FNP: RMV plant eine Tarifreform

  • Zitat

    Original von Combino
    Dort hat aber auch jeder Wagen noch zusätzlich seinen eigenen Schaffner...


    In Amsterdam gibt es die zumindest auf den Combinos ja auch noch.


    [SIZE=3](Ich meine in dem Fall die stahlrädrigen Combinos, nicht die zweibeinigen *fg* .)[/SIZE]

    Fág an Bealach!

  • Zitat

    Original von DenshaOtaku


    In Amsterdam gibt es die zumindest auf den Combinos ja auch noch.


    Laufen die da durch oder gibt es eine Kabine und Fahrgastfluss, wie bei uns früher in den L bis N Wagen?



    Du meine Güte, ist schon wieder 11 Jahre her, dass ich das letzte mal in Amsterdam war... :(. Apropos, wenn das bei uns wieder eingeführt würde, wie sollen die denn die Chipkarten abstempeln? :D :D

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    Original von Charly
    Laufen die da durch oder gibt es eine Kabine und Fahrgastfluss, wie bei uns früher in den L bis N Wagen?


    In A'dam letzteres - ein Teil der Türen ist durch einseitig aufklappende Sperren im Innenraum nur in eine Laufrichtung benutzbar.

    Fág an Bealach!

  • Ein paar Gesichtspunkte, was am RMV-Tarif geändert werden sollte:


    1.) Weniger kompliziert - so einfach, dass es der Tourist aus dem afrikanischen Busch, der Gastarbeiter aus den Randgebieten der EU und das Muttchen aus dem Odenwald auf Anhieb verstehen können.


    Hierzu: Auch der VRR hat sein anfangs ähnlich kompliziertes Tarifsystem auf nunmehr 5 Preisstufen reduziert, und die Liste der Zielgebiete ist auf ein gut lesbares DIN A 4-Blatt beschränkt.


    2.) Abfertigungsaufwand sparen, indem Tages-, Wochen- und Monatskarten deutlich günstiger gegenüber Einzelfahrscheinen sind. Die Tageskarte sollte sich bereits bei 2 und nicht erst bei 3 Fahrten lohnen. Meistens macht man ja genau 1 Hin- und 1 Rückfahrt.


    Nebenbei: Das erspart dann für die Rückfahrt im Spätverkehr die Hektik in letzter Minute. Und auch die Busfahrer freuen sich, wenn sie nur morgens Fahrscheine verkaufen müssen.


    3.) "Stilbrüche" vermeiden. Derzeit ist 1x Preisstufe "3 "+ 1 x Preisstufe "4" um etwa 1 € günstiger als 1 x Preisstufe "5". Zu solchen Stilbrüchen gehören auch überteure Fahrscheine ins nur wenige Kilometer entfernte Zentrum der Nachbargemeinde, wie von Fechenheim oder Bornheim nach Offenbach, oder von Hattersheim nach Frankfurt-Höchst.

  • Zitat

    Original von Ost-West-Express
    3.) "Stilbrüche" vermeiden. Derzeit ist 1x Preisstufe "3 "+ 1 x Preisstufe "4" um etwa 1 € günstiger als 1 x Preisstufe "5". Zu solchen Stilbrüchen gehören auch überteure Fahrscheine ins nur wenige Kilometer entfernte Zentrum der Nachbargemeinde, wie von Fechenheim oder Bornheim nach Offenbach, oder von Hattersheim nach Frankfurt-Höchst.


    Letzteres läßt sich bei einem Zonenmodell nicht vermeiden. Man kann die Zonen kleiner machen, hat dann aber wieder das Problem der komplizierten Tarife.

