Machbarkeitsstudie "Seilbahn Hochtaunus"

  • Der RMV will's wissen und schreibt eine Machbarkeitsstudie für eine Hochtaunus-Seilbahn aus:



    Zitat

    Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) ist regionaler Aufgabenträger im Öffentlichen Personennahverkehr in der Region Frankfurt Rhein-Main. Um bei kontinuierlich steigender Nachfrage weiterhin eine zukunftsfähige Mobilität gestalten und anbieten zu können, prüft der RMV unter anderem den Einsatz von Mobilitätslösungen außerhalb bekannter und bewährter Formen auf Schiene und Straße.

    Seilbahnen wird das Potenzial zugeschrieben, als punktuelle Ergänzung des Öffentlichen Personennahverkehrs zur Lösung verkehrlicher Probleme beizutragen. Im Rahmen dieses Auftrags ist die Machbarkeit einer Seilbahn im RMV-Gebiet anhand einer Verbindung im Hochtaunuskreis zwischen der Gemeinde Schmitten und der U-Bahn-Station Oberursel-Hohemark mit Zwischenstation auf dem Großen Feldberg zu untersuchen.

    Gegenstand der Untersuchung ist die Bearbeitung grundlegender planungs- und förderrechtlicher Fragestellungen, eine Trassen- und Systemplanung, verkehrliche und kostentechnische Abschätzungen und Bewertungen sowie eine Ablauf- und Zeitplanung. Weiterhin sind betriebliche und sicherheitsbezogene Aspekte sowie tarifliche Überlegungen zu adressieren.

    Für die Abschätzung der Verkehrsnachfrage auf der zu untersuchenden Verbindung sind sowohl (werk-)tägliche Wege als auch touristische- und Naherholungsaktivitäten zu betrachten.

    Als Bearbeitungszeit gibt der RMV vier Monate vor ab Zuschlag, der im August erteilt werden soll, d.h. zum Jahresende sollte ein Ergebnis vorliegen.

  • Ich glaube, der letzte Satz im Zitat ist hierfür der einzig interessante. Das wäre wirklich mal eine Maßnahme, dann am besten auch mit Sperrung zumindest des Gipfelplateaus für Kfz. Vorher braucht mir keiner mit dem "unberührten Naturpark Hochtaunus" zu kommen, wenn es um andere Projekte geht.

  • Tut mir Leid. Ich habe keinen Artikel gekauft. Wenn ich den Artikel über Google öffne, kann ich ihn lesen. - Den Link also in Google o.ä. suchen und dann öffnen.

    Das gleiche gilt auch für:

    https://www.eurailpress.de/nac…ahverkehr-erwuenscht.html

    Ein etwas älterer Artikel aus Bayern:

    Leitfaden urbanen Seilbahnen in Bayern

    Mmh, das klingt nicht extrem legal. Kannst du zusammenfassen, um was es ungefähr geht?

  • Warum sich die Artikel über die Google-Suche direkt öffnen, weiß ich nicht - es funktioniert einfach. Mag sein, dass das nicht so gewollt ist. Aber Illegal wird es dadurch nicht.

    Auf der Seite des BMVI habe ich die Pressemeldung noch nicht gefunden. Diese wird aber gewiss bald erscheinen. Andere Quellen werden die Meldung sicherlich morgen bringen.

    Kurz zusammengefasst:

    Das BMVI will einen Leitfaden ausarbeiten lassen, mit dem Kommunen und Verkehrsunternehmen ihre ÖPNV-Seilbahnprojekte strukturiert angehen können. Der Leitfaden soll neben der verkehrsplanerischen Verknüpfung mit dem ÖPNV auch die städtebauliche Integration und die Akzeptanz der Bevölkerung berücksichtigen.


    Tanz den ÖPNV

  • Da es z.B. im Harz in ähnlichen Höhenlagen (Burgberg Bad Harzburg, 483 m; Wurmberg bei Braunlage, 971 m, Hexentanzplatz bei Thale) Seilbahnen gibt - warum nicht auch im Taunus ? Gerade, um den in Spitzenzeiten sehr massiven Kfz-Ausflugsverkehr auf den Großen Feldberg aufzufangen, kann eine Seilbahn mit absehbar kürzeren Wartezeiten als für den den Feldberg-Bus Sinn machen.


