Tarifkonflikt bei der DB [ursprünglich: Streikaufruf der GDL 1.9.2014 18-21 Uhr]

  • Wer erinnert sich noch an den 11 Tage andauernden Streik bei der Bundesbahn 1992? Ev. kann der ein oder andere davon berichten.

    Ich selbst kann mich nur noch an die Überquellenden Mülleimer erinnern, da damals auch der öffentliche Dienst flächendeckend bestreikt wurde. Aber bei Spiegel Online habe ich einen Bericht gefunden:
    http://www.spiegel.de/wirtscha…e-toiletten-a-498667.html

    Gruß, 420 281-8
    Jeder Mensch hat ein zweites Gesicht ...
    Ich bin nicht "das Team" des FNF, PN zu Team-Angelegenheiten werden ignoriert und nicht beantwortet/weitergeleitet.
    Anfragen an das Team bitte an team@frankfurter-nahverkehrsforum.de richten, danke!

  • Wer bei einem Streik mit abwesendheit glänzt der steht nicht hinter der Sache und wenn ein Ortsgruppenleiter sagt dann geht wieder Heim das klingt doch merkwürdig. Wer ordentlich Streikt der sol dazu stehn und das tun wie man sieht wenige die anderen nutzen nur ihre freie Zeit und das ist nicht seriös.

  • Ich frage mich, ob die GDL sich nicht selbst in's Knie schiesst, denn diese Aktion könnte den einen oder anderen Kunden auf Dauer vergraulen.


    zip-drive:

    Zitat

    Aber gerade in der Industrie sind viele Produktionsabläufe auf eine funktionierende Versorgung mit Vorprodukten angewiesen.


    Darkside:

    Zitat

    Das ist doch ein hausgemachtes Problem....wenn man die Lager die man früher hatte, komplett einstampft
    und dafür lieber "just-in-time" Lieferung arbeitet....
    Es ist ja nicht so, daß nur durch Streik Lieferungen ausfallen können.....


    Gut, dann überlegt sich der Frachtdisponent eines Unternehmens das auf "Just in time" Anlieferungen angewiesen ist, zukünftig auf die unzuverlässige Bahn zu verzichten und auf den LKW zu setzen.
    Schade, wieder ein paar Frachtkunden weniger.


    Den Fernbussen spült der Streik neue Kunden zu,- es werden sogar zusätzliche Busse angemietet.
    Spiegel
    Eine gute Gelegenheit für Kundenaquise,- völlig kostenfrei für die Busunternehmen.
    Ein paar Kunden werden sicherlich auch zukünftig den preiswerten Bus der Bahn vorziehen.


    Um 5% mehr Lohn geht es doch gar nicht. Die Mitglieder der anderen Bahner Gewerkschaft möchte man aquirieren.


    Wollen die das überhaupt? Sind die denn mit der EVG unzufrieden, finden sich schlecht vertreten?
    Oder ist es so wie mit dem Jüngling der einer alten Dame über die Straße hilft die so am Straßenrand stand, diese auf der anderen Straßenseite angekommen meint,- "Vielen Dank aber ich wollte doch gar nicht auf die andere Straßenseite, ich habe doch nur auf den Bus gewartet,- sehen Sie, nun ist er weg."


    Mein Arbeitgeber veranstaltet morgen einen "Customer Day" für unsere Kunden in einem Hotel am Flughafen. Verkehrsgünstig gelegen dachte man bei der Planung. Anreise mit (fast) allen Verkehrsmitteln kein Problem. Pustekuchen
    Leider haben bereits einige Kunden abgesagt, da die Anreise mit der Bahn nicht möglich ist. So einen Kongreß-Saal zu mieten ist nicht gerade billig.
    Blöd, wenn dann viele nicht kommen, weil die Anreise nur erschwert möglich ist.


