[K] Stadtarchiv eingestürzt, Ursache: U-Bahn-Bau?

  • Hallo.


    In Köln ist das historische Gebäude des Stadtarchivs in der Severinstraße und mehrere benachbarte Gebäude eingestürzt, es gab mehrere leicht Verletzte. Aktuell werden zwei Personen vermisst. Ob sich noch weitere Menschen unter den Trümmern befinden, ist derzeit völlig unklar.


    Es wird spekuliert, dass eine nahe gelegene U-Bahn-Baustelle die Ursache für den Einsturz sein könnte. In den U-Bahnschächten in der Nähe der Einsturzstelle gibt es massive Wassereinbrüche.


    Hier sind zwei Stern-Artikel mit Bildern zu dem Unglück:
    Historisches Stadtarchiv eingestürzt
    Bau der Kölner U-Bahn: Kostenexplosion und Kollateralschäden


    Die Rettungsarbeiten dauern noch an.


    Grüße ins Forum
    Helmut

    You'll Never Ride Alone.

    Einmal editiert, zuletzt von Helmut ()

  • Laut WDR-Extra, dass eben bis 20:30 Uhr lief, soll nach Informationen des Kölner Feuerwehr-Pressesprechers in der Baugrube der Nord-Süd-Stadtbahn ein Loch seitlich des Tunnelschachtes entstanden sein, dadurch sei Erdreich in größerem Umfang nachgerutscht und hat dem Stadtarchiv die Erde entzogen und so das gesamte Gebäude zum Einsturz gebracht... - Ein Sprecher der KVB (Kölner Verkehrsbetriebe) hat dies nach WDR-Angaben bestätigt, genauere Details sollen morgen auf einer Pressekonferenz bekanntgegeben werden.


    Im Laufe der Berichterstattung wurde auch noch mal auf die bisherigen Probleme mit dem Stadtbahnbau hingewiesen, so war eine Kirche unweit der Station Severinstraße im September 2004 fast eingestürzt und wurde durch massive Stützfeiler gerettet. -> Das FNF diskutierte übrigens darüber damals dort: K: Schaden beim Tunnelbau


    Weitere Informationen zum Nord-Süd-Stadtbahn-Bau hält die KVB dort bereit: http://www.nord-sued-stadtbahn.de/


    Weitere Informationen bei WDR.de finden sich dort: http://www.wdr.de/themen/panor…_hauseinsturz/index.jhtml

    10.02.01-10.02.19: 18 Jahre U4 zur Messe und Bockenheimer Warte ;)
    11.04.15-11.04.19: Vierter Jahrestag U5-Wagen auf Linie U4 8)
    Seit 09.10.16: Endlich fährt der U5-Wagen auf allen Strecken (U1-U9) :thumbsup:

  • Hoffentlich werden alle noch Vermissten lebend gerettet.
    Horror einfach
    Ein Dank denen die noch lauthals gewarnt haben, dass die meisten Menschen das Gebäude doch noch noch rechtzeitig verlassen konnten.



    Zitat

    ......in der Baugrube der Nord-Süd-Stadtbahn ein Loch..........


    Das spornt natürlich die Gegneranlieger von Schienenbahn ÖPNV Projekten an :(

  • <Zynismus>Vielleicht sehen die Kölner ja endlich mal ein, daß sie von Zügen, außer vom Rosenmontagszug, keinen blassen Dunst haben, und lassen das in Zukunft wieder die Düsseldorfer machen.</Zynismus>

    Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.

  • Könnte der Todesstoß für DII sein, der Kölner OB hat heute morgen im Radio schon so sachen gesagt man müsste in Deutschland überlegen ob es überhaupt zulässig ist U-Bahnen unter so dicht besiedeltem Gebiet zu bauen... Stellt sich die Frage, wo man sonst U-Bahnen bauen soll und warum man im Europaviertel nicht erst die U-Bahn und dann die Gebäude baut sondern umgedreht :rolleyes:

  • Zitat

    Original von Matthias1204
    Könnte der Todesstoß für DII sein, der Kölner OB hat heute morgen im Radio schon so sachen gesagt man müsste in Deutschland überlegen ob es überhaupt zulässig ist U-Bahnen unter so dicht besiedeltem Gebiet zu bauen.


