichts verdienen, wenn man nicht bereit ist, auch nur ein paar Zentimeter von seinem Standpunkt abzuweichen. Sich hinzustellen und zu sagen, dass dies aber alles jetzt erst korrekt sei, erzeugt kein Verständnis, sondern kann sogar eine indirekte Aufforderung zur Gewalt darstellen.


    Am einfachsten wäre es hier in diesem Falle doch, wenn man wieder so wie früher verfahren würde. Damit wäre das Problem aus der Welt. Stattdessen wird, wie üblich, eine Grundsatzdiskussion geführt, die eigentlich kein Mensch braucht.

    Ich mach mir gar nicht erst die Mühe, auf all den Quark einzugehen

    und

    Kurzum: mangelnder Realitätssinn führt zu Politikverdrossenheit.

    Genau diese Einstellungen sind es, die mittlerweile zu 16% bei politischen Umfragen für die AfD führen. Mir macht diese Entwicklung wirklicht Angst. Was dabei herauskommt, kann man hier im Forum lesen (da beklagte sich doch die tatsächlich AfD darüber, dass ein diskriminierender Busfahrer geahndet wurde).


    Außerdem sollte dir klar sein, dass es nicht "die Realität" gibt. Das, was wir sehen, ist auch nur ein Modell der Realität, welches in unserem Hirn entsteht.

    Was soll denn der Bürgermeister bitteschön alternativ tuen, als auf geltende (UVV) Regeln zu verweisen?

    Er könnte versuchen die Interessen der Bürger durchzusetzen, denen das egal ist. Gerade in Bayern ist das doch das übliche Vorgehen (im Falle der CSU, ich weiß nun nicht, welcher Partei der gute Herr angehört).


    Wenn die Bürger immun gegen so etwas sind, dann sind diese in meinen Augen nicht geeigent in eine
    infrastrukturell entwickelten Gegend zu wohnen und sollten sich vielleicht eher nach einem anderen Wohnort
    umsehen, der etwas weniger davon hat. Eine Möglichkeit wäre der Bereich, der auf halbem Wege zwischen
    Perth und Brisbane liegt.

    Wir wollen mal auf dem Teppich bleiben! Was du gerade vergisst, ist, dass die Leute teilweise dort schon seit Ewigkeiten wohnen! Die wohnen dort schon länger als die Unternehmen existieren, die dort heute entweder den Verkehr oder die Infrastruktur betreiben. Außerdem haben die für diese Grundstücke auch Geld bezahlt, was wir mal nicht vergessen wollen. Und am wichtigsten: Den Betreiberwechsel haben nicht die Anwohner zu verantworten.


    Für die Leute ist die Situation klar: Sie sehen heute eine Einschränkung in ihrer Lebensqualität, die sie früher nicht sahen. Das ist eine Bestandsaufnahme, über die man nicht zu diskutieren braucht - wenn die Leute sagen, dass es so ist, dann ist es deren subjektive Empfindung.


    Jetzt kann man so viele Regeln aufzählen wie man will und ob die heute richtig oder früher falsch angewandt wurden usw. An dem Empfinden der Bürger ändert sich dadurch doch nichts und genau das ist der Keim des Frusts.

    Der Unterschied EIU/EVU ist dir schon bewusst?

    Durchaus. Ich weiß aber aus eigener Erfahrung, dass auch schon EVU Schilder aufgestellt haben.

    Das Video ist aber doch ziemlich eindeutig - und bestätigt meine Vermutungen:


    Der alte Betreiber hat es anders gemacht (kürzer und allgemein weniger gehupt), der neue Betreiber hat gar noch neue Schilder aufgestellt. Wen wundert es hier, dass es Widerstand bei den Bürgern gibt? Wenn der neue Betreiber dann noch seine Mitarbeiter anweist mindestens drei Sekunden lang zu hupen, dann dauert es nicht lange bis sich die Bürger organisieren. Die Begründung, war wie vermutet, die befürchtete Haftbarmachung des Triebfahrzeugführers im Unfallfalle.


