Bahn frei für die Brennstoffzelle

  • Im konkreten Fall fällt im IP Höchst als notwendiges Nebenprodukt an, für den es bisher keine Verwendung gab. Die Verwendung in Brennstoffzellen ist ein nützlicher Nebeneffekt der Chlorkali Elektrolyse, mit der Grundstoffe wie Chlor und Natronlauge hergestellt werden.

  • Die Annahme "Wasserstoff ist Abfall" ist schon damit widerlegt, dass Politiker sich bemühen, in Entwicklungsländern Verträge für die Lieferung von Wasserstoff zu schließen.

    Die Annahme, es wäre irgendwo nach der Annahme verfahren worden, dass Wasserstoff Abfall sei, ist halt aber sowieso schon falsch. Dieser Wasserstoff an dieser Stelle fällt ab – das war die Aussage. Für diesen Wasserstoff gab es keine anderen Abnehmer, die keine großen logistischen Herausforderungen gehabt hätten.


    Da die Aussagen im „Nachbarforum“ in keiner Weise untermauert sind, ist es auch müßig darüber zu diskutieren – „genaueres“ kann die Person dort eventuell liefern, hier würde ich vorerst nach Hitchen's Razor verfahren: Was ohne Nachweis behauptet werden kann, kann auch ohne Nachweis verworfen werden.

  • In einem Nachbarforum hat ein User, den ich jetzt normalerweise nicht im Verdacht habe gezielt Unwahrheiten in die Welt zu setzen, behauptet der Industriepark würde gar nicht genug Wasserstoff produzieren um den Betriebsbedarf abzudecken. Weiß jemand darüber genaueres? Dass würde ja das Argument "Der Wasserstoff ist quasi eh da auch wenn quasi alles bald elektrifizier(-bar)t ist müssen diese Massen an dem "Abfallprodukt" für den es auf keinen Fall andere Abnehmer geben kann unbedingt genutzt werden " ja doch etwas schwächen...

    Wie vorher bereits beschrieben, wird der Wasserstoff im IP nicht im eigentlichen produziert. Daher auch die Bezeichnung "grauer Wasserstoff ".

    Nur, die Kalkulation ist nun schon ein paar Jahre alt, daher kann durchaus weniger Wasserstoff anfallen (Produktionsrückgang der gewünschten Produkte), Mehrbedarf der Brennstoffzellen oder inzwischen weitere Abnehmer (H2 Straßenfahrzeuge).....


    Die Argumentation fand ich immer schon etwas ausweichend, um Entscheidungen elegant in die Zukunft zu verschieben.

    Die Strecken gehören alle unter Fahrdraht, die Ökobilanz der Akku ist nicht die Beste, nur dass die Umweltschäden in andere Länder outgesourcet werden. Wir sind ja nicht irgendwo in der Pampa, sondern in einem Ballungsgebiet.

  • Die Strecken gehören alle unter Fahrdraht, ... Wir sind ja nicht irgendwo in der Pampa, sondern in einem Ballungsgebiet.


    Die Strecken sind nicht unter Fahrdraht. Der RMV hat immer gesagt und geschrieben, dass er die H2-Technik für eine Übergangslösung hält, bis die Fahrleitungen hängen. Und weil wir in einem Ballungsraum leben, wo H2 in geringer räumlicher Entfernung vorhanden ist, ist doch der Versuch mit iLINTs naheliegend. Wozu die Aufregung?

  • Die Strecken gehören alle unter Fahrdraht, die Ökobilanz der Akku ist nicht die Beste, nur dass die Umweltschäden in andere Länder outgesourcet werden. Wir sind ja nicht irgendwo in der Pampa, sondern in einem Ballungsgebiet.

    Sehe ich genauso. Der Fahrdraht zwischen Friedrichsdorf - Grävenwiesbach wäre ohne Probleme (ausg. bei Saalburgsiedlung) einfach zu bauen. Den Abschnitt Grävenwiesbach - Brandoberndorf kann man sich auch einfach sparen. Packt man da jede 30min ein Bus zwischen Kraftsolms - Brandoberndorf - Grävenwiesbach.

  • Die Strecken sind nicht unter Fahrdraht. Der RMV hat immer gesagt und geschrieben, dass er die H2-Technik für eine Übergangslösung hält, bis die Fahrleitungen hängen. Und weil wir in einem Ballungsraum leben, wo H2 in geringer räumlicher Entfernung vorhanden ist, ist doch der Versuch mit iLINTs naheliegend. Wozu die Aufregung?

    Fahrleitung kommt ja bis Usingen. Aber wir wissen ja, das ein Elektrifizierungsprojekt Jahrzehnte braucht.

    Ich bin auch nicht gegen dieses H2 Projekt, nur befürchte ich, dass in einigen Jahren für die Königsteiner Bahn die nächste "Brückentechnologie" genommen werden muss.

  • In einem Nachbarforum hat ein User, den ich jetzt normalerweise nicht im Verdacht habe gezielt Unwahrheiten in die Welt zu setzen, behauptet der Industriepark würde gar nicht genug Wasserstoff produzieren um den Betriebsbedarf abzudecken. Weiß jemand darüber genaueres?


