Beiträge von zip-drive

    Der Struktur deines Posts nach zu urteilen sagst du das zu John2, aber das klingt anders. Wen sprichst du nun direkt an?

    Ich bin leider an der Kommentarfunktion gescheitert, obwohl ich direkt im Quellcode versucht habe, das zu richten.


    Diese Aussage bezieht sich auf die ursprüngliche Aussage von tunnelklick , auf die John2 antwortete.


    Bitte verzeiht die Verwirrung, früher war das mit dem Code einfacher hier im Forum...

    Ich weiß nicht was für ein Problem Du hast, aber diese Abstimmung ist stärker legitimiert als das Stadtparlament! Wenn Du nun hier anfängst die Legitimierung dieser Abstimmung in Frage zu stellen, muss man zwangsläufig alle Gemeindebeschlüssen in dieser Legislaturperiode in Frage stellen.

    Sehe ich genauso.


    Außerdem gebe ich zu bedenken, dass das nicht zwangsläufig dieselben Wähler gewesen sein müssen.


    Eventuell haben bei dieser Abstimmung Bürger teilgenommen, die die Kommunalwahl ignoriert haben, weil ihnen die Stadtpolitik im Allgemeinen "egal" ist, die City-Bahn im Besonderen aber ein Anliegen war.


    Es ist anmaßend - aus meiner Sicht - die Legitimität davon abhängig machen zu wollen, "wie viele" abstimmen gehen. Damit widersprichst du dir teilweise selbst. Wenn du einerseits behauptest, dass die Abgeordneten "weiser" abstimmen würden als die Bürger dann wäre es doch absurd zu verlangen, dass mehr Bürger, welcher deiner Ansicht nach weniger "weise" sind, mit abstimmen sollen. So haben wir doch genau den Zustand, dass nur die Bürger, denen das Thema wirklich wichtig ist, ihre Stimme abgegeben haben. Die "schweigende Mehrheit" schließt sich eben diesen kritischen Bürgern, die abstimmen gegangen sind, an.


    Ich würde jetzt nicht gerade von einer "politischen Klasse" sprechen, aber ich persönlich fühle mich von "normalen" Bürgern, die sich kritische Gedanken machen, eher vertreten als von den "repräsentativen Abgeordneten".


    Des Weiteren finden Bürgermeisterwahlen statt, obwohl es nur einen Kandidaten gibt. In diesem Falle würde es daher ausreichen, wenn ein einziger Bürger diesen einzigen Kandidaten wählt, damit dieser das Amt erhält. Ist das demokratisch? Rufst du da auch nach einem Quorum?


    Ich stimmte dir daher zu, dass man kritisch hinterfragen kann, ob diese Art der Abstimmung "besonders demokratisch" ist. Aber "undemokratischer" als der Rest dessen, was man hier in Deutschland als demokratische Mitbestimmung präsentiert bekommt, ist es gewiss nicht.


    Aus meiner Sicht sollte man daher nicht überlegen, was "undemokratischer" bzw. "weniger legitimiert" sein könnte, sondern wie man es schafft einerseits mehr Demokratie und dadurch andererseits mehr Legitimität in "diesem Laden" (das ist bezeichnend!) hinzubekommen.

    Kann es doch! Die Stadtverordneten in Wiesbaden können es, jederzeit.

    Zunächst einmal sprach ich von direkter, demokratischer Legitimation. Das sind keine Abgeordneten, sondern nur die Wahlberechtigten vor Ort.


    Und zu deiner Aussage: Es wäre mir völlig neu, dass die Stadtverordneten in Wiesbaden eine Planung (rechtssicher) beschließen könnten, die bewusst gegen geltende Gesetze verstößt, weil man in einem Einzelfall davon abweichen möchte. Nach meinem Kenntnisstand würde ein Gericht solch eine Entscheidung kassieren.

    Ich verstehe grade nicht, warum dieses Argument nicht genau gegen deine These spricht.

    Eventuell reden wir aneinander vorbei. Zur Sicherheit: Mit Argument meinst du gerade, dass es Abgeordneten möglich ist, im Parlament weitere Planungsvarianten anzubringen? Mit These meinst du gerade, dass ich mangelnde demokratische Legitimation im Planungsvorgang sehe?


    Vorausgesetzt wir meinen dasselbe: Das Argument spricht aus meiner Sicht für die These weil die neuen Planungsvarianten aus Parteiüberzeugungen resultieren (Park erhalten, verändern ja/nein, Bauweisen offene Baugrube/Tunnelbohrmaschine). Das resultiert nicht aus Ergebnissen von nachträglich erhobenen Befragungen vor Ort.

    Millionen € Planungskosten in den Sand gesetzt. Bis zu welchem Projektfortschritt soll man denn abweichen können?

    Man hätte, um beim Fall Wiesbaden zu bleiben, um Kosten zu sparen, zu einem früheren Zeitpunkt fragen können, ob die Planungen so überhaupt im Detail fortgesetzt werden sollen. Aber sind ein paar Millionen Planungskosten überhaupt relevant im Verhältnis zu den sehr viel größeren Baukosten?


    Teile die Kosten der Planung halt durch die Summe der abgegebenen Stimmen, dann weiß man zumindest, wie viel hier eine Stimme "gekostet" hat. Ich halte den Preis, solch eine - nun nutzlose - Planung bezahlt zu haben, tolerierbar.

    Dieses Argument ist nun inkonsistent. Wie kannst du eine Abstimmung des Volkes über Zustimmung oder Ablehnung einer Planung für eine demokratisch legitimierte Entscheidung halten, wenn du eine Abstimmung eines Parlamentes über Zustimmung oder Ablehnung einer Planung noch nicht einmal bedingungslos für eine Entscheidung hälst?

    Das ist ein Missverständnis.


    Da kaum jeder Wahlberechtigte bei einer Planung mitarbeiten kann - sei es wegen Sachkenntnis noch Zeitaufwand, kann man bei solch einer Abstimmung neben ja und nein höchstens nein und mehrere Varianten vorlegen.


    Auf der Seite des Parlamentes sieht es in der Tat etwas anders aus: Im Beitrag zur U4-Verlängerung war die Tage hier im Forum zu lesen, wie es Planungen auf die Prüfagenda der zuständigen Behörden schaffen oder auch nicht und wie einzelne Beteiligte hier Änderungen erreichen können.


    Eine oder mehrere Abgeordnete in einem Parlament haben damit eine höhere Entscheidungskompetenz als teilweise mehrere hunderttausend Wahlberechtigte vor Ort. Und die Abgeordneten wurden teilweise von den Wahlberechtigten mit ganz anderen Wünschen und Vorstellungen gewählt oder noch schlimmer: Zum Zeitpunkt der Wahl stand noch gar nicht fest, wie der gewählte Abgeordnete sich positionieren wird. Dass der Abgeordnete nur seinem Gewissen verpflichtet sei, sollte jetzt nicht als Argument kommen, Fraktionszwang tut sein übriges.


