Frankfurt kürzt Nahverkehr wegen Personalmangel

  • Eher nicht. Da müsste man den Dienstplan anpassen, den Ablöser statt in den Betriebshof irgendwo an die Strecke schicken, was auch wieder Zeit kostet etc.

    Da dürfte es einfacher sein, wenn derjenige seinen Plandienst abfährt.

    Für Fälle, in denen es darum geht den Schaden aufs große Ganze gerechnet so gering wie möglich zu halten, ist "einfacher" nur dummerweise oft der schlechteste Ratgeber.

  • Für Fälle, in denen es darum geht den Schaden aufs große Ganze gerechnet so gering wie möglich zu halten, ist "einfacher" nur dummerweise oft der schlechteste Ratgeber.

    In diesem Fall ist "einfacher" aber de facto gleichwertig. Ein Kurs fällt aus (warum auch immer). Ob das nun 1931 oder 1934 ist, da gibt es keinen großen Unterschied. Irgendwer wird immer 15 Minuten an der Haltestelle warten müssen, weil er zur falschen Zeit am falschen Ort war.

  • 11 Uhr ist ja Sonntags die Zeit, in der auf 15 min Takt verdichtet wird. Da wäre für mich ein Ausfall der Verdichter naheliegender.

    Nur das bei kurzfristigem Personalmangel weniger ein einzelner Taktverdichter ausfällt, sondern halt einfach ein Dienst. Deswegen schieben die Züge über den Tag verteilt aus Gutleut bzw. Ost ein und aus. Die hätten eigentlich auf der Strecke abgelöst werden sollen.

  • 11 Uhr ist ja Sonntags die Zeit, in der auf 15 min Takt verdichtet wird. Da wäre für mich ein Ausfall der Verdichter naheliegender.


    Weitere Möglichkeiten: Verschmutzungen im Fahrzeuginneren, notwendiger Fahrzeugtausch....

    Ja, das war noch gerade so im 30 min Sonntagsfrühtakt. Es schob gerade ein T ein, aber das war ein anderer Kurs der wie bereits von anderen hier erwähnt zum 15er Takt verdichtet. Später gegen 15 Uhr war der Kurs immer noch im Ausfall. Also vermutlich fehlende Ablöse.

  • Also im Moment fallen mindestens drei Kurse auf der 17 aus, dabei zwei hintereinander (16.38 Uhr und 16.48 Uhr ab Baseler Platz nach Neu-Isenburg). Zudem mindestens zwei Kurse auf 16 und 21 und die 12 ist auch mit mindestens zwei Kursen dabei...

  • Ziemliche Schnappsidee. Zumal die 21 nur jeweils in der halben HVZ gegen die Lastrichtung (auf die gesamte Mainzer bezogen) dort lang fuhr, da sonst der Verkehr für Griesheim/Gallus nicht mehr zu bewältigen war. Das heute heute noch mehr als früher.

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  • Hallo.


    Heute ist mir aufgefallen dass sehr viele Kurse ausgefallen sind. Besonders auf den Linien 15 und 18. Auf der 18 war es meiner Meinung nach Heute am schlimmsten die 18 fuhr heute teilweise im 20 bis 30 Minuten Takt. Auf der 15 waren es glaub ich 2 Kurse. Ich verstehe dass momentan die Personallage nicht gut ist deswegen wäre mein Vorschlag die Ausfälle auf allen Linien zu verteilen und nicht nur auf 1 oder 2 Linien.


    LG

    Pt Wagen 727

  • Auf "einigen" Linien gibt es nahezu lückenlose Alternativen - die 15 ist im Prinzip "ersetzbar". Ich finde es schade und unverständlich, dass ein "ehrlicher" Fahrplan dann am Ende doch nicht ehrlich ist. Da hätte man lieber noch etwas mehr gestrichen und das Versprechen dafür gehalten.