    Mit einer Verlängerung bis Schmitten kann auch der aus dieser Richtung kommende Pendler- wie Ausflugsverkehr eventuell aufgefangen werden und die Wirtschaftlichkeit verbessert werden. Näheres muss natürlich erst einmal untersucht werden, ob sich das wirtschaftlich wie ökologisch rechnet. Man könnte auch noch einen Schritt weiter gehen und eine Weiterführung bis Oberursel untersuchen. Eine im Halbstundentakt fahrende Stadtbahn hat auch nur eine begrenzte Attraktivität.

  • Es geht im Artikel wohl darum, dass das BMVI die Seilbahntechnik aus der Ecke holen und die Gemeinden ermuntern will, sich diesem verkehrsträger zu öffnen. Und damit nicht alle Interessenten nicht alle Fragen immer wieder neu klären müssen, soll eine Handreichung, ein Leitfaden oder so was erstellt werden, anhand dessen leichter beurteilt werden kann, für welche Situation und welche örtliche Bedingungen ein weiteres nachdenken lohnt.


    Einem Ausschreibungstext zufolge ist es das Ziel, „allgemeingültige und übertragbare Planungsgrundlagen für die stadt- und verkehrsplanerische Integration urbaner Seilbahnprojekte zu schaffen.“

    Binnen zwei Jahren sollen die Gutachter zunächst die Erfahrungen aus dem Ausland und den Status quo in Deutschland vom Schreibtisch aus analysieren. In der zweiten Projektphase sollen dann in sechs interessierten Städten – Namen werden nicht genannt – Fachworkshops stattfinden und die gewonnenen Erkenntnisse zu einer Synopse verarbeitet werden. In der dritten Phase sind zwei städteübergreifende Workshops geplant, als deren Ergebnis dann der Leitfaden entstehen soll. Hintergrund ist, dass es in zahlreichen deutschen Städten Planungen in unterschiedlichem Reifegrad zum Bau von urbanen Seilbahnanlagen als Ergänzung zum bestehenden Nahverkehr gibt. Viele Interessenten stünden vor ähnlichen Problemstellungen und Herausforderungen, findet das BMVI


    Wenn man auf Google die Suchworte "BMVI Seilbahn" eingibt, kommt u.a. dieser Treffer

  • Da es z.B. im Harz in ähnlichen Höhenlagen (Burgberg Bad Harzburg, 483 m; Wurmberg bei Braunlage, 971 m, Hexentanzplatz bei Thale) Seilbahnen gibt - warum nicht auch im Taunus ? Gerade, um den in Spitzenzeiten sehr massiven Kfz-Ausflugsverkehr auf den Großen Feldberg aufzufangen, kann eine Seilbahn mit absehbar kürzeren Wartezeiten als für den den Feldberg-Bus Sinn machen.


    Mit einer Verlängerung bis Schmitten kann auch der aus dieser Richtung kommende Pendler- wie Ausflugsverkehr eventuell aufgefangen werden und die Wirtschaftlichkeit verbessert werden. Näheres muss natürlich erst einmal untersucht werden, ob sich das wirtschaftlich wie ökologisch rechnet. Man könnte auch noch einen Schritt weiter gehen und eine Weiterführung bis Oberursel untersuchen. Eine im Halbstundentakt fahrende Stadtbahn hat auch nur eine begrenzte Attraktivität.

    Kurzer Realitätscheck: von Oberursel (U-Bahn-Station Hohemark) bis nach Schmitten (Ortsmitte Hauptort) sind es genau 9 km Luftlinie, was bereits 1,1 km länger als die bislang längste Seilbahn der Welt wäre:

    https://newsroom.doppelmayr.co…engste-seilbahn-der-welt/


    Seilbahnen eignen sich für kurze Distanzen, insbesondere wenn große Höhendifferenzen zu Überwinden sind, aber nicht zum Ersatz jeder beliebigen Buslinie...