    Letztlich ist daher schon die Bestellung der verschiedenen Planungsvarianten, welcher überhaupt näher geprüft werden, nicht mehr objektiv sondern durch Parteipolitik gelenkt. Gerade bei dem Thema U4 ist doch sehr deutlich, welche Partei was bevorzugt.


    Ganz simpel formuliert: Die Abgeordneten sollten das Tagesgeschäft und unaufschiebbare Sachverhalte vorläufig entscheiden, aber wichtige Weichenstellungen sollten generell direktdemokratisch legitimiert werden, wie in der Schweiz.

    Jede Behörde hat einen gesetzlichen Auftrag, im Rahmen dessen sie handlungsbefugt ist

    Ja, das ist korrekt. Aber dieser gesetzliche Auftrag kann, nach meinem Verständnis, nur ein "äußerer Rahmen" sein. Es muss möglich sein, dass bei einzelnen Projekten durch direkte, demokratische Legitimation in diesem Einzelfall von dem gesetzlichen, äußerem Rahmen abgewichen werden kann.


    Solch eine Abweichung kann aber niemals durch eine Behörde selbst stattfinden - sonst würde sich die Behörde ja selbst ihre rechtliche Grundlage nach belieben auslegen können. Der Souverän sollte aber die Möglichkeit haben, im Einzelfall abweichend zur gesetzlichen Grundlage entscheiden zu können.


    Du arbeitest in diesem behördlichen System und hast daher einen anderen Blickwinkel auf die Gegebenheiten.

    Bürger*innenpanel. Das funktioniert so: mit genügend Unterschriften wird keine Abstimmung getriggert, sondern ein Gremium eingesetzt, das aus zufällig ausgewählten Wahlberechtigten besteht. Diese beraten in vorgegebener Zeit über das Thema und hören die Pro- und Contra-Gruppen an – bei sowas wie der Citybahn würde ich schätzen, dass das in zwei Wochenenden erledigt sein könnte – und treffen eine Entscheidung über das Begehren.

    Das wäre schon ein deutlicher Fortschritt, vergleichbar mit den Jurys im angelsächsischen Raum.

    sie aber im Ergebnis für legitimer zu halten als die Abstimmungen der gewählten Vertreter, halte ich für völlig verfehlt.

    Hier scheinen wir gegensätzlicher Ansicht zu sein. Ich halte das nicht für verfehlt. Nehmen wir ein Beispiel: Partei A steht für die Standpunkte 1, 2 und 3 - gemäß deren Wahlprogramm. Die Punkte 1 und 2 sind mit am wichtigsten und haben mich veranlasst, A zu wählen. Standpunkt 3 ist aber unvereinbar für mich. Jetzt kommt ein Vorhaben und ich werde direkt befragt: "Willst du 3?" Und wenn ich darauf "Nein!" antworte, habe ich doch die Möglichkeit gehabt, meinen politischen Standpunkt zu präzisieren.

    Da liegt auch nach vielen Jahren ein Missverständnis vor: die Fachplaner entscheiden nicht. Einzelne Behörden entscheiden nicht. Hätten weder in Bad Homburg, noch in Wiesbaden entschieden, entscheiden auch in Frankfurt nicht.


    Die Parlamente entscheiden.

    Das ist nur bedingt richtig. Klar entscheiden die Parlamente letztlich über die Planungen, aber da geht es nur noch um Zustimmung oder Ablehnung. Zu diesem Zeitpunkt liegt die fertige Planung doch schon auf dem Tisch...

    ist das die demokratische Legitimation, die du dir wünschst?

    Nein, denn wenn du meinen Beitrag vollständig gelesen hättest, wäre dir aufgefallen, dass ich die Art und Weise, wie solche Dinge zur Abstimmung gebracht werden, falsch finde. Nochmals zusammengefasst: Auch die Taunussteiner (und andere Anwohner der Aartalbahn) hätten genau so abstimmen können müssen wie auch die Mainzer - dann sähe das Ergebnis sicherlich anders aus.


    Was erwartest du? Wenn man nur im Gebiet der Projektgegner mit einer tendenziösen Fragestellung herantritt, sollte man keine Begeisterung erwarten

    Ganz tolle demokratische Legitimation, gell?

    Das ist halt der Status-quo im Jahre 2020 in Deutschland. Durch Corona keimt ja eine leise Demokratiedebatte auf, eventuell wird es zukünftig besser.

    Im Übrigen meine ich, die Summe aller Partikularinteressen ergibt noch kein Gemeinwohl.

    Wer entscheidet dann - deiner Meinung nach - was Gemeinwohl ist? Fachplaner in irgendwelchen Behörden? Wobei ich weder diese Planer noch deren direkte Vorgesetzten wählen kann?

    Anzunehmen, "dem Wiesbadener" würde hier diktatorisch in illegitimes Projekt oktroyiert, finde ich völlig daneben.

    Eventuell liegt hier der Grund des Scheiterns: "Der Wiesbadener" fühlte sich wohl (teilweise) so, als würde ihm etwas oktroyiert...


    Das Scheitern des Projektes betrachte ich daher als Scheitern der politisch Verantwortlichen in Wiesbaden und Umgebung. Wenn die Wahlberechtigten zu wenig informiert waren - und deshalb unwissentlich zu ihrem eigenen Nachteil entschieden haben, sollte man auch kritisch hinterfragen, wieso es der offiziellen, staatlichen Seite nicht gelungen ist gegen die "Fake-News" anzukommen.


    Vielleicht habe ich auch falsche Erwartungen, aber bei jeder Kommunalwahl gibt es mehr Werbung seitens der Parteien ihre Klientel anzusprechen, als für diese Abstimmung. Eventuell haben es die Parteien schlichtweg versäumt, ihr "Stimmvieh" zu mobilisieren - oder man wollte dafür einfach nicht ausreichend viel Geld für Werbung ausgeben. Egal wie, in beiden Fällen ist das Ergebnis nicht verwunderlich.

    Ich habe schon anläßlich des Bürgerentscheids zur U2-Verlängerung in Bad Homburg vertreten, dass die Zulässigkeit des Bürgerentscheids über Fragen der Verkehrsplanung ausgeschlossen sein sollte, wie sie über Fragen der Bauleitplanung, also Austellung von B-Plänen schon immer war.

    Und über was sollen Bürger dann noch abstimmen dürfen? Nur noch über Olympische Spiele und Ladesgartenschauen?