    Das ist doch angesichts des Ereignis schnell dahin gesagt. Denke, die Nord-Süd-Stadtbahn ist in diesem Bereich etwa mit der B-Strecke rund um den Römer zu vergleichen. Entlang der geplanten D-II ist die Bebauung doch nirgendwo so dicht. Dazu kommt noch, dass es meiner Meinung nach keine Pflicht gibt, die D-II auch so auszuführen. Stattdessen sollte man erstmal Alternativen prüfen.

  • Hat mich halt an ein Hauptargument der Pro 16 erinnert, das bei nem U-Bahn Bau ja auch Schäden an den Häusern der Ginnheimer Landstraße auftreten könnten. Bei dem ich seinerzeit auch gedacht hab, jo bestimmt passiert sowas in Deutschland nich, da hab ich mich wohl getäuscht.

  • Die Frage ist doch eher - welchen Baufehler wurde beim Bau gemacht?


    In München gab es ja auch mal ein Vorfall beim Tunnelbau.

    In god (an invention by mankind) we trust - on earth we don't


    Sincerly yours, NSA
    powered by US government

  • Zitat

    Original von K-Wagen


    Da verschwand einst ein ganzer Linien Bus Heck voran in einem Kiesloch.


    Ich habe mal "gegoogelt" und dabei einen SPON-Artikel ("[URL=http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,21817,00.html]Ursache des Münchner "Todeskraters" geklärt[/URL]") aus dem Jahr 1999 gefunden, dieser berichtet über die Untersuchungsergebnisse zum Busunfall in München im September 1994. - In meheren Nachrichtensendungen wurden heute auch Bilder vom Münchener Unglück gezeigt und die damaligen Ereignisse mit den aktuellen Kölner Vorfällen verglichen.

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  • Zitat

    Original von Matthias1204
    Könnte der Todesstoß für DII sein, der Kölner OB hat heute morgen im Radio schon so sachen gesagt man müsste in Deutschland überlegen ob es überhaupt zulässig ist U-Bahnen unter so dicht besiedeltem Gebiet zu bauen...


    Ist klar, auf einmal ist so was unausweichlich, höhere Gewalt, in dichtbesiedeltem Gebiet unmöglich...
    Andere Leute könnten behaupten, dass da im wahrsten Sinne des Wortes Mist gebaut wurde. Schramma möchte nur den Kopf aus der Schlinge bekommen, bevor die K***e zu dampfen beginnt. Wäre nicht der erste Politiker, dessen Karriere abrupt beendet wird.

  • Zitat

    Original von K-Wagen
    Dass es zu Bodensetzungen durch Tunnlebau kommen kann ist ja nix neues.


    Richtig, Setzungen wurden ja erwartet und werden in KVB-Broschüren als ungefährlich beschrieben. Aber dass große Risse in diversen Gebäuden auch vor dem jetzigen Ereignis entstehen, war sicherlich nicht geplant. Bei einem anderen Anwohner ist wohl scheinbar Bentonit in den Keller eingedrungen, so der WDR.


    Die Beschaffenheit des Bodens, so der WDR, sei in dem Bereich nahe des Rheins eine Wundertüte. Man wisse erst was einen unten erwartet, wenn man gebuddelt hat.

  • Zitat

    Original von Bob
    Die Beschaffenheit des Bodens, so der WDR, sei in dem Bereich nahe des Rheins eine Wundertüte. Man wisse erst was einen unten erwartet, wenn man gebuddelt hat.


    Trotzdem hat man Grundwasserabsenkung gemacht, vielleicht wäre es sinnvoller gewesen darauf zu verzichten. Es wird interessant werden, wie man das Projekt zu Ende bringen wird. Aufgegeben wird es bei den schon verbauten Summen definitiv nicht.


  • Quelle: Pressemitteilung der KVB vom 04.03.2009

  • n-tv hat gerade berichtet, das der Oberbürgermeister seine Aussage von gestern relativiert hat und nun sich für einen zeitlich begrenzten Baustop ausspricht.
    Desweitern hat sich das Gebäude einer gegenüberliegnden Schule innerhalb von 24 Stunden um 2mm abgesenkt. Aus diesem Grund hat man das Gebäude nun gesperrt und abgestützt, da man befürchtet es könnte auch noch einstürzen.

