S-Bahn Rhein-Main mit Pünktlichkeitsrekord

  • Gruß Tommy

  • Hallo.

    Es gibt sie aber immer noch: Verspätungen, die für die 10-Minuten-Garantie ausreichen.

    Beispiel vom Dienstag: S1 nach Wiesbaden, Eddersheim ab 15:03, kam erst um 15:17. Als Grund für die Verspätung wurde zunächst eine Signalstörung, danach eine Überholung angesagt.

    Grüße ins Forum

    Helmut

    You'll Never Ride Alone.

  • Mich würde die Pünktlichkeitsquote interessieren, wenn man auch Ausfälle und Züge mit 3-6 Minuten Verspätung einrechnet.

    Ausfälle kann man nicht berechnen. Was willst Du denn dann für einen Wert nehmen? 100 Jahre Verspätung? Wenn er nicht kommt, kann man auch keine Verspätung berechnen. Das muss dann in eine gesonderte Liste genommen werden.


    Die Berechnung ab 6 Minuten Verspätung finde ich aber sehr wohl absurd. Bei 5 Minuten Verspätung kann doch nicht von einer Pünktlichkeit die Rede sein. Ich finde, alles was mehr als 2 Minuten Verspätung hat, muss berechnet werden und am Bahnhof angesagt bzw. angezeigt werden. Beim Umsteigen ist es oft entscheidend, ob der Zug 2 Minuten verspätet ist oder 4 Minuten verspätet ist. Unter Umständen kommt bei einer Verspätung dieser Höhe eine andere Route infrage, aber wenn man nicht weiß, ob es nun 2 oder 6 Minuten sind, kann man auch nicht unbedingt wissen, welchen Zug man am besten nimmt. Die "Circa 5 Minuten" können viel heißen. Ich habe es schon erlebt, dass 11 Minuten nach der Abfahrtzeit immer noch 5 Minuten an der Anzeige standen. So etwas darf nicht passieren! Und diese 5er-Schritte finde ich viel zu ungenau. Das sollte minutengenau ausgeschildert werden. Ich muss dann oft ins Öffi auf meinem Handy schauen, um die genaue Abfahrtzeit zu sehen und zu entscheiden, ob es sich noch lohnen könnte, sich zu beeilen oder ob ich entweder eine andere Linie nutze oder die nächste Verbindung. Weil damit, was am Bahnhof angezeigt wird, kann ich nicht immer rechnen.

    Mit freundlichen Grüßen


    André Hergert

    Einmal editiert, zuletzt von Dorfbewohner ()

  • Die Berechnung ab 6 Minuten Verspätung finde ich aber sehr wohl absurd. Bei 5 Minuten Verspätung kann doch nicht von einer Pünktlichkeit die Rede sein. Ich finde, alles was mehr als 2 Minuten Verspätung hat, muss berechnet werden und am Bahnhof angesagt bzw. angezeigt werden.

    Die Rechnung ist aber grundsätzlich absurd und Du wirst nie eine absolute Wahrheit finden. Insbesondere, wenn Reisende mit unterschiedlichen Reiseprofilen im Zug sitzen:

    1. Der Reisende, der nur für 5 Kilometer in der S-Bahn sitzt und keinen Anschluß benötigt, dem drei Minuten egal sind,

    2. Der Reisende, der ebenfalls nur 5 Kilometer in der S-Bahn sitzt, aber seinen Anschlußbus schon bei zwei Minuten verpaßt, was ihm aber egal ist, weil der nächste in vier Minuten hinterherfährt,

    3. Der Reisende, der ebenfalls nur 5 Kilometer in der S-Bahn sitzt, aber seinen Anschlußbus schon bei zwei Minuten verpaßt, was ihm aber nicht egal ist, weil der nächste erst 30 Minuten später fährt,

    4. Der Reisende, der gerade anderthalb Tage quer durch Europa mit dem Nachtzug aus Lissabon und über Paris nach Frankfurt gekommen ist und der die S-Bahn auf den letzten fünf Kilometern nutzt und dem eine Verspätung von 10 Minuten angesichts der Gesamtreisezeit von 18+ Stunden herzlich egal ist,

    5. Der gleiche Reisende, der zwar die 18 Stunden hinter sich hat, aber auch seinen Anschlußbus gerne erreichen würde,

    etc. etc.