    Ich persönlich hätte mich über die Citybahn gefreut - keine Frage. Wenn ich stimmberechtigt gewesen wäre, hätte ich mich dafür ausgesprochen. Aber das Scheitern des Projektes als Anlass zu nehmen, darüber zu diskutieren, ob man noch weniger Demokratie in Deutschland durchführen sollte, ist absurd.

    Verkehrsplanung sind wie Verkehrsprobleme ab einer gewissen Größenordnung in der Regel keine örtlichen Probleme, sondern sind in der Struktur eines Siedlungsraums angelegt; eine Gemeinde allein kann sie nicht lösen, weshalb eine Gemeinde allein die Lösungen aber auch nicht sollte verhindern können.

    Aus diesem Grunde habe ich schon immer gesagt, dass nicht nur negative Einwände gegen ein Projekt (von den unmittelbar Betroffenen vor der eigenen Haustüre), sondern auch positive Fürsprachen für ein Projekt (von den weiter entfernt Profitierenden) möglich sein müssen.


    Konkret auf das Citybahn-Beispiel bezogen: Es hätten auch Mainzer und Anwohner der Aartalstrecke befragt werden müssen.

    Gegenstände der Fachplanung sind Bürgentscheiden grundsätzlich nicht zugänglich; das sind alle Gegenstände, die fachgesetzlich besonders geregelt sind (Atomrecht, Kreislaufwirtschafts- und Abfallrecht, Energie-, Eisenbahn-, Straßen-, Wasserstraßen, Luftverkehr)

    Mit solch einer Geisteshaltung erreicht man genau das Gegenteil dessen, was hier eigentlich gewünscht war: Demokratische Legitimation. Gerade die Punkte, die du hier aufzählst (Atom, Flugverkehr) führen meistens zu erbittertem Widerstand...


    Nach meinem Verständnis - und sicherlich Vieler derer, die jetzt ablehnend votiert haben - ist es eben nicht Aufgabe von "Fachplanern" Entscheidungen zu treffen. Das wäre letztlich eine Diktatur einzelner Behörden, deren Gesamtheit sich gegenseitig aufgrund der aufgezählten Gesetze zwar legitimiert, aber insgesamt nicht mehr greifbar sind.

    Was wäre denn, wenn die Citybahn-Projektgesellschaft als Vorhabenträger einfach den Antrag auf Planfeststellung stellte? Dann würde die Frage auf dem Rechtsweg geklärt.

    Dass so etwas überhaupt rechtlich möglich wäre - noch den Antrag stellen zu können, nachdem ein negatives Ergebnis seitens des Souverän vorliegt, zeigt doch schon deutlich, wie es in dieser Hinsicht um das Prinzip Demokratie in Deutschland gestellt ist. Alle vier oder fünf Jahre eine Stimme für Land oder Bund ist nicht ausreichend um die Probleme dieser Zeit in den Griff zu bekommen.

    Ich kann der Diskussion nicht folgen:


    Wenn die bestehende Wendeschleife erhalten bleibt (wenn auch zweigleisig ausgebaut, aus beiden Richtungen befahrbar usw.) und die geplante Wendeschleife nicht gebaut würde, inwiefern würde dies eine Verlängerung der SL 3 in das Neubaugebiet erlauben? Einzig eine Wendeschleife "im Wald" (= in Wirklichkeit neben einer vielbefahrenen Straße) würde doch den Laufweg der Linie so verlängern, dass die neuen Haltestellen im Neubaugebiet bedient werden können.


    Ohne eine Wendeschleife an der Cooperstraße wäre doch lediglich denkbar, die SL 3 nach Eberstadt zu führen oder eine Art Ringlinie zu bilden, aber dann würde man zwei Linien (für beide Fahrtrichtungen) benötigen.


    Wer kann mir ein denkbares Betriebskonzept erläutern, welches ohne neue Wendeschleife dennoch die gewünschte Erschließung des Neubaugebietes ermöglichen würde?

    und das Andreaskreuz zu beachten ist?

    Das ist immer zu beachten - vielleicht liegt hier schon der gedankliche Fehler.


    Das bezieht sich jetzt nicht auf diese tragische Angelegenheit hier im Beitrag, aber offenbar denken aber manche Autofahrer, dass das Nichtleuchten oder Nichtvorhandensein eines roten Lichtes der Freibrief wäre, das Hirn auszuschalten bevor und während man über den Bü fährt.


    Gerade in Bezug auf Bü scheinen in den letzten Jahren viele Änderungen darauf zurückzugehen, dass man mit immer mehr Technik Versäumnisse in der Ausbildung der Autofahrer zu kompensieren versucht. So wurden beispielsweise die roten Blinklichter abgeschafft und ich habe (an die Quelle erinnere ich mich nicht mehr) lesen können, dass manche Autofahrer glaubten, dass man (salopp gesprochen) noch so "drüber" dürfe, solange es nur blinkt und noch nicht dauerhaft leuchtet. Auch die "Ultraschall-Eier", welche immer häufiger anzutreffen sind, dürften auf die Tendenz der Autofahrer hindeuten nicht mehr so genau zu schauen, ob tatsächlich schon ausreichend Platz für das eigene Gefährt jenseits der Gleise vorhanden ist.


    In meiner Kindheit waren Bü, die lediglich ein Andreaskreuz haben, genau so "normal" wie welche, die lediglich rotes Blinklicht hatten. In der näheren Umgebung erinnere ich mich an einen einzigen Bü, welcher Vollschranken und Videoüberwachung hatte. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass dies zu so häufigen Unfällen geführt hat, wie heute - eventuell liegt es aber auch daran, dass mittlerweile durch das Internet jeder Unfall skandalisiert wird.


    Diese Art der Rückfallebene hier im konkreten Falle ist wohl der hohen Streckenauslastung geschuldet.


    Kurios ist nur, dass hier im Beitrag zuvor diskutiert wurde, dass der Bü so oft gestört sei. So wie sich das Bild jetzt aber darstellt, scheint der Bü selbst (also die Schranken und deren Antrieb usw.) gar nicht so häufig die Ursache zu sein - sondern viel eher diese technische Einrichtung, welche die Abhängigkeit zu den benachbarten Betriebsstellen herstellt. Offenbar hat man den Bü technisch so belassen wie er war und als man irgendwann die Stellwerkstechnik erneuert hat, wurde diese "Box" dort hingestellt.


    Würde es nicht für die Zukunft bereits einen erheblichen Sicherheitsgewinn darstellen, wenn im Störungsfalle nicht nur die erfolgte Sicherung gemeldet würde, bevor die Zugfahrt stattfindet, sondern auch eine Rückfrage erfolgt, bevor der Bü wieder geöffnet wird?

