DEINBUS: Insolvenzantrag gestellt

  • Meine Frage in diesen Fällen ist, ob die Subunternehmer nicht beauftragt werden können mit jungen Gebrauchten Bussen den Betrieb bis zur nächsten echten Vergabe aufrecht zu erhalten.


    ich weiß man müsste von Gebraucht Bushändlern die Busse erstmal einkaufen, aber ich würde es per Notgesetz so machen, dass die Landkreise dafür aufkommen müssen, also für die Kosten, die jeder Gebraucht Bus kostet. Besser als wenn ga nichts fährt.

  • Richtig, daß der Kreis die Subunternehmer mit Treibstoff versorgt kommt ja einer Notvergabe gleich.

    Es fließt Geld, welches nicht eingeplant war.

    Staubsaugervertreter verkaufen Staubsauger,

    Versicherungsvertreter verkaufen Versicherungen

    und Volksvertreter....

    Ich wünsche euch noch eine schöne Zeit

    (Zitat stammt nicht von mir, ist aber in vieler Hinsicht zutreffend)

  • Es geht nicht nur darum, genügend Busse zu haben, sondern auch das entsprechende Personal. Ob so ein einfacher Übergang von DeinBus zu Heuser (oder jedem x-beliebigen Sub) möglich ist entzieht sich meiner Kenntnis. Klar kann der Fahrer kündigen und dort anfangen. Will man aber das gesamte Personal übernehmen, muss alles jetzt mit dem Insolvenzverwalter abgesprochen werden. Und dann braucht es zusätzlich noch die nötige Linienvergabe.


    Aber um ehrlich zu sein, frage ich mich, mit welchem Preis DeinBus in den Wettbewerb geht. Das kann ja dann so auskömmlich nicht sein. Zumal das für DeinBus schon Insolvenz Nummer 2 ist... Die Erste war 2014.


    Fakt ist: man fällt mit der Ausschreiberei derzeit „auf die Schnauze“. Meiner Meinung nach sollte man den Weg gehen, den die KVG MKK bis 2014 gegangen ist: kleinere Leistungen wie die Selbolder oder Gründauer Linien direkt vergeben, größere wie das Vorspessartbündel oder Bergwinkel ausschreiben. Somit wären kleinere Unternehmen geschützt und größere Unternehmen könnten trotzdem Leistungen gewinnen. (Ist aber wahrscheinlich nicht mehr durchsetzbar, weil dann andere Unternehmen diskriminiert werden würden).


    Dies wäre auch womöglich der Fall, wenn man alle Bündel direkt an die RVMK vergeben würde. Dann gäbe es Klagen von anderen Unternehmern, wahrscheinlich in dem Beispiel von außerhalb des MKKs - was auch schon an anderer Stelle passiert ist. So muss zum Beispiel in Essen gemeinsam mit Ruhrbahn eine Notvergabe vorbereitet werden, weil unter Anderem Viabus dort Linien fahren möchte.

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  • Das ist eben das Problem mit der Ausschreiberei: Nach dem Motto Geiz ist Geil wird der billigste Anbieter genommen. Zu einen sieht das auf dem Papier erst einmal Toll aus. Ob sich wirklich die Mühe gemacht wird, das ganze auf Plausibilität zu prüfen, wage ich zu bezweifeln. Und selbst wenn, dann steht der Zweifelnde als Miesmacher da. Gilt auch für die Privatwirtschaft, gerade bei den großen Firmen. Das lässt sich leider auch für den Privaten bereich übertragen. Folgekosten werden nicht beachtet oder ignoriert, sind sie auch noch so offensichtlich.

  • Das gewichtete Kriterienpaket, nach dem am Ende das insgesamt wirtschaftlichste Angebot ausgewählt wird, hat mit Geiz erst einmal wenig zu tun.

    Dass viele ausschreibende Aufgaben"träger" aus Haushalts- oder anderen Zwängen oft recht blind gegenüber anderen Bewertungskriterien als dem schnöden Preis unterm Strich sind, hat mit Ausschreibungen erst einmal wenig zu tun. Die zurzeit vorherrschende Kombination ist unglücklich, aber längst nicht systemimmanent.


    Wer beispielsweise aufs Geld schauen muss und dennoch ordentlichen Verkehr bestellen möchte, kann ohne Änderungen der sonstigen Vergabekriterien dennoch prinzipiell* das billigste Angebot ausschließen und wird plötzlich deutlich weniger Mitbieter haben, die durch Lohndumping, Sub-Sub-Sub-Strukturen oder unterirdische Schichtplanungen die letzten Cent aus ihren Mitarbeitern pressen. Nur muss dann jemand diese Differenz tatsächlich bezahlen können oder wollen, anstatt (über kurz oder lang) die Fahrgäste durch Schlechtleistungen oder Ausfälle ebenjenen Geiz ausbaden zu lassen.


    * Hierbei kann auch geregelt werden, was bei einem zu deutlichen Abstand der Gebote passieren soll, um unlautere Absprachen "nach oben" einzudämmen.

  • Ich schrieb ja, dass in der Realität oft wirtschaftlich mit billig gleichgesetzt wird. Es ist sehr aufwendig, Angebote komplett aufzudröseln und zu bewerten. Dazu muss auch technisches Fachwissen vorhanden sein. Und das ist es nicht überall.

  • Ich schrieb ja, dass in der Realität oft wirtschaftlich mit billig gleichgesetzt wird.

    Was ja vor allem daran liegt, dass in den Ausschreibungen nahezu alles vorgegeben wird. Das einzige, worin sich die Angebote überhaupt unterscheiden dürfen, ist bisher der Preis. Vielleicht ist also die Detailgenauigkeit der Ausschreibungen eine bisher zu wenig genutzte Stellschraube. Natürlich mit rechtlichen Risiken, das ist mir klar. Da müsste wohl erstmal eine mutige (oder verzweifelte) LNG austesten und zur Not gerichtlich durchfechten.