ICB: Solobus-Beschaffung 2020

  • ICB schreibt aktuell die Beschaffung von insgesamt 43 Diesel-Solobussen aus:


    Der Auftrag soll in zwei Lose á 22 und 21 Busse geteilt werden.

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  • tunnelklick

    Hat den Titel des Themas von „ICB: Solobu-Beschaffung 2020“ zu „ICB: Solobus-Beschaffung 2020“ geändert.
  • E-Busse (und H2 Busse) sind zwar lokal emmissionsfrei, aber war es auch schon.

    Ohne die Gesamtbilanz in allen Feinheiten zu kennen, aber im üblichen Strommix kommt auch Atom- und Kohlestrom vor. Die Herstellung der Akkus ist auch nicht gerade umweltschonend, eher das Gegenteil.

    Bei den spezifischen Emmissionen für Diesel mögen Vorteile herausspringen.

  • E-Busse (und H2 Busse) sind zwar lokal emmissionsfrei, aber war es auch schon.

    Da stimme ich dir zu,- insbesondere was die Herstellung der Akkus anbelangt. Geht es aber nicht auch darum gerade in den Städten die Emissionen zu verringern?
    Von daher machen E-Busse oder H2 Busse durchaus Sinn.
    Mich wundert halt nur, dass die (3) E-Busseund und die paar Hybridbusse die in Frankfurt rumfahren mit großem Brimborium gefeiert werden, aber jetzt 43 Dieselbusse neu angeschafft werden.


    Was aber die Herstellung von Elektrizität angeht sind wir auf einem guten Weg (aufgenommen im hohen Norden der Republik,

    aus einem Diesel bespannten Zug ;) ):


    wi.jpg


    Dann lassen sich auch Busse mit Elektoantreib betreiben wie in Helsinki:


    he.jpg


    Oder O-Busse wie in Talinn:

    es.jpg


    In Stockhom sind Biogas Busse unterwegs:


    st.jpg


    Daher frage ich mich, sind das alles nur Marketing Gags oder meinen wir es ernst? Angesichts der Bestellung von 43 Dieselbussen habe ich da meine Zweifel.

  • Die Busse müssen ja schon zum Fahrplanwechsel im Dez 2020 zur Verfügung stehen. Wie realistisch wäre es denn bei der derzeitigen Marktsituation (die ich nicht bis ins kleinste Detail kenne), bis dahin 43 E-Busse zu bekommen?

    So nebenbei, von den angekündigten 3 (?) Brennstoffzellenbussen, die jetzt im Herbst kommen sollen, hört man auch wenig.

    Viele Grüße, vöv2000

  • Akku-E-Busse sind teurer als Dieselbusse und haben nicht die gleiche Reichweite. Auf einigen Linien bräuchte man mehrere E-Busse, um einen Dieselbus zu ersetzen. Statt also teure E-Busse zu kaufen, könnte man mehr Dieselbusse kaufen, den Takt verdichten, attraktiver für Autofahrer werden und so ganz viele Dieselautos ersetzen, sodass man selbst mit Dieselbussen in der Summe weniger Emissionen hätte als jetzt.


    Ja ich weiß, aber lasst mich doch ein bisschen träumen....


    PS: Wenn E-Busse, dann sollten es O-Busse sein.

  • Akku-E-Busse sind teurer als Dieselbusse und haben nicht die gleiche Reichweite.

    Wir wollen die Erde verkaufen?

    Die Busse müssen ja schon zum Fahrplanwechsel im Dez 2020 zur Verfügung stehen.

    Ja und? Hat es denn kein Anbieter mit alternativem Energieträger ein Angebot abgegeben? Oder wurde dies etwa gar nicht in Erwägung gezogen?

  • E-Busse (Batterie oder Brenchnstoffzelle) sind im Linienbündel C für die Linien 33 (Solo) und 37 (Gelenkbus) vorgesehen und werden getrennt ausgeschrieben.


    Im Linienbündel A sind E-Busse auf den Linien 52 und 60 vorgesehen.

  • Je nach Quelle ist die Ökobilanz von akkubetriebenen E-Bussen im Vergleich zu Dieselbussen aktuellen Standards (EU 6) nicht so eindeutig. Vor allem Herstellung und Entsorgung der Akkus trübt die Ölobilanz.


    Möglicherweise würden die klassischen O-Busse besser abschneiden. Frage an die anderen zu den Kosten. Aber würden da ein paar neue Oberleitungen gespannt, gäbe es sehr wahrscheinlich wieder Proteste wegen "Verschandelung des Stadtbildes" ;(.