    Das ist dein Moment komm und lebe und erfüll dir deinen Traum, das ist dein Moment komm und fliege wie ein Stern durch Zeit und Raum.
    [SIZE=3].[/SIZE]
    Wo ich meine Träume fand und immer find, bei dir sind alle Sorgen frei, böse Worte werden gut und fein, du hast das Glück gebucht und niemals Langeweile.


    Nur Mut, schwächt das Böse seid stark, wenn ihr ihm begegnet - dort oben...
    [SIZE=3].[/SIZE]
    ten - nine - IGNITION SEQUENCE STARTS - six - five - four - three - two - one - zero -ALL ENGINES RUNNING...

  • Ist immer lustig, wenn Politiker, die vermutlich nicht vom Fach sind, Maßnahmen fordern. Ein Baustopp bei "offenen Adern" - wäre das nicht noch viel schlimmer? Man würde wohl gerade in der instabilen Phase aufhören, so dass diese ewig andauert? OK OK, ich bin ja auch nicht vom Fach.

    fork handles

  • Zitat

    Original von Jörg L
    Ist immer lustig, wenn Politiker, die vermutlich nicht vom Fach sind, Maßnahmen fordern. Ein Baustopp bei "offenen Adern" - wäre das nicht noch viel schlimmer? Man würde wohl gerade in der instabilen Phase aufhören, so dass diese ewig andauert? OK OK, ich bin ja auch nicht vom Fach.


    Wenn man das Originalzitat genau liest oder hört, wird man feststellen, dass er sich auf KÜNFTIGE Projekte bezog. Da macht Nachdenken auch Sinn ...


    Wenn ich da so an die Karlsruher Kombilösung denke, die einst mit einem Kosten-Nutzen-Faktor von 1,19 berechnet wurde, also bei 496 Mio. Kosten 588 Mio Nutzen, und nun kürzlich neu mit Kosten von 588 Mio berechnet wurde und, wenn man fertig ist, sicher noch teurer ist, also einen Nutzen haben wird, der geringer als die Kosten sind, dann sollte man wirklich überlegen, ob solche Projekte mit zweifelhaftem verkehrlichen Nutzen wirklich noch durchgeführt werden sollen ...


    Bei der Gelegenheit...
    Hat jemand zufällig die Kosten-Nutzen-Faktoren nach standardisierter Bewertung für die Kölner Nord-Süd-Stadtbahn bzw. andere größere unterirdische Projekte in Frankfurt und anderswo zum Vergleichen parat?

  • Zitat

    Original von Darkside
    Die Frage ist doch eher - welchen Baufehler wurde beim Bau gemacht?


    In München gab es ja auch mal ein Vorfall beim Tunnelbau.


    Und das ist weltweit nicht der einzige Vorfall, wenn Tunnelbauer Tunnel bauen ...
    Im Netz fand ich bspw. diese Übersicht für gut 10 Jahre. So mind. 1x pro Jahr kracht irgendwo auf der Welt ein in Bau befindlicher Tunnel zusammen. Soviel zum Thema "anderswo kann man schließlich Tunnel bauen".

  • Ich will jetzt hier keine falschen Behauptungen aufstellen und habe mich auch nur kurz etwas mit der politischen Situation in Köln beschäftigt, aber das sieht mir doch alles sehr danach aus, dass hier versucht wird die von dem Ereignis erschütterten Bürger Kölns in Bezug auf die anstehende Kommunalwahl zu beeinflussen. Die Planung der Nord-Süd-Stadtbahn fand wohl in etwas besseren Jahren einer großen deutschen Partei statt. Ist doch irgendwie klar, dass ein Politiker der gegnerischen Partei diese Gelegenheit sofort nutzt und nun zum Gegenschlag ausholt. So funktioniert Politik! X(


    (Dass manche Politiker bei solchen Ereignissen etwas weit ausholen, hat man vor etwa einem Jahr bei Kriminalfällen junger Personen im öffentlichen Nahverkehr gesehen)

    Einmal editiert, zuletzt von Torben ()