Busbahnhof im Nordwestzentrum

  • Die FNP berichtet heute über die schon vor ewigen Zeiten hier erwähnte Anfrage der Grünen im Ortsbeirat 8, was mit dem Busbahnhof im Nordwestzentrum passieren soll.


    Hintergrund sind widersprüchliche Aussagen von Magistrat und Nordwestzentrum-Management, wie Barrierefreiheit an dieser Haltestelle hergestellt werden soll/kann. Auf frühere Anfragen hieß es Ende letzten Jahres, dass die Verlegung nach draußen geplant sei. Es besteht Unklarheit darüber, wie das ausgeführt werden soll und welche Auswirkung das auf die Umsteigewege im Zentrum haben würde.


    (Disclaimer: Der Antrag ist meiner. Besonders lustig finde ich in dem Zusammenhang die Formulierung "Nun haben die Grünen das Thema erneut auf die Agenda der heutigen Sitzung gesetzt" - der Antrag ist von Februar und wurde nicht behandelt, weil auf eine Klärung des Sachstandes (die wird es am 1. Juni geben) gewartet wird. Muss wohl daran liegen, dass die FNP so eine Qualitätszeitung ist…)

    Einmal editiert, zuletzt von baeuchle ()

  • "Busbahnhof auf die Innenseite des Erich-Ollenhauer-Rings verlegen", muss ich das wirklich verstehen wollen? Wie soll diese Planung denn aussehen? Sollen die Busse künftig gegen die Einbahnrichtung verkehren, damit die Haltestellen auf der Zentrumsseite zu liegen kommen und die Fahrgäste nicht die stark befahrenen Fahrspuren überqueren müssen :huh: ? (**)


    Mir scheint eher, hier sollen mal wieder öffentliche Belange den Kommerz-Interessen untergeordnet werden, wie das am NWZ schon einmal der Fall war! (Btw: Damals wurde die Gegenfahrbahn im Tunnel gesperrt und in Verkaufsfäche umgewidmet, dort wo früher die Haltestellen der Linie 60 waren residiert heute der Toom-Markt...).


    Denkt bei solchen Überlegungen - abgesehen vom fraglichen Wetterschutz und der offenen Lösung für die Sicherheit der Fahrgäste - auch mal jemand daran, dass sich für täglich Tausende von Fahrgästen nicht nur die Wege vom Einkauf, sondern auch die Umsteigewege von der U-Bahnstation verlängern würden, die 1968 bewusst kurz gewählt und nicht umsonst so angelegt wurden? Will man die ÖPNV-Kunden etwa vergraulen oder ins Auto zurück treiben, weil Autokunden mehr wegschleppen können? ÖPNV-technisch wäre das ein totaler Rückschritt, eine "nachhaltige" Verkehrsplanung, um das Modewort zu gebrauchen, sähe doch wohl entschieden anders aus!



    Edith fügt hinzu: (**) Oder werden für die NWZ-Linien künftig Busse mit linksseitigen Türen angeschafft und es wird dann angesagt "Nächste Haltestelle Nordwestzentrum, Ausstieg links"? :D

    Einmal editiert, zuletzt von Charly ()

  • >Oder werden für die NWZ-Linien künftig Busse mit linksseitigen Türen angeschafft
    >und es wird dann angesagt "Nächste Haltestelle Nordwestzentrum, Ausstieg links"?


    Nee...es wird EU weit Linksverkehr eingeführt und dadurch ändert sich automatisch
    die Einbahnstrassenrichtung am NWZ :D

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  • Dann freilich stünde man wieder vor demselben Problem. :P


    Lasst den BuBa mal da, wo er ist. Es braucht doch nur einen höheren Bussteig und Rampen statt Treppen?

    fork handles


  • Die selbe Überlegung hatte ich gestern auch schon. Diese Idee kann nur von jemanden kommen der keine Ahnung vom ÖPNV bzw dem Umsteigeknoten hat :!:

  • So, heute wurden Vertreter des Ortsbeirates über die Planungen zum Nordwestzentrum informiert (und bevor jemand meckert, ich habe extra gefragt, ich darf das erzählen). Die Verlegung des Busbahnhofs ist Teil eines sehr weitgehenden Eingriffs in die Struktur des Zentrums, die sich laut den Betreibern aus drei Zwangspunkten ergibt:

    • Die Feuerwehr geht aus dem Bereich unter dem Mediamarkt raus
    • Die U-Bahn-Haltestelle soll dringend am nördlichen Ende einen Notausgang pro Bahnsteig erhalten
    • Die Kapazität des Busbahnhofs und die allgemeine betriebliche Situation ist für die VGF als Betreiberin der Haltestelle und die traffiQ als Bestellerin der darin gefahrenen Leistungen sehr unzufriedenstellend.