    Dies sind nur ein paar Folgen des Streiks. Ganz zu Schweigen von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern die nun zusehen können wie sie ihren Arbeitsplatz erreichen.
    Die täglich tapfer die Bahn nutzen, "gerne" mal 15 Minuten länger auf dem zugigen Bahnsteig stehen,- weil mal wieder Verspätung.


    Auch diese überlegen sich vielleicht doch zukünftig das Auto zu nutzen.


    Da fragt man sich schon, ob der Vorsitzende so etwas wie ein Verantwortungsgefühl für die Wirtschaft hat, die Arbeitnehmer hat die ihren Arbeitsplatz erreichen müssen.
    Die Bahn ist in den Verhandlungen sicherlich auch kein Lamm sondern weiß auch ihren Standpunkt zu vertreten.


    Dennoch sollte das Streikrecht nicht angetastet werden. Nur sollten Gewerkschafts Vorsitzende so viel Verantwortungsgefühl haben, dass sie auch über den Tellerrand ihrer Gewerkschaft hinausschauen und sehen, was ihr Streik für die gesamte Wirtschaft, für die Bevölkerung für Folgen hat.
    Da ist vielleicht eine Stelle fehlbesetzt.

  • Das ist doch ein hausgemachtes Problem....wenn man die Lager die man früher hatte, komplett einstampft
    und dafür lieber "just-in-time" Lieferung arbeitet....
    Es ist ja nicht so, daß nur durch Streik Lieferungen ausfallen können.....

    Die "Just-in-Time"-Verfahrensweise hat sicherlich Vorteile - und seien es "nur" wirtschaftliche. Ansonsten würde sie vermutlich nicht praktiziert werden.


    Davon abgesehen spielt es eigentlich keine Rolle, warum die Kunden auf die ordnungsgemäße Dienstleistung angewiesen sind. Die Transportleistung wird nicht im geforderten Umfang erfüllt, das reicht eigentlich schon.

    Dennoch sollte das Streikrecht nicht angetastet werden. Nur sollten Gewerkschafts Vorsitzende so viel Verantwortungsgefühl haben, dass sie auch über den Tellerrand ihrer Gewerkschaft hinausschauen und sehen, was ihr Streik für die gesamte Wirtschaft, für die Bevölkerung für Folgen hat.

    Verantwortungsgefühl kann man aber leider nicht rechtlich vorschreiben.

    Da ist vielleicht eine Stelle fehlbesetzt.

    Irgendetwas scheint die Mitglieder aber davon überzeugt zu haben, dass dies die richtige Besetzung für die Stelle sei. Das kann man als Außenstehender tatsächlich hinterfragen.


    Ich denke mir beispielsweise, dass der Herr wenig Taktgefühl besitzt die Terminierung genau auf das Mauerfalljubiläum festzulegen. Einerseits werden dadurch unnötig Touristen aus dem Ausland durch eine rein deutsche Angelegenheit belastet und andererseits hat dieses Datum nicht zuletzt auch zu einer Verbesserung der persönlichen Freiheiten des Vorsitzenden geführt - GdL-Vorsitzender wäre es jedenfalls ohne dieses Ereignis sicherlich nicht geworden.

  • Ich habe bisher eigentlich zu solchen politischen und bahninternen Sachen nicht geschrieben und wollte dies auch nicht tun.


    Aber ein paar allgemeine Dinge wollte ich noch loswerden:
    Warum sollten (grundsätzlich) nicht zwei (mehrere) Gewerkschaften bei einem so großen Arbeitgeber (mit vielen Tausenden Arbeitnehmern) verhandeln ? Insofern finde ich einen geplanten Gesetzentwurf, der dies unterbinden soll, für nicht demokratisch.


    Wenn es nur noch eine Gewerkschaft gibt. kann es zwangsläufig dazu kommen, daß man für einen Teil der MItglieder einen positiven Abschluß erwirkt, und dieser für einen anderen Teil der MItglieder eher nachteilig ist. Das liegt in der Natur der Sache. Gerade bei sovielen Angestellten wie der Bahn.
    Also warum sollte die GDL nicht auch die Zugbegleiter vertreten und die EVG auch die Lokführer.