    Also welche Zeitspanne willst Du für eine allgemeingültige Pünktlichkeitsgrenze ansetzen? Das ist wie mit den Corona-Abstandsregeln. Die einen meinen 1,50 Meter sind OK, anderen wollen die Leute gleich 5 Meter auseinander halten. Staaten erlauben Aufenthaltsradien von 1 km um die Wohnung, andere sehen 15 km als in Ordnung an. Welche Rechnung ist da die richtige?

  • Ausfälle kann man nicht berechnen. Was willst Du denn dann für einen Wert nehmen? 100 Jahre Verspätung? Wenn er nicht kommt, kann man auch keine Verspätung berechnen. Das muss dann in eine gesonderte Liste genommen werden.

    das ist... sagen wir: erfolgreiche Propaganda (oder „Augenwischerei“) der Bahn. Es wäre nur dann richtig, wenn die durchschnittliche Verspätung betrachtet würde, aber diese ist 1. keine sinnvolle Zahl und 2. auch nichts, was veröffentlicht wird.


    Was veröffentlicht wird, ist der Anteil der Züge, die pünktlich (für einen gegebenen Wert von „pünktlich“) gefahren sind, gemessen an der Anzahl aller Züge, die gefahren sind. Verspätete Züge tauchen nur im Nenner auf.


    „Gemessen an der Anzahl aller Züge, die hätten fahren sollen“ ist problemlos definierbar und würde Ausfälle einschließen. Dass das mit einer fadenscheinigen Begründung nicht getan wird, hat im besten Fall historische Gründe.


    Eine noch viel sinnvollere Zahl wäre die Verspätung des mittleren Zuges (Median, nicht Durchschnitt), diese würde auch kein Problem mit ausfallenden Zügen erzeugen.

  • Der Satz „die Züge waren zu 94,2% pünktlich“ besagt eigentlich nur, dass 94,2% aller fahrplanmäßigen Fahrten mit weniger als 6 Minuten Verzögerung am Ziel eingefahren sind.


    Eine S-Bahn-Linie mit 30 Stationen, kann an – sagen wir: 29 Stationen pünktlich, sogar auf die Minute pünktlich sein, und am Ziel mit 8 Minuten Verspätung einlaufen. Ist dann der Pünktlichkeitswert dieses Kurses 0?


    Wozu also ist ein pauschaler prozentualer Pünktlichkeitswert wichtig? Was bringt mir diese Information?

  • Wozu also ist ein pauschaler prozentualer Pünktlichkeitswert wichtig? Was bringt mir diese Information?

    Auch hier: dieser Pünktlichkeitswert ist unbrauchbar, aber nicht jeder denkbare.


    Die Lösung hier wäre, jede (geplante) Ankunft zu zählen, nicht nur die an Endbahnhöfen.


    Dann hätte dein Zug einen Pünktlichkeitswert von 97%.

  • Na wenn schon, dann geplante Ankunft und geplante Abfahrt. jede Station hat zwei Pünktlichkeitswerte. Denn was besagt die pünktliche Ankunft, wenn der Aufenthalt 2 Min. zu lange dauert?

    Da würde ich differenzieren, denn eine verspätete Ankunft ist (potenziell) viel gravierender als eine verspätete Abfahrt. Bei verspäteter Abfahrt besteht ja immer noch die theoretische Möglichkeit, dass die Verspätung unterwegs rausgefahren wird - in dem Fall hätte niemand durch die verspätete Abfahrt irgendeinen Nachteil. Eine verspätete Ankunft ist aber unrettbar verspätet, mit allen eventuellen Konsequenzen.

  • Na wenn schon, dann geplante Ankunft und geplante Abfahrt. jede Station hat zwei Pünktlichkeitswerte. Denn was besagt die pünktliche Ankunft, wenn der Aufenthalt 2 Min. zu lange dauert?

    genau das gleiche. Wann der Zug abfährt, mag ein Indikator dafür sein, ob er beim nächsten Halt pünktlich ankommen kann oder nicht, aber es determiniert das im Allgemeinen nicht.


    Beispiel: zwischen Nürnberg und Würzburg haben ICEs bis zu 12 Minuten „Luft“ im Fahrplan. Wenn der Zug in Nürnberg nun 6 Minuten auf Abschlussreisende wartet, kann er in Würzburg dennoch pünktlich sein. Warum würdest du diese Anschlusswahrung als Malus zählen wollen? Wer hat davon einen Nachteil?

  • Zitat von tunnelklick
    Denn was besagt die pünktliche Ankunft, wenn der Aufenthalt 2 Min. zu lange dauert?