    2 Mal editiert, zuletzt von Jojo ()

  • Aber hier macht es Sinn, weil der Bus da nicht als Gelenkbus fahren kann, weil es so steil Bergauf geht und weil im Winter die Strecke auch noch sehr Rutschig sein kann. Da ist ein Verkehrsmittel ohne Straße schon besser dran. Dazu steigert man auch die Kapazität massiv.

  • Kurzer Realitätsgegencheck: Niemand redet von einer Sektion... Die Meridabahn ist zB 12,5 Kilometer lang - dafür halt in 4 Sektionen (allerdings als Pendelbahn)

    Eine Seilbahn von Oberursel nach Schmitten ist eh nur sinnvoll wenn sie über den Feldberg führt. Plant man die Trasse entsprechend könnte man zB an einem Geeigneten Ort der L3004 eine Zwischenstation bauen (zB P+R oder Wanderausstieg), und schon hat man 3 in etwa gleichlange Sektion unter 4 Kilometer, und kann auch gleich einen günstigeren Trassenverlauf als in der direkten Graden zwischen Hohemark und Felberggipfel einbauen, wenn das den nötig ist - aber die direkte Gerade scheint mir unnötig über einen Berghang zu gehen den man dann auf der anderen Seite wieder runtermüßte...

    Und die Bahn dürfte halt nicht mit 4m/s fahren. 10m/s ist technischer Standard, kostet aber halt etwas mehr...

    "Der Mensch, der so ehrbar im Einzelnen, aber so miserabel im Ganzen ist."
    Johann Wolfgang von Goethe

  • Bei klassischen Pendelbahnen wie der Meridabahn ja, da jede Sektion technisch gesehen eine eigentständige Seilbahn ist.

    Bei modernen Umlaufkabinenbahnen hat jede Sektion zwar auch ihr eigenes Zugseil, aber in den Stationen können die Kabinen "durchgereicht" werden - als Fahrgast bleibt man also einfach sitzen, wenn man hier nicht aussteigen will. Das konnten im Prinzip schon die ollen von Rolls aus den 50ern, am Anfang per "Handverschub", später dann mit Förderkette. Heutzutage passiert das ein- und aushängen, bremsen und beschleunigen (bei Bedarf auch bis zum Stand - zB Rollstuhl) vollautomatisch.

    Je nach verwendetem System gibt es auch alles von der 4er-Kabine bis hin zur 30er-Kabine. Die 3S-Bahn von Bozen nach Oberbozen hat zB 30er-Kabinen auf Doppeltragseil mit extra Zugseil (daher 3S). Die fahren dafür dann halt "nur" alle 5 Minuten... Die Koblenzer Rheinseilbahn ist auh vom gleichen Hersteller, aber rein touristisch, die Bozener ist die Hauptverbindung auf den Riten und 3x schneller als der Bus.

    "Der Mensch, der so ehrbar im Einzelnen, aber so miserabel im Ganzen ist."
    Johann Wolfgang von Goethe

  • Danke für die Erläuterung.


    DaniDADI : Ich finde es etwas befremdlich, dass ein aktuell stündlich verkehrender Bus nur durch einen Gelenkbus ersetzt werden können soll, anstatt einfach durch einen Nicht-Gelenkbus im 15-Minuten-Takt. Der auf bestehender Infrastruktur fährt, in bestehender Infrastruktur gewartet werden kann, kein Inselnetz darstellt, und und und.

  • Aber hier macht es Sinn, weil der Bus da nicht als Gelenkbus fahren kann, weil es so steil Bergauf geht und weil im Winter die Strecke auch noch sehr Rutschig sein kann. Da ist ein Verkehrsmittel ohne Straße schon besser dran. Dazu steigert man auch die Kapazität massiv.

    Die Betreiber der Schweizer Postbusse werden über Deine Aussage im besten Fall nur allerliebst lachen. Gegen die Wetter- und Straßenverhältnisse in den Schweizer Bergen ist das hier alles Flachland.

  • Die Strecke von Schmitten über den Großen Feldberg zur Hohemark ist nach Google Maps knapp 13 km lang. Zwar Fußweg, aber auch eine Seilbahn wird ein paar Abweichungen von der Ideallinie vornehmen müssen. Bei der von setaphopes genannten Geschwindigkeit von 10 m /s (36 km / h) schätze ich mal unter der Berücksichtigung des Haltes auf dem Großen Feldberg eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 30 km /h.