    Nix. Schon gewusst? Du bist nicht der einzige, der hier Beiträge schreibt

    Noch nicht bemerkt? Nach deiner Antwort aus #60 habe ich mich ausgeklinkt. Man kann gerne unterschiedlicher Meinung sein, aber persönliche Angriffe sind eine andere Geschichte!


    John2 scheint mir aber auch zu wissen, um was es geht. Vielleicht hat er mehr Durchhaltevermögen...

    Schade, dass du nicht auf Skitobi's Beitrag eingehst, der für mich der beste in dieser Diskussion ist.

    Auf diesen Beitrag bin ich nicht eingegangen, da dieser die betroffenen Bürger in keiner Weise weiterbringen würde. Er beschreibt rein die rechtliche Situation hierzulande und nimmt damit den weiteren Verlauf voraus. Du darfst durchaus davon ausgehen, dass mir klar ist, wie das weitere Vorgehen aussehen wird: Entweder verläuft die ganze Aktion im Sande oder notfalls entscheiden die Gerichte gegen die Bürger. Es würde mich jedenfalls sehr wundern, wenn es anders wäre, denn ich lebe immerhin auch schon ein paar Tage in Deutschland...


    Aber all das ist mir bewusst und falls nicht, könnte ich es nachlesen. Die ganzen Gesetze sind im Internet verfügbar. Irgendwie scheint der Eindruck zu bestehen, dass ich den Wahrheitsgehalt der Texte bestreiten würde. Dem ist aber nicht so, ich würde keiner Schilderung der Tatsachen widersprechen.


    Daher wollte ich auch nicht den Eindruck entstehen lasssen, Skitobis Beitrag nicht gelesen/gewürdigt zu haben. Sorry, falls das so aufgefasst wurde.

    aber vielleicht ist das das Grundproblem an der Diskussion: Es ist einfach nicht möglich, dass die Anwohner ihren Willen durchsetzen. Dabei ist es unerheblich, mit welchen Mitteln sie es zu welchem Zeitpunkt versucht haben.

    Jetzt hast du nicht nur das Grundproblem der Diskussion, sondern das Grundproblem auch der Anwohner vor Ort erkannt: Es ist alles nutzlos. Sie können tun, was sie wollen, es wird sich nichts in ihre Richtung bewegen. Andere entscheiden darüber, was sie dürfen oder nicht, selbst wenn sie in der Mehrheit wären. Unter Artikel 20 des Grundgesetzes steht: "Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus." Dem widerspricht sicherlich der Bürger vor Ort.


    Du schreibst ja selbst, dass es sogar unerheblich ist, ob sie zuvor Mittel eingesetzt haben - egal welche. Wenn die Bürger diese Erfahrung machen (schlimmstenfalls gar mehrfach) dann entsteht schnell das Bild "die da oben" und "wir da unten". Das Ergebnis sind dann zweistellige Wahlergebnisse für die AfD und "Wir sind das Volk!"-Rufe in Ostdeutschland. Dort ging es den Leuten doch ähnlich: Sie wollten die Flüchtlinge nicht, haben sie dennoch bekommen und nun ist die Gesellschaft gespalten. Aber auch hier sage ich nicht, dass die Menschen Recht in der Sache (also im Sinne ihrer Forderung) gehabt hätten, aber wieso sie nun frustriert sind, kann ich absolut nachvollziehen, da man nicht gemacht hat, was sie wollten - dabei ist es egal, dass ich Forderungen selbst schrecklich fand.


    Soll das das Ziel sein? Rundherum in den anderen EU-Staaten haben die rechten Parteien bereits Mehrheiten. In Polen oder Ungarn regieren sie, in den USA wird Trump vielleicht sogar Präsident und UK hat den Brexit gewählt. Jetzt sei bitte mal ganz unvoreingenommen: Siehst du hierbei wirklich keinerlei Zusammenhang?


    Ich kann nur wiederholen, dass mir diese Entwicklung Angst macht. In meinen Augen fördert man mit solchen herabwürdigenden Vorgehensweisen einerseits den gesellschaftlichen Zusammenhalt und andererseits die liberale Gesellschaft insgesamt.

    Zu sagen, daß die Bürger keine Wahl haben ist so nicht ganz richtig. Wer hindert denn diese daran, wen diese
    keine Eisenbahn hören wollen an eine Stelle zu ziehen (bzw gar nicht erst hinziehen), wo keine Eisenbahn fährt?
    Ich wüsste nicht, daß es eine Zwangpflicht in Deutschland gibt an einer bestimmten Stelle wohnen zu müssen.

    Natürlich könnten sie wegziehen. Aber das ist deren Land, das haben die gekauft, dafür bezahlen sie jedes Jahr ihre Steuern. Würdest du für dich das in Kauf nehmen (also das Wegziehen)? Fahre doch einmal dorthin und schlage es ihnen vor - wenn du Pech hast, holen sie vielleicht noch etwas anderes als nur den Wasserschlauch. Was ich sagen will: Mit solchen Argumenten eskaliert man eine Situation!

    aber USA nicht wirklich

    Die Diskussion hatten wir schon: Wie gesagt, es liegt im Auge des Betrachters. Gewählte Richter und eine Jury sind für mich eher "im Namen des Volkes" als durch den Staat ernannte Berufsjuristen, die eben nicht aus dem Bauch heraus entscheiden (wie es die Bürger täten), sondern streng objektiv agieren. Die sprechen somit vielleicht Recht, aber nicht unbedingt Gerechtigkeit.

    dafür sorgen, daß es nicht zu Verbesserungen
    kommt (Steuererhöhungen zur Haushaltssanierung, weniger Schusswaffentote,...)

    Gerade das ist aber demokratisch: Die Bürger in den USA wollen mehrheitlich die Schusswaffen. Mir würde das zwar auch nicht gefallen, wenn es hier so viele Schusswaffen wie in den USA gäbe, aber ich bewundere, wie die es dort schaffen, ihre Vorstellungen gegen jeden Reformversuch zu verteidigen.

    Warum setzt du dich eigentlich nicht mit dem gleichen Eifer für die Fluglärmgegner ein? Die hat auch keiner gefragt!

    Ich setze mich mit dem gleichen Eifer überall dort ein, wo ich eine Ungerechtigkeit sehe. (Und bevor du mir wieder das Wort herumdrehst: Recht und Gerechtigkeit ist nicht dasselbe! Es ist kann hundert mal etwas in einem Gesetz stehen, aber das muss ich oder jemand anderes noch lange nicht als gerecht ansehen.)

    Ach stimmt ja, da ist dir ja das uneingeschränkte Fliegen wichtiger als die paar Hanseln. Bin ich wirklich überrascht von der widerlichen Doppelmoral wieder einmal? Nein. Und ebenfalls nein, es geht nicht darum, dass du deine Interessen währst, sondern dass du mit der gleichen Argumentation in einem anderen Fall genau in die entgegengesetzte Richtung läufst!


