FNP: RMV plant eine Tarifreform

  • Bin seit heute auch Tester von RMVsmart. Da ich die Strecke Uni Campus Riedberg --> Eschenheimer Tor fahre hat mich das natürlich interessiert. Aktuell gibt es hier Baumaßnahmen und man kommt mit Schienenersatzverkehr Bus auf 4,21€ statt 2,80€. Stolze Erhöhung, wobei mich interessiert wie der Preis aussieht wenn es keinen Schienenersatzverkehr gibt und ob das dann noch teurer zu Buche schlägt weil ich mir vorstellen kann dass man ja für Schienenersatzverkehr nichts kann und die ggf. zusätzlichen Kilometer.

  • Also bei offiziellem Schienenersatzverkehr wäre ich jetzt doch davon ausgegangen, dass der U-Bahn-Tarif gilt. Schließlich steht ja "Ux" vorne dran. Die Probleme würden dann natürlich trotzdem auftauchen wenn es keinen solchen gibt und auf reguläre andere Linien ausgewichen werden muss (oder das zumindest eine gute Alternative ist...). Dann wird man ziemlich sicher den entsprechenden Tarif zahlen.

  • SEV ist teurer Ersatzverkehr der bezahlt werden muß....also gibt es einen kleinen Zuschlag :D

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  • SEV ist teurer Ersatzverkehr der bezahlt werden muß....also gibt es einen kleinen Zuschlag :D

    Fast so wie der Zuschlag vor der Einführung teilflächenbasierter Flächenverbundtarife für die Unbequemlichkeit des Umsteigens, wenn schon kein Verkehrsbetrieb (zeitlich passende) Direktverbindungen vorhalten mochte, wo ehedem nicht selten für jedes Fahrzeug außerhalb des EBO-Bereichs ein neuer Fahrschein zu lösen war.

  • Was kostet eigentlich im Tarifversuch


    6690 / Hochheim a.M. / Massenheim nach 6601 / Hofheim a.Ts. / Lorsbach ?


    Bisher bei brauchbarem Tarifweg 2 Euro für PS 1. Kleiner Hinweis: Lorsbach scheint ausschließlich per S-Bahn erreichbar, Massenheim hat nur Bus.

  • Zynisch gesagt, können die sich die Tarifreform sparen und einen Einheitstarif für 1,00 € einführen. :D Zumindest, wie sich die öffentlichen Verkehrsmittel im Augenblick für mich darstellen. Natürlich unter erschwerten Bedingungen: Tunnelsperrung und Baustelle U 5 seitens des Netzes, Wegfall der Fahrrad-Unterstützung für den Anschlussverkehr und zwar allmählich weniger werdend, auf Barrierefreiheit angewiesen, stellt sich mir der Frankfurter Nahverkehr im Vergleich mit Hamburg, Berlin, München als zweite Liga dar:


    Unpünktlichkeit auf vielen Linien, selbst spätabends, faktische Reduzierung des Höchster Astes des S-Bahnnetzes auf die S 1, die S 2 fährt, wann sie will oder gar nicht und massive Ausfälle von Aufzügen gerade an zentralen Umsteige-Haltestellen, namentlich am Hbf.


    Nach 2 Wochen folgende Grundregeln: Doppelt so lange Reisezeiten wie mit dem Fahrrad, unabhängig davon wo; und etwas schneller als normal zu Fuß. Ausgenommen vielleicht die Verbindungen entlang der U 7, da geht es schneller. Bei Start und Ziel entlang der A-Strecke sicher auch, aber da gibt es bei mir immer nur Start oder Ziel. Insgesamt kann ich von Tür zu Tür eine Reisegeschwindigkeit von 6 - 8 km / h rechnen, mit dem Fahrrad komme ich auf etwa 15 km / h. Es gibt natürlich Unterschiede: Im Einzugsbereich der U-Bahnen ist es besser, A-Strecke ist am Besten, weil es bis kurz vor Betriebsschluss einen 5-Minuten-Takt gibt. Bei der Straßenbahn ist die "16" besser als die "11".


    Also: Warum soll man "Taxi-Preise" dafür zahlen, wenn man es eigentlich zu Fuß in der gleichen Zeit schafft ?

  • Naja, also in Hamburg oder Berlin wird alleine schon aufgrund des Alters der Systeme eine Barrierefreiheit nie in diesem Maße erreichbar sein wie in Frankfurt. Ich habe jetzt zwar keine Rollstuhlerfahrung, aber war mit dem Kinderwagen bereits in beiden Städten und oft war die einzige Lösung: Treppe hoch/runter tragen. Dazu noch die Höhenunterschiede Zug/Bahnsteig und die großen Lücken Zug/Bahnsteigkante. München, Nürnberg und Stuttgart spielen da aber in einer anderen Liga.

  • München und Nürnberg haben seit Mitte der 80er Jahre - als in Nürnberg die 1. U-Bahn in Betrieb ging - auf weitgehende Barrierefreiheit gesetzt. In Hamburg wurden gerade in den letzten Jahren viele Bahnhöfe nachgerüstet.