  • Im Linienbündel A sind E-Busse auf den Linien 52 und 60 vorgesehen.

    Danke für die Info, Ole.

    Die 60 war doch schon mal elektrisch unterwegs.


    OWE:

    Je nach Quelle ist die Ökobilanz von akkubetriebenen E-Bussen im Vergleich zu Dieselbussen aktuellen Standards (EU 6) nicht so eindeutig.

    Das mag stimmen. Ich bin auch eher für Brennstoffzelle,- Sichwort: Solar / Wind -> Wasserstoff.

    Aaber, wie ich schon weiter oben bemerkte, geht es ja um die Vermeidung von Emissionen in den Städten.
    Da sollte doch dann schnellstens die Technik, die zumindest diesen Vorteil bietet, zum Einsatz kommen die verfügbar und erprobt ist.

    Das sind doch Elektrobusse?

  • Zitat von K-Wagen

    Das sind doch Elektrobusse?

    Stimmt schon. Aber wenn es bei der Beschaffung einerseits Lieferengpässe gibt und andererseits die guten Stücke deutlich teurer sind, sind neue EU-6 Norm-Busse immer noch besser als ältere Fahrzeuge. Und erst im Recht Vergleich zu einer entsprechenden Anzahl PKW, deren durchschnittlich 1,2 ... 1,3 Insassen je Fahrzeug nun alle in einem Bus sitzen.


    Erst recht gilt das für den Einsatz zusätzlicher Busse, um durch dichteren Takt und neue Linien die Menschen aus dem Auto zu locken.

  • Ja,- stimmt,- leider.

    Ich wollte doch nur darauf hinweisen, dass momentan jeder Pups den du oder die Kuh lässt in Sachen CO2 hinterfragt wird.
    Nur, warum gibt es denn Lieferengpässe bei Elektobussen, nicht aber bei Dieselbussen?

    Die Politik die die tolle Lippenbekenntnisse vom Stapel lässt, hätte hier doch die Chance mit gutem Beispiel voran zu gehen.
    Will sie aber scheinbar nicht.

  • Die Thematik E-Busse (sowie E-PKW) hat vordergründig nichts mit CO2 zu tun, sondern mit dem Thema Feinstaub & Co. und den drohenden Fahrverbotszonen.


    Nur ist die Sache vielschichtiger als nur Feinstaub oder nur CO2. Und das ist jetzt das Spannungsfeld der Politik. Lokal emmissionsfrei ist erst mal schön, das der Nachbar dafür mehr Dreck macht ist erst mal weit weg.

    Idealerweise müsste der gesamte Verkehr verringert werden, hauptsächlich der IV. Wenn 10% des IV elektrisch abgewickelt würden, sind die 10% trotzdem noch unterwegs und verstopfen Straßen und Parkplätze (nächstes Problem)


    Daher sind Euro-6 Motoren erst einmal besser als ältere Bauarten, wenn auch nicht optimal.

  • Zu Condor: Das Problem mit den elektrischen Fahrzeugen - außer denen mit Stromschiene oder Oberleitung :)- sehe ich ähnlich.

    Selbst über die E-Scooter wird ja im Augenblick in den Medien ständig hergezogen, z.B. weil sie an vielen Stellen störend herumstehen oder sich deren Nutzer wenig rücksichtsvoll verhalten. Das Problem bleibt bei Elektro-PKW auch bestehen - Platzbedarf, Unfälle und ggf. auch rücksichtsloses Fahrverhalten. Und abgesehen davon brauchen wir auch für elektrischen Straßenverkehr auch die entsprechende Kraftwerks- und Netz-Infrastruktur.


    Insofern ist ein Dieselbus neuester Technik besser als 20 - 40 Elektro-PKW. Möglicherweise gilt dieses sogar noch selbst für einen älteren O-305G :).

  • Die Thematik E-Busse (sowie E-PKW) hat vordergründig nichts mit CO2 zu tun, sondern mit dem Thema Feinstaub & Co. und den drohenden Fahrverbotszonen.

    Das Problem ist, dass auch E-PKW Feinstaub produzieren. Die Zeit hat einen Artikel zu dem Thema. Eine Studie in Stuttgart ergab demnach, dass mehr Feinstaub durch Reifenabrieb als durch die Verbrennungsprodukte entsteht. Bei den Fahrverbotszonen wegen NOx-Belastungen haben E-Busse und moderne Euro-6-Diesel ähnliche Werte. In einer Reportage, die ich vor einiger Zeit gesehen habe und gerade auf YouTube nicht wiederfinde, sagte der Test-Ingenieur, dass am Auspuff sogar weniger NOx zu messen sei als in der Außenluft.


