Unbekanntes Gerät im Führerstand

  • Haha, definitiv sind P-Wagen fuer mich, Jahrgang 69, nicht historisch. Aber dass sieht wohl jeder eher aus seiner persoenlichen Altersperspektive. Fuer mich ist historisch alles ab J-Wagen und niedriger, weil ich die im Linienbetrieb nicht bewusst erlebt habe. Der K-Wagen ist fuer mich so ein Zwischending, weil ich ihn zumindest als Ebbelei Express oder Liesschen kenne. Aber alles ab dem L-Wagen und aufwaerts ist fuer mich nicht hostorisch :)

    PS - danke fuer die Erlaeuterungen zu dem Geraet.

  • Eine Produktion des Hessischen Rundfunks, 1956<

    Richtig,- er lief vor gar nicht all zu langer Zeit, im U-Bahn Jubiläumsjahr, im Hessenfernsehen (Hessenschau?)

    Code
    1. Der K-Wagen ist fuer mich so ein Zwischending, weil ich ihn zumindest als Ebbelei Express oder Liesschen kenne.

    Was so 10 Jahre Altersunterschied ausmachen,- ich kann mich noch sehr gut an K-Wagen im "richtigen" Linienbetrieb erinnern. Auch in älterem zweiachigem Gelersch durfte ich schon mitreisen. ;)

  • Leute, ihr fahrt auf den Sonderfahrten mit den historischen Bahnen mit - gut, leider kein H dabei - und fotografiert, äh chippt den Wechsel der Richtungsschilder aus Blech und dann fragt einer nach den Zielfilmen. OK, eine "historische Baureihe" hat Zielfilme, nur zählt der runde 47 Jahre alte Pt für mich nur bedingt dazu für jemand, der 1972 die neuen Wagen in Bommersheim erspäht hat. Das die "H" bei Lieferung auch Brosebänder hatten, wurde ja erwähnt, aber in den Fünfzigern gab es die schon lange nicht mehr, wie man auch auf den Aufnahmen sieht.

    Nur dass derjenige noch nie bei einer Sonderfahrt in Frankfurt dabei war, geschweige denn in Frankfurt selbst. Das näheste war Mannheim, und dort auch nur der aktuelle Nf-Fuhrpark. Und nachdem Schienenfahrzeuge mit technischen Sachen ausgerüstet werden, die bei der Indienststellung noch jahrzehntelang nicht gab, wie automatische Haltestellenansagen oder elektronische Haltestellenbildschirme. Da war so ein Broseband-Gerät eine Möglichkeit. Und ich habe nicht das ganze Video angeschaut, da ich dann wieder arbeiten musste. Und zu Hause dann nur noch die Abschnitte vom Gerät, die vom Schildwechsel nicht. Für mich sah die Front mit Broseband ausgerüstet aus.

  • Eschnemer :
    Der komplette Film war damals hier bei uns verlinkt worden.

    DUEWAG-IBK :
    Du hattest aber oben direkt nach meiner Aussage, in den 50ern habe es keine Brosebänder gegeben, darauf bestanden es müsse eins gewesen sein, indem Du schriebst "Könnte also wirklich jedes Ziel auf dem Broseband sein und nur die der Linie 8 sind angeschrieben auf der Karte" und wolltest sogar einen Screenshot dazu hochladen. Das hatte ich so auf sich beruhen lassen.

    Wenn man entgegen aller Einwendungen so sehr auf seiner Ansicht beharrt, muss man sich aber doch über solche Monierungen wie von Eschnemer nicht wundern, oder?

  • Danke dir, verstehe jetzt. Die L-, M-, N- und O-Wagen hatten dann wohl eine elegantere zusaetzliche Bremse zum Anhalten? Die Federspeicherbremse? Wurde sie mit ueber das Schaltrad ausgeloest?

    Denn diese Art Handbremsstange, die aus dem Boden senkrecht nach oben rausragte, hatte der Fahrer, soweit ich mich erinnern kann, nie beim Abbremsen benutzt.

    Sämtliche Zweiachser hatten als Festellbremse nur die Handbremse, welche über die rechte Kurbel betätigt wurde.

