S-Bahn unpünktlich wie nie

  • Die FNP berichtet heute über die Verspätungsstatistik von 2015 und über geplante Baumassnahmen um dem gegenzusteuern.

    Zitat

    An den Bahnhöfen Kronberg, Schwalbach, Bad Soden und Langen wird eine schnellere Einfahrt ermöglicht.


    Kann mir jemand erklären, wie man in Schwalbach die Einfahrten beschleunigen will? Oder geht es hierbei um eine Beschleunigung der Ausfahrten aus Schwalbach Nord (was korrekterweise Einfahrten nach Niehö sind, da die PZB des Esig Niehö das Problem ist). Ist hier ein Umbau von klassicher PZB90 mit 1000 und 500 Herz Mine auf Geschwindigkeitsprüfabschnitte geplant? Das wäre in Kronberg, Soden und Schwalbach Nord auf jedenfall eine Beschleunigung.

  • Was eine schnellere Einfahrt in Langen bringen soll, erschließt sich mir auch nicht - und: wie schnell will man denn an den Bahnsteig ranhageln, ohne daran vorbeizubrettern? Mit der S4 kann man mit theoretischen 80 (Bahnsteiganfang 60, weil dort der 500er liegt, der muß auch bleiben, weil hinter dem ASig Richtung Darmstadt direkt ein Gefahrenpunkt in Form der Weiche kommt) reinfahren, mehr wäre auch nicht sinnvoll, wenn man noch am Bahnsteig zum Halten kommen will. Aus Darmstadt kommend kann man mit 100 oder gar 120 (je nach Gleis) einfahren, was am Bahnsteiganfang aber schon nur noch ein theoretischer Wert ist - schon bei 100 würde es selbst mit der Schnellbremsung eng werden, daß die 1. Tür noch am Bahnsteig steht, bei 120 ist man auf jeden Fall vorbei. Gegenrichtung: genau dasselbe.


    Deshalb verstehe ich nicht, was da in Langen beschleunigt werden soll. Sinnvoller wäre es, den Bahnübergang in Buchschlag zu entsorgen, sorgt er doch durch sein Deckungssignal bei Richtung Frankfurt fahrenden S-Bahnen gerne mal dafür, daß man in Flugsicherung mit Vr0 losfahren MUSS und dann natürlich, auch wenn direkt nach Vorbeifahrt am Vorsignal das Hauptsignal dann doch endlich grün wird, nur mit 80 fahren kann - da würde es schon was bringen, wenn dieser Bü weg wäre und man zackig von Flugsicherung Richtung Buchschlag fahren kann.


    Auch sinnvoll, wo wir schon auf der S3 sind, wäre eine Entsorgung des Bü Erzhausen: dann könnte endlich der dauerscharfe 1000er zwischen Egelsbach und Erzhausen durch einen schaltbaren Magneten ersetzt werden, d.h. wenn kein Gegenzug aus Darmstadt kommt oder der schon weg ist, könnte das Vorsignal dann endlich mal Vr1 zeigen (kann es derzeit gar nicht, das kann nur Vr0), und man könnte von Egelsbach bis Erzhausen auch durchaus 100 oder gar 120 geben. Bringt paar Sekunden, die können aber viel entscheiden.


    Oder dann die Einfahrt Darmstadt: wie oft bekommt man fürs Zwischensignal (das, was aus Richtung Frankfurt kommend ziemlich am Beginn der Abstellanlage steht) nur Vr2 mit 60 - und prompt frißt man am ESig den 1000er, darf fein runterbremsen auf 80 und dann einen km weit nur noch 60 tuckern :pinch: Besser: die Fahrstraßen im Bahnhof dahingehend ändern, daß man an diesem Zwischensignal generell die 100 bekommt, dann kann man schön vom ESig noch die 100 ziehen bis zum ZSig, quittiert dort den 1000er (fürs Vr0) und zieht dann eine schöne, elegante und zeitoptimierte Bremskurve runter auf 60 am Bahnsteiganfang und dann zum Halt. Und siehe da, schon könnte die S3 mal pünktlich in Darmstadt ankommen... aber nee.... wenn man am Zsig Vr0 bekommt, hat es sich, da kann man machen, was man will, man ist mit wenigstens +1 erst am Bahnsteig.


    Wenn man sich aber Verspätungen im S-Bahn-Netz ansieht, wäre es insgesamt sinnvoller, mal bei Netz und deren Prioritäten anzusetzen. Warum z.B. muß eine pünktliche S8 oder S9 zwangsweise in Raunheim auf die Seite gestellt werden, nur damit ein bereits über 30 Minuten verspäteter vlexx vorbei kann?! Kein Witz, ist wirklich so passiert! Da frage ich mich, was die Zü geraucht hat, um so einen Rotz zu entscheiden - da wird eine pünktliche S-Bahn gnadenlos kaputtgemacht (glaub 8 Minuten oder so hat ihr das eingebrockt!), nur damit ein ohnehin absolut hoffnungslos verspäteter anderer Zug (erstmal egal, welches EVU) fahren kann - tolle Show! Tolle Leistung! Natürlich gab es deswegen Prostest, Antwort war nur: ja, das ist ein RE, der ist höherwertig als die S-Bahn, der muß zuerst fahren. Ja, sehr toll... solange dieser uralte Stiefel nicht ausgemustert wird, daß nach einer "Rangordnung" der Züge gefahren wird, wonach aber auch bereits absolut unsinnig verspätete Züge, nur weil sie eine "höherwertige" Zuggattung besitzen, vor die S-Bahn gelassen und damit die S-Bahn völlig zur Minna gemacht wird, so lange wird das auch nichts mit besserer Pünktlichkeit. - Oder dann im Tunnel: wieso muß ich manchmal 3 bis 5 Minuten in FFT stehen und mir nen Wolf warten und zugucken, wie die andere S-Bahn nach Süd erstmal gemütlich von der Galluswarte angeplundert kommt, ihren Fahrgastwechsel erledigt und sich dann ebenso gemütlich auf den Weg macht, bis dann mein Weg zur Taunusanlage ENDLICH frei ist... - ja, ich kenne die Begründung: "ja, Zugfolge! Zugfolge muß eingehalten werden", ist ja schließlich 'ne heilige Kuh! :pinch: Da lieber werden der bis dato pünktlichen Offenbacher S-Bahn (oder darüber hinaus) erstmal paar Minuten Zwangsverspätung reingewurzelt, stört doch nicht - Hauptsache, der Süd-Scherbel fährt (irgendwann), auch wenn es eine Linie ist, die in Süd mehr als üppige Wendezeit hätte!