    Natürlich gäbe es dadurch intern bei der Bahn vielleicht auch das eine oder andere kleine Problem (z.B. bei der Abrechnung), aber das müsste doch lösbar sein.


    Ich glaube die EVG vertritt ja schon die Lokführer. Also wenn man es schon gerecht machen wollte, dürfte die GDL nur noch die Lokführer vertreten (die EVG nicht) - dafür die EVG die Zugbegleiter und sonstigen Mitarbeiter der DB, aber nicht die Lokführer.


    Das finde ich aber nicht sehr demokratisch. Bei einer politischen Wahl habe ich ja auch die Wahl zwischen verschiedenen Parteien.
    (Wenn es keine Partei gibt, die meine Interessen ganz vertritt, dan wähle ich halt die, die dem am nächsten kommt - quasi das kleinere Übel). Warum sollten also Mitarbeiter eines Großbetriebes nicht auch die Wahl zwischen verschiedenen Gewerkschaften (oder gar keine) haben ?


    Ich bin nur Bahnkunde und es kann mir letzten Endes egal sein. Trotzdem war ich eigentlich immer PRO-GDL. Ich weiß nicht warum, aber es kann unter anderem damit zusammenhängen, daß diese ganze Zusammenschließerei (Transnet - EVG) und auch das Verhalten von einigen Funktionären (z.B. Herrn Hansen u.a.) nicht so meinen Vorstellungen entsprach. Ich war noch nie ein Freund vom DGB (Gewerkschaftsbund).


    Warum ich das alles schreibe ?


    Nun, ich finde das Verhalten von Herrn Weselsky im aktuellen Streik nicht sehr Vorteilhaft. Damit vergrault er wirklich alle Bahnkunden.
    Er sollte hier viel mehr Fingerspitzengefühl zeigen, als einfach den längst möglichen Streik aufzufahren.
    Ich habe bei einem der letzten großen Streiks einmal (den Vorgänger von Herrn W.) Herrn Schell kennengelernt (am Frankfurter Hauptbahnhof). Er war ein Gewerkschafter, wie man sich einen vorgestellt hat und ein erfahrener Eisenbahner. Vielleicht könnte sich Herr Weselsky aktuell mal eine Scheibe davon abschneiden....

    Capri-Sonne heisst jetzt "Capri Sun". :( Sonst ändert sich nix. Der "alte" Name muss wieder her ! ;(

  • Warum sollten (grundsätzlich) nicht zwei (mehrere) Gewerkschaften bei einem so großen Arbeitgeber (mit vielen Tausenden Arbeitnehmern) verhandeln ?

    Du siehst doch aktuell, was dabei herauskommt.


    Wenn es nur noch eine Gewerkschaft gibt. kann es zwangsläufig dazu kommen, daß man für einen Teil der MItglieder einen positiven Abschluß erwirkt, und dieser für einen anderen Teil der MItglieder eher nachteilig ist.

    Die Unterschiede in den Verhandlungsabschlüssen gibt es bereits jetzt schon mit zwei Gewerkschaften. Der EVG-Tf bekommt z. B. ein Gehaltsplus von 3 % und eine Sonderzulage für Wochenenddienste. Der GDL-Tf bekommt dagegen nur ein Plus von 2,5 % und eine Einmalzahlung in Höhe von 500 €. Wer wird in diesem Beispiel wohl auf wen neidisch sein, weil er finanziell besser dasteht?


    Nicht jeder Tf ist in der GDL organisiert, auch wenn es gelegentlich so dargestellt wird. Es gibt sogar Tf, die keiner Gewerkschaft angehören. Nach welchem Tarif sollen diese bezahlt werden? Oder sollen die nicht gewerkschaftlich organisierten Tf ihr Gehalt gar selbst aushandeln?

