Neue Verbindung im Gallus / mit der Mainzer Landstraße

  • ... damit sollten wir uns nicht zufriedenen geben. Es gibt keine Sonderkonjunktur für Frankfurt. Werden in Deutschland, Europa und der Welt keine U-Bahnen gebaut?

    Nur mal so als Beispiel: In den vergangenen 35 Jahren haben sich 24 Städte/Gemeinden/Verwaltungsverbände in Frankreich dazu entschlossen, ein Straßenbahnsystem neu zu bauen. Für eine U-Bahn haben sich exactemeng Null entschieden. Vier Städte (Strasbourg, Nice, Lyon, Rouen) haben eine abschnittsweise unterirdische Führung ihrer Straßenbahn, allerdings nicht aus dem Willen heraus, einen Tunnel bauen zu wollen, sondern meist, weil es Zwangspunkte im Netz gab (Unterquerung des Bahnhofs oder eines Flusses z. B.). Vier Städte haben sich [zusätzlich] eine Minimetro angelacht (Rennes, Toulouse, Lille, Flughafenzubringer Paris). Diese Zahlen sprechen wohl für sich.


    Du darfst auch gerne die Absolutzahlen in gebauten Kilometern Straßenbahn vs. U-Bahn raussuchen und vergleichen. Der Bau von U-Bahn-Kilometern ist gegenüber Neubaustraßenbahnen praktisch vernachlässigbar.

  • Die Rundschau berichtete darüber, dass in den nächsten Jahren als Folge der Corona-Pandemie erheblich gespart werden muss.

    und woher nimmt unser Lieblingsqualitätsblatt diese Gewissheit? Was wir wissen ist, dass die Pandemie hohe Kosten verursacht. Was wir nicht wissen, ist wie diese Kosten in Zukunft gedeckt werden. Wer weiß — vielleicht raufen sich ja die Parteien Links der CDU (also all jene, die die Union grade als linksextrem diffamiert: SPD, Linke und Grüne) ja mal im Wahlkampf zusammen und verstehen, dass der politische Gegner nicht im eigenen Lager ist, und setzen nach der Wahl durch, dass 1. die Krisengewinner*innen die Zeche zahlen und 2. die Wirtschaft durch öffentliche Investitionen am leichtesten angekurbelt werden kann.

  • Die Rundschau bezieht sich auf eine Haushaltsdebatte der Stadtverordnetenversammlung, bei der sich die Koalitions-Parteien auf einige Eckpunkte für Sparmaßnahmen geeinigt haben. Trotz aller richtigen Hinweise von baeuchle werden auch einige zentrale Entscheidungen in Berlin gefällt.


    Und auch der weitere Gesichtspunkte sollte bedacht werden - auch, aber nicht nur wegen der Kosten, dass Straßenbahn - oder ggf. auch oberirdische Stadtbahn-Verlängerungen sich schneller realisieren lassen als unterirdische Projekte und damit auch schneller vorzeigbare Verbesserungen schaffen.

  • Bezüglich der Finanzierbarkeit künftiger U-Bahn-Strecken in Frankfurt sehe ich verschiedene Aspekte:
    Zum einen sind Bund und Land aufgrund des Themas CO2-Vermeidung zurzeit gezwungenermaßen recht spendabel beim ÖPNV-Ausbaus (Zitat Frank Nagel : Die Städte haben die Wahl), wodurch Frankfurt einen verlockend geringen Eigenanteil zu zahlen hat,
    zum anderen sollte man auch für die mittelfristige Perspektive Projekte im Köcher haben. Auch in zehn Jahren kann es wieder Zuschüsse geben.

    Den Lückenschluss U4 darf man trotz Tunnel auf keinen Fall aufschieben, seine Notwendigkeit ist auch recht einsichtig, selbst wenn der Bund wieder sparen wollte,
    und die hier im Thread besprochene Verbindung ist nur ein kleines Projekt, das tatsächlich Straßenbahn-Charakter hat und nicht aufgeschoben werden sollte. (dto. für U5-Nord, U7-RTW)

    Ob man nach (oder gar neben) der U4 (BW-Ginnheim) ein weiteres Tunnelprojekt in Angriff nehmen wird, darüber wird die Stadt wahrscheinlich noch dreimal hin- und herentscheiden.

  • Wieso ist eigentlich die Diskussion darüber, ob Frankfurt neue U-Bahn-Tunnel bauen soll oder nicht, hier im Forum als auch in der wirklichen Politik derartig dadurch geprägt, ob Frankfurt mehr U-Bahn als Statussymbol haben sollte, um als wichtige Stadt ernst genommen zu werden oder das lieber nicht, statt die Sache einmal mehr pragmatisch zu betrachten?


    Tunnel braucht man dort, wo für eine Straßenbahn kein Platz ist, eine Straßenbahn viel zu langsam unterwegs sein müsste oder ein hohes Fahrgastaufkommen, dem man nicht durch eine Taktverdichtung gerecht werden kann, Züge mit mehr Platz braucht. Aber nicht deshalb, weil U-Bahn-Stationen in einem Stadtviertel besonders schick sind und eine Straßenbahn zweitklassig wirkt.

