Bahn frei für die Brennstoffzelle

  • Aus welchen Gründen auch immer sind meist einige abgeschaltet. Wenn diese nur aus Lastgründen abgeschaltet sein sollten, ist es ja schon fast Verschwendung, diese nicht zur Produktion von Wasserstoff heranzuziehen.

    "Darf" der Betreiber des Winrades das auch? Ist es nicht so, das mehr oder weniger privat produzierter Strom nur für bestimmte Zwecke genutzt werden darf? Es gibt da doch ein "Stromeinspeisungs Gesetz" das einige Hürden beinhaltet Strom einfach so einzuspeisen.

    Ich meine "einfach so" eher politisch denn technisch. Wo käme eine EON denn hin, wenn jeder ein Solarpanel auf dem Dach hat und den Strom ins Netz einspeist.

    Unsere Regierung will in Forschung und Entwicklung von "grünen Wasserstoff " investieren und hat das zusammen mit der Brennstoffzelle als Schlüsseltechnologie eingeordnet.

    Das ist nicht wirklich neu. In den 80iger Jahren war ich bei einer Messebau Firma beschäftigt. Da hatte ich den Auftrag auf einem dem Bund gehörenden Versuchsgelände bei Bonn die "Solar Wasserstoff" Austellung aufzubauen. Das war die Zeit, als auf dem neuen Lurgi Gelände im Merton Viertel ein mit Wasserstoff betrirbener Mercedes herumfuhr.

    Von daher,- des Kaisers neue Kleider. Vermutlich hat sich die Wasserstoff Lobby endlich durchgesetzt.


    Endlich nimmt die Wasserstoff Geschichte Fahrt auf:)

    Es sind aber noch Hürden zu nehmen,- technischer Natur und politischer Natur.

  • Regenerative Energieträger, also vor allem Photovoltaik und Windkraft, sind die ersten, die nur bei minimaler Überdeckung des Energiebedarfs in unserem Stromnetz zwangsweise abgeschaltet werden...

  • Und letztlich akzeptieren wir aktuell, dass wir etwa die Hälfte des Brennwerts von Öl in die Verteilung des Öls stecken (Transport, Tankstellen, Raffinerien) und dann noch der Großteil im Motor flöten geht. „Power to Gas ist zu ineffizient“ hört sich da wie ein ganz schlechtes Argument an.

    Dass wir, wie vor 100 Jahren Ineffizienz akzeptieren, resultiert m.E. im Schwerpunkt daraus, dass sie uns einerseits kaum bewusst sind (wer versteht denn wirklich, dass er mit sechs Litern Diesel auf 100 km in einer Well-to-Wheel Betrachtung nicht nut 6 x 9,6 kWh seines Tankinhalts sondern weitere 6 x 7 kWh verbraucht, damit das Zeug erst mal in diesen Tank kommt) und weil wir glaubten, uns diese Ineffizienz leisten zu können.


    Meine Hoffnung ist, dass inzwischen beides vorbei ist.


    Wenn es effizientere Möglichkeiten zur Speicherung von Strom gibt, sollten diese Priorität haben. Dazu gehört, dass an möglichst vielen Stellen Lademöglichkeiten für elektrische Fahrzeuge aller Art bestehen, deren Ladestrategie nicht das möglichst schnelle Volladen, sondern die Bereitstellung von Speichern für Spitzenverfügbarkeit ist.


    Dass unsere Regierung gerade wieder mit Fördergeldern um sich wirft, dürfte eher darinliegen, dass die Empfänger so Geld fördern können, als daran, dass man jetzt irgendwas "in Fahrt" bringen möchte. Da wird mit Milliardenhilfe ein totes Pferd geritten.

    Einmal editiert, zuletzt von Xalinai2 ()

  • Meine Hoffnung ist, dass inzwischen beides vorbei ist.


    Wenn es effizientere Möglichkeiten zur Speicherung von Strom gibt, sollten diese Priorität haben. Dazu gehört, dass an möglichst vielen Stellen Lademöglichkeiten für elektrische Fahrzeuge aller Art bestehen, deren Ladestrategie nicht das möglichst schnelle Volladen, sondern die Bereitstellung von Speichern für Spitzenverfügbarkeit ist.

    Die Hoffnung teilen wir durchaus. Allerdings :

    • „Effizienz“ ist gerade im Speicherbereich eine Funktion der Speicherdauer. Batterien selbstentladen, Gasspeicher sind undicht. Es werden Langzeitspeicher notwendig, mindestens auf einer Skala von 6 Monaten, eventuell sogar ein Jahr. Wie sich die Zeiteffekte bei fertig ausgereiften und angepassten Technologien (also Gasnetz auf höheren H2-Anteil optimiert o.ä.) gegeneinander vergleichen ist mir nicht klar.
    • Es gibt bereits einen riesigen Gasspeicher.
    • Gas wird auch gebraucht, nicht alles geht elektrisch. Nur auf Batterien zu setzen ist daher gar nicht möglich, und auch eine Priorisierung von Batterien gegen Power-to-gas und/oder sogar Power-to-liquid halte ich nicht für fraglos richtig.
    • Ich habe wenig Hoffnung, dass Ladeprofile von PKW auf einen großen gesellschaftlichen Nutzen statt auf den größtmöglichen persönlichen Nutzen der Halterin angepasst werden können. (Solche Fragen sind allerdings Forschungsgegenstand u.a. im Fraunhofer-IEE in Kassel.)