    Es ist dasselbe Thema wie schon x-mal in anderen Zusammenhängen festgehalten: Was die direkt Betroffenen letztlich wollen, spielt heute kaum noch eine Rolle. Andere legen fest, wie viel Sicherheit (falls man das so "messen" kann) hier erforderlich sein soll und vor Ort ist immer alles "alternativlos". Ein abweichendes Verhalten im Einzelfalle ist heute offenbar nicht mehr gewollt (bzw. durch die Bürokratie aktiv verunmöglicht). Früher hat es der alte Betreiber wohl einfach "anders" gemacht - auch wenn dies gegen die, bestimmt damals auch schon gültigen, Vorschriften war.


    Früher hatte eine Dampflokomotive beispielsweise auch eine Glocke, die vor den Bahnübergängen genutzt wurde. So ein lautes Horn gab es vor Jahrzehnten noch nicht und dies führt nun offenbar dazu, dass selbst solche jahrzehntelange Anlieger beginnen sich zu beschweren. Damit erreicht man jedenfalls keine wohlwollende Stimmung für die Bahn.


    Im Falle der HLB liest es sich ähnlich: Die neuen Züge sind lauter als die alten, die neuen Betonschwellen sind lauter als die alten, die häufigeren Fahrten bis in die Nacht hinein führen zu mehr Lärm.


    So treibt man auch die Leute zur Politikverdrossenheit. Man muss das aus der Sicht der Betroffenen sehen: Sie organisieren sich, machen sich Gedanken, wollen etwas ändern, haben eventuell sogar die Mehrheit hinder sich, aber weil anders wo Regelungen getroffen wurden, die vor Ort gar nicht geändert oder außer Kraft gesetzt werden können, lässt sich deren Wille nicht durchsetzen. Meine Meinung dazu ist ja bekannt - so etwas ist undemokratisch. Der "Angriff mit dem Wasserschlauch" dürfte ganz einfach der (gespürten) Ausweglosigkeit geschuldet sein. Der Bürgermeister dürfte da auch keine große Hilfe sein, da er letztlich den Standpunkt der Bahn vertritt und nicht den seiner Bürger.


    Wie hieß es kürzlich: Wie leben im postfaktischen Zeitalter (der Spruch gefällt mir)...

    Letzteres - das mit der Haftpflichtversicherung - wäre auch der völlig falsche Ansatz.

    So wie ich den Artikel verstanden habe, hat es beim alten Betreiber weniger/kürzer/leiser "gehupt". Jetzt ist es offenbar aufdringlicher.


    Der Artikel geht natürlich nicht so ins Detail, aber hat es in Folge des Betreiberwechsels Änderungen an der Infrastruktur (Tafeln usw.) gegeben?


    Falls nicht, wäre das "neue Hupen" wohl auf eine andere Art der Einschätzung des Risikos o.Ä. von Seiten des neuen Betreibers zurückzuführen.

    Die Lösung wäre also tatsächlich: Jemand spendiert mal ein paar Schranken und Blinklichter. Dann können die Pfeiftafeln entfernt werden und niemand muss mehr pfeifen.

    Hier sähe ich aber das Problem, dass Nutzen und Kosten in keinem Verhältnis stünden. So eine Anlage kostet sicherlich pro Bahnübergang mindestens einige hunderttausend Euro. Laut dem Artikel gibt es mehrere Bahnübergänge, die von der Problematik betroffen sind. Das wäre daher eine Millioneninvestition für einen Sicherheitsgewinn an Bahnübergängen, die offenbar kaum frequentiert sind, denn sonst gäbe es ja bereits Blinklichter usw. dort.

    BTW: Es ist irrelevant wenn die Personalkosten relativ zum Umsatz gestiegen sind, diese aber in Wirklichkeit absolut
    gesunken sind -> Man kann billiger anbieten (bzw hat dieses gemacht und hat deswegen weniger Umsatz....)