  • und woher nimmt unser Lieblingsqualitätsblatt diese Gewissheit? Was wir wissen ist, dass die Pandemie hohe Kosten verursacht.

    Die Tatsache dass trotz FInanzkrise, Eurokrise, Trumpkrise die Zinslast das Bundes von einem Hoch von €41 Milliarden in 2008 auf grade mal €6,5 Milliarden letztes Jahr gesunken ist, scheint die Anhänger dieses komischen "jetzt muss doch endlich mal gespart werden" Glaubens nicht von diesen abzubringen.

  • Ist jetzt evtl. ein bisschen OT, aber könnte man nicht auch versuchen, die Anbindung von Nied/Griesheim eher durch die Vollbahn zu verbessern? Auf der Königsteiner Bahn ist ein T15 meines Wissens auch offiziell angedacht; zu einer Elektrifizierung gibt's glaube ich auch auch schon offizielle überlegungen. Mit den damit verbundenen Fahrzeitverringerungen hätte man locker Zeit für paar Halte östlich Höchst, sagen wir mal Nied-Ost, Waldschulstraße, und an der Mainzer Landstraße im Gallus. Das deckt vielleicht etwas andere Fahrgastströme ab, aber würde doch sicherlich auch entlasten.

  • Trotz aller richtigen Hinweise von baeuchle werden auch einige zentrale Entscheidungen in Berlin gefällt

    Genau genommen: „wie“ in meinen richtigen Hinweisen. Ich meinte vorhin den Bundestagswahlkampf, denn die angesprochenen Überlegungen zu Investitionen und Refinanzierung, sind eben Bundesentscheidungen. Und auch Verhalten von Parteien im Wahlkampf ist keine Frage, die zwei Wochen vor einer Wahl geklärt werden kann — hier gibt es mir ebenso um den erst noch beginnenden Wahlkampf statt dem fast schon fertigen.

    Die Tatsache [...]scheint die Anhänger dieses komischen "jetzt muss doch endlich mal gespart werden" Glaubens nicht von diesen abzubringen.

    Und wie auch, wenn die Parteien, die dafür in Frage kämen, sich jedes Mal gegenseitig kannibalisieren und allerhöchstens hauchdünne Mehrheiten erzielen — die sie dann nicht nutzen — anstatt offensiv zu versuchen, ihr Lager gemeinsam zu stärken und sich gegenseitig zu ergänzen?


    Sorry für das OT.

  • Die Diskussion um Tunnel kommt gerne mal auf, wenn der MIV zurückstecken müsste, um Platz für eine Straßenbahn zu schaffen. Statt zu sagen "Ich bin gegen eine Straßenbahn" ist es viel einfacher, "Ich bin für eine Straßenbahn, aber..." zu sagen.


    Sparen wegen Corona - ist das der richtige Weg? Sparprogramme schaden der Wirtschaft, die gerade schon durch Corona daniederliegt. Das Austeritätsprogramm in Griechenland hat für jeden Euro Einsparungen zwischen 1,50 und 2 Euro Steuermindereinnahmen verursacht (Bericht des IWF). Die Staatsquote in Deutschland liegt bei rund 43%. Wenn der Staat nur 10% seiner Ausgaben spart, schrumpft das BIP direkt um 4,3% - und indirekte Effekte kämen noch dazu. Die Bundesregierung hat ja schon im letzten Jahr ein Corona-Konjunkturpaket aufgelegt, das neben der MwSt-Senkung einen Forschungsschwerpunkt hatte. Ein neues Programm könnte ein Klima-Konjunkturpaket enthalten. Problem eines solchen Paketes zur Förderung des ÖPNV wären die langen Planungszeiten.


    Zur Anbindung des ICE-Werks: Es gibt bereits westlich des Werkes an der A5-Brücke einen Fussgängerweg über die S-Bahn-Strecke, über den man eine Straßebnbahnhaltestelle nördlich der S-Bahn erreichen könnte.

  • Ist jetzt evtl. ein bisschen OT, aber könnte man nicht auch versuchen, die Anbindung von Nied/Griesheim eher durch die Vollbahn zu verbessern? Auf der Königsteiner Bahn ist ein T15 meines Wissens auch offiziell angedacht; zu einer Elektrifizierung gibt's glaube ich auch auch schon offizielle überlegungen. Mit den damit verbundenen Fahrzeitverringerungen hätte man locker Zeit für paar Halte östlich Höchst, sagen wir mal Nied-Ost, Waldschulstraße, und an der Mainzer Landstraße im Gallus. Das deckt vielleicht etwas andere Fahrgastströme ab, aber würde doch sicherlich auch entlasten.

    Nied Ost ist seit langem in der Diskussion (und da auch stecken geblieben). Neuesten Informationen nach ist er aktuelle bei der Büchersiedlung (Fußgängerbrücke) geplant.

