Busfahrer eines BVG-Doppeldeckers der Linie M82 reißt sein Dach unter einer für DD gesperrten Brücke auf!

  • Vorweg: Es wurde niemand verletzt. Da war der Schutzengel sehr aktiv.


    http://www.hubber.me/berlin/be…ach-komplett-aufgerissen/


    https://www.morgenpost.de/berl…nter-Bruecke-stecken.html


    Unmöglich, dass man sich nicht auf den Fahrer verlassen kann :thumbdown:


    Zwei Möglichkeiten hat der Fahrgast:


    1) Nur noch unten mitfahren
    2) Oben in die erste Reihe drängeln, keinen neben sich Platz nehmen lassen (gibt Platz zum Ducken) und ständig mitschauen.


    OK, man kann den Fahrer beim Einsteigen auch fragen, ob er eine Umleitung fahren muss, schon eine komplette Runde durch hat und vor dem unerwarteten Abweichen von der Route eine Durchsage macht. Aber bei den Berliner Verhältnissen, wird diese Kommunikation nicht funktionieren.


    Bleiben noch die Strecken, die man selbst als Fahrgast im Schlaf kennt. Dann sollte die Mitfahrt im Oberdeck noch einigermaßen sicher sein und muss erst aufmerksam sein und ggf. runtergehen, wenn der Bus die gewohnte Route verlässt.

    Vollkommen Großartiges Forum

    Einmal editiert, zuletzt von SoundofN1 ()

  • Für mich stellen sich da ganz andere Fragen, nämlich die des "Baustellen-Managements". Als Fußgänger und Radfahrer bin ich ja härterprobt, was die "Umleitungen" an Baustellen angeht. X(


    1.) Bei Umleitungen sollte auf Höhenbeschränkungen geachtet und dezidiert darauf hingewiesen werden. Überhöhte LKW und Doppeldecker-Fernbusse kann es ja auch betreffen.


    2.) Wo der öffentliche Linienverkehr betroffen ist, sollte eine dezidierte Umleitungsroute mit dem Verkehrsbetrieb abgestimmt und auch ausgeschildert werden. Hier in Frankfurt gibt es ja auch Routenschilder für die diversen SEV-Busse.
    In dem betreffenden Fall hat der Busfahrer sicherlich auch Mitschuld, aber ihm hätte von vornherein eine dezidierte Ausweichroute bei Dienstbeginn ausgehändigt werden sollen und diese auch ausgeschildert werden sollen. Ich stelle mir gerade
    die Situation vor: Bus kommt an, Strecke ist gesperrt, Busfahrer folgt der Umleitungsbeschilderung und sieht dann vor der Brücke, dass er nicht durchkommt. Bleibt vor der Durchfahrt stehen (blockiert natürlich den nachfolgenden Verkehr) und klärt erst mal
    mit seiner Leitstelle, wo er denn nun lang fahren kann. ?( Bis es soweit es ist, läuft der Folgekurs auch in den Stau auf. :D


    Also bitte: Nicht über den "unaufmerksamen" Busfahrer lästern, sondern vor allem über das unzulänlich Baustellen-Management! Ein wunderbares Anschauungsbeispiel lässt sich übrigens für Radfahrer am Flughafen finden, wenn man aus Ri. Westen am Terminal 2 in Ri. Schwanheim / Innenstadt will. :thumbdown:

  • Einige Anmerkungen:


    Da zu diesem Zeitpunkt (Unfall ist ja bereits über einen Monat her) eine Umleitung durch Sperrung der Steglitzer Albrechtstraße erforderlich war wurden die Doppeldeckerlinien (M82,282) über die Autobahn umgeleitet und die Eindeckerlinien eben durch die Bergstr.(284, 380). Der X83 wurde südlich umgeleitet. Die Bauarbeiten begannen im Frühjahr, also schon eine Weile. Der Fahrer des Unfallwagens hatte vorher die Linie 284, deswegen ist er wohl versehentlich in die Bergstraße abgebogen.
    Auf den betreffenden Höfen hängt nun auch eine Aushang, dass diese Brücke für DD nicht "geeignet" ist... inzwischen sind die Bauarbeiten beendet und alle Linien fahren wieder planmäßig.


    Im Sommer 2016 verunglückte ein Doppeldecker bereits an dieser Brücke bei einer Betriebsfahrt. Die Fahrerin fährt heute nur noch ihre Stammlinie ohne Brücken... :D

  • Wenn man sich das verlinkte Video anschaut und dabei deutlich das Schild mit der lichten Durchfahrthöhe von lediglich 3,5 m sieht, kann es einem schon grausen, wenn ein Doppeldecker Fahrer solch ein fatalen Fehler macht. Die Berliner Doppeldecker haben eine Sonderbauhöhe von 4,06 m. Die lichte Durchfahrthöhe von Brücken ist mindestens 4,0 m, wenn nicht anders durch Schilder signalisiert. Da ein gewisser Sicherheitsabstand von etwa 20 cm vorhanden ist hätte es mit dem DD gepasst.