    Sagen wir mal so: laut offizieller Aussage von Infraserv fallen aus der Chlorkali-Elektrolyse jährlich 50 Mio m³ Wasserstoff an; bis vor kurzem, veilleicht auch heute noch, wird ein Teil, der nicht sofort abgenommen oder gelagert werden kann, abgefackelt. Das klingt erst mal nicht nach Mangel. Im Übrigen würde ich annehmen, dass RMV/Start/wer auch immer mit Infraserv einen Liefer- und Abnahmevertrag geschlossen hat. Der Betriebsbedarf liegt, je nach Streckencharakteristik, bei 0,180 - 0,280 kg/km. Ein Umlauf auf der FKE hat 32 km, dafür braucht's also max. 8,9 kg, eher weniger, weil die Hälfte der Strecke bergab führt; 8,9 kg entspricht 4,43 m³ oder 17,5 Liter. Mit diesen Angaben könnte man , wenn man die Verkehrzahlen auf den iLINT-Strecken kennt, den Vebrauch errechnen und abschätzen, wie wahrscheinlich ein Wasserstoffmangel in Höchst wäre. Nach diesen Zahlen reichte die Jahresroduktion in Höchst für über 11 Mio Umläufe auf der FKE.

  • Der Betriebsbedarf liegt, je nach Streckencharakteristik, bei 0,180 - 0,280 kg/km. Ein Umlauf auf der FKE hat 32 km, dafür braucht's also max. 8,9 kg, eher weniger, weil die Hälfte der Strecke bergab führt; 8,9 kg entspricht 4,43 m³ oder 17,5 Liter. Mit diesen Angaben könnte man , wenn man die Verkehrzahlen auf den iLINT-Strecken kennt, den Vebrauch errechnen und abschätzen, wie wahrscheinlich ein Wasserstoffmangel in Höchst wäre. Nach diesen Zahlen reichte die Jahresroduktion in Höchst für über 11 Mio Umläufe auf der FKE.

    Wo die Verbrauchsangabe her? Gibts da noch mehr Daten, um sie in Relation zu setzen? Der Verbrauch ist jedenfalls grob plausibel.


    Die folgende Umrechnerei muss ich aber in Frage stellen:

    Die von dir genannte hypothetische Substanz mit 8,9kg/4,43m³=2kg/m³ wäre sogar schwerer als Luft.


    1m³ Wasserstoff wiegt bei Normalbedingungen 90 Gramm. Daraus würde sich ergeben, dass man etwa 100m³ Wasserstoff für einen Umlauf benötigt.

    Flüssig wären es etwas unter 100l. Das Wasserstoffangebot würde dann nur noch für 500000 Umläufe reichen - das wäre immer noch genug.

    Einmal editiert, zuletzt von 4nti4sin4 ()

  • Das wesentliche Merkmal dieser Quelle ist, dass sie aus der Zeit vor der Inbetriebnahme stammt. Diese Zahlen stammen also aus der Zeit vor dem Realitätsabgleich.

    Dort wird auch eine Reichweite von 1000 km genannt, was bei gegebenem Verbrauch (und maximalem Optimismus) einen Vorrat von mindestens 180kg Wasserstoff bedeuten würde. Jedoch sind nach Verdopplung der Tankkapazität (sofern diese tatsächlich stattgefunden hat und die Zahlen in Wikipedia stimmen) nur 250 kg Wasserstoff vorhanden.

    Zum Zeitpunkt des Golem-Artikels wären hätten nur 125 kg Wasserstoff Platz gefunden, und die Reichweite wäre selbst mit bedingungslosem Optimismus nicht darstellbar gewesen.

    Sollten die Wikipedia-Zahlen allerdings den Stand vor der Tankverdopplung enthalten, wären die Zahlen zumindest in sich plausibel - aber dafür der Verbrauch falsch geschätzt.

  • (sofern diese tatsächlich stattgefunden hat und die Zahlen in Wikipedia stimmen) […] Sollten die Wikipedia-Zahlen

    Sorry, ich will ungerne eine Volltextsuche in Wikipedia machen und selbst wenn, wüsste ich nicht genau, nach was ich suche. Welche Zahlen aus Wikipedia meinst du?

  • Argh, Kopf -> Tisch. Ja, das ist aus dem iLint-Artikel. Und ich hätte schwören können, dass ich das auch geschrieben habe - habe ich aber nicht.

    Zitat

    Die Wasserstoffspeicher sind zwei 125 Kilogramm fassende 350 bar-Tanks, die auf dem Dach untergebracht sind. Die Brennstoffzellen mit zwei mal 200 kW Leistung stammen von Hydrogenics.[53]

    Und wenn ich so clever gewesen wäre, auch auf das Datum der Quelle zu gucken, dann ist auch alles klar.

    Dies bildet den Planungsstand ab, nicht die Fahrzeuge, die tatsächlich fahren.


    Damit passen der Golem-Verbrauch, die Golem-Reichweite und die Wikipedia-Tankgröße zusammen. denn das sind alles Planungswerte.

    Das bedeutet aber, dass die angesetzten Verbrauchswerte vermutlich zu niedrig sind. Allerdings wären wir dann bei vielleicht 250000 Umläufen - das wären immer noch 28 Umläufe pro Stunde im Jahresmittel.

    Der Wasserstoff sollte also immer noch großzügig ausreichen.