    Ein weiterer Halt in Höhe Mainzer Landstraße war auch mal in den Überlegungen, meiner Erinnerung nach ist das Vorhanben so gut wie tot.

    Aber beides würde der Überlastung der 11/21 wirklich nur bedingt entgegenwirken.


    Kurz und mittelfristig wird sich erst mal nicht ändern ) leider. Immerhin in ein paar Jahren die T40 und eine gewisse Entlastung durch die verlängerte U5.
    Anderseits ist durch das neue Tramkonzept ist auch dann die Möglichkeit weg, die heutige 21 zur Doppeltraktion aufzurüsten.


    Unabhängig davon sollten die neuralgischen Punkte auf der Mainzer Landstraße beseitigt werde, so z.B. die straßenbündigen Haltestellen sowie Behinderung des Fahrgastwechsels durch PKW Rückstau. Oft genugt ist eine Tür durch ein Auto blockiert, was natürlich den Fahrgastwechsel erheblich verzögert und Verspätungen verursacht. Eine bessere Trennung von Tramund IV Trasse hilft hier auch schon viel.


    Ein weiteres Ärgernis ist aber auch die Dummheit einiger Fahrgäste. Viel zu oft muss sich noch in die Bahn reingezwängt werden, auch wenn direkt dahinter die nachste(n) Bahnen schon anstehen (Eventuell wären auch hier Doppelhaltestellen hilfreich).

  • Nochmal meine Frage: Ist nicht derzeit eine Verlängerung der U5 von der zukünftigen Entstelle entlang der Straße Am Römerhof geplant? Also ein Bogen gen Norden. Wie passt das mit einem Schwenk der Strecken gen Süden zur Mainzer? Über zwei Äste mit dann nur noch halben Takt brauchen wir dann nicht mehr zu sprechen.

    Es muss eine zentrale Haltestelle für das Neubaugebiet geplant werden. Das Gymnasiums ist am westlichen Ende und die dortige Haltestelle liegt nicht optimal. Hier muss nachgebessert werden ...

  • Zur U-Bahn-Diskussion: Vergesst weitere Tunnel. Die Rundschau berichtete darüber, dass in den nächsten Jahren als Folge der Corona-Pandemie erheblich gespart werden muss. Über die begonnenen Projekte hinaus sollten wir uns deshalb nur noch über oberirdische Strecken, Stadtbahn wie Straßenbahn unterhalten. Und auch da dürften eher die vergleichsweise kostengünstigeren Lösungen im wahrsten Sinne des Wortes zum Zuge kommen.

    Bitte die unterschiedlichen Haushalte zwischen Bund, Land und Stadt unterscheiden. Deswegen ist ja beispielsweise eine Straßenbahnanbindung zum Unicampus für die Stadt deutlich teurer als die Variante 3. Im FR-Artikel ging es um den städtischen Haushalt. Deswegen kann diese pauschale Aussage nicht so stehen bleiben.

  • Im Bereich der S-Bahn- und der Regionalbahnstrecke gibt es folgende Entscheidung die noch dieses Jahrzehnt realisiert werden:
    - Verlegung S-Bahn-Station Nied zur Straßenbahnhaltestelle Birminghamstraße,
    - Bau Regionalbahnstation Nied-Ost mit Inbetriebnahme 2. Gleis Homburger Damm,
    - Bau Regionalbahnstation Mainzer Landstraße durch Reaktivierung Gleis 25 im Frankfurter Hauptbahnhof.

  • Es muss eine zentrale Haltestelle für das Neubaugebiet geplant werden. Das Gymnasiums ist am westlichen Ende und die dortige Haltestelle liegt nicht optimal. Hier muss nachgebessert werden ...

    Oder ist der Standort vom Gymnasium ebenfalls nicht optimal? Auch wenn das eine andere Baustelle ist. Die potentiellen Schüler könnten aus dem Europaviertel/ Gallus und Griesheim, Nied, Höchst kommen.

    Oder man gräbt die Strecke ab hinter dem Bowlingcenter unter der Homburger- und Autobahn durch und führt sie am Siedlungsrand zur Mainzer Landstraße hin (etwa Höhe Reifen Diehl).

  • - Bau Regionalbahnstation Mainzer Landstraße durch Reaktivierung Gleis 25 im Frankfurter Hauptbahnhof.

    Wo genau wäre diese Station "Mainzer Landstraße" und von welcher Linie soll sie angefahren werden?


    Ist die Reaktivierung von Gleis 25 bereits beschlossen? Und wie ist der aktuelle Stand der Diskussion über die Reaktivierung von Gleis 26 auf dem Parkplatz Poststraße?

  • Wo genau wäre diese Station "Mainzer Landstraße" und von welcher Linie soll sie angefahren werden?


    Ist die Reaktivierung von Gleis 25 bereits beschlossen? Und wie ist der aktuelle Stand der Diskussion über die Reaktivierung von Gleis 26 auf dem Parkplatz Poststraße?

    Zweckmäßigerweise an der Mainzer Landstraße. Im Gespräch für die RB12 und ?RB15.