    Den Widerspruch, den du mal wieder zu erkennen glaubst, kann ich ganz einfach ausräumen: Die Fluglärmgegner haben es bereits geschafft, durch das Nachtflugverbot wirtschaftlichen Schaden zu generieren. Da bin ich strikt dagegen, ich würde es genau so auch niemals begrüßen den Güterverkehr auf der linken oder rechten Rheinstrecke einzuschränken, obwohl die Bürger dort das fordern. Und wenn eine Bürgerinitiative im Kahlgrund die Einstellung des Bahnverkehrs fordern würde, wäre ich genau so dagegen.


    Ich habe schon immer geschrieben, dass ich mir eine Kosten-Nutzen-Berechnung wünsche. Der Verstoß gegen eine x-beliebige Regel bekommt einen monetären Betrag beigemessen und der Nutzen einen anderen. Jetzt kommt es nur noch darauf an, welche Seite mehr wiegt. Ein Flug mitten in der Nacht kostet x Euro, eine "P"-Signaltafel y Euro und ein außerplanmäßiger ICE-Halt im Provinznest z Euro. So einfach ist das. Gerne kann man bestimmte Obergrenzen (nein, ich bin/war kein CSU-Mitglied/Wähler) definieren, damit die Ausnahme nicht zur Regel wird - aber es sollte keine Regel ohne Ausnahme geben.

    Da fehlt dir gravierend der (oder die Breitschaft zum) Blick über den Tellerrand...

    Gerade den behaupte ich zu haben, denn ich konnte in bislang jeder Diskussion, die wir führten, die Argumente der anderen Seite nachvollziehen, die du immer als alleinig schuldig ansieht. Ein Beispiel: Würde die Situation im Kahlgrund eskalieren - was ich ausdrücklich nicht hoffe - würdest du wieder sagen, dass die Bürger schuld sind, obwohl diese vorher mit den hier diskutierten Mitteln versucht hätten, ihren Willen durchzusetzen.

    Man sieht, dass du genauso verschwindend wenig Ahnung hast wie er. (Wissen wir ja schon aus Dettingen.)

    Wieso du nun auch noch persönlich wirst, weiß ich nicht. Wie kommst du eigentlich dazu meine Kompetenz beurteilen zu wollen? Ich bin Geschäftsmann und stehe mit beiden Füßen im Leben. Dies nur als Randnotiz. Bislang konnten wir doch immer anständig zueinander sein, ich würde es daher begrüßen, wenn du von solchen Behauptungen Abstand nehmen würdest!


    Du sagst also, dass automatisch jeder Tf "mehr Ahnung" (um bei deinen pauschalen Worten zu bleiben) besitzt als ich. Nun gut: Es gibt Tf (bei den EVU die man landläufig als "Privatbahnen" kennt), die sind Anfang 20 und deren Ausbildung umfasste zwei oder drei Monate. Die werden anschließend in so einen Dieseltriebwagen gesetzt und dürfen einzig und alleine dieses Gefährt über eine genau definierte Strecke fahren - bevor du mich der Unwahrheit beschuldigst: Ich kenne jemanden, der genau so sein Geld verdient. Umgekehrt kann ich behaupten, seit mindestens 20 Jahren (also praktisch deren gesamte bisherige Lebenszeit) "bahn-affin" zu sein. Ich kenne zwar nicht das gesamte Regelwerk auswendig und bin auch nicht immer auf dem letzten Stand (wie kürzlich bei der Diskussion zu den linksseitigen Trapeztafeln gesehen), weiß auch nicht, wie man eine bestimmte Baureihe fährt, kenne dafür aber auch Baureihen (wie E03, E41, V100, VT98) aus dem täglichen Einsatz, die diese Tf höchstens noch aus dem Museum kennen.


    Die Gesetze der klassischen Mechanik sind mindestens seit Isaac Newton bekannt, ich kann rechnen, behaupte etwas Physikverständnis zu haben und habe auch die eine oder andere Vorlesung zu höherer Mathematik besucht, traue mir also zu, die gegebenen Werte (so ein leichter Dieseltriebwagen hat eine Magnetschienenbremse!) in eine Gleichung einzusetzen und einen Wert zu errechnen. Im Zuge meiner beruflichen Tätigkeit hatte ich auch schon mit Steuerungssystemen zu tun, die Zeit-/Weg-Berechnungen erfordern. Sowohl die Zeit, die vom Beginn des Verzögerns bis zum Stillstand erforderlich ist, als auch die Wegstrecke, die innerhalb dieser Zeit zurückgelegt würde, lässt sich ermitteln. Glaube mir, das weiß ich aus Erfahrung.


    Und wie dein eigener Einwand zeigt, kann sogar ein ICE, der langsam unterwegs ist, noch rechtzeitig halten ohne die Personen im Gleis totzufahren (damals waren jedenfalls keine solchen zu beklagen).


    So viel zu meiner nicht vorhandenen (bzw. "verschwindend wenigen") Ahnung.


    Und damit der Kulturschock für dich komplett ist: In Ostdeutschland gibt es Verkehrsunternehmen (ich meine Leipzig, oder war es Dresden?), dort kann man stundenweise Straßenbahnen mieten zum Selbstfahren (dies hat ein Bekannter von mir beispielsweise schon einmal gemacht, es wurde nur ein Kfz-Führerschein verlangt). Es sitzt zwar ein(e) Fahrlehrer(in) als Gouvernante dabei, aber die Einschätzung des Bremsweges wurde da nicht gelehrt, trotzdem wurde der auf viel befahrene Kreuzungen losgelassen. Jetzt kommst du. Übrigens gab es wohl auch hierbei keine Toten...

    In welcher Welt ist das nicht die sinnvollste Seite, die man sehen sollte?

    In jeder Welt, in der man mit Menschen zu tun hat, mit diesen interagiert und von denen Freundlichkeit zurück erwartet. Wieso denkst du sind gerade solche Bahnthemen in der medialen Berichterstattung so präsent? Weil man hierbei offenbar jedem Mitbürger, sobald es um Bahnen geht, seinen gesunden Menschenverstand abzusprechen versucht. Aber auch Passanten von der Straße haben ein Recht auf ihre Meinung - selbst wenn diese nicht gesetzeskonform ist.



    Und viele Bahnunternehmen täten gut daran, dies in jedem ihrer Geschäftsvorgänge ausreichend zu würdigen und auch zu berücksichtigen, sonst brauchen die sich über den Eindruck, den die Öffentlichkeit von ihnen hat, nicht zu wundern. (Siehe die diversen Berichterstattungen zu dem teils unmöglichen Art und Weisen wie mit fehlenden/falschen/ungültigen Tickets umgegangen wird.) So etwas nennt sich beispielsweise Kulanz.