    Dann die Fahrzeuge... nur noch Computergurken, vollgestopft von unten bis oben mit Computern, die natürlich fein alles berechnen, ausrechnen und vorgeben - und die man aber auch nicht manuell übersteuern kann, koste es, was es wolle :evil: Ich hatte es im Jahr 2015 gleich mehrfach, daß die Computer meinten, sie müßten mir meinen Zug an den Schienen festnageln - wegen absoluter Nichtigkeiten oder objektiv nicht vorhandener Störungen, wegen Störungen also, die nur in der Einbildung der Computer existierten! Einige Male bekam ich die Karre durch Komplett-Ab- und wieder Aufrüsten wieder zum Laufen (kostete allerdings auch einige Minuten, so schnell geht es ja nun auch nicht), einmal war der Stromabnehmer eines ET unten und blieb das auch, warum, weiß ich bis heute nicht (ich sollte laut Displaytext den ET eben so mitschleppen - ja, super Sache, gerade bei einem Fahrzeug mit "Batterie-Management", und irgendwo unterwegs befindet dann der schlaue Computer, daß jetzt irgendeine Zeitfrist abgelaufen ist und, damit die Batterie nicht tiefentladen wird, jetzt kurzerhand komplett alles abgeschaltet wird, also auch die Federspeicher anlegen - super Sache, wo die Karre dann steht, da steht sie, und dann die Bahn voller Leute - aber ohne mich; ich habe die Fahrt dann kurzerhand ausfallen lassen (zumal eh derweilen gleich die nächste S-Bahn fuhr) und einmal Abschleppkonzept ohne Batteriespannung durchexerziert); einmal hatte ich irgendein sehr kleines Tier nur leicht touchiert, es war NICHTS zu sehen - aber der Computer quiekte und plärrte rum, daß die Bremssteuerung total gestört wäre, diese und jene Bremsen absperren, Weiterfahrt aus eigener Kraft überhaupt nicht zulässig, blah, blubb... ich hab mich dann, damit die Strecke überhaupt frei wurde, kurzerhand über sämtliche Anweisungen des oberschlauen Computers hinweggesetzt, ein paar Sachen etwas... "eigenwillig interpretiert" ( ;) )und kam so wenigstens mit +40 oder so von der Strecke weg, aber natürlich war diese Zugfahrt für die Pünktlichkeitsstatistik auch verbrannt, danke, liebe Computer in der Karre drin, das hat es gebraucht. Mit dem (festverdrahteten, computerlosen) 420 wären diese Störungen allesamt entweder erst gar nicht aufgetreten oder hätten durch mich binnen kürzester Zeit behoben werden können - aber wie gesagt, Computer is' ja schlau, und wenn Computer sagt, is' 'putt, dann is' 'putt. Toll... als ob wir nicht etwa Lokführer, sondern Kindergartenkinder wären.


    Der letzte Punkt sind, auch wenn jetzt unter Garantie einige wieder schreien, aber auch die Fahrgäste selber. Nicht diejenigen, die rechtzeitig am Bahnsteig waren, jetzt im Zug sind und die einfach nur pünktlich ankommen wollen - mit denen gibt es keine Probleme. Nein, es sind die Nachzügler und etwas, was ich einfach mal als "Frankfurter Egoismus" bezeichnen muß, weil es mir anderswo nie so drastisch aufgefallen ist: die Leute stürzen z.B. an der Konsti aus der U-Bahn und rüber zur S-Bahn, und da MUSS mit ALLER GEWALT eben die S-Bahn noch erreicht werden, die da gerade steht - meistens für die unendlich weite und nur extrem selten befahrene Strecke bis zur Ostendstraße; klar, da auf die nächste Bahn zu warten wäre unzumutbar. Kein Sarkasmus liegt mir völlig fern. - Wie war es beim 420? Richtig: "Zurückbleiben!" und krach, Türe zu: dann hat es eben mal Aua gemacht, wenn mal wieder jemand meinte, es ginge ihn nichts an und die S-Bahn wäre sein Privattaxi und hätte auf IHN zu warten. Heute hingegen: Lichtschranken und Einklemmschutz. Es bringt einem als Tf ja gar nichts mehr, etwa Zwangsschließen einzusetzen: nein, die zulaufenden Türen werden festgehalten oder gleich mit Macht wieder aufgestemmt; das einzige, was man sich mit Zwangsschließen einfängt, sind Türstörungen, deshalb wende ich es praktisch gar nicht mehr an. Wozu auch, wenn ich deshalb sowieso nicht früher fortkomme vom Bahnsteig... und es gibt so einige Bahnsteige, an denen einmal Leute noch angerannt kommen, und das ist IMMER: Höchst stadteinwärts, Flughafen stadteinwärts (da könnte man planmäßig auch 10 Minuten stehen, pünktlich 5 Sekunden vor Abfahrt würde es wenigstens 50 Leuten einfallen, daß sie ja gerade mit dieser Bahn mit MÜSSEN und diese deshalb zu warten HAT! :cursing: , und das natürlich, bis sie am Automaten dann endlich eine Fahrkarte erdaddelt haben; die Fahrkarte mal 'ne Minute früher lösen ist ja unzumutbar!), F-Hbf in alle Richtungen, Hauptwache, Konstablerwache, Galluswarte zur HVZ stadteinwärts, Niederrad zur HVZ... das sind jetzt nur mal die, die mir auswendig einfallen. Immer und immer und immer wieder werden die Türen festgehalten, aufgezerrt und der Einklemmschutz ausgelöst - ja, was solls denn dann noch, wozu soll ich mich dann noch beeilen? Soll ich mir ständig das Gequieke des Computers anhören, der mir die Türstörungen meldet? Soll ich vielleicht noch auf Knien über den Bahnsteig rutschen und drum betteln, daß endlich mal die Türen schließen können? Na, wohl kaum: da wird eben nur die Freigabe weggenommen, und dann wird gewartet, bis die Bretter zu sind, und wenn es 5 Minuten dauert, dauert es eben 5 Minuten, allenfalls wird die Sonderansage ("Bitte verlassen Sie den Bereich der offenen Türen, ...") leiern gelassen, bis es weh tut. Kann ich nicht ändern... außerdem darf ich z.B. in Niederrad stadteinwärts beim Langzug gar nicht zwangsschließen, weil ich nicht den gesamten Zug einsehen kann (Kurvenlage ohne Abfertigungshilfe). - An solcherart entstehenden und sich aufsummierenden Verspätungen sind die Fahrgäste, die eben nicht akzeptieren wollen, daß es auch eine nächste S-Bahn gibt, schuld - das muß man glasklar so sagen.


    Würde mich jemand fragen, wie sich die Verspätungen, die ich so habe, aufteilen, würde ich sagen: fahrgastverursacht ca. 40%, idiotische Zugfolge nochmal ca. 40%, technische Störungen ca.10%, Rest: sonstige Gründe (z.B. Rolli-Rampe - apropos Rolli-Rampe: seit im 430 die blauen Knöpfe mit Abstandshalter-Ringen versehen wurden, sind Verspätungen durch Rollirampen-Anforderungen um mindestens 99% zurückgegangen - es geht doch!!!; andere sonstige Gründe: z.B. zu kurze Wendezeiten, in denen dann noch unbedingt an- oder abgehangen werden muß).