    Wenn allerdings Schilder angebracht sind, bedeutet dies, dass die lichte Durchfahrthöhe schon bei Fahrzeugen mit den gesetzlich erlaubten 4,0 m nicht gegeben ist. Da ich alle Fahrerlaubnisklassen besitze, schüttele ich nur den Kopf über einen solchen Berufskraftfahrer. Wer mal ein Lehrbeispiel im Frankfurter Raum haben will, schaut sich mal die Straßenbrücke in Oberursel in der Nähe des Gewerbegebietes "Drei Hasen" an. Dort ist die Durchfahrthöhe mit 3,9 m angegeben. Die deutlich sichtbaren Schrammen am Beton zeigen, dass hier sich öfter mal "Dickschiffe" daran wetzen.

  • Meinst du die am Netto als einzige sinnvolle Zufahrt aus Richtung FFM zur IGS hinten in Steinbach? (also hier: https://www.google.de/maps/place/50%C2%B010'56.9%22N+8%C2%B035'07.4%22E/@50.1824722,8.5832002,17z/data=!3m1!4b1!4m5!3m4!1s0x0:0x0!8m2!3d50.1824722!4d8.5853889 ? - Das Forum weigert sich daraus einen Link zu bauen, die Sonderzeichen killen da wohl was...)
    Da bin ich auch schon mit 3,95ern durchgefahren (Tourismo halt) - aber im Schritt und mit eingezogenen Füßen... :P
    Ist knapp, aber nicht zu knapp - wenn man vorher dran denkt.


    In Rödelheim haben die O405N auch durch die Unterführung gepaßt, bei den Citaros bleibt halt inzwischen die Klima hängen - und die neue Funkantenne... *hüstel*


    Aber ja, grade in Höchst muß man schon mit einem stinknormalen Tourismo teilweise ziemlich anfangen aufzupassen - zwischen der EU in Nied und der Bleiwerksbrücke gibt es nix was mehr als 3,70 hat...

    "Der Mensch, der so ehrbar im Einzelnen, aber so miserabel im Ganzen ist."
    Johann Wolfgang von Goethe

    3 Mal editiert, zuletzt von sethaphopes ()

  • [off-topic]

    [...] also hier: https://www.google.de/maps/place/50%C2%B010'56.9%22N+8%C2%B035'07.4%22E/@50.1824722,8.5832002,17z/data=!3m1!4b1!4m5!3m4!1s0x0:0x0!8m2!3d50.1824722!4d8.5853889 ? - Das Forum weigert sich daraus einen Link zu bauen, die Sonderzeichen killen da wohl was...) [...]

    Deshalb verwendet man am besten die Kurz-URL: Auf das Menü links oben gehen -> "Karte teilen oder einbetten" wählen -> "Kurz-URL" anklicken und fertig


    https://goo.gl/maps/7mWYPVPAtX42


    [/off-topic]

    Gruß, 420 281-8
    Jeder Mensch hat ein zweites Gesicht ...
    Ich bin nicht "das Team" des FNF, PN zu Team-Angelegenheiten werden ignoriert und nicht beantwortet/weitergeleitet.
    Anfragen an das Team bitte an team@frankfurter-nahverkehrsforum.de richten, danke!

  • Soll man sich über festgefahrene Fahrzeuge an Brücken wundern, wenn Fahrer äussern sich
    nicht an den Grenzwert zu halten und mit einen Sicherheitspuffer rechnen.....


    Mit 3,91 wird schon nicht durch 3,90 gefahren!

    In god (an invention by mankind) we trust - on earth we don't


    Sincerly yours, NSA
    powered by US government

  • Mit 3,91 wird schon nicht durch 3,90 gefahren!


    Dein Chef sagt dir "Das paßt, du fährst da durch!" und du sagst "nein, paßt nicht" - Rate mal wie oft du das machst, wenn du nicht bei einem gewerkschaftlich organisierten Betrieb arbeitest...

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    Johann Wolfgang von Goethe


  • Dein Chef sagt dir "Das paßt, du fährst da durch!" und du sagst "nein, paßt nicht" - Rate mal wie oft du das machst, wenn du nicht bei einem gewerkschaftlich organisierten Betrieb arbeitest...