    Gruß, 420 281-8
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  • Nicht jeder Tf ist in der GDL organisiert, auch wenn es gelegentlich so dargestellt wird. Es gibt sogar Tf, die keiner Gewerkschaft angehören. Nach welchem Tarif sollen diese bezahlt werden? Oder sollen die nicht gewerkschaftlich organisierten Tf ihr Gehalt gar selbst aushandeln?


    Das liegt dann an einem anderen Punkt. Soweit ich orientiert bin, werden die ausgehandelten Verträge am Ende dann noch für allgemeinverbindlich erklärt: Das gilt dann für alle Beschäftigten dieser Gruppe, ob in einer Gewerkschaft organisiert oder nicht. Deshalb gibt es ja auch einen großen Prozentsatz an Beschäftigten, die in keiner Gewerkschaft organisiert sind. Sie ernten lediglich die Früchte der ausgehandelten Verträge.
    An der Stelle der Bahn und EVG würde ich so handeln: Einen Tarifabschluß herbei führen und diesen NICHT allgemeinverbindlich erklären. Dann bricht vielleicht der GDL die MItglieder auch weg.
    Und kommt jetzt nicht mit dem Argument, das wäre doch genau das, was die Bahn nicht will. Nicht will - das ist richtig, aber das ist immer noch möglich: siehe Beamten und Angestellten - zwei Gruppen mit unterschiedlichen Rechten und Pflichten (Vor allem ein Beamter ist IMMER im Dienst, nur davon sehen wir hier nichts). Das funktioniert bei der Eisenbahn schon solange, wie es die DB AG gibt. Also warum sollte es auch nicht mit dann drei Gruppen funktionieren: EVG, Beamte und dem Rest.

    Viele Grüße aus Darmstadt - Jörg "Baertram" D.
    RMV senkt die Preise? - Eher fährt unser Tw 37 aus eigener Kraft von Wixhausen nach Leimen.
    Der Bergstraße gibt man 4 Minuten - der Heimstättensiedlung werden sie genommen. Waren das noch Zeiten, als der "H-Bus" von der (Fach-)Hochschule zur Berliner Allee nur 2 Minuten brauchte.

  • Grundsätzlich definieren die Gewerkschaften erst einmal selbst, für wen sie zuständig sein wollen. Zu entnehmen ist das den jeweiligen Satzungen der Gewerkschaften; ergänzend ist auf die DGB-Satzung zu verweisen, die Regelungen enthält, die eine Konkurrenz ihrer Mitgliedsgewerkschaften vermeiden soll. Die GdL gehört nicht dem DGB an. Der GdL wird hier von der Bahn anscheinend abgesprochen, selbst zu bestimmen, wen sie vertreten will, etwas, was andere (DGB-) Gewerkschaften ganz selbstverständlich für sich in Anspruch nehmen. Ich verweise insofern mal auf § 15 der DGB-Satzung und den Anhang dazu, dem zu entnehmen ist, dass auch die Satzung so ihre Schwierigkeiten hat und auch nur Anhaltspunkte liefern kann. Der Grundsatz "ein Betrieb - eine Gewerkschaft" ist keine gesetzliche Vorgabe, sondern ein DGB-internes Konstrukt.


    Was hier für den Eisenbahnbereich ausgekämpft wird, ist kein neues Thema und es ist absolut komplexes Thema. Wer es sich antun möchte, mag mal hier reinlesen. Schon die Abgrenzung des Betriebsbegriffs stellt die Arbeitsrechtler vor Probleme. Was ist denn bei der Bahn ein Betrieb, was ein Unternehmen? Ich zähl mal auf: DB Fernverkehr AG, DB Netz AG, DB Station und Service GmbH, DB Regio GmbH, DB Regio Netz GmbH, DB Systel GmbH; DB Schenker Rail (vorm. Railion), DB Vertrieb GmbH, DB Fuhrpark Service GmbH, DB Projektbau GmbH, Busverkehr Hessen GmbH... Alle gehören zum Konzern der Deutschen Bahn AG. Wie ist es denn bei DB Systel? Gibt es dort einen EVG-Tarifvertrag? Oder bei DB Fuhrpark Service? Einen Verdi-Tarifvertrag? Oder doch EVG? Und bei Busverkehr Hessen? EVG oder LHO?