    So... das sind so die Überlegungen zur Pünktlichkeit, die ich arbeitstäglich sehe und mitbekomme. Aber interessieren wird es ohnehin niemanden, am allerwenigsten irgendwelche "Expertenkommissionen" - woher denn auch, die haben ja schließlich studiert, das habe ich nicht. Ixch nurrr dummes Universal-Zöhrvizmachen und Triebwagenbediener-Zusatzfunktion, ixch nix könne wisse wegen Faaaspätungsgründe, musse mache schlaue Leute mit Diplom von die Uni. Kommt mir jedenfalls immer wieder so vor, deshalb habe ich es schon vor langer Zeit aufgegeben, da innerbetrieblich irgendwem irgendwas erzählen zu wollen - ich könnte genausogut hier das Fenster aufmachen und in die leere Nacht rausreden, das wäre ähnlich sinnvoll. Hab jetzt nur mal hier kommentiert, weil es wohl jetzt sogar schon Thema in der Zeitung ist.


    "Brandbrief" an Grube, hui-uiui :D Da könnte man vieles auch einfacher haben mit etwas Dialogbereitschaft... naja... tjaja... siehe oben ;) Leider ist das meiste von dem, was ich jetzt geschrieben habe, absolute Majestätsbeleidigung und rührt an eherne Grundsätze sowohl bei der DB (Zugfolge, Wertigkeit der Züge, etwaiger Regreß gegenüber Netz bei nicht zeitgerechter Bereitstellung der gebuchten Trassen) als auch beim RMV (Fahrgäste haben IMMER recht und haben IMMER alle Rechte, die sie nur wollen) selbst, und deshalb glaube ich auch erstmal nicht an baldige Pünktlichkeitsverbesserungen.

    Hinweis: Sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, spiegeln meine Beiträge nur meine persönliche Meinung. Diese muß nicht zwangsläufig der meines Arbeitgebers, irgendwelcher Institutionen oder von sonstwem entsprechen, sie muß auch nicht unbedingt jedem gefallen, ich lasse sie mir aber auch nicht verbieten oder madig machen und werde mich im Normalfall auch nicht dafür, daß ich eben eine eigene Sicht der Dinge habe, entschuldigen.

  • > An solcherart entstehenden und sich aufsummierenden Verspätungen sind die Fahrgäste, die eben nicht akzeptieren wollen, daß es auch eine nächste S-Bahn gibt, schuld - das muß man glasklar so sagen.


    Ich finde, dass muss man auf jeden Fall direkt die anderen Fahrgäste wissen lassen, per Ansage. Auch wenn ich fürchte, dass selbst das bei diesen Leuten kaum helfen wird. Und wenn ich deinen Post so lese, sieht es so aus als würde dein Arbeitgeber das gar nicht wollen...

  • Wenn wir uns die Verspätungen über das gesamte Jahr anschauen, sehen wir ein paar Pünktlichkeitsspitzen zu den Zeiten von GDL-Streiks und der Tunnelsperrung. Das lässt mich vermuten, dass die Hauptursache für die Verspätungen die Auslastung des Netzes ist.


    Was kann man dagegen tun?


    Ein Kraut wäre, den Fahrplan auszudünnen. Um die gleiche Menge Fahrgäste mitzunehmen, müssten dann die Züge verlängert werden - in drei Langzüge pro Stunde passen mehr Menschen als in vier Vollzüge pro Stunde. Ist aber nicht gewünscht, wir wollen ja den 15-Minuten-Takt.


    Man könnte im Fahrplan die Fahrzeiten verlängern, damit die Züge pünktlicher sind. Das ist nicht opportun, denn der Mensch möchte so schnell wie möglich reisen. Ich möchte auch die Marketing-Abteilung des RMV hören, die verkündet, dass die Fahrzeiten nun um 10% verlängert werden. So können sich die Reisenden länger den schönen S-Bahnen aufhalten.


    Ich wage einmal die Vermutung, dass das Netz an verschiedenen Punkten ausgelastet ist. Sicherlich gehört der Innenstadttunnel genauso dazu wie die Strecke nach Friedberg. Wegen mir könnte die S6 am Hauptbahnhof enden, damit wäre eine Linie aus dem Tunnel heraus. Auch die S5 könnte man am Hauptbahnhof verenden lassen. Die übrigen Strecken benutze ich nicht so oft, da kenne ich mich nicht so aus. VIelleicht die S15 als Flughafen-Pendel wieder einführen, dafür dann die S9 über Offenbach Hauptbahnhof und den Südbahnhof schicken. Dann hätte auch die Ost-West-Achse eine Entlastung. Naja. Das Netz ist schon recht voll.


    Die anderen von Tatrafan genannten Verspätungsursachen nehme ich nicht so deutlich wahr. Ja, an der Galluswarte werden die Türen aufgehalten, wenn gerade ein Pulk Fahrgäste von der Straßenbahn hoch gelaufen kommt. Das geschieht aber nur zu bestimmten Uhrzeiten. Von defekten Fahrzeugen bekomme ich nicht viel mit.


    Aber es läuft offenbar wie in vielen anderen Firmen auch. Geld wird in die Hand genommen und an einer Stellschraube gedreht, die nicht viel bewirkt. Eine schnellere Einfahrt ein einzelne Bahnhöfe wird das Systemproblem nicht einmal ansatzweise lösen.


    Also warten wir auf den Bericht in der Zeitung Anfang nächsten Jahres, in dem über die Verspätungen im S-Bahnnetz lamentiert wird. Nach der kommenden Fahrpreiserhöhung.


    Ich bin dennoch in über 95% der Fälle pünktlich zu Hause, weil der RMV in seiner Weisheit die Umsteigezeiten von der S6 auf die Linie 27 dermaßen großzügig gestaltet hat, dass der Übergang auch mit der üblichen Verspätung noch funktioniert. Insofern kann ich nicht viel meckern. Vielleicht die 10-Minuten-Garantie auf die S-Bahn ausweiten und der DB die ausgezahtlen Beträge zusätzlich von der Rechnung abziehen. :D

  • Tatrafan : So sehr ich Deinen Roman genossen habe, muß ich Dir für Höchst einen kleinen Dämpfer geben. Ein Großteil der rennenden späten Fahrgäste ist an der Situation nicht selbst Schuld. Dank der Bauarbeiten hinten auf 12/13 und des fürchterlichen Ersatzfahrplans von Hessens Lausigstem Bahnbetrieb (wie die HLB in Pendlerkreisen heißt), der vorsieht daß zwei Züge in entgegengesetzter Richtung zur gleichen Zeit an einem Bahnsteig abfahren sollen und dabei kreuzen, gepaart mit den für Stabilität der Verspätung sorgenden eingleisigen Abschnitten bis Königstein, sind selbst die Züge, die in Höchst verenden immer deutlich verspätet. Die S-Bahn, die planmäßig zur gleichen Zeit fährt wie die HLB fahren würde, ist der offizielle Ersatz und die einzige Hoffnung, Anschlüsse am Hbf noch zu kriegen. Mittlerweile kann man wenigstens den normalen Weg über die Treppe rennen, als das Gerüst noch stand war es noch schlimmer. Trotzdem ist es meistens extrem knapp wenn es überhaupt paßt. Für einen Kollegen von mir, der irgendwo bei Gießen wohnt heißt der Verlust des Anschlusses am Hbf aber, daß er wegen weiterer platzender Anschlüsse erst ne Stunde später heim kommt. Früher in höchst sein geht Dank HLB auch nicht. Und derer Fälle gibt es dort leider viele.

    Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.

  • Ich habe in der Zeitschrift Hessenschiene (aktuelle Ausgabe) auch über das Eisenbahn-Verkehrsunternehmen HLB gelesen, in dem es über Verspätungen und verpaßte Anschlüsse an der Strecke Gießen - Alsfeld - Fulda geht. Dort beschweren sich viele Pendler über verpaßte Anschlüsse im Knotenbahnhof Gießen. Zum Fall Bahnhof Frankfurt-Höchst : der Weg vom Gleis 12 und 13 zum Gleis 1 und 2 ist ja nicht gerade kurz. Die provisorische Stahltreppe ist ja wieder vom nördlichen Bahnhofsvorplatz verschwunden. Ich kann bei mir im morgentlichen Berufsverkehr zwischen 6 und 7 Uhr keine wesentlich verspäteten S-Bahnen und Züge (Linie 20) feststellen.

    25 Jahre Durchmesserlinie 11 Höchst/Zuckschwerdtstraße - Hauptbahnhof - Fechenheim/Schießhüttenstraße ab dem Sommerfahrplan 1991. -- Zehn Jahre Verkehrskreisel am Höchster Dalbergplatz 2007 - 2017 an der Königsteiner Straße. -- Bahnhof Frankfurt-Höchst seit 2016 barrierefrei mit fünf Aufzügen für neun Gleise : zweitgrößter Bahnhof in Frankfurt vor dem Südbahnhof.

  • Colaholiker : Und was können die Fahrgäste in der S-Bahn dafür, dass "du" wegen einer Verspätung zu knapp bist? Das ist einfach das persönliche Pech des Reisenden, der in dem verspätet angekommen Zug saß, aber keine Rechtfertigung dafür, diese Verspätung auf einen anderen Zug zu übertragen.

  • Colaholiker : Und was können die Fahrgäste in der S-Bahn dafür, dass "du" wegen einer Verspätung zu knapp bist? Das ist einfach das persönliche Pech des Reisenden, der in dem verspätet angekommen Zug saß, aber keine Rechtfertigung dafür, diese Verspätung auf einen anderen Zug zu übertragen.


    Genau, Anschlußsicherung komplett vergessen, ohne Rücksicht auf das Gesamtsystem.


    Man könnte natürlich auch eine differenzierte Betrachtung anstellen, wäre aber mit Anstrengung verbunden.

  • @ Tatrafan: Vielen Dank für Deinen Beitrag! Ich stimme Dir auch zu, mit dem was Du schreibst! ich ärgere mich auch über die Fahrgäste, die sich noch in die Tür schmeißen, genauso wie über die, die nicht ins Wageninnere durchgehen und damit den Einstieg der Nachkommenden verzögern...
    Eins muss ich aber auch Euch sagen, auch wenn ich jetzt höchstwahrscheinlich den Falschen treffe: Auch so mancher Tf-Wechsel am Hauptbahnhof dauert zu lang! Da habe ich schon den einen oder anderen Zug gesehen, bei dem alle Türen geschlossen waren, nur die beiden Tf noch am Reden waren, da geht es schon mal zwei Minuten später los deswegen.
    Klar, ich kann mir vorstellen, dass man wenn man die ganze Zeit allein im Führerstand hockt, sich auch mal freut, mit nem Kollegen reden zu können. Für das Betriebsklima ist das auf jeden Fall gut, für die Pünktlichkeit natürlich weniger.

  • Danke Ulf. Warum kriegt es die HLB nicht hin, einfach mal den Fahrplan der S-Bahn anzuschauen und ihren Fahrplan für die Bauarbeiten so zu gestalten, daß der angegebene Anschluß auch klappt? Man könnte ja statt in (bzw vor) Höchst zu kreuzen in Liederbach kreuzen.. Aber S-Bahn ist ja DB, wenn die Fahrgäste in Höchst ausgekippt sind endet ja die Zuständigkeit der HLB. (Natürlich ohne Durchsage außer dem automatischen "der Zug endet hier". Ist wahrscheinlich die Rache dafür, daß die DB (wenn auch nicht Regio sondern StuS) da baut und man selbst Unannehmlichkeiten hat. Der "Krieg" dieser beiden EVU ist unerträglich.

    Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.

  • AK1: Absolut richtig, gar keine Frage. Ist mir selber auch schon oft genug unangenehm aufgefallen - nur weist man die Kollegen darauf hin, ist man ja auch gleich wieder der pöhse Buhmann :pinch:


    Gruß aus der pünktlichen Pause.

    Hinweis: Sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, spiegeln meine Beiträge nur meine persönliche Meinung. Diese muß nicht zwangsläufig der meines Arbeitgebers, irgendwelcher Institutionen oder von sonstwem entsprechen, sie muß auch nicht unbedingt jedem gefallen, ich lasse sie mir aber auch nicht verbieten oder madig machen und werde mich im Normalfall auch nicht dafür, daß ich eben eine eigene Sicht der Dinge habe, entschuldigen.

    Einmal editiert, zuletzt von Tatrafan ()


  • Man könnte natürlich auch eine differenzierte Betrachtung anstellen, wäre aber mit Anstrengung verbunden.


    Kannst du gerne haben:
    In der Regel fährt die S-Bahn im 15 Minuten Takt. Wer also knapp eine Bahn verpasst, muss 15 Minuten auf die nächste warten. -> gesellschaftliche Gesamtverspätung 15 Minuten
    Sitzen in der S-Bahn 300 Leute, was im Kernnetz tagsüber eher zu niedrig geriffen ist, und die Bahn bekommt durch das Warten 30 Sekunden (zusätliche) Verspätung, führt das zu ingsgesammt 300 * 0,5 Minuten = 150 Minuten Gesamtverspätung. Der volkswirtschaftliche Schaden durch verlorene Arbeitszeit / Freizeit ist durch den Egoismus des Türaufhalters also in dem Beispiel schon 10 mal so hoch. Betrachtet man nun die HVZ und die von Tatrafan genannten Beispielstationen wird die Betrachtung sogar noch extremer, da die Wartezeit auf die nächste Bahn deutlich kürzer als 15 Minuten ist und die Anzahl an Reisenden in der Bahn deutlich Größer als 300.
    Wir können auch gerne jedesmal eine demokratische Abstimmung machen, ob den Reisenden ein warten auf den/die Nachzügler oder eine pünktliche Weiterreise lieber ist. Ich wette in 99,999% geht dies zugunsten der Weitereise aus.
    In einem verspäteten Zug zu sein ist natürlich ärgerlich, kann aber keine Rechtfertigung dafür sein, anderen Reisenden ebenfalls eine Verspätung aufzubrummen. Ein Massentransportmittel ist nunmal dazu da, eine Masse von Leuten pünktlich zu befördern und das klappt nicht, wenn man jedes individuelle Problem einzelner Reisender eingehen will.