    So eine Eisenbahn ist doch keine Raketenwissenschaft. Ich muss doch auch nicht Medizin studiert haben um eine Erkältung von einem Krebstumor unterscheiden zu können...

    Falsche Frage! Andersherum stimmts: wer oder was gibt den Anwohnern das Recht, den Betrieb der Bahn einschränken zu wollen?

    Die wollen ja (noch) gar nicht den Betrieb der Bahn (also das Fahren) einschränken - sondern nur das "Hupen". Für dich ist das untrennbar, da Bahn und Reglwerk eines sind, für die Bürger dort hingegen nicht.

    Es ist nicht irgendjemand, der das Hupen und Pfeifen anordnet, sondern die für den Bahnbetrieb zuständige Aufsichtsbehörde, die das Signalwesen verantwortet. Das Gesetz legitimiert ihr Handeln. Es handelt sich deshalb nicht um einen autokratischen oder gar diktatorischen Akt von irgendwem.

    Wir bezweifeln doch gar nicht, dass die Regeln von der zuständigen Aufsichtsbehörde kommen. Der Unterschied ist nur, dass die für mich nicht "gottgleich" ist. Ich behaupte, dass man die genau so für ihr Tun kritisieren darf, wie jeden anderen auch. Mehr noch: Da die für die Kosten ihrer Entscheidungen gar nicht haften müssen, da legitimiert, sollten die mehr als jede Wirtschaftsperson kritisiert werden. Gesetze kann man auch ändern und wechselnde politische Mehrheiten haben in der Vergangenheit bereits zu mehr als einem "Sinneswandel" geführt (genügend Beispiele hatte ich genannt).


    Übrigens kann auch eine Demokratie autokratisch oder gar diktatorisch sein - nämlich dann, wenn die Hürden um eine Änderung herbeiführen zu können, so umfangreich oder komplex sind, dass ein normaler Bürger sich gar nicht gegenüber dem Staatsapparat behaupten kann. (Eine Partei, die nur so ein Thema forcieren würde, würde niemals gewählt werden und etablierte Partei befassen sich nicht mit solchen Spezialfällen!)

    dann erklär doch bitte mal wieso das die Anwohner nicht machen sollen, sondern
    ausschliesslich die Bahn?!

    Die Anwohner sind für die Änderung des Verhaltens nicht verantwortlich. Außerdem sagte der eine Anwohner im Video gar, dass das Grundstück seit mehr als 200 Jahren im Familienbesitz sei. Wer hat hier mehr "Bestandsrecht"? (Nicht im juristischen Sinne.)

    Volksabstimmung schön und gut....wie soll die Frage denn aussehen?
    Ich hätte eine Idee: "Sollen die Züge an dem Bahnübergang künftig nicht mehr pfeifen, dafür nehmen wir eine
    höheres Risiko hin, daß dort ein Mensch durch einen Unfall getötet wird?" Ja [ ] Nein [ ] <-- zip-drive, bitte abkreuzen
    (Neugier wie deine Wahl ausfällt)

    Ich würde für so einen Unsinn gar nicht erst zur Wahlurne gehen... (Wie damals beim Minarettverbot in der Schweiz zum Beispiel - selbst wenn ich schweizerischer Bürger gewesen wäre.)


    Nochmal: Es geht nicht darum, dass ich das für mich möchte. Mich stören weder Flugzeuge noch hupende Züge. Mich stört es, dass pauschal die Bürger gar nicht erst die Wahl haben zu entscheiden, was sie wollen. Und falls doch: Wenn die Mehrheit in diesem Ort mit "Ja" gestimmt hätte, dann müsste das auch so umgesetzt werden (egal was die anderen außen herum in der großen, weiten Welt denken).



    Ich würde mich auch nicht ins Gleis stellen um den ICE anzuhalten, mir wäre die Gefahr persönlich zu hoch.


    Freiheit umfasst für mich aber auch das Recht, die falschen Entscheidungen zu treffen. Und unter Demokratie verstehe ich persönlich etwas anderes, als hierzulande derzeit praktiziert wird. Ein Kreuzchen alle vier oder fünf Jahre kann in meinen Augen unmöglich sämtliche Mitsprache aufwiegen. Aus meiner Sicht resultiert daraus auch die "Politikverdrossenheit", die die Politiker zwar bemängeln aber letztlich auch nichts dagegen tun. Die USA, die Schweiz und einige anderen Staaten sind hier deutlich weiter als die Bundesrepublik.

    und Dampfloks sind die einzigen mir bekannten
    Fahrzeuge mit Läutwerk.....

    V100 hatten, meine ich, auch die Bimmel.

    Du berufst dich also auf den Fortschritt. Der Fortschritt im Verkehr sieht so aus: Stärker motorisierte und vor allem viel mehr Fahrzeuge als zur Dampflokzeit. Stärker gedämmte Innenräume (Häuser, Fahrzeuge). Präsentere Musik (Fahrzeuge, Kopfhörer). So sieht's aus.

    Der Fortschritt mag so aussehen. Was gibt aber irgendjemandem das Recht einfach zu sagen, dass die Anwohner die Lärmbelästigung in Kauf zu nehmen haben? Es geht darum, dass man die Anwohner nicht gefragt hat, ob sie das überhaupt so haben wollen.

    Und für diesen Fortschritt forderst du wie die Anwohner auch (die sich ohne jegliche Erfahrung im Führen von Schienenfahrzeugen anmaßen, Bremswege abschätzen zu können) riskantere Sicherheitstegeln?

    Der Anwohner, der sich im Video anmaßte zu behaupten, dass der Zug ja in Schrittgeschwindigkeit aus dem Haltepunkt heraus anfahren könnte, braucht sicherlich keinerlei Erfahrung im Führen von Schienenfahrzeugen zu haben, um abschätzen zu können, das der Bremsweg in diesem Falle minimal wäre.


    Davon abgesehen befahren die Züge Bahnübergänge bei gestörter technischer Sicherung ebenfalls in Schrittgeschwindigkeit - tagtäglich in Deutschland. Wäre das so riskant, wäre die Weiterfahrt sicherlich schon längst pauschal verboten.

    Klar, wenn was passieren würde, hättest du ja mit dem Tf den besten Schuldigen (war ja beim Ausstieg ohne Bahnsteig ebenso).

    Darauf habe ich ja wieder gewartet. Nein, überhaupt nicht. Ich habe erstens schon zu Beginn in diesem Thread geschrieben, dass eine vernünftige Haftpflichtversicherung vorhanden sein müsste, die auch bei grober Fahrlässigkeit haftet und zweitens habe ich, auch bereits in anderen Threads, immer geschrieben, dass sich Verantwortung an der Höhe der Bezahlung messen lassen muss. Die Tf verdienen so wenig, dass diese die letzten wären, denen man so etwas anlasten dürfte.