    Die Erweiterung sieht einen neuen, zentralen Platz ("Auge") am Ende des Heddernheimer Steges vor. hier soll Tageslicht von oben durch die E0-Ebene (wo die Stege ankommen), die U1-Ebene (wo die Busse und die Straße sind) bis zur U2-Ebene (Parkhausebene) kommen. Der Zugang zur U-Bahn soll dorthin verlegt werden, so dass man in etwa den gleichen Fußweg zum Umsteigen hat. Der Zugang zu den Bussen soll direkt unter dem Heddernheimer Steg sein, zwischen Erich-Ollenhauer-Ring und dem daran neuanzulegenden Taxistand einerseits und dem Zentrum auf der anderen Seite.


    Der Busbahnhof soll 6 sägezahnartig angeordnete Haltepositionen haben, sodass alle Busse direkt ein- und ausfahren können. Ein Stellplatz soll gelenkomnibusgeeignet sein (was die heutige Anordnung nicht sei, wurde gesagt, obwohl, da gibt's doch manchmal SEV. Weiß jemand was genaues?) und vor allem soll jede Linie ihren eigenen Halteplatz bekommen. Über eine Treppe nach unten soll ein Pausenraum für die Busfahrer erreichbar sein. Ein- und Ausfahrt aus dieser Busspur sei einfacher als die beiden 90-Grad-Kurven, die es momentan gibt, sodass sich auch hier ein bisschen Entspannung ergebe, wurde gesagt.


    Um zu den Bussen zu gelangen, muss man die Busspur überqueren. Das wird ein kleineres Problem als es heute ist, weil durch diese Parallelspur zum Ring wohl kein Schleichverkehr stattfinden wird (dem im Tunnel nicht Herr zu werden sei) und weil auch weniger Busbewegungen stattfinden (weil keine Wartepositionen außerhalb mehr nötig sein werden)


    Ich bin von der Planung zwar nicht restlos überzeugt, aber das Konzept war schon wesentlich besser, als ich es befürchtet hatte, vor allem eben, weil es mehr beinhaltet als nur die Verlegung des Busbahnhofs. Im Gegenteil wirkt es als ein recht natürlicher Teil einer Umgestaltung, bei der die Flächen der Feuerwehr anderen Nutzungen zugefügt werden sollen. Die Planer behaupten, dass die VGF in einer Kundenbefragung die Fahrgäste gefragt hat, wohin sie denn wollen, wenn sie mit dem ÖPNV im Nordwestzentrum ankommen, und die momentane Variante verkürze den durchschnittlichen Weg um 2,1 Meter (vulgo: Im Schnitt bleibt's ziemlich gleich). Vielleicht kann da jemand aus irgendwelchen Dezernaten (Ingmar? Liest du mit?) was dazu sagen, ob das so stimmt.

  • Das klingt doch vernünftiger als ich zunächst dachte. Schade, dass es keinen Plan gibt, das kommt vielleicht noch. Der Beschreibung nach hört sich das jedenfalls so an als wolle man diesen Platz dafür nutzen, wenn ich das richtig verstehe. Das würde allerdings bedeuten, dass man die Rampe abbrechen müsste?


    Wenn dem so wäre, hätte das den Vorteil, dass die Busse sich zunächst aus den Haltepositionen auf die Andienungsspur einfädeln könnten und erst von dort aus auf die Hauptfahrbahnen, womit gefährliche Situationen vermieden würden, wie ich sie nach dem Bekanntwerden zunächst befürchtet hatte. Denn manche Autofahrer nutzen den Ollenhauer-Ring allzu gerne als Rallye-Strecke X( , was einem Bus der aus dem Stand in die Fahrbahn beschleunigen müsste leicht zum Verhängnis werden kann.


    Zitat

    Ein Stellplatz soll gelenkomnibusgeeignet sein (was die heutige Anordnung nicht sei, wurde gesagt, obwohl, da gibt's doch manchmal SEV. Weiß jemand was genaues?)

    Klar gibt es manchmal SEV mit Gelenkbussen. Nur können die kaum die Innenstellplätze an den heutigen Wartepositionen nutzen, deshalb nehmen sie meistens ggü. der Shell Tankstelle Aufstellung, was zum Nachrücken aber von Nachteil ist. Innen kann entweder die Fahrspur nicht komplett frei gefahren werden (wenn noch Solobusse dort stehen, besonders auf Position 1), oder aber es geht ein Stellplatz verloren. Da ist das Chaos immer programmiert...