  • Angebotsqualität in Deiner Sichtweise bedeutet außer bei Alternativlosigkeit Akzeptanz durch Fahrgäste fast nur noch bei Umsteigefreiheit. Edith: Ausnahmen, wenn Ersatzabbringer zum Ziel des Reisenden in einer Dichte fahren, daß es den Reisenden nicht nerven muß.

    Einmal editiert, zuletzt von Ulf ()

  • Warum kriegt es die HLB nicht hin, einfach mal den Fahrplan der S-Bahn anzuschauen und ihren Fahrplan für die Bauarbeiten so zu gestalten, daß der angegebene Anschluß auch klappt? Man könnte ja statt in (bzw vor) Höchst zu kreuzen in Liederbach kreuzen..


    Und was können die Fahrgäste der S-Bahn dafür, dass die HLB (oder wer auch immer) es nicht hinbekommt? Das konkrete Beispiel ist doch ein Problem der HLB und ihrer Reisenden und der DB SuS / DB Netz (wegen der Fahrwegsplanung). Schlimm genug, dass die Reisenden der HLB dadurch Verspätung bekommen, aber wieso sollen auch die unbeteiligten S-Bahn-Nutzer das ausbaden?


    Der "Krieg" dieser beiden EVU ist unerträglich.


    Da du den Begriff "Krieg" ins Spiel gebracht hast: Sollen also die S-Bahn-Nutzer als menschliche Schutzschilde her halten, um den Druck auf eine der Kriegsparteien zu erhöhen?


    Angebotsqualität in Deiner Sichtweise bedeutet außer bei Alternativlosigkeit Akzeptanz durch Fahrgäste fast nur noch bei Umsteigefreiheit.


    Angebotsqualität bedeutet für mich, die Gesamtverspätung aller Reisenden eines Tages so klein wie möglich zu halten.

    3 Mal editiert, zuletzt von F.-Fighter ()

  • Angebotsqualität bedeutet für mich, die Gesamtverspätung aller Reisenden eines Tages so klein wie möglich zu halten.


    Das aber würde eher gelingen, wenn man bei größeren Fahrtintervallen notfalls so viel zuwartet, daß trotz der so aufgebauten Verspätung die nächsten relevanten Knoten noch erreicht werden.


    Das ist jedenfalls ab relevantem Risiko des Verpassens eines Knotens nichttrivial; man müßte zumindest die statistisch gewichteten Endfahrziele der Reisenden berücksichtigen. Ohne Echtzeitauskunftsprogramm (vielleicht auch für 3000 Reisende mit einer Zielfrequenz von durchschnittlich auch einmal unter 1 für einen gegebenen zurückzuhaltenden Zug etwa für die Ziele abgelegenes oberhessisches Dorf und eben auch, da nicht nur Verbundreisende mitfahren, Kiruna) in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit nur schwer zu machen.


    Gruß, ULF

  • In der Regel fährt die S-Bahn im 15 Minuten Takt. Wer also knapp eine Bahn verpasst, muss 15 Minuten auf die nächste warten. -> gesellschaftliche Gesamtverspätung 15 Minuten

    Hast Du den Begriff "Reisekette" schon mal gehört? Derjenige mag in meinem Beispiel am Bahnhof Höchst 15 Minuten verlieren. Dann ist aber am Hbf der Regionalexpress weg, mit dem er weiter fahren müßte, da fährt der nächste dann meinetwegen eine Stunde später. Der Bus für das letzte Stück nach Hause fährt dann nur noch alle zwei Stunden. Und so wiegt eine Person mit einer Gesamtverspätung von zwei Stunden schon sage und schreibe 60 Personen mit einer Verspätung von 2 Minuten auf. 5 Leute, denen es so geht, und die 300 Personen in der S-Bahn sind aufgewogen. Und meistens ist es so, daß die S-Bahn in Höchst ohne zu warten abfährt, zügig bis Griesheim fährt und dann dort erstmal abbummelt, bis sie in den Tunnel einfährt. Zwischen Tunnel und Höchst gibt es keinen Trassenkonflikt. Was spricht also dagegen, die S-Bahn vorübergehend 2 Minuten später in Höchst abfahren zu lassen? Weder Nied noch Griesheim haben Anschlüsse die direkt oder vernünftig annehmbar indirekt bei zwei Minuten größere Verspätungen produzieren. Mit Glück hat man die Zeit bis Griesheim wieder drin, mit weniger Glück bummelt man dann eben weniger bis zum Tunnel.


    @F-Fighter: Die Fahrgäste können nichts dafür. Aber letztlich ist momentan nicht die HLB es, die es nicht auf die Reihe kriegt (zumindest nicht weniger als sonst auch nicht) - sondern die DB (wenn auch StuS)! Noch im Dezember hing in Höchst daß der Baustellenfahrplan bis Ende Dezember gilt! Mittlerweile sind wir bei Ende Februar. Und ich sehe da keine pünktliche Fertigstellung. Und die Bauarbeiten (zumindest die Projektüberwachung und Koordination) hat die Bahn, nicht die HLB. Wenn die Baufirmen es nicht gebacken kriegen, ist es Sache des Auftraggebers dafür zu sorgen, daß der Job gemacht wird. Druck machen, andere Baufirma, etc, etc. Möglichkeiten gibt es. Deine Frage mit den menschlichen Schutzschilden erschließt sich mir nicht. Aber sie zeigt, daß Du von dem, was auf der Strecke zwischen Höchst und Hbf abgeht, keine Erfahrung hast. Sobald es irgendwo eng wird, steht die HLB auf der Seite und dann kommt erstmal jeder andere durch, bis die HLB weiter fahren darf. Jemand externes erzählte mir zwar mal, die HLB hätte die billigsten Trassen und es läge daran - aber laut HLB liegt das daran, daß sie als Privatbahn eben von den zuständigen DB-Fahrdienstleitern nicht bevorzugt würden. Irgendwo habe ich die Mail sogar noch. Jeder, der dort regelmäßig fährt, flucht regelmäßig. Leider ist das, wenn man in die Orte entlang der Bahnstrecke will, ziemlich alternativlos. Sinnvolle Alternativen im ÖPNV-Bereich haste da nicht. Ich ahbe einmal als die HLB bestreikt wurde, den Versuch gemacht, bis Hofheim und dann mit dem Bus bis Kelkheim weiter zu fahren. Man ist ewig unterwegs und zu meiner Arbeitsbeginnzeit quetschen sich da gefühlte 200 Schüler in einen Solobus... das ist keine Alternative zur (auch vollen, aber nicht so voll) HLB. Für den Rest des Streiks bin ich dann mit dem Auto gefahren...