    In Frankfurt sind ja theoretisch - bis auf Eschenheimer Tor und Westend - alle Stadtbahn-Haltestellen barrierefrei zugänglich. Allerdings scheitert die barrierefreie Nutzung daran, dass Aufzüge häufig außer Betrieb sind. Immerhin werden sie bei der VGF dann normalerweise auch zeitnah instand gesetzt, öfters schon am nächsten Tag.


    Die Deutsche Bahn Station und Service tut sich mit der Anforderung der Barrierefreiheit ähnlich schwer wie die Eintracht mit dem Wunsch vieler Fans, einen oberen Tabellenplatz in der 1. Liga zu erreichen. ;( Das gilt sowohl für die Investition, erst mal eine ihrer Haltestellen barrierefrei umzugestalten als auch für den Betrieb - sprich Wiederinstandsetzung nach Ausfall. Besonders drastisch ist dieses im Augenblick: Der S-Bahn-Tunnel ist gesperrt, und die U 4 die Ersatzlösung, um die Innenstadt und nach Bornheim zu kommen. Viele weitere Umsteigeverbindungen, z.B. zur A-Strecke und in Richtung Enkheim, laufen auch über die Innenstadt. Nun ist allerdings die U 4 nicht barrierefrei zugänglich, weil ein entscheidendes Glied in der Transportkette fehlt: Der der DB gehörende Aufzug zur B-Ebene, um von dort mit dem intakten Aufzug der VGF weiter zur U-Bahn zu kommen. Die Straßenbahn 11 zum WB geht zwar auch noch, aber wegen häufiger Überfüllung kein Spaß.


    Aber zum Ursprungsthema zurück: In letzter Zeit höre ich gar nichts mehr vom Thema. Hat der RMV inzwischen eingesehen, dass die Tarifreform in dieser Form einen Schuss in den Ofen ist ?


    Ich stelle mir gerade die Kompliziertheit des Fahrkartenkaufs vor: Bisher reichte es für die meisten Verbindungen im Stadtgebiet, am Automaten die Taste "Stadtgebiet Frankfurt" = 2,80 € zu drücken. Nun gibt es jedes Mal die Abfrage nach dem genauen Zielwunsch. Nun will ich z.B. von der Hügelstraße nach Bockenheim nach Hause, wo je nach Route 3 verschiedene Haltestellen - und unterschiedliche Verkehrsmittel - in Frage kommen. Nun frage ich also alle 3 Routen ab und entscheide dann nach Fahrtdauer, Wartezeit und Preis. ?( Welche Freude werden künftig die Busfahrer haben, bei denen Fahrgäste ihre Fahrscheine kaufen! :D Noch besser: Entscheide ich mich wegen Verspätung eines Verkehrsmittels oder einem verpassten Anschlusses für einen anderen Weg, gilt möglicherweise mein Fahrschein nicht mehr.

  • Ich stelle mir gerade die Kompliziertheit des Fahrkartenkaufs vor: Bisher reichte es für die meisten Verbindungen im Stadtgebiet, am Automaten die Taste "Stadtgebiet Frankfurt" = 2,80 € zu drücken. Nun gibt es jedes Mal die Abfrage nach dem genauen Zielwunsch. Nun will ich z.B. von der Hügelstraße nach Bockenheim nach Hause, wo je nach Route 3 verschiedene Haltestellen - und unterschiedliche Verkehrsmittel - in Frage kommen. Nun frage ich also alle 3 Routen ab und entscheide dann nach Fahrtdauer, Wartezeit und Preis. ?(

    Der Automat verschweigt Dir ja die Wartezeit selbst an der Starthaltestelle. Gut, die bekommst Du vielleicht vom Extradisplay nebendran, so vorhanden.

  • Mag ja im Augenblick sein. Aber wie soll das denn gehen, wenn es verschiedene Varianten mit unterschiedlichen Preisen gibt ? Selbst jetzt fragen die Automaten schon nach dem Reiseweg, z.B. von Hattersheim nach Wiesbaden direkt oder über Frankfurt :D .


    Der Smart-Tarif kann ja nur dann funktionieren, wenn der Fahrgast beim Ticketkauf gleich die Info über die verschiedenen Fahrtwege u n d den Preis erhält. Die RMV-Auskunft im Internet zeigt ja auch Reisewege, Umsteigezeit und Kosten an.


    Dass damit jeder Verkaufsvorgang 5 Minuten dauert, ist eine andere Sache. :thumbsup:


    Ironischerweise sind Bus und Tram nicht immer die billigsten Lösungen. Bei 3 km kostet nämlich die reine U-Bahn-Fahrt den gleichen Preis wie die Pauschale für Bus und Tram (2,36 €). Fas gilt z.B. exakt für die Strecke vom Hbf zur Leipziger Straße bzw. zur Juliusstraße. Bis zur Bockenheimer Warte (2 km) ist die U-Bahn) sogar billiger (2,15 €). Nutzr man dann die "16" bis zur Bockenheimer Warte und fährt dann mit der U-Bahn noch bis zur Leipziger Straße, kostet die Fahrt sogar (gerundet) 2,60 €.

