Elektrisches Upgrade für Museumsfahrzeuge

  • Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) ist im Begriff, die Betriebsspannung im Streckennetz aus Energieeffizienzgründen mittelfristig von aktuell DC 600 V auf zukünftig DC 750 V zu erhöhen.Während die jüngeren Schienenfahrzeuge bereits im Hinblick auf die höhere Betriebsspannung beschafft und entsprechend spezifiziert wurden, ist ein Teil der Frankfurter Fahrzeugflotte, insbesondere historische Fahrzeuge und die Arbeitsfahrzeuge nur für den Betrieb mit DC 600 V ausgelegt.



    In der Summe geht's um 38 Fahrzeuge und 5 Pt-Wagen als "Optionsfahrzeuge".

  • Moment mal - ich bin zwar kein Techniker, aber beim Stichwort "Sicherheit" werde ich hellhörig.



    Meine Lesart: Wenn schon Sicherheitsgründe bei der Innenbeleuchtung ins Feld geführt werden, dann muss das auch bei der Variante a gelten. Eine einfache Umformung allein darf da nicht reichen, weil sonst die Innenbeleuchtung ja weiterhin mit 600 Volt betrieben würde. Bei Variante b hingegen wird das verlangt.


    Vielleicht interpretiere ich hier jetzt zu weit, aber sollte ...

    • nicht jedes umgebaute Fahrzeug eine 24-Volt-innenbeleuchtung bekommen?
    • Variante a mit Variante b diesbezüglich gleichberechtigt behandelt werden?

    ?(


  • Naja, da gibt es sicher juristische Spitzfindigkeiten wegen "Bestandsschutz" etc. - bei Variante b wird soviel Technik umgebaut, dass hier "zumutbar" ist, die Fahrgastraumbeleuchtung auch anzupassen. In Variante a wird das Fahrzeug und seine Verschaltung ja kaum 'angefasst'.


  • Ist ganz einfach: Bestehende Fahrzeuge haben Bestandsschutz. (Sonst müßtest Du sämtliche aktuellen Linienfahrzeuge, also R, S, U4, U5, ebenfalls aus dem Betrieb ziehen, weil sie z. B. nicht mehr neueren Crashnormen entsprechen).
    In der Variante a) greifst Du die vorhandene Innenanlage nicht an. Wo bislang 600V sind, sind sie auch künftig. -> Bestandsschutz.
    In der Variante b) änderst Du die vorhandene Innenanlage. Statt 600 würden 750 V anliegen -> kein Bestandsschutz, daher Umbau erforderlich.

  • Danke euch beiden.


    Ja, mit dem Stichwort "Bestandsschutz" kann ich was anfangen.
    Kenne ich von verschiedenen Frankfurter Wohnungsbesichtigungen her. Manche Treppenhäuser da waren so was von brutale Brandfallen und versperrte Fluchtwege - hätte es da gebrannt, wäre ich da nicht lebend rausgekommen.


    Die Argumentation ist zwar bedauerlich, aber eine zu schluckende Kröte.

  • Wobei Brandschutz in Treppenhäusern und auch U-Bahnhöfen ein so wichtiges Thema ist, dass hier Umbauten durchgeführt werden. Die historischen Fahrzeuge sind ja ein viel kleineres Gefährdungsrisiko.


    Was mich wundert, dass man nicht gleich Variante nimmt, weil es wohl einfach und kostengünstig ist ohne dabei ein großes Verletzungsrisiko in Kauf zu nehmen.


    Es handelt sich ja nicht um den alltäglichen Massentransport.

    I apologize for any inconvenience.