    Falls eines Tages die Strecke, die unter Pendlern auch gerne als der kranke Blinddarm der S-Bahn bezeichnet wird, zur richtigen S-Bahn wird, gibt das einen großen Haufen Kreuze, den die Pendler dann machen.

    Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.

  • In Höchst wird sich doch zu Tode gekreuzt:


    Die S1 soll Farbwerke Ri WI um 54 fahren. Die VIAS um 54 in Höchst
    ankommen. Problem nur ist dann auch der D-Weg. 52 ist Abfahrt
    Höchst - da ist die VIAS noch in den Weichen. Entsprechend muß
    der D-Weg für die S1 nach Limburg gestellt werden. Nur kann
    der Fdl dann erst die S1 anch Sindlingen lasen, wenn diese in Fw
    am Bstg steht. Dank PZB90 ergibt das dann schon mal so Verspätung.
    Für den Zwischentakt nach Hochheim als Langzug bedeutet das, daß
    wegen der Zuglänge und Wendezeit diese Verspätung auf die Minuten wieder
    mit zurückgebracht wird. Weiterer Knackpunkt sind die Limburger REs.
    Wieso müssen die denn durch Gleis 1/2 fahren?! Dadurch kreuzen diese
    auch den Fahrweg der S1. Da von Höchst aus noch entliche Leerfahrten
    fahren (Waschanlage) ist der Weichenbereich östlich stark belegt. Das
    könnte entzerrt werden, indem die REs alle gleich durch den Gbf fahren.
    Weiteres Problem (soll aber mit Rhein-Main Plus gelöst werden - nur wann?)
    ist Einfahrt der S1 von WI nach Fw. Hat die S2 nach Niedernhausen Verspätung,
    dann bleibt die S1 an der Einfahrt mal stehen (und die VIAS entsprechend
    dahinter in Sindlingen - was das wieder bewirkt siehe oben...)
    Die S2 stehen zu lassen sorgt dann aber wieder für Verspätung beim RE, der
    vor Niedernhausen aufläuft.....
    Ich denke, daß ein Großteil der "Türaufhalter" in Höchst von den Bussen kommen.
    Entlastung würde die Baumaßnahme bringen die ich weiter unten zur Galluswarte
    geschrieben habe.


    Weitere Stellen im Netz wo man entzerren könnte:


    VIAS auf Südseite - dann muß diese nicht auf die eingleisige Strecke
    fädeln, die auch von den Zügen von/nach Rödelheim genutzt werden.
    (auch ist die fahrplanmäßige Zugkreuzung sehr dicht an den Weichen-
    anlagen. Fährt mal der Zu gen WI später ab, dann muß der Zug von WI
    stehen)
    HLB Königsstein auf Südseite aus gleichem Grund.
    Beide haben dadurch komplette Zweigleisigkeit bis F Hbf.
    S7 auf Nordseite - dadurch entfällt das Ein/-Ausfädeln aus dieser oben
    genannten zweigleisigen Strecke und sie hat dafür ihre eigenen zwei-
    gleisige Strecke (die ja vom RE & Fernverkehr genutzt wird - Ein-/
    Ausfädeln Niederrad entfällt damit auch)


    Nächste Stelle ist der Weichenbereich unter der Camberger Brücke.
    Wieso müssen viele der S-Bahnen vom Flughafen quer über das Gleis
    fahren, das aus dem Tunnel kommt?! Stattdessen könnte man auf
    die andere Seite der Tunnelrampe aus dem S-Bahn-Gleis ausfädeln und
    in den Hbf fahren.


    Und zu der Idee den Tunnel zu entlasten, indem man einige Züge herausnimmt:


    Klingt schön, ist aber nicht ganz so ideal. Man braucht den 5 Min Takt zeitweise.
    zB Abends gegen 18-19 Uhr gen Offenbach. Ist wegen Verspätung der letzte Zug
    dorthin schon 10 Minuten her, dann steht der verspätete Zug Hbf, HW & KW
    sehr lange, weil sehr viele Personen einsteigen...vorwiegend ganz vorne, damit
    in Kaiserlei & Marktplatz der Weg zum Ausgang möglichst kurz ist (auch wenn man
    an der Rolltreppe 2 Minuten warten muß :rolleyes: ) Selbst pünktliche Züge
    stehen oft lange an den Stationen - mit der Folge, daß die dahinter leichte
    Verspätungserscheinungen zeigen.
    Gleiches ein Problem morgens Richtung Galuswarte - viele Fahrgäste laufen auf
    bei einer größerern Taktlücke.
    (wobei da die fehlende Stadtbahn nach Höchst mit Verursacher ist)


    Eien Maßnahm wo der RMV gefordert wäre:


    -macht euren Fahrgästen klar sich gleichmäßiger über die Züge zu verteilen
    -macht euren Fahrgästen klar, daß diese nicht mehr durch die letzte offene Tür einsteigen versuchen, wenn an der Tür der Knopf nicht mehr grün leuchtet. Die S-Bahn ist kein Dolmus [*]
    (aber da müsste man ja Erziehungsamßnahmen durchführen.....)


    [*] kann man auch mit einem zusätzlichen (akustisch unangenehmen) Signalton an entsprechender Tür verbinden


    Und was auch eine Maßnahme wäre - da sind die Kommunenen gefordert:


    Steuert doch mal über den Hebesatz der Gewerbesteuer die Ansiedlung von so, daß
    diese sich gleichmäßgier über die Fläche auf die Orte im Verhältnis der Bevölkerung
    verteilen. Dann verteilen sich auch die Pendler gleichmäßiger.....
    Dauert zwar noch einige Zeit, aber wenn man nicht mal anfängt, können wir bald
    in der HVZ die S5 & S6 auch gen Niederhöchstadt führen......

    In god (an invention by mankind) we trust - on earth we don't


    Sincerly yours, NSA
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  • S1 und S2 dürfen stadtauswärts öfters mal vor Griesheim warten.


    Höchst hat auch noch eine Spezialität zu bieten, zu oben erwähnter Situation RE20/S1. Trifft S1 nach Wiesbaden:
    RE20 nach Hbf von Bahnsteig 1 auf das "Regelgleis", danach RE10 nach Hbf auf die Strecke via Nied und Griesheim.
    Die S-Bahn darf brav bis zum Schluss warten, bis sie nach Höchst darf.