  • RMVsmart war nie für die klassischen Vertriebskanäle gedacht, und das finde ich auch gut so.


    Ich würde aber auch gerne wissen, wie der aktuelle Stand ist. Wo bleibt das lange angekündigte Blogforum zum Thema? Gibt es aktuelle Zeitungsartikel?

  • Was ist dann der Zweck vom Ganzen ? Die Mehrzahl der Nutzer wird auch sehr bald die gravierenden Nachteile bei breiterer Nutzungen entdecken und sich bei der Nutzung auf die Relationen beschränken, bei denen der Tarif Vorteile - oder wenigstens keine Nachteile - bringt. :D Und wer einmal 8,10€ von Nieder-Eschbach nach Sindlingen zahlen musste, wird auf weitere Versuche wenig Lust haben. :D

  • Die FNP schreibt heute, dass die ersten (Vor-)Ergebnisse vom RMV bekannt gegeben wurden...


    Man kommt zu dem Schluss, dass das alte System mit Tarifgrenzen wohl erhalten bleibt, die Frage die sich stellt, ist nur, ob in Zukunft, das neue Tarifsystem maßgeschneiderte Sonderlösungen für Kunden bereit hält. Näheres dazu soll im Jahr 2017 bekannt gegeben werden, der begonnene Feldversuch mit 7.100 Kunden läuft noch bis 2019 weiter...


    Man darf gespannt sein, welche Ideen noch entwickelt werden...

    10.02.01-10.02.22: 21 Jahre U4 zur Messe und Bockenheimer Warte ;)
    11.04.15-11.04.22: Siebter Jahrestag U5-Wagen auf Linie U4 8)
    Seit 09.10.16: Endlich fährt der U5-Wagen auf allen Strecken (U1-U9) :thumbsup:

  • Die 7.100 Kunden finde ich ja schon mal sehr interessant... Man wollte mal mit 20.000 testen, der Andrang hat sich dann wohl doch in Grenzen gehalten.

  • Das werden wohl hauptsächlich die sein, die über eine Tarifgebietsgrenze fahren, z.B. von Bergen-Enkheim nach Offenbach oder Bad Vilbel oder von Nieder-Eschbach nach Bad Homburg etc. Der Durchschnitts-FBergen-Enkheimer oder -Nieder-Eschbacher wird dagegen sehr schnell die Finger davon lassen, wenn er oder sie merkt, dass mit RMV-Smart die Fahrt in die Innenstadt 4 € statt 2,80 € kostet, und die Tour von Nieder-Eschbach nach Sindlingen gar fast 3 mal so teuer wird. :D


    Dabei gäbe es eine einfache Lösung, die z.B. auch den Bergen-Enkheimer Ortsbeirat 16 erfreuen würde: Alle Tarifgebiete werden in "Waben" - oder von mir aus auch "Schoppe´" :D unterteilt, die etwa einen Durchmesser von 5 km haben, in etwa einen oder - bei den Zwergen-Territorien auch mehrere - Ortsbezirke umfassen und einem Stadtteil-bzw. Stadtbereichs-Fahrschein entsprechen.


    Gibt´s nicht ? Gibt es doch! Dafür braucht man nicht mal bis ins Ruhrgebiet. Die etwa 5 km-Kurzstrecke - wenn auch ohne Hin- und Her-Fahr-Lizenz :) - gibt es z.B. schon in Oberursel. Da kommst Du für gut 2 € von Niederursel bis zur Hohemark - das sind sogar 9 km :D. Also brauchte der RMV nur die Regelung des Hochtaunuskreises - die entsprechend auch in den Nachbargemeinden gelten - verbundweit einzurichten und hätte damit sogar einen deutlichen Schritt zur Vereinfachung des Tarifs getan. Zum Ausgleich für dsie deutlich verlängerte Kurzstrecke fallen dann die Sonder-Rabatte für die Tarifgebiete 50 (Frankfurt) und 65 (Mainz / Wiesbaden) weg. Die 20 bzw. 30 Cent sind verschmerzbar, wenn es dafür dann echte Kurzstrecken-Fahrscheine im Bereich 5 - 10 km gibt. Die jetzigen 2 km-Tickets nützen doch wenig, da man diese Distanzen auch zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen kann.

  • Die etwa 5 km-Kurzstrecke - wenn auch ohne Hin- und Her-Fahr-Lizenz :) - gibt es z.B. schon in Oberursel. Da kommst Du für gut 2 € von Niederursel bis zur Hohemark - das sind sogar 9 km :D.

    Das ist keine Kurzstrecke, sondern Preisstufe A1. Für genau zwei Euro komme ich übrigens von Niederursel bis Sandplacken. Die Kurzstrecken, die Du abschaffen willst, gibt es (zumindest für Deine Beispiele) dort, wo keine A1 gelten.