    Das ein Chef einen Fahrer zu Lenkzeitüberschreitungen auffordert - was natürlich kriminell ist, da vorsätzlicher Verstoß gegen geltendes Recht - kommt bestimmt nicht gerade selten vor. Hingegen halte ich die These für gewagt, einen Fahrer aufzufordern, durch zu niedrige Unterführungen zu fahren. Hier ist der Misserfolg Garantie-Sache und nicht - wie eingangs genannt, eine Frage des möglichen "erwischt" zu werden. Also, das ist meine persönliche Meinung hierzu, wird solch eine unsinnige Anordnung wohl auch nicht erfolgen.


    Wie dem auch sei, verantwortlich für das sichere Führen seines Fahrzeuges ist allein der Fahrer bzw. die Fahrerin. Wenn einer solch einen Blödsinn machen sollte, gehört er / sie bestimmt nicht mehr ans Steuer!

  • Es gibt mehr offene Stelllen für LKW Fahrer als es Fahrer selbst gibt.
    Bessern wird sich die Situation in Zukunft auch nicht, da die Ausbildung
    auf Eigenkosten gemacht werden muss und Berufsanfänger nicht das
    passende Kleingeld haben. Somit ist man als Arbeitnehmer auch ohne
    Gewerkschaft in ganz guter Position.
    Also kann man dem Chef entsprechend mitteilen, daß er entweder das
    Einhalten der StVO akzeptiert und bei Planungen mit berücksichtigt oder
    er schauen kann, ob er einen qualitativ schlechteren Fahrer irgendwo be-
    kommt.
    Der Wegfall der Wehrpflicht hat das Loch gerissen, da zuvor viele den
    LKW Schein beim Bund gemacht haben und das wird sich auch nicht so
    schnell schliessen.

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  • Natürlich - Ich habe mir das Gespräch nur eingebildet - wie konnte ich mich bloß so irren - ihr habt natürlich recht, ein Chef würde sowas nie sagen!

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    Johann Wolfgang von Goethe

  • Es gibt zwei Arten von Chefs: erstens solche, die nur im Angestelltenverhältnis stehen (Disponenten, angestellte Fuhrparkleiter) und zweitens solche, die gleichzeitig auch Inhaber z. B. eines mittelständischen Bus- oder Speditionsunternehmens sind. Im ersten Fall gehören sie vom Inhaber gefeuert, wenn sie solch dämliche Anordnungen an das Fahrpersonal geben, die mit größter Wahrscheinlichkeit zu Schäden am Firmeneigentum und womöglich auch noch zu Drittschäden führen. Im zweiten Fall ist es kaum vorstellbar, dass jemand der auch Inhaber ist, sein Eigentum bewusst auf das Spiel setzt. Sollte er dies dennoch tun, wird sein Unternehmen über kurz oder lang in der endgültigen Insolvenz verschwinden.

  • Es gibt zwei Arten von Chefs: erstens solche, die nur im Angestelltenverhältnis stehen (Disponenten, angestellte Fuhrparkleiter) und zweitens solche, die gleichzeitig auch Inhaber z. B. eines mittelständischen Bus- oder Speditionsunternehmens sind...


    Es wäre schön, wenn die Rechnung so einfach aufginge, der Markt würde sich selbst bereinigen. Aber dem ist de facto nicht so. Das Transportgewerbe, egal ob Personen- oder Frachttransport, geht über den Preis. Den Preis, den der Auftraggeber (egal, ob öffentliche Hand, Industrie und Handel oder Endverbraucher) bereit ist, zu zahlen. Unternehmen, gleichgültig, ob inhabergeführt oder Konzerne, kalkulieren Schäden mit ein, um mitspielen zu können. Sach- und fachfremde Tätigkeiten und Aufgaben werden dem Fahrpersonal aufgebürdet, um mithalten zu können. Das Fahrpersonal wird angehalten bzw. angewiesen, Verstöße zu begehen bzw. in Kauf zu nehmen, um auf Biegen und Brechen die vertraglich vereinbarte Leistung zu erfüllen und damit die Auftraggeber zu halten. Und du kannst mir glauben, nach knapp 30 Jahren Tätigkeit im Bereich Versicherung für Transport und Logistik.

  • Da ich alle Fahrerlaubnisklassen besitze, schüttele ich nur den Kopf über einen solchen Berufskraftfahrer.


    Das hat damit nichts zu tuen, ich nenne sowas Routinefehler. sowas passiert jeden Tag, überall. Jeder kennt Situationen, wo man hinter die Luft anhält, wenn es gut gegangen ist, und es einem durch den Kopf schießt, was hast du dir denn dabei gedacht, oft merkt man es nicht einmal. Und manchmal geht es eben auch nicht gut Das hier ist eben eine spektakuläre Situation. Und wenn man die Krone der Schöpfung im täglichen Leben beobachtest, da sollte einem klar sein das mit sowas immer zu rechnen ist.

    Beati pauperes spiritu, quoniam ipsorum est regnum caelorum