    Einmal editiert, zuletzt von Condor ()

  • So, jetzt habe ich wieder richtige Tasten unter den Fingern. Dann wollen wir doch gleich nochmal:


    Gut, über die Reisekette in Höchst stadteinwärts kann man durchaus reden (Zwangs-Umstieg von der HLB ), da sollte sich eine Lösung finden. - Allerdings entschuldigt das nicht das Verhalten der Leute innerhalb der Tunnelstammstrecke, in Niederrad oder am Flughafen oder auch an der Galluswarte.


    Dafür sind mir heute noch paar Verspätungs-Kracher-Gründe eingefallen:


    Wiesbaden Hbf / Kopfbahnhof:
    Die S8 soll Minute 10 ankommen, die S9 Minute 11 abfahren. Das ist, vorsichtig gesagt, sehr optimistisch gerechnet, denn: die Fahrwege der einfahrenden S8 und der ausfahrenden S9 kreuzen sich. Heißt: solange die Einfahr-Fahrstraße der S8 liegt, kann die S9 nicht raus; hat die S9 Ausfahrt, kann die S8 aber nicht rein.


    Ist die S8 super-pünktlich in Wiesbaden Hbf drin, geht es gerade so auf, daß die Fahrstraße für die S9 noch rechtzeitig einläuft, so daß diese genau plan abfahren kann; besser ist es aber sogar noch, wenn die S8 eine oder vielleicht gar zwei Minuten vor Plan da ist.


    So ein zeitlicher Abstand von einer Minute mag im schlauen Computer mit hübschen bunten Grafiken nett anzusehen sein - praxis- und alltagstauglich ist aber was anderes.


    Jetzt lassen wir die S8 mal mit +5 in Wiesbaden sein. Klar: die S9 ist derweil pünktlich um .11 abgefahren. Die S8 ist jetzt also .15 am Bahnsteig - und soll aber um .19 schon wieder abfahren. Bei der Wende mit nur einem Tf ist das aber schlicht zu knapp, selbst mit zwei Tf (Ablöser steht schon am Hallenende bereit) ist es mit dem 430 noch arg knapp: ehe die Leittechnik mal hochgefahren ist und begriffen hat, daß ab sofort der andere Führerstand aktiv sein soll... und ehe die Bremsprobe mal fertig ist... FIS und Zugfunk eingegeben... PZB eingegeben... das dauuuuuuuert alles... eeeeewig, da ist wie gesagt schon die Wende mit 2 Tf knapp bemessen. Mit einem Tf und Ankunftsverspätung ist die Abfahrtsverspätung garantiert.


    Jetzt meldet sich die S8 um sag mal .21 fahrbereit. Mit Pech hat der Fdl derweilen aber schon die Einfahrt für die S1, die um .24 ankommt, gestellt... und auch hier gilt wieder: solange die S1 Einfahrt hat, kann die S8 nicht raus, oder umgedreht: solange die S8 Ausfahrt hat, kann die S1 nicht rein. Konflikte und stehende Züge sind vorprogrammiert - das bringt zwangsweise Verspätungen mit sich.


    Wie man dieses für Kopfbahnhöfe typische Dilemma lösen könnte - da hab ich aber leider auch kein Patentrezept parat... im Grunde bräuchte es für die S-Bahnen eine riesige, mindestens zweigleisige Wendeschleife mit mehreren Weichen wie z.B. bei der Prager Straßenbahn die Wendeschleife Vystaviště Holešovice, auch die ist zweigleisig mit diversen Überholmöglichkeiten für mehrere Linien. Dann könnte jede Linie ankommen, wann sie will, und trotzdem plan abfahren - aber diese Idee ist natürlich illusorisch.


    Verschärfend kommt dann gerne mal noch das An- und Abhängen von Langzug-ET hinzu, was auch immer wieder gut Zeit frißt.


    Langzüge vs. GPÜ im Tunnel
    Ist ganz einfach erklärt: im Tunnel gibt es bekanntlich keine Ausfahrvorsignale, dafür an den meisten Bahnsteigen diverse Geschwindigkeitsprüfabschnitte, die Richtung Signal zu immer "kleiner" werden, d.h. immer niedrigere zulässige Geschwindigkeiten nur noch gestatten. - Bei Kurz- und Vollzügen ist das meist kein großes Problem, man muß sowieso weit vor dem Bahnsteigende halten. Jetzt fahren aber immer mehr Langzüge, und die MÜSSEN nun mal stets bis Bahnsteigende vor - heißt: dank der GPÜ, die doch sehr konservativ-vorsichtige Bremskurven überwachen, müssen mit dem Langzug verhältnismäßig weite Strecken am Bahnsteig entlang geschlichen werden, und das kostet Zeit. Wenn es an sagen wir mal 6 Bahnsteigen jeweils 20 Sekunden ausmacht, sind das auch schon 2 Minuten - und das pro Langzug. - Sicher, mit wirklich profunder Streckenkenntnis kann man die Bahnsteige auch zügiger anfahren, trotz GPÜ - aber dazu braucht es eine wirklich exzellente Streckenkenntnis und eben Kenntnis über die genaue Lage und zulässige Geschwindigkeit der einzelnen GPÜ, und diese Kenntnis haben die wenigsten Tf, das muß man glashart so sagen. Außerdem braucht es dazu durchaus auch den Mut und die Courage, eben den Bahnsteig etwas flotter anzufahren - aus Angst vor Zwangsbremsungen am GPÜ oder gar einer Signalverfehlung trauen sich das aber aber auch nur die wenigsten Tf zu. - Fazit: immer mehr Langzüge und auf allzu konservative Bremskurven eingestellte GPÜ wirken sich negativ auf die Pünktlichkeit im Vergleich zu Vollzügen aus.


    Fahrstil allgemein
    Mit den Neubaufahrzeugen kann man im Vergleich zum 420 zugegeben wirklich deutlich flotter an viele Bahnsteige ranbremsen - man muß es sich aber auch zutrauen und darf keine Angst davor haben; diese psychische "Barriere" ist bei vielen aber verankert, und so wird beim Entlangbremsen am Bahnsteig wertvolle Zeit verschenkt. Auch spitzes Ausfahren der zulässigen Geschwindigkeiten, so lange wie möglich und mit so kurzen und harten Bremswegen wie möglich, ist nicht jedermanns Sache, erst recht nicht über einen längeren Zeitraum mit immer wieder Anfahren und Bremsen. Das S-Bahn-Fahren kann anstrengend sein, und man braucht wirklich eine gewisse Routine, aber auch Talent und Wissen, um auch in der HVZ pünktlich zu fahren oder gar noch Verspätung zu kürzen (wenn denn schon mal "grüne Welle" gegeben ist und keiner die Türen blockiert) - allein längst nicht jeder Tf ist dafür geschaffen, das muß man einfach so anerkennen (ohne daß es abwertend gemeint ist). Aber auch da ließe sich die eine oder andere Minute gewinnen - ich lege da gerne vor ;) Allerdings habe ich auch vom Besten gelernt: unser Lunatic-Driver, er hat mir viel gezeigt, was machbar ist und was geht... ich komme zwar nicht ganz an ihn ran, aber ich versuche es zumindest ;)