    Schließlich: es ging mir darum, zu zeigen, dass „es ist noch nicht effizient genug“, was häufig als Argument kommt, Unsinn ist; „es ist grundsätzlich zu ineffizient, um es zu betreiben“ ist eine andere Frage, die ich zwar wie gerade dargelegt nicht teile, die aber mMn nicht per sé unsinnig ist.

    • Ich habe wenig Hoffnung, dass Ladeprofile von PKW auf einen großen gesellschaftlichen Nutzen statt auf den größtmöglichen persönlichen Nutzen der Halterin angepasst werden können. (Solche Fragen sind allerdings Forschungsgegenstand u.a. im Fraunhofer-IEE in Kassel.)

    Ich bezweifle das sehr, weil der gesellschaftliche Nutzen hier einem der größten Vorteile des Autos im Vergleich zum ÖPNV genau entgegensteht: Wenn mein Auto nicht genau dann fahren kann wann ich will, dann kann ich auch den ÖPNV benutzen, dann brauche ich es aber auch nicht. Gilt natürlich nur für Regionen mit ÖPNV, der Rest guckt dann in die Röhre und darf zum nächsten Ort laufen oder warten.


    Nichts gegen Akkus als Stromspeicher grundsätzlich, aber die Idee, ein flexibel verfügbares Gerät als geplanten Speicher zu nutzen geht einfach an der Realität vorbei...

  • Ich bezweifle das sehr, weil der gesellschaftliche Nutzen hier einem der größten Vorteile des Autos im Vergleich zum ÖPNV genau entgegensteht: Wenn mein Auto nicht genau dann fahren kann wann ich will, dann kann ich auch den ÖPNV benutzen, dann brauche ich es aber auch nicht. Gilt natürlich nur für Regionen mit ÖPNV, der Rest guckt dann in die Röhre und darf zum nächsten Ort laufen oder warten.


    Nichts gegen Akkus als Stromspeicher grundsätzlich, aber die Idee, ein flexibel verfügbares Gerät als geplanten Speicher zu nutzen geht einfach an der Realität vorbei...

    jein. Es ist m.E. eher ein kulturelles als ein technologisches Problem. Autofahrende denken meistens, sie könnten ja spontan morgen früh vielleicht eine Reichweite von 500 km brauchen, auch wenn die meisten solch langen Fahrten vorhergeplant sind. (Die Mutter im Krankenhaus in Rostock besuchen zu müssen kommt einfach nicht so häufig vor.) Spontan 50 km Reichweite haben zu wollen ist (auf dem Land) viel realistischer, für eine ungeplante Fahrt ins Kreiskrankenhaus oder ins nächste Oberzentrum. Dringte diese Erkenntnis durch, könnten Autobatterien super als Kurzzeitspeicher und -puffer verwendet werden, allerdings würde der dafür nötige Kulturwandel auch dafür sorgen, dass es weniger große private Autos (und mehr Carsharing) gäbe, was die Verfügbarkeit von Akkus einschränkt.

  • Seitens des Staates müsste einfach mal Angefangen werden. Ja wir haben eine Soziale Marktwirtschaft aber das schließt nicht aus das der Staat hier Rahmenbedingungen vorgeben kann und darf. Ich habe bei diesem Thema den Eindruck das man die perfekte technische Lösung implementiert möchte und dabei vergisst das am Anfang eine Reifegrad wie nach Jahrzehnten der Weiterentwicklung basierend auf den Nutzungserfahrung nicht möglich ist.

    Das die Effizienz der Erzeugung, Speicherung und Wiederabrufes nicht gut ist aus meiner Sicht zum jetzigen Zeitpunkt vernachlässigbar.
    Es ist mir bewusst das:
    1. Würde die erneuerbare Stromerzeugung in D konsequent ausgebaut dann wäre der deutsche Jahresbedarfs theoretisch mehrfach gedeckt.

    2. Das Thema ist die Speicherung der überschüssigen Energie die nicht konkret verbraucht wird.
    Führt mich aber trotzdem zur Forderung erste größere Schritte der Umsetzung in vielen Teilbereichen erfolgen müssen. Danach kann immer wieder korrigierend eingegriffen werden, denn die eine Lösung gibt’s nicht die alle Probleme in einem Durchgang löst.

    Ständig erfolgen Querschüsse warum aus diesem oder jenem eine Umsetzung nicht opportun ist. Am Schluss ist ein Jahrzehnt (bzw. ein weiters) um und es ist (wieder) nichts passiert. So wird das nix mit Klima- und Verkehrswende!

    Einmal editiert, zuletzt von main1a ()