  • Im VRR hat man es auch geschafft, die Anzahl der Tarifzonen zu reduzieren und ein übersichtliches Angebot zu schaffen.
    Es wäre schön, wenn man mal so Ungerechtigkeiten beseitigt, wie die teuren Tarife von Frankfurt nach Offenbach. Von Oberrad oder Fechenheim nach Offenbach kostet mehr als von Oberad nach Nieder-Eschbach.
    Ein ringförmiges Zonensystem rund um FRankfurt (Frankfurt als Mittelpunkt) hatte man im FVV. Das wäre natürlich auch jetzt wünschenswert, dürfe aber in der Praxis kaum machbar sein. Dafür ist der RMV flächenmässig zu groß. Und es gibt eben viele Fahrten die nicht über Frankfurt gehen. Mit der Anschlußfahrkarte, die man vor einem Jahr eingeführt hat, wollte man dies zumindest etwas abfangen. Ob das gelungen ist, oder das Tarifsystem noch undurchsichtiger gemacht hat, kann jeder für sich entscheiden.
    Was dazu führt, das es solche paradoxen Fälle gibt, daß die Hinfahrt einen anderen Preis hat als die Rückfahrt auf der selben Strecke.
    Ein absolut gerechtes System, das sozial verträglich ist und die tatsächlichen Bedürfnisse der Fahrgäste berücksichtigt, kann es wohl nicht geben. Es wäe ja auch NICHT sinnvoll, wenn das Stadtgebiet von Frankfurt nicht mehr eine Zone wäre.

    Capri-Sonne heisst jetzt "Capri Sun". :( Sonst ändert sich nix. Der "alte" Name muss wieder her ! ;(

  • Zitat

    Original von Alf_H
    Ein absolut gerechtes System, das sozial verträglich ist und die tatsächlichen Bedürfnisse der Fahrgäste berücksichtigt, kann es wohl nicht geben. Es wäe ja auch NICHT sinnvoll, wenn das Stadtgebiet von Frankfurt nicht mehr eine Zone wäre.


    Das sehe ich nicht so, das habe ich schon mehrmals kundgetan, wenn es um elektronisches Ticketing ging. Gerade darin liegt doch die große Chance einer Fahrpreis-Abrechnung über Computer, dass man die Tarife eben gerechter gestalten könnte.


    Voraussetzung ist lediglich die Einführung eines "checkin - checkout" Systems, damit lässt sich ohne weiteres die zurückgelegte Entfernung ermitteln und der Fahrpreis über einen simplen Kilometertarif berechnen, wie es ihn annäherungsweise früher bei der DB gab.

  • Zitat

    Original von Alf_H... Es wäe ja auch NICHT sinnvoll, wenn das Stadtgebiet von Frankfurt nicht mehr eine Zone wäre.


    Damuss ich aber mal nachfragen, wieso nicht?


    Das Problem der heutigen Zonenabgrenzung ist, daß sie sich streng an den Gemeindegrenzen orientieren. Das verhindert letztlich einen Leistungstarif, bei dem mehr zahlt, wer eine lange Strecke fährt, und weniger, wer eine kurze Strecke fährt.


    So kommt es, dass für die mehr als 20 km von Fechenheim nach Sindlingen weniger gezahlt wird als für knapp 4 km von F-Höchst nach Eschborn oder von Oberrad nach Offenbach; kann man so machen, aber logisch ist es nicht. Warum soll eine Fahrt von Niedereschbach nach Neu-Isenburg billiger sein, als eine Fahrt von Gonzenheim zum NW-Zentrum? Nur weil keine Stadtgrenze überfahren wird? Warum muss Frankfurt eine Zone sein?

  • Zitat

    Original von Alf_H
    Im VRR hat man es auch geschafft, die Anzahl der Tarifzonen zu reduzieren und ein übersichtliches Angebot zu schaffen.


    Die analoge Reduzierung im RMV wäre schlicht die Tarifstufen 1 und 2 abzuschaffen und nur noch auf Mindestbasis A-Tarifgebiet zu rechnen. Genau auf der Größenebene läuft das nämlich im VRR.


    Zitat

    Original von Alf_H
    Es wäe ja auch NICHT sinnvoll, wenn das Stadtgebiet von Frankfurt nicht mehr eine Zone wäre.


    Ich fände das Konzept des VRN für Mannheim übertragen auf Frankfurt durchaus sinnvoll. Kleinere Zonen, die nur für den ein-/ausbrechenden Verkehr zur Berechnung herangezogen werden; eine einheitliche Zone für das ganze Stadtgebiet für den nicht ein-/ausbrechenden Verkehr.
    Würde auch für andere Städte im RMV Sinn machen, etwa Darmstadt oder Wiesbaden.


    Zitat

    Original von tunnelklick
    Das Problem der heutigen Zonenabgrenzung ist, daß sie sich streng an den Gemeindegrenzen orientieren.