    Zu lange eingleisige Strecken.
    Beispiel Hanau Hbf, wie die zu langen eingleisigen Strecken zu Verspätungen führen:


    HVZ, die S9 steht in Hanau abfahrbereit und könnte theoretisch pünktlich abfahren. Kann sie aber nicht, weil sie erst auf die aus Richtung Steinheim entgegenkommende S8 warten muß... diese hat paar Minuten Verspätung, leider aber nicht genug, als daß sie in Dietesheim hätte warten müssen. Ergebnis: statt .31 kommt die S9 oft erst um .34 aus Hanau raus - rums, die ersten drei Minuten drin. - Also Hebel auf den Tisch und flammen lassen? Das geht gut bis Mülheim und bringt vielleicht eine Minute - und siehe da, in Mülheim ist der Ofen wieder aus: wieder muß auf die nächste Gegenbahn (dieses Mal eine S9) gewartet werden, die über eine eingleisige Strecke kommt :pinch: Diese mußte in Offenbach Ost aber ihrerseits abgelassen werden, weil sie sonst den Bahnsteig für nachfolgende Rodgau-Züge blockiert hätte bzw. beim Warten vorm ASig (das ist das am hanau-seitigen Ende der Abstellanlage) zuviel Verspätung erhalten hätte. - Die Richtung Wiesbaden fahrende S9 muß nun also wie gesagt in Mülheim warten, bis die Richtung Hanau fahrende S9 endlich den eingleisigen Abschnitt freigefahren hat - und hat nun schon mal locker +5, mit denen sie dann in den Tunnel reinfährt. Mit Pech fährt in Offenbach Ost derweilen der S2-Zwischentakter vor, Verspätung aufholen unmöglich... im Frankfurter Tunnel dann schon mal gar nicht mehr, und schon kommt sie hinter F-Hbf mit locker +8 oder noch mehr wieder ans Tageslicht. Und warum? Richtig - weil sie, das war der Auslöser, in Hanau und Mülheim wegen eingleisiger Strecken warten mußte...


    Wie kann man das lösen? Im Grunde gibt es da nur zwei Varianten: entweder Ausdünnen des Taktes auf 20-min-Takt mit entsprechenden Reservezeiten - oder durchgehend zweigleisiger Ausbau. Leider beides herzlich unrealistisch, zumindest den durchgehend zweigleisigen Ausbau werde ich wohl nicht mehr in meiner Berufslaufbahn erleben :pinch: - Das wiederum bedeutet: gerade im Berufsverkehr fahren S8 und S9 weiterhin unpünktlich von Ost nach West... weil eben die eingleisigen Strecken zwischen Offenbach und Hanau einfach zu lang sind, als daß man, sowie auch nur ein Zug in diesem Gebilde mehr als sag mal 2 min Verspätung hat, noch irgendwie wieder in die Fahrzeiten rein käme.


    Zwischen Langen und Darmstadt wird es noch verrückter - dürfte ja weidlich bekannt sein, das Drama mit der S3, der Kreuzung Egelsbach/Erzhausen und der knappen Wende in Darmstadt.


    Mit diesen eingleisigen Strecken, die einfach keinerlei Verspätung verzeihen, ist das Netz im Grunde jetzt schon überlastet... pünktliches Fahren KANN funktionieren, aber nur, solange (unrealistischerweise) tatsächlich alles pünktlich fährt, ansonsten werden Verspätungen gnadenlos von einer Fahrt auf mindestens eine andere Fahrt übertragen.

    Hinweis: Sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, spiegeln meine Beiträge nur meine persönliche Meinung. Diese muß nicht zwangsläufig der meines Arbeitgebers, irgendwelcher Institutionen oder von sonstwem entsprechen, sie muß auch nicht unbedingt jedem gefallen, ich lasse sie mir aber auch nicht verbieten oder madig machen und werde mich im Normalfall auch nicht dafür, daß ich eben eine eigene Sicht der Dinge habe, entschuldigen.

  • Etwas entschärfen liese sich WI Hbf durch 3 Maßnahmen:


    -Umläufe S1 & S9 koppelen - dadurch hat man 2 etwa gleich lange Wendezeiten


    -S8 grundsätzlich über das 3te Gleis [nach WI Hbf] führen und damit als Abfahrtgleise
    die höheren Nummern nutzen so wie das bei der überschlagenden Wende während des
    Baustellenfahrplans Mainz Hbf der Fall war.


    -beim Abhängen von Langzügen wird das Fahrzeug am Prellbock weggefahren



    Das Schleichproblem GPÜ liese sich entschärfen, wenn die Signale am Bstgende so
    schnell schalten würden wie sie es mit der SpDrS60 Technik gemacht haben. ESTW
    braucht einfach zu lange zum Rechnen. Die paar Sekunden eher grün schalten auch
    die dazugehörigen GPÜs eher ab. [deswegen existiert auch das von Colaholiker
    erwähnte Schleichen von Griesheim nach F Hbf]


    >Zu lange eingleisige Strecken.
    >Zwischen Langen und Darmstadt wird es noch verrückter - dürfte ja weidlich bekannt sein, das Drama mit
    >der S3, der Kreuzung Egelsbach/Erzhausen und der knappen Wende in Darmstadt.


    Die Strecke wurde für 20 Min Takt gebaut - und würde man diesen fahren, dann gäbe es
    in DA Hbf das gleiche Theater wie aktuell in HU Hbf (nur verschärfter Form: Abfahrt = Ankuft ohne Puffer)


    Die Kreuzung in Egelsbach am Bahnsteig ist erst seit Inbetriebnahme von Langen Flugsicherung;
    vorher war diese streckenmittig. Der Zeitpuffer ist so von 3 Minuten (und grünem Vorsignal
    für das Blocksignal) auf 1 Minute (und gelbem Vorsignal) zusammengeschrumft. Auch wenn dann
    die Linien durchgetauscht werden nach dem Viergleisausbau Bad Vilbel wird die Taktlage der S6
    an der Stelle die gleiche bleiben. Entsprechend werden schon geringe Verspätungen geradewegs
    nach Frankfurt zurückgeschickt (aber auch durch die kurze Wendezeit der S4 in Langen)
    Um das zu lösen müsste man den Halt Flugsicherung entweder wieder schliessen und den Planer der
    ausgerechnet hat, daß die S3/4 noch einen Halt von der Fahrzeit noch problemlos vertragen kann
    teeren und federn oder alle Linien neu verknüpfen:
    WI Hbf/Niedernhausen - F Süd/Langen/DA Hbf & Bad Soden/Kronberg/Friedrichsdorf/Friedberg - OF Ost/HU Hbf/Dietzenbach/Ober Roden

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