    L-, M- und N-Wagen hatten als Festellbremse elektische Solenoiden, die mit Einschalten der letzten Bremsstufe des Fahrschalters aktiviert wurden.

    O-Wagen hatten von Anfang an Federspeicherbremsen.

    Mit dem Umbau auf schaffnerlosen Betrieb und Kasse beim Fahrer erhielten die L-Wagen ebenfalls Federspeicherbremsen analog zu den O-Wagen, da durch die Kasseneinrichtung kein Platz mehr für den senkrechten Handbremshebel (Ratsche) war.


    Die Ratschenhandbremse der M- und N-Wagen war als Feststellbremse zu benutzen, da die Solenoiden nur max. 3 Minuten eingeschaltet sein dürfen. Ansonsten besteht die Gefahr, daß sie sich durch die entstehende Wärmeentwicklung festsetzen.

    Bei einer Betriebsstörung mit längerem Stillstand oder einem Toilettengang des Fahrers an der Endstation ist die Handbremse anzuziehen und die Solenoidbremse auszuschalten.

  • Mit dem Umbau auf schaffnerlosen Betrieb und Kasse beim Fahrer erhielten die L-Wagen ebenfalls Federspeicherbremsen analog zu den O-Wagen, da durch die Kasseneinrichtung kein Platz mehr für den senkrechten Handbremshebel (Ratsche) war.

    Da ich hier schon widersprüchliches gehört habe - die L-Wagen hatten zweifelsohne mal einen Handbremshebel, bei Wagen 236 sieht man sogar noch, wo der Bodenbelag nachträglich verschlossen wurde. Aaaaber: Hatten sie wirklich Solenoide? Ich habe andernorts schon gehört, die Handbremse sei bei diesen Wagen noch die einzige Feststellbremse gewesen, analog zu den Zweiachsern. Nur eben mit Ratschenhebel statt Kurbel.


    Zugegeben, um einen L-Wagen in diesem Zustand jemals erlebt zu haben, bin ich eindeutig zu jung - vielleicht kann da mal jemand Licht ins Dunkel bringen.

    Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.

  • ...vielleicht kann da mal jemand Licht ins Dunkel bringen....

    Ich kann mich "Dunkel" an das Geräusch erinnern, dass bei Bedienung dieser "Ratschenhandbremse" zu hören war,- ritsch ratsch halt.;)

    Auch kann ich mich daran erinnern, dass Zweiachser mit angezogener Kurbelhandpremse "bedient" wurden um gaaanz langsam über den in der Oberleitung montierten Weichenkontakt zu fahren. So ein J solo der Linie 5 am Abzweig zur Glauburgstraße.;)

  • Warum so ungläubig als ob tamperer hier schon jemals Blödsinn erzählt hätte? Norby hatte das vor Jahren auch schon erwähnt. Doch falls es wirklich erst Beweise braucht, hier ein Auszug aus "Fahrzeuge der Frankfurter Straßenbahn - Beschreibung der L-Wagen", veröffenlicht 1967 in der Ausgabe 50 des FNVS.

    Ich hatte es halt schon mehrfach anders gehört, allerdings auch nur von Personen, die genausowenig Zeitzeugen dieser Epoche waren wie ich. Und auch wenn ich unseren lieben tamperer gerne mal als "alten Sack" bezeichne, dürfte er für Erinnerungen an diese Zeit auch etwas jung sein. ;) Deshalb formulierte ich meine Zweifel ja auch nur als Frage, und nicht als ein "des war doch net so" aus vollster Überzeugung. An und zu hab ja selbst ich Manieren.

    Ich gebe zu, mich hatte es damals, als ich die Version "nur Handbremse" hörte, schon gewundert, daß ein so modernes Fahrzeug wie es seinerzeit der L-Wagen war, noch in dieser Hinsicht so rückschrittlich gewesen sein soll. Schön, daß das dank Deines Wissens und Deines Archivs (wie Du weißt, verfüge ich in keinster Weise über so etwas, hätte mir doch bis vor zwei Monaten dazu auch noch der Platz völlkommen gefeht) geklärt ist. Danke! :thumbup:


    PS: Das hier zitierte Dokument würde mich bei Gelegenheit mal in Gänze interessieren...

    Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.