    Das bedeutet eine Fahrzeit von etwa 26 Minuten.


    Die Buslinie 51 braucht für die Fahrt von Schmitten nach Hohemark, allerdings ohne Abstecher auf den Großen Feldberg, ebenfalls 26 Minuten und bedient nicht nur viele Zwischenhalte, sondern fährt im Norden noch bis Weilrod und im Süden bis zum Bad Homburger Bahnhof.


    Das wiederum legt bei mir den Schluss nahe, dass die Betrachtung einer Seilbahn in dem Gebiet sich vorrangig auf den Freizeitverkehr beschränken sollte und für den Pendlerverkehr bestehende Buskonzepte weiterentwickelt werden sollte - auch wenn ich selbst den Gedanken eingebracht hatte. Andernorts kann das ja durchaus Sinn machen. Also bitte auch die anderen nicht auf diesen Zug aufspringen.


    Hier könnten Schnellbusse für Pendler, die nicht jede Milchkanne mitnehmen, sogar kürzere Fahrzeiten schaffen.

  • Die Strecke von Schmitten über den Großen Feldberg zur Hohemark ist nach Google Maps knapp 13 km lang. Zwar Fußweg, aber auch eine Seilbahn wird ein paar Abweichungen von der Ideallinie vornehmen müssen.

    Dem ist nicht so.

    Die Abweichungen von der Ideallinie sind bei Seilbahnen minimal, weil jeder Knick kompliziert und teuer ist.

    Dementsprechend werden Abweichungen von der Ideallinie auf der Gesamtstrecke nur durch die Zwischenziele bestimmt. Konkret wären das statt 9 Kilometer Hohemark/Schmitten über Hegewiese und am Sandplacken vorbei, 9,9 Kilometer über den Großen Feldberg.


    Setzt man den Startpunkt auf Schmittener Seite auf das Grundstück Forsthausstraße 11-15, kommt man in fast gerader Linie nach 3,5 Kilometern auf dem Feldbergplateau an - ein Kilometer kürzer als der Fußweg. Überbaut man mit der Station den Parkplatz vom REWE an der Seelenberger Straße geht es, nur über Wald, mit 3,9 km wieder gut einen Kilometer kürzer als der Fußweg auf den Feldberg. Die erste Strecke sind knapp 6 Minuten, die andere 6,5 Minuten.

    Eine zweite Etappe bis zum Parkplatz "große Kurve" an der Kanonenstraße sind 1700 Meter oder knapp 3 Minuten und die letzte bis zur U-Bahn-Station 4200m oder 7 Minuten.

    Alle Zeiten bei 10m/s, insgesamt 17 Minuten.

    Bei heutiger Seilbahntechnik kann man getrennte Kabinen für die durchgehende Strecke und die Zwischenhalte fahren, so dass der Berufspendler in der 30er-Kabine ohne Aufenthalt zur U-Bahn durchfährt und der mit dem Ziel Feldberg oder Große Kurve in der Sechser-Kabine zwischendurch ausgefädelt wird und so für die Gesamtstrecke auf eine Reisezeit von .20 Minuten kommt.


    Bei 35 Minuten für einen Umlauf könnte man mit vier 30er-Kabinen einen 20-Minuten-Takt für die Expressverbindung mit etwa zwei Minuten Fahrgastwechsel und einen flexiblen Zwischentakt für die Kurzstrecken mit 6-10 Sechsern anbieten

  • Xalinai2


    Einige Fragen zu Ihrem Beitrag:


    1. Wer stellt eine Umaufseilbahn mit einer Geschwindigkeit von 10 m/s im Dauerbetrieb her?

    2. Wie groß soll der P+R Parkplatz bzw. das Parkhaus an der Forsthausstraße sein? Es sollen ja viele Pendler vom PKW auf die Seilbahn umsteigen.

    3. Wie kommen die Menschen aus Seelenberg, Treisberg, Dorfweil, Brombach, Hunoldstal und Reifenberg zur Talstation?


    Eine Info zu Ihrem Beitrag: Der 50er Bus braucht von der Haltestelle Forsthausstraße bis Oberursel/Hohemark 17 Minuten.

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