    Zu Zeiten, da das Arbeitsrecht noch zwischen Arbeitern und Angestellten unterschied, hatten die Unternehmen immer mit mehreren Gewerkschaften zu tun, die Farbwerke Hoechst AG z.B. mit der IG Chemie und der DAG, da war es allerdings noch leicht, die Unterscheidung an der arbeitsvertraglichen Einstufung festzumachen. Die Tatsache, dass es mehrere Gewerkschaften in einem Unternehmen gibt, ist vermutlich häufiger anztreffen, wenn man mal anfinge zu recherchieren.

    4 Mal editiert, zuletzt von tunnelklick () aus folgendem Grund: Ergänzung im Text; Link eingefügt


  • Leider habe ich im Internet noch keine Zahlen finden können, wie viele Zugbegleiter momentan in welcher Gewerkschaft Mitglied sind. Diese Angelegenheit wird leider von den Medien ausgespart, ich weiß nicht warum.


    Die Zahlen sind rein rechtlich auch ohne Belang. Ein jeder Arbeitnehmer hat das Recht mit seinem Arbeitgeber einen individuellen Arbeitsvertrag abzuschließen. (Vertragsfreiheit) Nur wird in den meisten Fällen der Arbeitgeber dazu nicht bereit sein, und somit gibt es nur Tarifverträge oder Haustarifverträge. Hier kommen nun die Gewerkschaften ins Spiel. Ein jeder Arbeitnehmer hat das Recht sich seine Gewerkschaft selbst auszusuchen. Aus der Vertragsfreiheit resultiert nun, daß eine jede Gewerkschaft unabhängig von anderen Gewerkschaften Tarifverträge aushandeln darf. Der wesentliche Punkt ist, kann z.B. die GDL diese Forderung gegenüber dem Arbeitgeber (hier DB AG) auch durchsetzen? Oder anders formuliert, hat hier irgend jemand keine Zweifel daran, daß ohne Eingreifen des Gesetzgebers die DB AG einen längeren Streik der GDL durchstehen kann?

  • In meiner Firma gibt es auch mehrere Gewerkschaften, und natürlich auch Reibereien. Immerhin ist man (noch) so klug, dem Arbeitgeber gegenüber als Einheit aufzutreten.
    Die GDL muß sich schon die Frage gefallen lassen, oder besser selber stellen, was sie eigentlich will. Also:
    Was ist mein Ziel?
    Ist das die richtige Methode?
    Gibt es andere Möglichkeiten, das Ziel zu erreichen?


    Ja, Herr W. möchte einen eigenen Tarifvertrag haben. Was ist wenn er das hat? Nehmen wir mal an, er hätte.
    Nach der Politik "ohne Rücksicht auf Verluste" oder "Verbrannte Erde", wie ist das Verhältniss zwischen Arbeitgeber und anderen Gewerkschaften?
    Ist noch eine (gute) Zusammenarbeit möglich? Was ist, wenn die GDL in anderen Fragen die Unterstützung der EVG bräuchte?
    Es gibt genug Entscheidungen, da kann der AG mit den Sozialpartnern kooperieren, er muß aber nicht. Die GDL sitzt nicht immer am vermeintlich längeren Hebel.
    Z.B. Abspaltung und Abwicklung eines Betriebzweiges. (Jetzt mal Vermutungen:) Könnte es bei Personalabbau zwei unterschiedliche Sozialpläne geben? "EVGs" werden im Konzern weiterbeschäftigt, "GDLs" betriebsbedingt gekündigt?
    Es ist ja nicht so, das im Güter- und Nahverkehr keine Konkurenz vorhanden ist. Der FV ist etwas monpolistischer, aber (nach meiner Meinung) könnten ÖBB, Westbahn, SBB & Co auch mal ihre Finger ins DB Netz hineinstrecken.