    Die ganze Forderung ist irgendwie auch nur der Wunsch nach Gleichbehandlung im Unrecht.

    Eine abweichende Haltung im Einzelfalle ist in meinen Augen eher das Gegenteil von Gleichbehandlung. Es kommt ganz einfach auf den Einzelfall an, will man alles über einen Kamm scheren, kann es nur Unfrieden geben. Gegen eine generelle Vorgabe ist an sich auch überhaupt nichts einzuwenden, solange die örtlichen Vertreter im Bedarfsfalle die Möglichkeit haben, von dieser Vorgabe unkompliziert per Ratsbeschluss abweichen zu können.


    Bei der "Alles-oder-nichts"-Haltung, die manche hier vertreten, frage ich mich bloß, wie da nur ein Familienleben funktionieren kann. Da müsste es ja jeden Tag Streit geben.

    Eigentlich sollte ich auf Deinen gequirlten Krempel gar nicht mehr eingehen. Nur soviel: Der neue Betreiber hat keine "neue" Vorgehensweise, sondern wendet nur die seit Jahrzehnten korrekte Vorgehensweise an, die zudem noch nicht mal von ihm stammt, sondern per Gesetzeskraft vorgegeben ist.

    Richtig, das habe ich nie angezweifelt. Aber für den Kahlgrund ist diese Vorgehensweise eben "neu", die vorherige "alt". Dass die Gesetzeskraft bereits zuvor schon bestand, interessiert die Bürger aber doch gar nicht.

    Was Du gerade machst: Du bist in der Tempo 30-Zone mit 40 geblitzt worden und beschwerst Dich nun, daß der alte Dorfpolizist da nie gestanden und Leute aufgeschrieben hätte. Mag sein, daß er das nie aus Faulheit getan hat, aber nichtsdestotrotz gelten und galten die 30 auch für Dich. Und wenn Du zu schnell fährst, ist das alleine Dein Problem. Und deswegen steht der Blitzer da korrekt. Da gibt es keine "Diskussions- und Kompromissbereit[schaft]".

    Richtig, auch diese Analogie ist korrekt. Aber auch hier könnte es passieren, dass sich die Bürger über die Knöllchen beschweren, wenn plötzlich ein neuer Dorfpolizist auftaucht. Es könnte auch ein Parkverbot sein, welches nun durchgesetzt wird und früher nicht oder sonst was. Sicherlich ließen sich Dutzende Beispiele finden.


    Ein Jurist sähe das sicherlich genau so wie du (oder auch wie ich wenn ich rein das Rechtliche betrachten würde). Aber glaubst du ernsthaft, dass solch eine, rein auf rechtliche Aspekte beschränkte, Diskussion hier auch nur irgendwie etwas weiterbringen würde? Ich nicht, weil hier kein rechtliches Problem vorliegt. Die Leute sind einfach "wütend" (wenn man es so nennen will) und dafür gibt es kein Gesetz.


    Außerdem gab es in der Vergangenheit auch bereits Gesetze die Geschlechter (Männer durften Frauen züchtigen), bestimmte Rassen (Apartheid in Südafrika), Religionen (Juden im Dritten Reich) oder Sexualitäten (§ 175) ganz unverholen diskriminiert haben. Heute besteht die Auffassung, dass dies Unrecht war. Mit deiner, alleine rechtlichen Argumentation, müsste man hingegen jedem dieser (Rechts-)Opfer nachwievor sagen, dass dies alles richtig war, so wie es gehandhabt wurde, bloß weil es seinerzeit ein entsprechendes Gesetz gab, dass dies bekräftigte.

    Wo? Und bevor Du jetzt mit Odenwaldbahn kommst: Meinst Du Schilder oder Signale im Sinne der ESO?

    Ich meinte Schilder - sonst hätte ich Signaltafel geschrieben. Nein, ich hatte eine andere Strecke vor Augen. Im Falle der Odenwaldbahn wüsste ich nur diese kleinen (< 30 cm) Schildchen, die die Halteposition anzeigen sollen. Was meinst du?

    Ansonsten kannst Du Dir die gesamte Diskussion bezüglich länger oder kürzer Pfeifen schlicht sparen, weil sowohl ESO als auch 301 in diesem Punkt eine eindeutige Handlungsweise des Tf vorgeben: "Signal Bü 4: Etwa 3 Sekunden lang pfeifen!"

    Wenn man sich die Diskussion spart, dann kommt das heraus, was man dort nun vor Ort hat. Ich denke überhaupt, dass den meisten, die sich darüber beschweren, diese Vorschriftensammlungen gar nicht bekannt sind.


    Ich weiß nicht, was sich in den letzten Jahren geändert hat, aber es war mal üblich, dass man miteinander gesprochen hat, wenn es Probleme gibt. Heute besteht offenbar jeder nur noch auf seinem Standpunkt ist noch nicht einmal mehr gewillt, sich die Meinungen der Anderen anzuhören. Falls die nicht ruhig sind, werden sie halt öffentlich diffamiert.


    Es geht hierbei doch auch gar nicht um diese Vorschrift, sondern um etwas viel einfacheres:


    "Normalerweise" (ich weiß, was ist heute noch normal) schaut man sich die neue Umgebung an und stellt sich auf die Situation ein. Sei es nun ein neuer Mitarbeiter im Unternehmen, ein neuer Nachbar im Wohngebiet oder sonst wo.


    Die Leute hatten an der Bahn offenbar nichts auszusetzen, als sie noch vom alten Betreiber betrieben wurde. Der neue Betreiber hat jedoch nicht vorher geschaut, wie der Betrieb bei ihm ablief, sondern einfach seine neue Vorgehensweise durchgesetzt. Hätte er sich an das Verhalten seines Vorgängers angepasst, wäre es sicherlich nicht zu solchen Beschwerden gekommen. Als er auf die Unterschiede aufmerksam gemacht wurde, hat er sich nun aber nicht diskussions- und kompromissbereit gezeigt, sondern gesagt: "So ist es nun richtig - was früher war ist uns doch egal." Da wundert dich die Reaktion?


    Im Umgang zwischen Menschen gibt es deutlich mehr Facetten als nur die rechtlichen. Kein Mensch zweifelt bestimmt daran, dass das Verhalten des neuen Betriebes rechtlich begründbar ist, jedoch sind Recht haben und Recht bekommen (bei den Anwohnern) zwei völlig verschiedene Sachverhalte.


    Wenn man jetzt auch noch weiß, wie heikel gerade solche Themen (wie Infrastruktur, Bahn, Autobahn, Stromleitungen, Windräder usw.) heute geworden sind, frage ich mich immer wieder, wieso man so offen die Eskalation sucht. Wem bringt solch eine Eskalation einen monetären Vorteil?