    Die Einschätzung, dass dies irrelevant sei, wird sicherlich jeder, der mit diesem Unternehmen Geld verdienen will, abstreiten. Bei den großen Banken (Deutsche Bank, Commerzbank) haben wir momentan beispielsweise dieselbe Situation. Meldungen über den geplanten Stellenabbau waren bereits zu lesen...
    Im Falle der DB Regio sind vermutlich die verloren Ausschreibungen für den Umsatzrückgang verantwortlich, die eigenen Leistungen (beispielsweise Tickets außerhalb der Verkehrsverbünde) sind nach meinem Wissen nicht günstiger geworden.

    Unter diesen Bedingungen wird es da sicherlich keine einfache Lösung geben.


    Dem Personal im Zug die Verantwortung anlasten zu wollen, ist sicherlich der falsche Weg, da werden die vom "Hupen" nicht ablassen.


    In diesem Falle frage ich mich aber, ob man nicht eine Haftpflichtversicherung abschließen könnte, die die "grobe Fahrlässigkeit" des "Nicht-Hupens" mit einschließt. Dann wäre das Personal im Zug aus der Haftung und das Hupen könnte sicherlich sinnvoller an die örtlichen Umstände angepasst werden.

    zip-drive, deine Berechnung mit den Zahlen aus dem Geschäftsbericht DB und Bewertung
    dessen ist etwas sehr eigenwillig/eigenartig....
    Gesunkener Umsatz hat doch andere Ursachen und kann nicht ins Verhältnis mit den
    Personalkosten gesetzt werden.....

    Der Grund des gesunkenen Umsatzes ist für die Betrachtung irrelevant. Wenn der Umsatz beispielsweise in einem Zeitraum um 10% sinkt, die Personalaufwendungen aber nur um 5% sinken, dann stellt das Personal einen höheren Kostenfaktor für das Unternehmen dar, selbst wenn unterm Strich die einzelnen Mitarbeiter weniger Gehalt bekämen als vorher.


    Dieses "ins Verhältnis setzen" ist eine ganz normale Herangehensweise bei der Beurteilung der Rentabilität von Unternehmen. Da gibt es durchaus noch mehr übliche Kennzahlen. Es spielt noch nicht einmal eine Rolle, in welcher Branche das Unternehmen letztlich aktiv ist. Bei der BASF lässt sich das genauso ermitteln wie bei der Allianz. Gerade deshalb gibt es solche Zahlen im Geschäftsbericht, damit man Vergleiche anstellen kann.


    Jeder Investor wird dies bei seiner Anlageentscheidung berücksichtigen.


    Und jetzt bringt zip-drive die GuV (am liebsten vielleicht noch derlei wie Bilanz, KER oder BWA?) ins Spiel, in denen keine Inflationsrate erfasst wird bzw. nicht erfasst werden muss, weil dies für eine betriebswirtschaftliche oder handelsrechtliche Auswertung über einen kurzfristigen Erfassungszeitraum von 30, 90 oder 365 Tagen selbstverständlich völlig irrelevant ist. Oder habe ich etwas versäumt und es gibt inzwischen Gewinn- und Verlustrechnungen, die über einen Zeitraum von 16 Jahren erstellt werden?

    Die Inflation in einer Bilanz zu berücksichtigen ergibt keinen Sinn. Es wird schließlich das Betriebsergebnis veranschaulicht und nicht irgendwelche erhobenen Daten. Indirekt kann durchaus die Inflation Einfluss genommen haben: Wenn die Verbraucherpreise steigen und das Unternehmen in einer Verbraucher-affinen Branche tätig ist, kann es natürlich dadurch zu höheren Umsätzen kommen.

    Wir reden hier also nicht über betriebswirtschaftliche, sondern über volkswirtschaftliche Zusammenhänge. Da stellt sich nur noch die Frage wer hier etwas verwechselt?

    Mit diesen Zahlen (am beispiel der DB AG) wollte ich lediglich die Zahlen dafür liefern, dass die Personalkosten bei den Unternehmen, die die Leistungen letztlich erbringen, gestiegen sind. Dies wurde nämlich erstens bezweifelt und zweitens mit absurden Zahlen (nur 5% für Personal usw.) behauptet.