  • Was ist eigentlich das Problem? Die VGF hat ihre gewünschten Fahrplanreduzierungen bekommen, muss also weniger Dienste pro Tag besetzten bei gleichem Personalbestand. Ich hatte erwartet, dass mit dem Beginn des Notfahrplans eine gewisse tägliche Reserve bereitgehalten wird, um kurzfristige Krankmeldungen ad hoc zu kompensieren, damit es keine Ausfälle mehr gibt (was ja das Ziel des Notfahrplans ist). Hat die VGF entweder keinen derart resilienten Dienstplan eingeführt? Oder ist die Krankenquote spontan noch stärker gestiegen, also noch über die 15% hinaus? Wieso kriegt die VGF das nicht auf die Reihe?

  • muss also weniger Dienste pro Tag besetzten bei gleichem Personalbestand.

    Ich meine die folgende Aussage auch schriftlich gelesen zu haben, finde allerdings die Quelle nicht dazu.


    Eine mündliche Erläuterung eines Bekannten (ebenfalls nicht VGF, also ebenso Gehörtes) muss hier daher aushelfen: Wie ich es verstanden habe, gibt es eine neue Betriebsvereinbarung, womit dem Fahrpersonal mehr Ruhezeiten zustehen. Das führte zur Angebotsreduzierung Ende Januar, um die Dienste abzudecken, denn: Durch das neue Zeug sind die Dienste (oder Schichten?) kürzer geworden, womit wiederum mehr Personal benötigt werden.


    Ich hatte heute erlebt, wie auf der 12, 14 und 15 einige Fahrten ausfielen. Später aber eine 14 aus dem Depot raus, um die eine ausgefallene Fahrt zu kompensieren. Es scheint zumindest, dass wirklich alles versucht wird, soweit wie möglich Fahrten stattfinden zu lassen.


    Wie bereits erwähnt, alles nur durch hören und sagen, bin bekannterweise auch nicht von der VGF und habe somit keine verlässliche Primärquelle. Wenn jemand die Quelle zum schriftlichen Text findet, gerne...

  • Zu den kürzeren Dienstzeiten braucht es kein Hörsensagen, sie sind öffentlich bekannt, seit es hier in der Zeitung stand. ich hatte in diesem Thread hier am 24.1. und 11.2. auf diesen auch hingewiesen.


    Ist dieses Problem wirklich erst im Dezember oder Anfang Januar vom Himmel gefallen? Das kann ich mir irgendwie schwer vorstellen. Wenn ja, würde ich das als Versagen beim Management einordnen, denn über so etwas verhandelt man sicher eher monate- als wochenlang. Wenn es nicht vom Himmel fiel – der Artikel deutet ja darauf hin, dass das Problem bekannt war und erwähnt, dass sich der Verkehrsdezernent wohl deshalb vorsichtshalber auch nicht (noch einmal) zum Notfahrplan äußern wollte – dann hat die VGF entweder a) nicht genug Fahrplankürzungen bekommen oder b) die Dienstpläne mit den reduzierten Diensten nicht resilient genug aufgestellt oder c) sich völlig verrechnet. Oder übersehe ich etwas?

  • Zu den kürzeren Dienstzeiten braucht es kein Hörsensagen, sie sind öffentlich bekannt, seit es hier in der Zeitung stand. ich hatte in diesem Thread hier am 24.1. und 11.2. auf diesen auch hingewiesen.


    Ist dieses Problem wirklich erst im Dezember oder Anfang Januar vom Himmel gefallen? Das kann ich mir irgendwie schwer vorstellen. Wenn ja, würde ich das als Versagen beim Management einordnen, denn über so etwas verhandelt man sicher eher monate- als wochenlang. Wenn es nicht vom Himmel fiel – der Artikel deutet ja darauf hin, dass das Problem bekannt war und erwähnt, dass sich der Verkehrsdezernent wohl deshalb vorsichtshalber auch nicht (noch einmal) zum Notfahrplan äußern wollte – dann hat die VGF entweder a) nicht genug Fahrplankürzungen bekommen oder b) die Dienstpläne mit den reduzierten Diensten nicht resilient genug aufgestellt oder c) sich völlig verrechnet. Oder übersehe ich etwas?