    Du siehst bei vielen Dingen immer nur eine Seite, meist die objektiv begründbare. Was die Menschen wollen, kann aber durchaus völlig unterschiedlich sein. Ich selbst finde viele Forderungen überzogen und würde sie mir nicht wünschen, dennoch kann ich die Argumente derer verstehen und nachvollziehen, wie sie zu Stande gekommen sind, die das wollen.

    Zu HLB-Zeiten und vor allem zu KVG-Zeiten nahmen es die Zugführer (warum auch immer) mit dem Hupen nicht so genau. Hier setzt das Unverstädnis der Bürger ein.

    Ich denke, dass genau das Gegenteil der Fall ist: Die Bürger hatten Verständnis für das Nicht-so-genau-nehmen.

    Die Art und Weise wie die betroffenen Bürger dieses Unverständnis vorbringen und teilweise Selbstjustiz mit dem Wasserschlauch betreiben ist natürlich völlig unabgebracht.

    Wenn man den Bürgern die entsprechenden Möglichkeiten aufzeigen würde, wie sie zu ihrem Ziel kommen können, wäre diese Selbstjustiz sicherlich nicht entstanden. So erinnert das doch an einen "Kampf gegen Windmühlen", meinst du nicht?


    Mittlerweile sind viele Sachverhalte einfach kolossal abstrahiert. Es muss für Alles eine allgemein gültige Patentlösung geben. Wollte man im Einzelfall heutzutage etwas ändern, müsste das Gesamtsystem geändert werden, was sich auch auf alle anderen Orte auswirken würde, wo dies Anwendung findet. Aber solch eine Änderung des Gesamtsystems ist praktisch unmöglich. Nehmen wir doch einfach die Bürger aus der BI aus dem Kahlgrund: Das Thema ist so lokal, man bekäme doch niemals eine bundes- oder gar EU-weite Zustimmung für so etwas auf die Beine.


    Aus diesem Grunde gibt es hier doch auch keine wirklichen Volksabstimmungen. Es ist alles so unflexibel geworden, dass man bezogen auf einen Anwendungsfall gar keine abweichende Behandlung mehr etablieren kann.

    Ach so. Weil Du Dich ja so gut mit Deinen Vermutungen auskennst: Wie heißt denn der neue Betreiber der Infrastruktur? Mir war bislang nämlich nicht geläufig, daß die Kahlgrundbahn von der KVG verkauft wurde. Bitte bringe Licht ins Dunkel und sage mir, wem die Gleisanlagen jetzt gehören.

    Die Gleisanlagen gehören sicherlich immer noch der KVG.


    Ich persönlich bin auch überhaupt nicht betroffen und selbst wenn es so wäre, würde ich mich nicht über die Bahn aufregen (es gibt andere Dinge, die wesentlich störender sind - wie rasende Autofahrer mitten in der Nacht).


    Das Problem, welches ich hier bei dieser Diskussion sehe bzw. allgemein hier im Forum, ist, dass jeglichen Bürgern, die aufbegehren, immer fehlendes (Regel-)Verständnis, fehlende Mitwirkung, fehlende Einsicht, fehlendes Verständnis , gar Kriminalität oder was auch immer angelastet wird. Und hier sehe ich einfach eine Lebensweisheit: Verständnis kann man nicht einfordern, das muss man sich verdienen!


    Man kann sich aber nichts verdienen, wenn man nicht bereit ist, auch nur ein paar Zentimeter von seinem Standpunkt abzuweichen. Sich hinzustellen und zu sagen, dass dies aber alles jetzt erst korrekt sei, erzeugt kein Verständnis, sondern kann sogar eine indirekte Aufforderung zur Gewalt darstellen.


    Am einfachsten wäre es hier in diesem Falle doch, wenn man wieder so wie früher verfahren würde. Damit wäre das Problem aus der Welt. Stattdessen wird, wie üblich, eine Grundsatzdiskussion geführt, die eigentlich kein Mensch braucht.

    Ich mach mir gar nicht erst die Mühe, auf all den Quark einzugehen

    und

    Kurzum: mangelnder Realitätssinn führt zu Politikverdrossenheit.

    Genau diese Einstellungen sind es, die mittlerweile zu 16% bei politischen Umfragen für die AfD führen. Mir macht diese Entwicklung wirklicht Angst. Was dabei herauskommt, kann man hier im Forum lesen (da beklagte sich doch die tatsächlich AfD darüber, dass ein diskriminierender Busfahrer geahndet wurde).


    Außerdem sollte dir klar sein, dass es nicht "die Realität" gibt. Das, was wir sehen, ist auch nur ein Modell der Realität, welches in unserem Hirn entsteht.

    Was soll denn der Bürgermeister bitteschön alternativ tuen, als auf geltende (UVV) Regeln zu verweisen?

    Er könnte versuchen die Interessen der Bürger durchzusetzen, denen das egal ist. Gerade in Bayern ist das doch das übliche Vorgehen (im Falle der CSU, ich weiß nun nicht, welcher Partei der gute Herr angehört).


    Wenn die Bürger immun gegen so etwas sind, dann sind diese in meinen Augen nicht geeigent in eine
    infrastrukturell entwickelten Gegend zu wohnen und sollten sich vielleicht eher nach einem anderen Wohnort
    umsehen, der etwas weniger davon hat. Eine Möglichkeit wäre der Bereich, der auf halbem Wege zwischen
    Perth und Brisbane liegt.

    Wir wollen mal auf dem Teppich bleiben! Was du gerade vergisst, ist, dass die Leute teilweise dort schon seit Ewigkeiten wohnen! Die wohnen dort schon länger als die Unternehmen existieren, die dort heute entweder den Verkehr oder die Infrastruktur betreiben. Außerdem haben die für diese Grundstücke auch Geld bezahlt, was wir mal nicht vergessen wollen. Und am wichtigsten: Den Betreiberwechsel haben nicht die Anwohner zu verantworten.


    Für die Leute ist die Situation klar: Sie sehen heute eine Einschränkung in ihrer Lebensqualität, die sie früher nicht sahen. Das ist eine Bestandsaufnahme, über die man nicht zu diskutieren braucht - wenn die Leute sagen, dass es so ist, dann ist es deren subjektive Empfindung.


    Jetzt kann man so viele Regeln aufzählen wie man will und ob die heute richtig oder früher falsch angewandt wurden usw. An dem Empfinden der Bürger ändert sich dadurch doch nichts und genau das ist der Keim des Frusts.

    Der Unterschied EIU/EVU ist dir schon bewusst?

    Durchaus. Ich weiß aber aus eigener Erfahrung, dass auch schon EVU Schilder aufgestellt haben.