    Naja, hoffen wir mal, dass es bald einen Lageplan gibt, aus dem man sich ein besseres Bild machen kann. Wenn da ein Durchbruch gemacht wird, sodass sich die durchschnittlichen Fußwege (vor allem von der U-Bahn) nicht wesentlich verlängern, könnte das fast eine optimalere Lösung werden als die jetzige, die in der Tat suboptimal ist.

  • Das klingt doch vernünftiger als ich zunächst dachte. Schade, dass es keinen Plan gibt, das kommt vielleicht noch. Der Beschreibung nach hört sich das jedenfalls so an als wolle man diesen Platz dafür nutzen, wenn ich das richtig verstehe. Das würde allerdings bedeuten, dass man die Rampe abbrechen müsste?


    Pläne gibt's schon, nur nicht öffentlich. Ja, genau dieser Bereich ist gemeint. Das komplette Zentrum soll hier an die Straße heranwachsen, also wird die Rampe tatsächlich wegfallen - die ist mW momentan eh nur für Polizei und Feuerwehr gedacht.

  • Um die Gelenkbusfrage nur kurz zu klären:


    Auf der 251 fahren manche Umläufe/ Fahrten teilweise mit Gelenkbussen ( das war schon so, als die Linie noch 872 hieß ). Manchmal stehen die auch im Tunnel, oft aber außerhalb gegenüber der Tunnelausfahrt oder an der Warteposition vor der Tunneleinfahrt.

    Viele Grüße, vöv2000

  • Für den 60er Bus dürfte diese Umgestaltung zu einer Fahrtzeitverkürzung führen. Die doppelte Fahrt um das Zentrum fällt damit weg. Für die Linien 71, 72 und 73 verlägert sich der Weg wohl nur unwensentlich. Verlierer wären die Linien 29, 251 und auch n3. Diese müssten in Zukunft zwei mal im Kreis fahren.

  • Für den 60er Bus dürfte diese Umgestaltung zu einer Fahrtzeitverkürzung führen. Die doppelte Fahrt um das Zentrum fällt damit weg.

    Was für die Fahrzeit des 60ers nicht zwingend eine Entspannung bedeuten dürfte, denn die Minute, die man bei den anderen Linien zuschlagen muss, wird man mit Sicherheit beim 60er wieder einsparen. ;)


    Um die Gelenkbusfrage nur kurz zu klären:


    Auf der 251 fahren manche Umläufe/ Fahrten teilweise mit Gelenkbussen ( das war schon so, als die Linie noch 872 hieß ). Manchmal stehen die auch im Tunnel, oft aber außerhalb gegenüber der Tunnelausfahrt oder an der Warteposition vor der Tunneleinfahrt.

    251 hat eigentlich immer draußen zu stehen. Das Problem ist, dass manche Fahrer sich einfach nicht an die Dienstanweisungen halten, genau wie einige der Alpina auch, wenn der Dienstplan Stellplatz außen vorsieht (was allerdings seit Wegfall der 26 nicht mehr dermaßen häufig vorkommt wie davor). Denn der Weg von der Warteposition draußen zur Toilette, zum Bäcker oder zu McDoof ist nunmal leider wesentlich länger und unkomfortabler als der von drinnen (überqueren des Ollenhauer-Ringes etc.)... :S

  • Was für die Fahrzeit des 60ers nicht zwingend eine Entspannung bedeuten dürfte, denn die Minute, die man bei den anderen Linien zuschlagen muss, wird man mit Sicherheit beim 60er wieder einsparen. ;)

    Ok, ich korrigiere: Es führt zu einer Fahrtwegverkürzung! ;)

  • Ok, ich korrigiere: Es führt zu einer Fahrtwegverkürzung! ;)

    Stimmt! Aber es wird nicht um genau so viel verkürzt, wie 1984 (?) verlängert wurde, als man dem 60er die Ost-West-Durchfahrt klaute. Somit bleibt ein kleiner Umweg bestehen. ;)

    Einmal editiert, zuletzt von Charly () aus folgendem Grund: Quote repariert.

  • baeuchle, danke für den Bericht. Wird bei den Umbauarbeiten bedacht, dass irgendwann einmal der U-Bahnhof für ein Gleis der RTW erweitert wird, oder spielt dies bei den Planungen keine Rolle?
    Ist der Busbahnhof dann im Freien und die wartenden Beförderungsfälle dem launischen Wetter ausgesetzt?
    Das (einzig) komfortable an der momentanen Situation ist, dass man beim Warten auf den Bus einigermaßen vor Witterungseinflüssen geschützt ist.