    Bei den anderen Unternehmen wird es letztlich nicht anders sein. Da DB Regio bundesweit in Erscheinung tritt, ist es schon repräsentativ.


    Nicht zuletzt aufgrund der volkswirtschaftlichen Zusammenhänge habe ich schon in #15 geschrieben, dass es sinnvoller wäre, lediglich die Ausgabenseite des ÖPNV zu betrachten. (Da die Einnahmen aufgrund politischer Einflüsse usw. schwanken können und nicht vergleichbar sind - "Äpfel mit Birnen" usw.) Extrembeispiel: Würde der RMV heute kostendeckend agieren wollen, wären die Ticketpreise massiv höher ohne dass es zu einer Änderung auf der Ausgabenseite käme - gleiche Leistung vorausgesetzt.


    Wollte man das Ganze wirklich objektiv beschreiben, müsste man zum Vergleichen sogar noch die Steuern unberücksichtigt lassen, da hier durch staatliche Eingriffe ebenfalls eine ungleiche Grundlage geschaffen sein könnte. Nicht zuletzt deshalb gibt es in der Betriebswirtschaft Kennzahlen wie EAT, EBT, EBIT, EBITA, EBITD, EBITDA, EBITDAR usw.

    Was heißt denn "das Personal"? Ein völlig unscharfer Begriff ist das.

    Das waren speziell die Zahlen für die DB Regio AG. Ich denke daher, dass kein Personal für Güterverkehr berücksichtigt ist.

    Fahrdienstleiter

    Arbeiten dort keine und stecken deshalb auch nicht in den genannten Zahlen. Die müssten bei DB Netz beschäftigt sein.

    Was heißt unter diesen Umständen, das Personal sei heute deutlich teurer? Ich denke, man muss die Personalkosten ins Verhältnis zur Betriebsleistung setzen (was nicht Umsatz ist), also etwa bei der S-Bahn zu den erbrachten Fahrplankilometern

    Wie gesagt, die Berichte sind alle online. Du kannst gerne alle benötigten Informationen entnehmen (dafür sind die da).

    Es bestätigt Deine Aussage eben nicht, ganz im Gegenteil. Natürlich ist das mehr als damals, aber Du lässt dabei wider besseres Wissen die Inflationsrate völlig außer acht.

    Du verwechselst hier etwas. Es mag sein, dass die "Kaufkraft" trotz des gestiegenen Einkommens der Mitarbeiter innerhalb der Jahre gesunken ist - nicht aber die Kosten eben dieser Mitarbeiter für das Unternehmen, denn diese sind gestiegen. Und auf genau diese Kosten kommt es letztlich an.


    Ich lasse die Inflationsrate deshalb völlig außer Acht, weil diese für die betriebswirtschaftliche Einschätzung innerhalb der Gewinn-Verlust-Rechnung völlig ohne Aussagekraft ist.


    Auch ich mache meinen Job nicht erst seit zwei Tagen, wenngleich ich mich eigentlich viel lieber mit der Technik beschäftigen würde, komme ich praktisch jeden Tag mit solchen Themen in Berührung und muss mir meine Gedanken machen, was für mich bzw. mein Unternehmen von Vorteil ist. Es stimmt, dass dies nicht immer deckungsgleich mit dem ist, was meine Mitarbeiter für sich persönlich als Vorteil erkennen würden.

    Wenn Du Dich wundern möchtest, kann ich Dir gerne dabei helfen. [...]


    Das entspricht einer Erhöhung von 13,7 % in 16 Jahren! So what?

    Aber das bestätigt doch meine Aussage: Heute mehr als damals. Daher brauche ich mich nicht zu wundern.

    von "hauptsächlich" gestiegenen Personalkosten kann man daher nicht so verallgemeinernd sprechen

    Ich habe die Berichte der Deutschen Bahn verlinkt. Schauen wir also einmal auf Seite 026 des Geschäftsberichts 2015 der DB Regio AG (die dürfte für unsere S-Bahn auch zuständig sein). Wir sehen, dass es im Jahre 2015 6228 Mio. EUR Umsatzerlöse gab und das dem ein Personalaufwand von 1177 Mio. EUR gegenüber steht. Das sind fast 19%.