    Bzw. es keine "Abstraktion" der Tarifgebiete gibt. Im VRN orientiert man sich auch weitestgehend an Gemeindegrenzen, schafft es aber über eine gewisse Abstraktion, dass beispielsweise eine Strecke von rund 20 km fast überall auch dieselbe Preisstufe (5) darstellt.


    Hierfür werden z.B. abgelegenere Siedlungsteile in ein eigenes Tarifgebiet verlegt (Bsp: Lampertheim mit Hofheim und Hüttenfeld), Fahrtstrecken laufen durch "leere" Waben, die die Entfernung quasi korrigieren (Bsp: zwischen Einhausen und Groß-Rohrheim) oder tangieren "Fremdwaben" (die sie nicht wirklich durchlaufen), oder Gemeinden gehören gleichzeitig zwei Tarifgebieten an (Bsp: Heppenheim).

  • Zitat

    Original von Alf_H
    Ein ringförmiges Zonensystem rund um FRankfurt (Frankfurt als Mittelpunkt) hatte man im FVV. Das wäre natürlich auch jetzt wünschenswert, dürfe aber in der Praxis kaum machbar sein. Dafür ist der RMV flächenmässig zu groß.


    Ringförmig um Frankfurt nicht, aber ringförmig um jedes wählbare A-Tarifgebiet, wieso nicht? Angenommen, ich kaufe (derzeigite A-Tarifgebiete vorausgesetzt) eine Monatskarte PS 4 mit "Mittelpunkt" TG 50.
    Dann könnte ich von Oberrad genauso in den angrenzenden MTK fahren, z.B: nach Kriftel, um Tommy zu sagen, wie toll ich sein Forum finde, aber ich könnte auch (okay, das will ich nicht, aber ich könnte) nach Offenbach in die Stadt fahren. Oder nehmen wir alternativ Oberursel. Okay, das geht heute schon aufgrund von irgendwelchen komischen Sonderkleingedrucktsternchenklauseln, die aber kaum jemand kennt - so könnte man einfach sagen "Wenn das TG DIREKT an das gewählte Kern-TG 50 angrenzt, ist diese Karte hier gültig." Das würde die Sache schonmal stark vereinfachen. Jemand, der beispielsweise aus Gießen kommt, würde seine "Homezone" eben dort festlegen. Der muß sich also nicht benachteiligt fühlen, daß die Frankfurter einen Ring haben.


    Die Ungerechtigkeit der teuren kurzen Fahrten über TG-Grenzen hinweg wäre damit natürlich nicht beseitigt.

    Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.

  • Beim VRR hat man die Problem nach meinem Eindruck durch 2 Konfigurationen gelöst oder zumindest doch deutlich abgemildert:


    1.) Durch die Grundstruktur mit sich überlappenden Waben von etwa 5 km Durchmesser.
    Damit könnten Fechenheimer eben zum Grundpreis "1" wahlweise nach Offenbach
    oder zum Hessen-Center fahren. Zur Frankfurter Innenstadt wären es dann etwa 10
    km und Stufe "2".


    2.) Durch das Prinzip der praktischen Ringzone um das Ausgangs-Tarifgebiet mit der dort
    "B" genannten Preisstufe, die etwa einen Radius von 30 km abdeckt. Das sind auch
    dort etwa Städte wie Essen (mit einer Frankfurt vergleichbaren Größe) und die
    angrenzenden Städte bis etwa 30 km. Dieses wird vor allem bei der Tageskarte etc.
    attraktiv.


    Bei der Waben-Grundstruktur von etwa 5 km könnte man auf weitere Kurzstrecken verzichten.


    Vorteilhaft wäre es, Tages- und andere Zeitkarten gegenüber Einzelfahrscheinen attraktiv zu gestalten - gerade, weil es im RMV keinen Vorverkauf (mit Entwertung) gibt. Denkbar wäre - vom Prinzip her - etwa den Einzelfahrschein für das Stadtgebiet auf 3,00 € drastisch zu verteuern, aber die Tageskarte bei 6,00 € zu belassen und durch das Ringzonen-Prinzip noch attraktiver zu machen.


    Gleichzeitig könnte man für die T a g e s karte auch einen Vorverkauf einführen, indem das gewünschte Datum z.B. von der Verkaufsstelle oder vom Busfahrer bei Fahrtantritt eingestempelt wird.