  • Vor allem ein Beamter ist IMMER im Dienst, nur davon sehen wir hier nichts


    Wie viele beamtete Tf (in %) gibt es noch? Und auch für Beamte gibt es gesetzliche Ruhezeiten, auch wenn es Sonderregelungen gibt. Es können nicht alle nichtstreikenden Tf den Betrieb zu 100% über vier Tage aufrechterhalten.
    96 oder 48 Stunden Schichten?

  • Die GdL war früher eine Interessenvertretung der beamteten Lokführer und gehörte dem Deutschen Beamtenbund an. Die Bahnreform hat dazu geführt, dass seit Mitte der 90er Jahre (ich denke seit 1996 -nicht sicher) keine Lokführer mehr verbeamtet werden. Ihre Zahl nimmt also beständig ab und der letzte beamtete Lokführer dürfte Ende der 2030er Jahre in den Ruhestand gehen (spätestens 2045 dürfte es keine Beamten mehr im Führerstand geben).


    Das Handelsblatt behauptet, 40% der rd. 20.000 Lokführer seien Beamte, also rd. 8.0000.

  • Zitat von Condor


    Z.B. Abspaltung und Abwicklung eines Betriebzweiges. (Jetzt mal Vermutungen:) Könnte es bei Personalabbau zwei unterschiedliche Sozialpläne geben? "EVGs" werden im Konzern weiterbeschäftigt, "GDLs" betriebsbedingt gekündigt?


    Ich denke, dass solch ein vorgehen durch Klagen der einzelnen Arbeitnehmer vor dem Arbeitsgericht keinen Bestand habe würde.
    In anderen Dingen würde das schon gehen.

  • Wie das Arbeitsgericht Frankfurt mitteilt, haben die DB Fernverkehr AG, die DB Regio AG, die DB Schenker Rail AG, die S-Bahn Berlin GmbH und die S-Bahn Hamburg GmbH den Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) beantragt; das war heute früh um 8.00 Uhr. Um 16.30 Uhr wird mündlich verhandelt und dananch sogleich eine Entscheidung verkündet.


    Q

  • Ich selbst kann mich nur noch an die Überquellenden Mülleimer erinnern, da damals auch der öffentliche Dienst flächendeckend bestreikt wurde. Aber bei Spiegel Online habe ich einen Bericht gefunden:
    http://www.spiegel.de/wirtscha…e-toiletten-a-498667.html


    Das habe ich ganz anders in Erinnerung - damals mußte ich mit der S-Bahn nach Düsseldorf zur Uni. Die Rheinbahn wurde komplett bestreikt, aber die S-Bahn fuhr. Anfangs ganz normal, da nur die Werkstätten nicht arbeiteten. Nach wenigen Tagen mußte der Takt ausgedünnt werden, um Kilometer zu sparen, von 20-min-Takt (Normalfahrplan) über 30-min- (Wochenendfahrplan) auf 40-min-Takt (jeder zweite Zug). Erst in der zweiten Woche ging nichts mehr. Verblüffendste Feststellung: Die S-Bahnen waren (zumindest gefühlt) nicht voller als normal, und der Autoverkehr in Düsseldorf wesentlich geringer als üblich - als hätte jeder Autobesitzer die ausfallenden Züge als Lizenz zum Blaumachen genutzt.


    Der Verkehrsverbund hat hinterher übrigens die nicht genutzten Monatskarten erstattet bzw. bei Abos deren Laufzeit entsprechend verlängert.

  • Einen differenzierten Kommentar zum aktuellen Streik gibt es heute bei der "Zeit":


    http://www.zeit.de/wirtschaft/…hrer-streik-gdl-kommentar



    Mehrere Zitate daraus:




    Fág an Bealach!