    Zur Bewertung, ob man überrascht wurde oder nicht, sollte man klären, welchen Ursprung die Regel hat. Die FNP schreibt in ihrem Artikel von einer gesetzlichen Vorgabe, dazu findet ich allerdings nichts und ich konnte keine Änderungen in diese Richtung im Arbeitszeitgesetz finden. Das ist aber insofern auch nicht verwunderlich, da die Arbeitszeitgestaltung wesentlich in Tarifverträgen beschrieben wird.


    Im aktuellen TV-N Hessen heißt es in §22 dazu:


    Zitat

    (4) Vorbereitungs- und Abschlussarbeiten - einschließlich Abrechnung und Einzahlung

    - werden mit zwanzig Minuten pro Dienst bewertet. Die Frage, ob sie in die

    regelmäßige Arbeitszeit nach § 8 einbezogen oder finanziell abgegolten werden,

    ist betrieblich zu regeln. Im Falle der Abgeltung ist das Stundenentgelt der Entgeltgruppe

    4 gemäß Anlage 3 maßgebend.


    Genau der Verweis auf die betriebliche Regelung dürfte der springende Punkt sein. Durch die aktuelle Tarifauseinandersetzung zum Manteltarifvertrag TV-N dürfte die bestehende Betriebsvereinbarung, die den Ausgleich bisher geregelt hat, ausgelaufen bzw. geändert worden sein. Nun dauert die Verhandlung von Betriebsvereinbarungen eine Zeit und bis sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich einigen sind einige Schleifen zu drehen. Die Frage zur Beurteilung, ob ausreichend Zeit zur Vorbereitung bestand, erfordert Kenntnisse über den Zeitpunkt des Abschlusses der Verhandlungen zur neuen Betriebsvereinbarung und der Zeit bis zur Inkraftsetzung. Je nach Zeitpunkt, kann das sehr kurz sein. Eine schon vorhandene angespannte Personalsituation wird dadurch nicht besser.


    Die Frage ist auch, ob die Reduktion des Fahrplans nicht schon die Antwort auf die neue Betriebsvereinbarung ist und man eigentlich mit einer geringeren Krankenquote gerechnet hat.

  • Die Frage zur Beurteilung, ob ausreichend Zeit zur Vorbereitung bestand, erfordert Kenntnisse über den Zeitpunkt des Abschlusses der Verhandlungen zur neuen Betriebsvereinbarung und der Zeit bis zur Inkraftsetzung. Je nach Zeitpunkt, kann das sehr kurz sein. Eine schon vorhandene angespannte Personalsituation wird dadurch nicht besser.

    Zusätzlich sind auch die Ausbildungszeiten und die Kapazitäten der Ausbildungsstätten zu beachten. Selbst wenn im aktuellen DB/GDL-Streit jetzt plötzlich entschieden wird, eine 30-Stunden-Woche einzuführen und sich deswegen, wie einige meinen, daher urplötzlich 50.000 Personen auf die offenen Stellen bei den Bahnen bewerben, wird es erstens mal im besten Fall ein Dreivierteljahr dauern, bevor die ersten neuen Tf/Fdl/Werkstattmitarbeiter/... ihre Ausbildung durch haben und zweitens käme dann noch das Thema, wo gleichzeitig diese Leute schulen, hinzu. Das wird im etwas kleineren Format für die kommunalen Verkehrsbetriebe ganz genauso gelten. Und damit auch für VGF, HEAG, RNV etc. Selbst wenn jetzt 200 neue Leute vor der Türe stünden und durch die Fahrschule geschleust werden: bei 100 Straßenbahnen kann ich halt auch nur 100 Lehrlinge mitnehmen (und wenn theoretisch alle Fahrer gleichzeitig Lehrfahrer sind/sein dürfen).