    Wenn der Aufenthalt 2 Minute zu lange dauert, und dieses wird bis zum nächsten Halt herausgeholt, ist es für den Fahrgast egal. Der Zug kommt ja am nächsten Halt pünktlich an. Kommt der Zug dort verspätet an, erscheint er sowieso in der Statistik der verspäteten Ankünfte. Also sollten die tatsächlichen Ankünfte als Untersuchungsmerkmal reichen.

  • Ja, weil normalerweise wird der Zug mit wenigen Minuten oder 5 Minuten Verspätung angesagt.


    Wenn man die Pünktlichkeit haben will, dann kann man sich an den FDL denke ich mal wenden

    LUKAS Küster:)

  • Ausfälle kann man nicht berechnen. Was willst Du denn dann für einen Wert nehmen? 100 Jahre Verspätung? Wenn er nicht kommt, kann man auch keine Verspätung berechnen. Das muss dann in eine gesonderte Liste genommen werden.

    Aus Fahrgastsicht ist ein Zugausfall eine Verspätung bis zur nächsten Verbindung die fährt.

    Also Zugausfall bei 30-Minutentakt heißt, mindestens 30 Minuten aufs Verspätungskonto - wenn denn der nächste Zug pünktlich ist.


    Und umgekehrt ist eine Verspätung die länger ist als die Taktfolge natürlich aus Fahrgastsicht ein Ausfall.


    Damit kann man die Statistiken sowohl der Verkehrsverbünde, die Zugausfälle zählen, aber auch diejenigen, die Verspätungen zählen "berichtigen".

  • Ich habe es schon erlebt, dass 11 Minuten nach der Abfahrtzeit immer noch 5 Minuten an der Anzeige standen.

    Mittlerweile steht aber sowieso an den meisten neuen Anzeigen mit IRIS+ die genau Uhrzeit, an dem der Zug laut Prognose kommt.


    Aber irgendwie hängen Bahnhöfe wie der Frankfurter Hbf hinterher

  • Also Zugausfall bei 30-Minutentakt heißt, mindestens 30 Minuten aufs Verspätungskonto - wenn denn der nächste Zug pünktlich ist.

    Welches Konto genau? Die ganze Prämisse hier ist, dass denn veröffentlicht würde, wie viele Fahrten welche Verspätung hatten oder dass die genaue Zahl in irgendeine veröffentlichte Statistik einflösse. Beides ist nicht der Fall.


    Statt dessen wird jede Fahrt oberhalb einer Schwelle gleichwertig gezählt. Es ist für die Statistik vollkommen unerheblich, ob sie 6:24 Minuten oder 26:37 Minuten nach Plan ankam.

  • Es geht hier um eine Zahl die zeigt wie viele % aller Züge weniger als X Minuten Verspätung hatten.

    Einiges liest sich als wird eine Fahrgastfahrteinzelauswertung aller durchgeführten Einzelfahrten gewünscht...

    lässt sich leicht erheben - einfach eine Datenschutzistüberbewertetmeinedatendürfenallehaben-App

    programmieren und diese als Zwang für jeden der im ÖPV unterwegs ist auferlegen. Dann gibt es dazu

    realisitisch verwertbare Daten :)

    In god (an invention by mankind) we trust - on earth we don't


    Sincerly yours, NSA
    powered by US government

  • Welches Konto genau? Die ganze Prämisse hier ist, dass denn veröffentlicht würde, wie viele Fahrten welche Verspätung hatten oder dass die genaue Zahl in irgendeine veröffentlichte Statistik einflösse. Beides ist nicht der Fall.


    Statt dessen wird jede Fahrt oberhalb einer Schwelle gleichwertig gezählt. Es ist für die Statistik vollkommen unerheblich, ob sie 6:24 Minuten oder 26:37 Minuten nach Plan ankam.

    Das ist Bahntheorie.

    Verspätung ist für den Fahrgast die Zeit, die er später ankommt, als er mit der fahrplanmäßigen Verbindung angekommen wäre.

    Wenn man durch Ausfallenlassen von Zügen die Verspätungsstatistik verbessern kan, dann lässt man Züge, die verspätet wären, ausfallen.


    Umgekehrt bekommt man dadurch, dass man nicht nach Verspätung aus Bahnsicht (der Zug um 14:40 ist mit 20 Minuten Verspätung um 15:00 gefahren) sondern aus Fahrgastsicht rechnet (pünktlich um 15:00 war ein Zug da) einen Bonus.