    Für die meisten Fahrgäste würde sich wenig ändern, da sie in der Regel Hin- und Rückfahrt unternehmen und dadurch für 2 Fahrten auch nicht mehr bezahlen als vorher. Für die Verkehrsunternehmen würde dagegen der Abferigungsaufwand deutlich verringert werden.

  • Einzelfahrscheine zu dem Preis halte ich für etwas überzogen, vor allem wenn keine billigere Alternative für Einzelfahrten besteht (Kurzstrecke oder ein Innenstadt-Ticket o.ä.).
    Die Spontanfahrer schauen sich halt grundsätzlich erst mal den Preis eines Einzeltickets an. Und sagen sich dann "Was, 3 Euro? Dafür kann ich auch 2-3 Stunden das Auto ins Parkhaus stellen, und das ist praktischer." (... vor allem, wenn es Parkmöglichkeiten gibt, bei denen Kaufhäuser die Parkkosten ersetzen).


    Bei den Tageskarten kommt es meiner Meinung nach mehr auf das Marketing als den Preis an.


    Im VRN werden über den Daumen gepeilt von den Spontanfahrten rund 40% mit Tagesfahrkarten durchgeführt - und das dadurch erreicht, daß bei jeder Gelegenheit die Tagesfahrkarte ausdrücklich beworben wird. Ein solches zielgerichtetes Marketing fehlt im RMV praktisch komplett. Auch Mittel wie Mitnahmeregelungen in Schwachverkehrszeiten könnten da nochmal was bringen (ab 20 Uhr zweite Person mitnehmen o.ä.).

  • Zitat

    Original von kato
    Im VRN werden über den Daumen gepeilt von den Spontanfahrten rund 40% mit Tagesfahrkarten durchgeführt - und das dadurch erreicht, daß bei jeder Gelegenheit die Tagesfahrkarte ausdrücklich beworben wird. Ein solches zielgerichtetes Marketing fehlt im RMV praktisch komplett. Auch Mittel wie Mitnahmeregelungen in Schwachverkehrszeiten könnten da nochmal was bringen (ab 20 Uhr zweite Person mitnehmen o.ä.).


    kato ,


    ist die Tageskarte im VRN eine Karte, die am Tag der Entwertung gilt, oder 24 Stunden ab dem Zeitpunkt der Entwertung? Dies ist ein kleiner, aber feiner Unterschied, denn zu FVV-Zeiten gab es das 24-Stunden-Ticket, zu RMV-Zeiten leider nur das Ticket, dass an diesem Betriebstag gilt.


    Grüße ins Forum
    Helmut

    You'll Never Ride Alone.

  • 24-Stunden-Karte an Werktagen.


    An Wochenenden und Feiertagen bis Betriebsschluß des Sonn-/Feiertags (in dieser Nacht gibts auch als einzige der Woche keinen durchgehenden Verkehr), auch bei Entwertung am ersten Tag eines normalen oder verlängerten Wochenendes!


    Wobei im VRN auf das Tagesticket im Rahmen des Marketings noch einige Angebote draufgeschoben wurden, die im RMV eher etwa im Rahmen der "RMV ErlebnisCard" angeboten werden. Billigerer Eintritt in Museum/Zoo in Verbindung mit dem Vorzeigen dieses Tickets und so was.


    Dafür gibts das Ticket nur in ungeraden Preisstufen - 3 (grob Größe A-Tarifgebiet), 5 (ca 20 km Umkreis) und 7 (Netz). Je nachdem in wievielen Zonen man unterwegs ist, und welche Einzelfahrscheine man alternativ nutzen könnte, kann das Ticket für die Einzelperson daher bis zu 5 Fahrten "kosten".

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  • Auch wenn auf dem Thread eine Staubschicht liegt, dachte ich hier passt es hin,- die FR berichtet Heute in einer kleinen Notiz "RMV testet Umstellung des Tarifsystems"
    Dort heisst es, der RMV teste in einem Pilotversuch wie sich das geltende Tarifsystem in ein entfernungsunabhängiges umstellen lasse.
    In einem 2-3 Jahre dauernden Test sollen bis zu 10.000 Fahrgäste die Möglichkeit der Entfernungsunabhängigen Bezahlung per Handy erhalten.