    TL;DR: Wir hätten die Bäume niemals verlassen sollen. Vielleicht war sogar schon die Sache mit den Bäumen ein Fehler und wir hätten im Meer bleiben sollen.

  • Zitat von JeLuF

    Wir hätten die Bäume niemals verlassen sollen. Vielleicht war sogar schon die Sache mit den Bäumen ein Fehler und wir hätten im Meer bleiben sollen.

    Vielleicht brauchen wir gar nicht so weit zurück zu gehen. Den alten Ägyptern waren die Katzen heilig, und dabei hätten wir bleiben sollen. :D

  • PS: Wenn E-Busse, dann sollten es O-Busse sein.

    So sehe ich das auch. Das Problem der Stromerzeugung, die vielleicht fossil oder nuklear passiert, ist damit nicht gelöst, aber man muß nicht mehr mit viel Energieaufwand Akkus produzieren, im Bus mitführen und irgendwann wieder entsorgen. Elektrische Fahrzeuge mit Oberleitung sind ausgereifte Technik, auch mit elektrischer Heizung und Klimaanlage, die bei Batterien zu Lasen der Kapazität und damit der Reichweite gehen.

    Bei Wasserstoffbussen wäre höchstens zu prüfen, wenn diese auf Linien im Bereich Höchst verkehren, ob man dort nicht die gleiche Wasserstoffquelle nutzen kann, wie es die Wasserstoffzüge der HLB tun sollen. (Für die, die es nicht mitbekommen haben - im Industriepark Höchst fällt bei einem Chemiebetrieb massig Wasserstoff als Abfallprodukt an, den man auf diese Weise einfach sinnvoll verwerten möchte.)


    Natürlich ist ein O-Bus-Netz nicht von heute auf morgen aufgebaut, und wenn man jetzt anfinge, Leistungen auszuschreiben, garantiert auch nicht zum nächsten Fahrplanwechsel, aber für elektrische Fahrzeuge, die auf festgelegten Routen unterwegs sind, ist das meines Erachtens (sofern die Nachfrage eine Straßenbahn nicht rechtfertigt, oder die örtlichen Gegebenheiten wie Straßenbreite, Kurvenradien oder Steigungen keine Straßenbahn zulassen) die beste Lösung für einen elektrischen ÖPNV. Andere Länder sind uns da meilenweit voraus.

    Unbenommen dessen sind natürlich Busse mit neuerem Motor sauberer als Busse mit altem Motor und ein Bis sauberer als x PKW. Aber einen langfristigen Plan zur Abkehr vom Diesel sehe ich da bislang nicht.

    Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.

  • Im Linienbündel A sind E-Busse auf den Linien 52 und 60 vorgesehen.

    Sorry, zwischenfrage: Gibt es für die neuen Bündel geänderte Aufteilungen? Seit wann ist die 52 im A-Bündel?

    "Der Mensch, der so ehrbar im Einzelnen, aber so miserabel im Ganzen ist."
    Johann Wolfgang von Goethe

  • Sorry, zwischenfrage: Gibt es für die neuen Bündel geänderte Aufteilungen? Seit wann ist die 52 im A-Bündel?

    Das Linienbündel F wird im Dez. 2021 aufgelöst, die Linie 52 wechselt dann ins Bündel A und erhält die gleichen Bedingungen, wie die Linie 60, die aber bereits ab Dez. 2020 auf E-Busse umgestellt wird.


    Die restlichen F-Linien (35, 45, 47, 48 und die neue Linie 84, fährt ab Dez. 2019 in Niederrad) wechseln ins Bündel G und die Linie 46 wird im Dez. 2021 eingestellt, ihre Aufgaben übernimmt die Linie 64 aus dem Bündel E.

    Das Bündel G startet mit Linien aus dem Bündel A im Dez. 2020 und wird ein Jahr später mit den, dann ehemaligen F-Linien, verstärkt...


    Das Linienbündel A „verliert“ die Midibuslinien, dafür bekommt es mit der Linie 52 + 60 zwei E-Buslinien und es fahren neue Gelenkbusse auf der 73 und später auch auf der 72.

    10.02.01-10.02.19: 18 Jahre U4 zur Messe und Bockenheimer Warte ;)
    11.04.15-11.04.19: Vierter Jahrestag U5-Wagen auf Linie U4 8)
    Seit 09.10.16: Endlich fährt der U5-Wagen auf allen Strecken (U1-U9) :thumbsup:

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