  • Ist der Busbahnhof dann im Freien und die wartenden Beförderungsfälle dem launischen Wetter ausgesetzt?

    Die könnten die Rampe doch am unteren Ende solange anheben, bis sie waagerecht steht und sich als Überdachung eignet (nur mal so als Sparvorschlag)... :D :D

  • Du meinst etwa so, wie einst die Emserbrücke Richtung Osten verschoben wurde um der S-Bahn Platz zu machen? Hier nur als Klappbrücke? ;)
    Wie kommen die Freunde und Helfer dann mit ihren Fahrzeugen bis vor ihre Tür?
    Torben ,- verschwindet die Feuerwehr komplett aus dem NWZ oder bleibt nicht eine kleine Wache erhalten?

  • Zitat

    verschwindet die Feuerwehr komplett aus dem NWZ oder bleibt nicht eine kleine Wache erhalten?


    Dem Vernehmen nach wird weiter intensiv nach einem neuen Standort gesucht.


    Hintergrund ist ein neues Konzept bei der Frankfurter Feuerwehr. Jahrelang gab es sieben große Feuerwachen, die bis zu einer gewissen Größe Einsätze weitgehend eigenständig abwickeln konnten. Doch es gab immer mehr Stellen im Stadtgebiet, wo die gesetzlich vorgeschriebene Hilfsfrist von 10 Minuten nicht mehr eingehalten werden konnte. Deshalb wird es zukünftig nur noch vier große und zusätzlich aber acht kleine Wachen geben (insgesamt 12), die besser über das Stadtgebiet verteilt sind und bei Einsätzen zusammengezogen werden.


    Die Wache im Nordwestzentrum wurde in diesem Zuge zu einer kleinen degradiert und ist schon länger personell reduziert, aber baulich natürlich jetzt fünf Nummern zu groß. Da das damalige Konzept eines autarken Zentrums für die nordwestlichen Stadtteile mit allen öffentlichen Infrastruktur-Einrichtungen einer Stadt durch den Verkauf des Komplexes an einen Privatinvestor und Umwandlung in ein reines Einkaufszentrum schon lange aufgegeben wurde, ist der Umzug der Wache im Sinne der Steuerzahler eigentlich längst überfällig. Denn die Stadt zahlt für die Räumlichkeiten seitdem ordentlich Miete - genauso wie Kaufhof, Media Markt, Toom und wie sie alle heißen...

    2 Mal editiert, zuletzt von Torben ()

  • Wird bei den Umbauarbeiten bedacht, dass irgendwann einmal der U-Bahnhof für ein Gleis der RTW erweitert wird, oder spielt dies bei den Planungen keine Rolle?
    Ist der Busbahnhof dann im Freien und die wartenden Beförderungsfälle dem launischen Wetter ausgesetzt?


    Gute(r) Punkt(e): Die RTW soll nach den Aussagen der NWZ-Betreiber auf den Gleisen der U1 fahren und kein eigenes Gleis erhalten. Das war uns auch neu. Heute abend kommt jemand von der RTW in den Ortsbeirat 8 und berichtet über die Fortführung der Planungsgesellschaft, vielleicht ist da Gelegenheit, danach zu fragen.
    Der Busbahnhof soll eine Glaswand zum Erich-Ollenhauer-Ring bekommen und somit zwar Tageslicht, aber nicht Wetter von draußen abbekommen. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube, dadurch, dass die Ausfahrt nicht ganz grade ist, könnte sich die Wetteranfälligkeit sogar verringern (der Wind ist nämlich ein echtes Problem im Status Quo).


    Dem Vernehmen nach wird weiter intensiv nach einem neuen Standort gesucht.


    Mmh, ich würde es eher so formulieren: Es wird intensiv versucht, alle von dem einzigen sinnvollen neuen Standort direkt gegenüber der heutigen Wache zu überzeugen. Der Ortsbeirat hat sich dafür ausgesprochen, die Feuerwehr ist begeistert, und momentan wird überprüft ob das machbar ist.

  • >>wo die gesetzlich vorgeschriebene Hilfsfrist von 10 Minuten nicht mehr eingehalten werden konnte.


    >Es wird intensiv versucht, alle von dem einzigen sinnvollen neuen Standort direkt gegenüber der heutigen Wache zu überzeugen.


    Die Standorte sollten so gewählt werden, daß es eine optimale Abdeckung gibt und
    nicht danach wo man die gerne hätte.....

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