    Der Bericht aus dem Jahre 2012 weist auf Seite 18 hingegen Umsatzerlöse in Höhe von 6527 Mio. EUR aus, denen ein Personalaufwand von 1164 Mio. EUR gegenübersteht. Das sind knapp 18%.


    Jetzt könnte man meinen, dass dies kaum eine Änderung sei. Man muss aber das Verhältnis betrachten: Der Umsatz ging um etwa 4,5% zurück, dafür stiegen die Personalkosten hingegen um etwa ein Prozent. Letztlich ist das Personal dadurch heute deutlich teurer als damals, obwohl die absolute Zahl immer noch relativ ähnlich ist.


    Noch ältere Berichte bietet die Website nicht zum Download an, eine Recherche hierzu wäre mir zu viel Aufwand. Der Vergleich zwischen dem Jahre 2000 und heute wäre aber sicherlich noch deutlicher.


    Vergleichen wir nochmals mit der Aussage:

    Der Anteil der Kosten für das Zugpersonal macht ohnehin nur fünf Prozent der Gesamtkosten aus. Die DB-Mär des teuren Zugpersonals ist somit nicht zu halten.

    Wie kommt es? Kann die Gewerkschaft nicht rechnen? Oder nicht lesen? Oder sollen gezielt Unwahrheiten verbreitet werden?


    Aus meiner Sicht macht so eine Diskussion nur Sinn, wenn man ehrlich ist.

    Außerdem darf man die von tunnelklick in Beitrag 8 genannten Argumente nicht außer acht lassen.

    Wenn man die Ticketpreise vergleicht, mag das so sein. Vergleicht man aber die Zahlen desselben Unternehmens über die Jahre dürften die Argumente aus #8 irrelevant sein.


    Abgesehen davon gibt es aber auch Berichte beim RMV. Man könnte daher ganz klar den Betriebsaufwand über die Jahre vergleichen und so die Mischfinanzierung völlig außer Acht lassen. Die Einnahmenseite ist aufgrund der politischen Vorgaben, da stimme ich zu, sicherlich nicht aussagekräftig, da die Preise des RMV nicht durch Marktwirtschaft entstehen.

    Zitat aus dem aktuellen GDL-Heft "Voraus", Seite 5:

    Wie hoch der absolute Anteil ist, spielt für die Betrachtung der Veränderung keine Rolle.

    Dürfte für andere Betriebe doch ähnlich sein... und im Zweifel glaube ich da eher der Gewerkschaft.

    Da scheiden sich aber die Geister. Denen würde ich als letztes etwas glauben, denn die Berichte sind alle öffentlich und, dank der heutigen Zeit, bequem über das Internet downloadbar:


    http://www1.deutschebahn.com/e…anzberichte/berichte.html

    Vielleicht stecken diese "gestiegenen Personalkosten" aber auch im sogenannten "Overhead"...? Kann ja sein... - aber alleine immer nur das Fahrpersonal für "gestiegene Personalkosten" und damit heftig steigende Ticketpreise verantwortlich machen wird durch gebetsmühlenartige Wiederholung vorgefertigter Pressemitteilungen auch nicht wahrer oder richtiger.

    Du bezweifelst also, dass du heute bei gleicher Tätigkeit mehr verdienst als im Jahre 2000? Das würde mich jedenfalls sehr wundern.

    Komisch... die, die diese Leistung erbringen und jeden Tag ihren Job machen, verdienen im Vergleich zum durchschnittlichen Lohnniveau sogar heute weniger als damals.

    Meinst du das Fahrpersonal?


    Das wäre in der Tat komisch, denn die überdurchschnittlichen Preiserhöhungen der Tickets sind hauptsächlich auf gestiegene Personalkosten zurückzuführen...


    Die Aussage muss daher irgendeinen Fehler enthalten.